Rezension: „Unter den Linden 6“ von Ann-Sophie Kaiser

Cover „Unter den Linden 6“ (Bildrechte: Ullstein)

„Und die Natur macht keinen Unterschied, ob es nun eine Frau oder ein Mann ist, der das Elekroskop bedient.“

(S.15)

Inhalt: Berlin 1907: Lise, Anni und Hedwig. Drei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten kämpfen mit großen Veränderungen in ihrem Leben. Lise hat in Wien ihr Physikstudium beendet und kommt nun nach Berlin, um unter Max Planck ihr Wissen zu erweitern. Anni tritt in einer völlig unbekannten Umgebung eine neue Stelle als Dienstmädchen an und Hedwig will sich in Abwesenheit ihres Mannes endlich den Traum eines Studiums an der Berliner Universität erfüllen und das, obwohl es Frauen zu dieser Zeit in Preußen noch nicht erlaubt ist sich zu immatrikulieren.
Allen drei steht ein steiniger Weg bevor, der von Kämpfen und Rückschlägen geprägt ist. Besonders Lise muss sich behaupten, da sie immer im Schatten von Otto Hahn steht.

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Monatsrückblick: Juni 2020

Diesen Monat habe ich leider nicht so viel lesen können, wie ich gewollt hätte. In viele Bücher habe ich reingelesen und einige wollen noch beendet werden. Letztendlich habe ich drei ganz unterschiedliche Bücher beendet, die mich auch auf ganz verschiedene Weise angesprochen haben.

Meine gelesenen Bücher im Juni
  • „Bowies Bücher“ von John O’Connell – David Bowie hat wenige Tage vor seinem Tod eine Liste der 100 Bücher zusammengestellt, die ihn am meisten beeinflusst haben. Der Autor beschreibt in 100 Essays die Verbindung der Titel zum Künstler und Mensch Bowie. Für mich war es sehr inspirierend zu lesen. Man erfährt so viel zur Politik und Popkultur der Zeit, dass sich die Lektüre gleich doppelt lohnt. Hier findet ihr meine vollständige Rezension.
  • „Unter den Linden 6“ von Ann-Sophie Kaiser – Drei Frauen meistern Anfang des 20. Jahrhunderts ihr Schicksal. Dabei geht es um den Zugang zur Bildung für Frauen, aber auch um Gleichberechtigung von Frauen in der Gesellschaft. Im Mittelpunkt steht Lise, deren reales Vorbild die Physikerin Lise Meitner ist. Sie stand ihr ganzes Leben im Schatten von Otto Hahn stand, obwohl sie die selbe Qualifikation hatten. Tolle Unterhaltung, die aber auch zum Nachdenken anregt. Die Rezension folgt noch
  • „Cloris“ von Rye Curtis – Dieser Titel wird am 16.07.2020 erscheinen. Ich durfte ihn schon vorablesen und grüble ernsthaft wie das Buch bei mir angekommen ist. Es geht um die 72jährige Cloris, die als einzige einen Flugzeugabsturz mit einer kleinen Maschine überlebt und sich jetzt in den Wäldern der Wildnis durchschlagen muss. Cloris hat mit ihrer direkten Art bei mir gepunktet. Parallel dazu geht es um die Ranger, die Cloris suchen. Bis zur Veröffentlichung werde ich meine Gedanken zum Buch sammeln und dann findet ihr hier auch die komplette Rezension.

Wie sah denn euer Lesemonat aus? Für Juli habe ich mir einige dicke Schmöker vorgenommen, da bei Instagram das DickeBücherCamp läuft. Ich bin gespannt, was mir im Juli zwischen die Finger kommt. Habt ihr schon Lesepläne?

Rezension: „Bowies Bücher“ von John O’Connell

Cover „Bowies Bücher“ (Bildrechte: Kiepenheuer & Witsch)

„Zahlreiche Bücher auf Bowies Liste sind spannend, unterhaltsam oder informativ. Viele von ihnen sind wichtig Nach der Flut das Feuer ist essentiell.“

(S.137)

Inhalt: David Bowie war ein fanatischer Leser, er soll auch stets mit einem Koffer gereist sein, der quasi als mobiles Bücherregal diente. Ein paar Jahre vor seinem Tod stellte er dann eine Liste mit 100 Büchern zusammen, die ihn nachhaltig beeinflusst haben. Der Journalist John O’Connell stellt alle Titel mit Hilfe von kurzen Essays vor.

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Rezension: „Die Spigelreisende – Die Verlobten des Winters“ von Christelle Dabos

Cover „Die Verlobten des Winters“ (Bildrechte: Insel)

„Je besser Ophelia die Gesellschaft des Pols kennenlernte, desto verzagter wurde sie. Als sie hergekommen war, hatte sie gehofft, auch Menschen zu treffen, denen sie vertrauen konnte, doch um sich herum sah sie nur große verwöhnte Kinder […].

(S.316)

Inhalt: Eine fantastische Welt, in der die Menschen auf verschiedenen Archen, einer Art Kontinent, leben und auch ganz bestimmte übernatürliche Fähigkeiten haben. Ophelia ist auf Anima groß geworden und damit eine Animistin und kann sich mit Hilfe von Spiegeln durch den Raum bewegen. Entgegen aller Traditionen wurde für sie eine Heirat mit einem Mann von einer weit entfernten Arche arrangiert. Zudem soll sie ihrem Verlobten Thorn dahin folgen. Es liegt ein beschwerlicher Weg vor Ophelia, denn am Pol sind Intrigen und Machtspielchen an der Tagesordnung, außerdem muss Ophelia noch die Frage klären, warum gerade sie ausgewählt wurde.

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Monatsrückblick: Mai 2020

Tja, so langsam hat mich der Alltag wieder und die Lesezeit ist wieder knapper, umso zufriedener bin ich, dass ich mir bisher ein wenig der Leseroutine in den neuen Alltag rüber retten konnte. Alle Bücher in diesem Monat habe ich wirklich gern gelesen und ein Herzensbuch war auch dabei.

Meine gelesenen Bücher aus dem Mai
  • „Das Tor“ von Basma Abdel Aziz – Eine moderne Dystopie, die Zensur, Meinungsfreiheit und totale staatliche Überwachung zum Thema hat. Der nüchterne Stil mag etwas gewöhnungsbedürftig sein, das Thema ist aber umso packender. Hier meine Rezension.
  • „Wie uns die Liebe fand“ von Claire Stihlé – Charmant, verrückt und was fürs Herz. Auch wenn ich die Story an einigen Stellen ziemlich überdreht finde, besticht sie doch mit einem französischen Charme, der mir gefällt. Unterhaltsame Lektüre für Zwischendurch von der man nicht zu viel erwarten sollte. Hier meine Rezension.
  • „Das Beste kommt noch“ von Richard Roper – Was für sympathisch unperfekte Hauptfiguren. Ich mochte Andrew und Peggy von Beginn an. Eine tolle Geschichte über Selbstzweifel und Einsamkeit. Hier meine Rezension.
  • „Marianengraben“ von Jasmin Schreiber – Ein absolutes Lesehighlight. Tieftraurig und gleichzeitig unglaublich lustig wird eine Geschichte von Trauer und der Kampf mit Depressionen erzählt. Zwei tolle Charaktere führen durch die Story und lassen mich einfach nicht mehr los. Lest bitte dieses Buch. Es wird sich lohnen. Versprochen. Noch mehr lobende Worte findet ihr in meiner Rezension.
  • „Die Spiegelteisende – Die Verlobten des Winters“ von Christelle Dabos – Dieses Buch habe ich gerade zum zweiten Mal gelesen und ich mag es noch mehr als beim ersten Mal schon. Die Welt ist so fantasievoll schön, gleichzeitig aber auch grausam. Mit Ophelia begleiet man eine junge Frau, die eine tolle Entwicklung durchmacht und trotz aller Widrigkeiten ihr Leben nicht aus der Hand gibt. Ich hoffe, dass die folgenden Bände ihr noch mehr Selbstständigkeit geben werden. Ich bin gespannt. Die Rezension folgt noch.

Ich bin mit dem Monat Mai wirklich zufrieden. Kennt ihr denn eines der Bücher? Wenn ja, wie hat es bei euch abgeschnitten? Welches war euer Monatshighlight?

Rezension: „Tagebuch eines Buchhändlers“ von Shaun Bythell

Cover „Tagebuch eines Buchhändlers“ (Bildrechte: btb)

„Die letzten Kunden des Tages – ein junges Paar, das ein paar Science-Fiction-Bücher kaufte – erzählte mir, dass sie ihren Urlaub damit verbrachten, antiquarische Buchhandlungen in ganz Großbritannien aufzusuchen. Es gibt doch noch einen Funken Hoffnung für uns.“

(S.372)

Inhalt: Shaun Bythell ist der Besitzer der größten Secondhand-Buchhandlung Schottlands. Eines Tages im Februar beschließt er, jeden Tag zu notieren, was er in der Buchhandlung so erlebt hat und mit seinem ganz eigenen Humor zu würzen.

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Rezension: „Marianengraben“ von Jasmin Schreiber

Cover „Marianengraben“ (Bildrechte: Eichborn)

„Und jetzt liebe ich dich nur noch gefangen in einer Zwischenwelt aus Präteritum und Konjunktiv und in einer Realität, die vor deinem Tod ein Leben und danach nur noch ein Zustand war.“

(S.9)

Inhalt: Paula ist nach dem Tod ihres kleinen Bruders Tim in eine tiefe Depression gestürzt. Die Lebensfreude ist mit ihm verschwunden und in ihrem Leben läuft so gar nichts mehr nach Plan. Der ewige Schmerz hat nun die Kontrolle über Paulas Leben, bis sie mitten in der Nacht den Rentner Helmut auf dem Friedhof trifft und sich mit ihm auf einen Roadtrip begibt, der alles verändern wird.

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Rezension: „Das Beste kommt noch“ von Richard Roper

Cover „Das Beste kommt noch“ (Bildrechte: Rowohlt)

„Hast du… hast du jemals eine so große Lüge erzählt, dass du das Gefühl hattest, ihr nicht mehr entkommen zu können … dass du … dass du immer weiterlügen musstest?“

(Andrew, S.316)

Inhalt: Wenn Menschen alleine sterben und es auch keine Verwandten gibt, die sich um den Nachlass oder die Beerdigung kümmern können, braucht man einen Nachlassverwalter. So wie Andrew einer ist.
Er muss sich beruflich mit der Einsamkeit der Menschen auseinandersetzen, dabei ist er doch selbst von Einsamkeit geplagt. Seine Frau und Kinder hat er sich nur ausgedacht, um den gesellschaftlichen Konventionen zu entsprechen. Eine Taktik, die gut funktioniert, bis Peggy seine neue Kollegin in sein Leben tritt und Andrews Lügengerüst zum Problem wird.

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Rezension: „Unsere glücklichen Tage

Cover „Unsere gluecklichen Tage “ (Bildrechte: Penguin)

„Und da waren wir nun. Wir waren vier Freundinnen. Die nichts trennen konnte und die sich doch verloren haben.“

(S.11)

Inhalt: Elsa, Marie, Fanny und Lenica verbringen in ihrer Jugend jeden Sommer gemeinsam unbeschwerte Tage an der französischen Atlantikküste. Bis zu jenem Sommer, der für die vier Freundinnen alles verändern sollte.
Heute, 30 Jahre später, versuchen die Freundinnen zu verstehen, was damals passiert ist. Nicht so einfach, wenn zwischenzeitlich alle ihr eigenes Leben geführt haben, die Gedanken aber in der Vergangenheit verharren.

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Rezension: „Das Tor“ von Basma Abdel Aziz

Cover „Das Tor“ (Bildrechte: Heyne)

„In einer geschlagenen Stunde hatte er sich nur zwei Schritte vorwärts bewegt, aber nicht etwa, weil einer der Wartenden sein Anliegen erfolgreich zu einem Abschluss gebracht hatte, sondern weil eine Person, die zum ersten Mal zum Tor gekommen zu sein schien und noch keine Erfahrung hatte, von Überdruss und Verzweiflung gepackt, ihren Platz verlassen hatte.“

(S.17)

Inhalt: In einem Land im Nahen Osten wird das Leben der Bevölkerung seit geraumer Zeit vom Tor bestimmt. Für fast alle Dinge des täglichen Lebens braucht man eine Genehmigung vom Tor, nur niemand weiß wie lange es dauert, bis man sein gewünschtes Dokument in Händen hält. Die Warteschlange vorm Tor wird länger und länger und niemand weiß, wann das Tor wieder seine Pforte öffnet. Wie verändert sich eine Gesellschaft, deren Leben von Genehmigungen und Dekreten abhängt?

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