Rezension: „Die Bücherfrauen“ von Romalyn Tilghman

Cover „Die Bücherfrauen“ (Bildrechte: S. Fischer Verlage)

„Weißt du, dass du die falsche Geschichte zu erzählen versuchst? Es ist nicht Carnegie, dem wir die Bibliotheken verdanken. [….] Er war reich, ja, aber die Frauen waren es, die die Bibliotheken bauten. Wir Frauen waren es.“

(S.123)

Inhalt: Die Kleinstadt Prairie Hill in Kansas wurde von einem Tornado schwer getroffen, auch von der Gemeindebibliothek ist nur noch eine Mauer übrig. Der Nachbarort New Hope blieb zwar verschont, aber dort wurde die Bibliothek schon vor Jahren in ein Kulturzentrum verwandelt. Vor diesem Hintergrund treffen drei Frauen aufeinander, die gerade dabei sind ihrem Leben eine neue Richtung zu geben. Angelina will endlich ihre Dissertation zu den Carnegie-Bibliotheken beenden. Traci ist eine junge Künstlerin und sucht noch nach ihrem Platz im Leben und Gayle hat bei dem Tornado all ihren Besitz verloren und versucht nun die Kraft für einen Neuanfang zu finden.

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Rezension: „Die Erfindung der Sprache“ von Anja Baumheier

Cover „Die Erfindung der Sprache“ (Bildrechte: Kindler Verlag)

„Überall waren Zeichen, allein für Sie vom Leben hinarrangierte, die sich nicht einmal die Mühe machten, den Anschein von Zufälligkeit zu erwecken.“

(S.62)

Inhalt: Oda, Hubert und Adam sind eine ganz normale Famile. Naja, vielleicht nicht ganz, denn Adam ist besonders, da er eine ganz eigene Beziehung zur Sprache hat. Außerdem sind ihm feste Strukturen sehr wichtig, um seinen Alltag meistern zu können. Adam stehen nicht nur seine Eltern zur Seite, sondern auch seine Oma Leska und Opa Ubbo und mit ihm die gesamten Einwohner von Platteoog. Als Erwachsener muss Adam nun seine gewohnten Verhaltensweisen über Bord werfen, um seinen verschwundenen Vater zu finden, damit seine Mutter zurück ins Leben findet. Eine ungewöhnliche Reise nimmt ihren Anfang, die Adam viel abverlangt.

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Rezension: „Kim Jiyoung, geboren 1982“ von Cho Nam-Joo

Cover „Kim Jiyoung, geboren 1982“ (Bildrechte: Kiepenheuer & Witsch)

„Hatte eine Frau Schwächen, kam sie deshalb nicht infrage. War sie brilliant, galt sie als Unruhestifterin. Und was sagte man ihr, wenn sie mittelmäßig war? Tut uns leid, sie sind zu durchschnittlich ?“

(S.111)

Inhalt: Es ist die Geschichte einer durchschnittlichen jungen Koreanerin, die hier erzählt wird. Kim Jiyoung wächst in behüteten Verhältnissen auf, studiert, findet einen Job und Ehemann und bekommt ein Kind. Dabei ist die junge Frau einer Menge von gesellschaftlichen Pflichten ausgesetzt, denn nicht sie selbst allein kann über ihr Leben bestimmen, sondern die Männer in ihrem Umfeld beeinflussen ihre Entscheidungen zu einem großen Maß, denn sie ist nur eine Frau, wie eben so viele andere durchschnittliche Frauen.

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Rezension: „Juno und die Reise zu den Wundern“ von Judith Hoersch

Cover „Juno und die Reise zu den Wundern“ (Bildrechte: Diederichs )

„Lektion Nummer Eins: ‚Hege gute Gedanken und Gefühle. Wer dankbar und demütig ist, kann wahres Glück empfinden.“

(S.79)

Inhalt: Juno ist anders. Sie ist verträumt, fühlt sich unverstanden und sucht noch nach dem richtigen Platz im Leben. Nachdem sie in ihrer Kindheit gelernt hat, sich auf ihre eigenen Fantasien zu verlassen, begibt sie sich später auf eine fabelhafte Reise rund um den Globus, um ihr Glück zu finden.

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Rezension: „Wo wir Kinder waren“ von Kati Naumann

Cover „Wo wir Kinder waren“ (Bildrechte: Harper Collins)

„Es wird alles gut“, versprach sie. „Ich weiß es. Wir fangen einfach wieder von vorn an.“ „Also so wie immer“, […].

(S.157)

Inhalt: Das thüringische Sonneberg ist seit mehreren Jahrhunderten die Spielzeugstadt schlechthin. In jeder Familie werden Spielzeuge oder Spielzeugteile hergestellt und/oder verkauft. So auch in der Familie Langbein, die eine Puppenfabrik besitzt. Albert Langbein hat mit viel Herzblut die Fabrik aufgebaut, die im Laufe der Jahrzehnte so einige private wie politische Unruhen überstehen musste. Dabei war es immer der familiäre Zusammenhalt, der die Puppenfabrik am Leben gehalten hat. Die Urenkel Alberts Eva, Iris und Jan blicken auf eine bewegte Familiengeschichte zurück, um damit den Blick nun auch in die Zukunft richten zu können.

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Monatsrückblick Januar 2021

In den ersten Lesemonat des Jahres habe ich nur beschwerlich reingefunden, aber alles in allem waren es tolle Bücher, die auch ganz verschieden sind. Jedes einzelne kann ich empfehlen, auch wenn ich mir gerade unter „Die Buchhandlung“ etwas anderes vorgestellt habe. In einen wahren Leseflow hat mich Kati Naumann versetzt und „Der Schneeleopard“ ist einfach besonders. Ich habe mir ganz fest vorgenommen auch wieder mehr Rezensionen zu schreiben, weil ich merke wie mich die gelesenen Bücher doch immer wieder beschäftigen und ich somit meine Gedanken dazu besser sortieren und festhalten kann.

Meine gelesenen Bücher im Januar 2021
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Rezension: „Milena und die Briefe der Liebe“ von Stephanie Schuster

Cover „Milena und die Briefe der Liebe“ (Bildrechte: Aufbau)

„Sie würde sich selbst aus dem Sumpf erheben, alles, was sie zukünftig erlebte, mit dem Blick einer Journalistin wahrnehmen. Das fühlte sich nach einer Zukunft an, einem echten Hoffnungsschimmer.“

(S.126)

Inhalt: Die Geschichte der jungen Milena beginnt 1916 in Prag. Sie erzählt von einer selbstbewussten aufgeschlossenen Frau, die mitten im Leben steht und auch in Zukunft selbst über ihr Leben bestimmen will. Das Aufeinandertreffen mit dem Schriftsteller Kafka prägt Milena über Jahre hinweg, schließlich verbindet die beiden nicht nur die Liebe zur Literatur, sondern auch die Sicht auf das Leben. Über Jahre hinweg schreiben sich die beiden Briefe und geben sich gegenseitig Halt, den sie von ihrem direkten Umfeld nur schwer bekommen. So ist Milena in einer unglücklichen Ehe mit Ernst Pollack gefangen und Franz Kafka wird von einem Lugenleiden geplagt.

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Monatsrückblick November und Dezember 2020

Nun ist es schon Mitte Januar und erst jetzt kommt der überschaubare Monatsrückblick der Monate November und Dezember…. Noch dazu habe ich auch keine Rezensionen zu den Titeln verfasst. Hoffentlich kann die Zeit im Lockdown nutzen und wieder mehr Rezensionen verfassen, denn es liegt mir wirklich am Herzen meine Eindrücke mit euch zu teilen. Auch wenn ich in den beiden Monaten nur drei Titel beendet habe, heißt das nicht, dass ich wenig gelesen habe. Ich beende im Moment nur nicht so viele Titel. In jedem Fall haben mir alle drei Bücher gut gefallen.

Meine Monatslektüre aus dem Hause Random House
  • „Der Wintergarten“ von Jan Konst – Dieses Buch ist kein Roman, aber auch kein klassisches Sachbuch. Es ist vielmehr ein Bericht zur deutschen und europäischen Geschichte der letzten 100 Jahre. Gleichzeitig ist es aber auch eine Familiengeschichte. Mich hat es unheimlich berührt diesen Bericht zu lesen, da die beschriebene Familie eben ganz normal ist. Keine politischen Ämter oder auch gesellschaftliche Positionen ragen heraus, und gerade das macht den Bericht so besonders. Er ist authentisch und zeigt, dass die Wirren der großen Geschichte und Politik eben bis in die kleinste gesellschaftliche Einheit der Familie hineinwirken. Wirklich lesenswert. Die Rezension folgt in Kürze
  • „Juno und die Reise zu den Wundern“ von Judith Hoersch – Juno wächst unter unsicheren familiären Verhältnissen auf und versucht ihren Platz in der Welt zu finden. Das alles geschieht in einer märchenhaften Welt, die viel Platz für die eigene Fantasie lässt. Leider fiel es mir schwer einen Zugang zu dieser Welt zu finden. Es ist eine sehr spirituelle Geschichte, die auch zum Nachdenken anregt, man muss sich allerdings auch auf die Geschichte einlassen. Die komplette Rezension folgt noch.
Im November habe ich Milena gelesen.
  • „Milena und die Briefe der Liebe“ von Stephanie Schuster – Dieser Roman dreht sich um Milena Jesenská und deren (Brief)-Freundschaft zu Franz Kafka. Ich habe es genossen mit Milena durchs Leben zu schreiten, allerdings hat es mich auch sehr bedrückt, wie die Männer in ihrem Leben mit Milena umgehen. Über sie wird in einer Selbstverständlichkeit bestimmt, dass ich umso glücklicher bin, dass sie es doch geschafft hat, ihren Weg zu gehen, wenn auch mit Umwegen. Lest einfach selbst, man lernt eine selbstbewusste, aber auch sensible junge Frau kennen, die es verdient hat im Mittelpunkt der Geschichte zu stehen und natürlich kommt auch Kafka nicht zu kurz. Die komplette Rezension folgt noch.

Auch wenn ich alle drei Bücher wirklich gern gelesen habe, fehlt es mir in letzter Zeit immer wieder an Büchern, die mich so in ihren Bann ziehen, dass ich in jeder freien Minute weiterlesen möchte und den Alltag auch mal Alltag sein lassen kann. „Der Wintergarten“ kommt da schon sehr sehr nah ran, aber ich hoffe sehr, dass mich im Januar wieder der Leseflow besucht.

Vielen Dank an die Verlage für die Bereitstellung der Leseexemplare.

Rezension: „Zwischen Ruhm und Ehre liegt die Nacht“ von Andrea Petković

Cover „Zwischen Ruhm und Ehre liegt die Nacht“ (Bildrechte: Kiepenheuer & Witsch)

„Im Ozean des Lebens, im Viereck des Tennisplatzes, ist alles erlaubt – solange ich verdammt nochmal durchhalte, egal, was kommt“

(S.52)

Inhalt: In diesem Buch versammeln sich die verschiedensten Erzählungen, deren Verbindungen das Tennis und die Lebensgeschichte von Andrea Petković sind. Dabei gewährt sie nicht nur Einblicke in ihr privates und sportliches Leben, sondern zeichnet auch ein feines Bild ihres gesellschaftlichen Umfelds.

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Monatsrückblick Oktober 2020

Puh, im Oktober habe ich drei Bücher beendet. Dabei hatte ich mir, wie immer sehr viel mehr vorgenommen. Bei der Menge an tollen Neuerscheinungen wird mein Stapel ungelesener Bücher ins unermessliche wachsen. Nun gut, auch wenn es nur drei Bücher geworden sind, haben sie mich doch alle auf eine ganz eigene Art und Weise berührt. Im Nachgang fällt mir außerdem auf, dass es in jedem Buch um starke Frauenfiguren geht. Noch dazu habe ich ganz unbewusst ausschließlich Autorinnen im Oktober gelesen. (Auch im September waren es ausnahmslos Damen, was für ein schöner Zufall)

Meine gelesenen Bücher im Oktober 2020
  • „Die Marschallin“ von Zora del Buono – Der Roman zeichnet das Leben der Slowenin Zora nach. Diese muss sich vom Ersten Weltkrieg bis in die 1960er unter verschiedensten politischen Bedingungen bewähren. Sie wird glühende Anhängerin Titos und ordnet ihren Überzeugungen (fast) alles unter. Eine tiefgründige Familiengeschichte, die vor den zeitgeschichtlichen Zerwürfnissen Italiens spielt. Nicht immer ganz leicht zu lesen, aber es lohnt sich.
  • „Männer in Kamelhaarmänteln“ von Elke Heidenreich – Geschichten rund um Kleidung, die nachdenklich machen, einen zum Lachen und/oder weinen bringen und einfach nur unterhaltsam sind. Eine tolle Mischung. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung, da dieses Buch einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Zur kompletten Rezension geht’s hier lang.
  • „Zwischen Ruhm und Ehre liegt die Nacht“ von Andrea Petkovic – Dieser Erzählband vereint eine bunte Mischung der verschiedensten Anekdoten, die alle autobiographische Züge aufweisen. Tennis ist somit das verbindende, aber nicht das alles überstrahlende Element. Genau diese Mischung aus Sport und gesellschaftlichen Thema machen diese Erzählungen besonders. Man muss kein Tennisfan sein, um dieses Buch zu mögen, aber vielleicht wird man einer.

Meine Oktoberbücher haben mir alle gut gefallen und ich empfehle sie gern weiter. Mal sehen, welche Bücher im November auf mich warten.

Vielen Dank an die Verlage für die Bereitstellung der Rezensionsexemplare.