Rezension: „Sturmland – Die Reiter“ von Mats Wahl

Mats Wahls Reiterin Cover

„Sturmland – Die Reiter“ von Mats Wahl (Bildquelle: Hanser)

„Elin kehrt zurück in die Küche, auf der Bildwand läuft der Wetterbericht. Orkanstärke landabwärts. Kommunikationsausrüstung zerstört und Server zusammengebrochen. […] Es wird Blutregen erwartet.“ (S. 59)

Inhalt: Die Natur spielt verrückt. Es gibt Stürme, Unwetter und weite Teile des Landes sind radioaktiv verseucht. In dieser unwirklichen Welt lebt die 16jährige Elin mit ihrer Familie. Die Ressourcen sind knapp, daher muss mit allem rücksichtsvoll umgegangen werden. Als wären die Lebensumstände nicht schon schwierig genug, müssen die Menschen auch noch in einer Art Polizeistaat leben, in dem man nur sich selbst vertrauen kann. Was tun also, wenn jetzt auch noch der eigene Bruder entführt wird?

Leseeindruck: Die Ausgangssituation ist so ganz nach meinem Geschmack, ein wenig Abenteuer, eine Liebesgeschichte in einer dystopischen Welt. Noch dazu eine Reihe, die der Charakter- und Handlungsentwicklung Raum bieten. Leider hat mir die Umsetzung nicht gefallen. Ich hatte die ganze Story über Probleme mich in den Stil einzufinden. Dieser ist sehr emotionslos und nüchtern. Es reihen sich fast nur Hauptsätze aneinander. Der Erzähler nutzt nur selten die Namen der Figuren, sondern Bezeichnungen wie „die Mutter“ oder „die Tochter“. Auch  umschreibende Adjektive oder Adverbien muss man lange suchen. Für meinen Geschmack ist der Stil etwas zu nüchtern, passt aber sehr gut zur düsteren Stimmung, die im Land herrscht.
Grundsätzlich fehlte mir aber die Spannung, da ich mich nicht in die Figuren einfühlen konnte, fiel es mir auch zunehmend schwer ihren Beweggründen zu folgen. Alles blieb für mich unnahbar. Sehr schade, denn ich hätte mich gern auf die Story eingelassen. Gerade Elin und Harald hatten für mich viel Potential, was leider (noch) nicht genutzt wurde.
Allerdings sollte man diesen Band auch als Auftakt für die ganze Reihe sehen. Schließlich muss erstmal in eine neue Gesellschaftsordnung und Figurenkonstellation eingeführt werden. Dadurch ging mir leider der Überblick verloren. Wer will was und warum? Diese Fragen haben sich für mich bis zum Schluss nicht beantwortet.
Ich muss leider sagen, dass mich dieser Band nicht neugierig auf die gesamte Reihe gemacht hat. Zumindest Band 2 werde ich noch eine Chance geben, um vielleicht noch mehr über die Absichten der Regierung und der Opposition zu erfahren und auch wie Elin mit ihrem Schicksal umgehen wird.

Lieblingsnebencharakter: Ich mag Harald sehr. Er scheint das „schwarze Schaf“ innerhalb seiner Familie zu sein. Aber sobald er fair behandelt wird, ist er loyal und steht hinter seinen Freunden. Mir gefällt, dass er ein ehrlicher Typ ist. Von seiner Sorte sollte es mehr in der Gesellschaft geben.

Fazit: Mir fiel es schwer den Beweggründen der Figuren zu folgen, auch da der Stil so anstrengend ist. Eine interessante Ausgangssituation bietet die Geschichte in jedem Fall. Wer mehr Geduld hat als ich, der wird der Story vielleicht mehr abgewinnen können.

Bewertung:
3 Stars

Bibliographische Angaben:
Titel: Sturmland – Die Kämpferin
Autor: Mats Wahl (Übersetzung: Gesa Kunter)
Verlag: Hanser
ISBN: 9783446249363
Ausgabe: Hardcover (14,90 €)
empfohlenes Lesealter: ab 13

Reihe: Sturmland
Band 1: Die Reiter
Band 2: Die Kämpferin
Band 3: Die Gesetzgeber
Band 4: Die Lebendigen
Band 5: Die Liebenden

Hier gehts zur Homepage der Reihe Sturmland.

Vielen Dank an den Hanser Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Gemeinsam lesen: „Die Birken wissen’s noch“ von Lars Mytting

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese gerade „Die Birken wissen’s noch“ (Insel Verlag) von Lars Mytting. Ich bin auf Seite 24.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

“ ‚Wenn die wieder zu dir kommen, sag ihnen, ich will mit ihnen reden‘ „

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Bisher kenne ich von dem Autor nur das Sachbuch „Der Mann und das Holz“. Dieses Buch ist, trotz des vermeintlich trockenen Themas, sehr unterhaltsam, daher wollte ich nun auch mal einen Roman von Lars Mytting lesen.

In „Die Birken wissen’s noch“ geht es um Edvard, der mit seinem Großvater auf einem abgelegenen Hof in Norwegen lebt. Seine Eltern sind nicht mehr am Leben, aber über die Umstände des Todes weiß Edvard nicht viel. Er begibt sich auf Spurensuche in die Vergangenheit seiner Familie. Edvard ist der Ich-Erzähler, erst nach und nach ergibt sich für ihn und den Leser ein Bild über die vergangenen Ereignisse. Noch habe ich zu wenig gelesen, um schon viel über die Geschichte sagen zu können, aber bereits der erste Eindruck spricht für das Buch. Edvard beobachtet seine Umgebung sehr genau und findet dafür wundervolle Worte. Das besondere der norwegischen Provinz und deren Einwohner nimmt viel Raum ein. Dieses Buch ist definitiv anders, als vieles, was ich bisher gelesen habe. In jedem Fall ist es auf eine ganz spezielle Art spannend. Ich freue mich jetzt schon auf die vielen Seiten, die noch vor mir liegen.

4. Hat dich ein Buch in seiner Übersetzung schon einmal gelangweilt, obwohl dich das Original richtig fesselte?

Diese Frage kann ich gar nicht richtig beantworten, denn ich habe noch ein Buch sowohl im Original als auch in der Übersetzung gelesen. Entweder das eine oder das andere. Lediglich innerhalb einer Reihe habe ich mal die Sprachen gewechselt. Band 1 bis 4 von Harry Potter habe ich auf deutsch gelesen und die anderen dann auf englisch. In beiden Varianten hat mich die Story überzeugt, so dass ich die Bücher kaum aus der Hand legen konnte.

Wer mehr erfahren will: Gemeinsam Lesen ist eine Aktion von Schlunzen-Bücher.

Lasst mir gern einen Kommentar da, was ihr gerade so lest.

Ein neues Heim für meine Mitbewohner

Kann man zu viele Bücher haben? Nein, aber ein zu kleines Bücherregal! 🙂 Genau vor diesem Problem stand ich schon einige Zeit. Ich wusste einfach nicht mehr wohin mit meinen Büchern. Mein altes Bücherregal war noch ein Überbleibsel aus meiner alten Wohnung und wurde nun mit der Zeit einfach zu klein. Ausgelesen Bücher mussten deshalb immer wieder ausziehen, um für neue Platz zu machen. Das ist ja so überhaupt nicht nach meinem Geschmack, schließlich schmöckere ich auch gern mal in bereits gelesenen Büchern. Das Auslagern musste also ein Ende haben.

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Einige Bücher vor ihrem Umzug

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Zwischenquartier auf dem Fußboden

Nur gut, dass der beste Familientischler der Welt ein Ohr für mich hatte. 🙂 Also wurde ausgemessen, gewerkelt und aufgebaut, damit meine liebsten Mitbewohner nicht mehr zusammengepfercht hinter dunklen Türen wohnen müssen.

Bevor sie aber in ihr neues Heim ziehen konnten, mussten sie nochmal eng zusammen rücken, denn vor dem Aufbau kommt bekanntlich der Abbau des alten Regals.

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Neues Bücherregal

Jetzt haben die Bücher wieder genügend Platz und  für neue Schätze ist auch noch Luft. Ein wahrer Luxus für Bücherwürmer 🙂 Außerdem konnte ich mich wieder einem meiner liebsten Hobbys widmen: Bücher sortieren!

Das eine oder andere buchige Accessoire durfte auch mit ins Regal. (So lange der Platz nicht für Bücher gebraucht wird 🙂 )

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Ein kleiner Bücherwurm inmitten seiner Schätze

Mal sehen, wie lange der Platz reichen wird und besonders, wann es mich packt, und ich mal wieder neu sortiere 🙂

Wie sortiert ihr so eure Bücher und wie löst ihr das ständige Platzproblem?

Rezension: „Romeo & Romy“ von Andreas Izquierdo

„Romeo & Romy“ von Andreas Izquierdo (Bildquelle: Insel Verlag)

 „Romy lächelte still in sich hinein. Sie konnten wunderbar gegen etwas sein, die Großzerlitscher, vor allem, wenn sie es nicht kannten. […] Was sie aber scheinbar nicht konnten, war, einen der ihren im Stich zu lassen. “ (S. 130)

Inhalt: Großzerlitsch ist alles andere als groß, sondern der Inbegriff eines verschlafenen Dorfes. Jeder kennt jeden und Traditionen sind den Alten im Dorf sehr wichtig. Romy kehrt in ihre Heimat zurück, nachdem ihre Karriere am Theater eine unerwartete Wendung nimmt. Ihr Auftauchen wirbelt das Leben der Alten gehörig durcheinander und an allem ist Romys Liebe zu Romeo und Julia Schuld.

Leseeindruck: Die Geschichte bietet alles zwischen Drama, Romanze und Komödie. Die amüsanten Momente leben zum größten Teil von Situationskomik und den skurrilen Dorfbewohnern. Der Funke ist bei mir sofort übergesprungen. Die gemütliche und liebenswerte Atmosphäre im Dorf kann man wirklich gut nachempfinden. All das hat dazu beigetragen, dass ich mit allen Charakteren mitgefiebert habe, egal wie absurd die Situation auch war.
Die Figuren sprechen so, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist, noch dazu hat auch der Erzähler den einen oder anderen Kommentar parat, der den Leser zum Schmunzeln bringt. Insgesamt kommt man so beim Lesen gut voran.
Trotz der heiteren Grundstimmung gibt es durchaus auch ernste und traurige Momente, aber auch die fügen sich gut in die Story ein, schließlich gehören auch das zum Leben. Die Geschichte bleibt so abwechslungsreich und eben auch glaubwürdig; trotz aller Komik.
Besonders gefällt mir, dass man als Leser so oft überrascht wird. Ob es nun die einzelnen Charakterentwicklungen sind, oder Romys Blick in die eigene Vergangenheit. Vieles kommt unerwartet, womit dem Leser immer neue Gründe geboten werden weiterzulesen.

Lieblingsnebencharakter: Auch wenn Romy eindeutig die Hauptperson der Geschichte ist, haben mich die anderen Dorfbewohner und ihr „Kampf“ um ihren Friedhof doch weit mehr berührt. Die Wahl bei all den liebenswerte Alten ist mir nicht leicht gefallen. Allerdings brauchte ich bei einigen länger, um hinter die verschlossene Fassade zu blicken. Auf Anhieb habe ich Bertram in mein Herz geschlossen. Er ist kauzige, liebenswert und loyal. Er hat es einfach verdient, an dieser Stelle nochmal erwähnt zu werden, auch wenn er den armen Emil bald in den Wahnsinn getrieben hätte. Böse kann man ihm einfach nicht sein.
Also: Ein Hoch auf Bertram!

Fazit: Ich bin ohne große Erwartung an das Buch gegangen. Ich hatte mir lediglich ein paar unterhaltsame Stunden gewünscht. Und die habe ich bekommen. Dem Leser wird eine Menge geboten und egal ob jung oder alt, jeder wird eine Figur finden, mit der er sich identifizieren kann oder mit der er besonders mitgefiebert.
„Romeo & Romy“ bietet gute Unterhaltung ohne kitschig zu sein. Für eine originelle Story, tolle Charaktere und letztendlich viele emotionale Momente vergebe ich volle 5 Sterne.

Bewertung:
5 Stars

Bibliographische Angaben:
Titel: Romeo & Romy
Autor: Andreas Izquierdo
Verlag: Insel Verlag
ISBN: 9783458361411  
Ausgabe: Paperback (14,99€)

Vielen Dank an den Insel Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Rezension: „So wüst und so schön sah ich noch keinen Tag“ von Elizabeth LaBan

„So wüst und schön sah ich noch keinen Tag“ von Elizabeth LaBan (Bildquelle: Hanser)

 „Er hatte den Moment miterlebt, als die Dinge kippten, als aus etwas Schönem etwas Schreckliches wurde. Er hatte das Blut im Schnee gesehen.“ (S. 54)

Inhalt: Duncan geht in die Abschlussklasse des Irving-Internats. Dort ist es Brauch seinem Nachfolger ein Geschenk im Zimmer zu hinterlassen. Duncan bekommt etwas ganz besonderes von Tim: Eine handvoll CD’s auf denen Tim die Ereignisse des letzten Jahres Revue passieren lässt. Eine Zeit die Duncan zu gern vergessen würde.

Leseeindruck: Mir haben Tims Kapitel etwas besser gefallen als die mit Duncans Geschichte. Tim spricht auf den CD’s aus der Ich-Perspektive und so erfährt man seine ganz persönliche Sicht auf die Dinge. Schnell wird klar, dass Tim besonders ist. Er ist Albino und noch dazu ein Neuling, denn er ist erst im letzten Jahr nach Irving gekommen. Die Geschichte ist recht spannend, denn es wird vieles nicht ausgesprochen. Schließlich weiß Duncan ja welche Vorfälle Tim anspricht. Nur eben der Leser bleibt unwissend zurück. Seite für Seite habe ich gewartet, wann ich endlich erfahre, was nun im letzten Jahr an der Schule passiert ist. Ganz speziell kommt die Frage auf: Was ist mit Vanessa passiert und was hat Tim damit zu tun.
Der Weg zur Aufklärung ist gespickt mit vielen Überraschungen. Unterbrochen wird Tims Erzählung von Duncans Erlebnissen der Gegenwart. Dieser Wechsel bringt viel Spannung, auch wenn ich Duncans Schuljahr im Vergleich nicht ganz so interessant fand. Trotz vieler Unterschiede in den Erlebnissen haben sie eines gemeinsam. Beide Jungs entdecken die Liebe für sich. Die Gefühle kommen also nicht zu kurz. Nur gut, dass es an keiner Stelle zu kitschitg wird. So ist die Story wirklich unterhaltsam und abwechslungsreich.

Leider bleiben für mich am Ende noch einige Fragen offen. Ich kann zwar durchaus nachvollziehen weshalb sich die Autorin für diesen Weg entschieden hat, trotzdem wurde mein Leseeindruck etwas getrübt.

Lieblingsnebencharakter: Einen Englischlehrer wir Mr. Simon wird sich wohl der eine oder andere Leser wünschen. Er ist für seine Schüler auch abseits des Unterrichts da. Außerdem sorgt er mit seinem Tragödieaufsatz für den roten Faden der Geschichte.

Fazit: Etwas Romantik gepaart mit Spannung ergeben tolle Unterhaltung und das mit Sicherheit nicht nur für Jugendliche. Für die volle Punktzahl fehlen mir am Ende aber doch ein paar Antworten, daher gibts 4/5 Sterne.

Bewertung:
4 Stars

Bibliographische Angaben:
Titel: So wüst und schön sah ich noch keinen Tag.
Autorin: Elizabeth LaBan (Übersetzung: Birgitt Kollmann)
Verlag: Hanser
ISBN: 9783446250826
Ausgabe: Hardcover (16,90 €)
empfohlenes Lesealter: ab 13 Jahre

Rezension: „Das Glück am Ende des Ozeans“ von Ines Thorn

„Das Glück am Ende des Ozeans“ von Ines Thorn (Bildquelle: Rowohlt)

„Drei Frauen, drei Schicksale, die sich hier in Amerika entfalten sollten.“ (S. 40)

Inhalt: Annett, die beim Bau der Brooklynbridge mithelfen soll, Susanne, die mit ihrem groben Ehemann ein neues Leben beginnen will und das Amischmädchen Gottwitha machen sich im Jahr 1876 von Bremen aus auf über den Atlantik nach New York. In Amerika wollen alle drei ein neues Leben beginnen und vor allem ihr Glück finden. Auf der Überfahrt schließen die drei Freundschaft, denn von nun an verbindet die drei Fremden ein dunkles Ereignis. In der neuen Heimat muss wieder jeder allein klarkommen. Wird das jeder gelingen?

Leseeindruck: Der Plot ist recht einfach gestrickt. Alle drei Frauen sind sehr verschieden und bedienen dabei eine Menge Klischees. Annett ist die toughe, bei der alles läuft. Susanne muss mit der Gewalttätigkeit ihres Mannes leben und Gottwitha ist auf Grund ihrer amischen Erziehung unglaublich weltfremd. Mit den verschiedenen Kapiteln gibt es auch ein Wechsel zwischen Hauptfiguren. In jedem Kapitel steht eine andere Frau im Mittelpunkt. Zum einen wird die Spannung dadurch hoch gehalten, denn man muss mit einer Menge offenen Fragen leben, bis der Handlungsstrang weiter geht. Auf der anderen Seite hatte ich mit der Zeit das Gefühl, ich lese drei verschiedene Romane, denn die Schnittpunkte zwischen den drei Geschichten sind im Prinzip nicht vorhanden. Da habe ich mir deutlich mehr von versprochen. Es wurde einfach zu viel in den Roman gepackt. Das Leben in einem Amischdorf in Pennsylvania, eine junge Frau, die beim Bau der Brooklynbridge mitwirkt und eine junge Frau, die sich den Goldsuchertracks im Westen anschließt. Für meine Begriffe hat die Autorin hier etwas zu viel gewollt. Bei so viel Inhalt kratzt sie jeweils nur an der Oberfläche. Die einzelnen Entwicklungsschritte gehen mir dabei viel zu schnell und abrupt.
Eine Gemeinsamkeit habe alle drei Handlungsstränge: Das Selbstbestimmungsrecht der Frauen in jener Zeit wird thematisiert. Durch die drei verschiedenen Frauentypen bekommt man auch drei verschiedene Ansatzpunkte zu der Thematik geliefert. Alle drei müssen sich auf unterschiedliche Art und Weise emanzipieren. Das hat mir schon gefallen. Es war bei dem Genre des historischen Romans und der vorangegangen Geschichte dann auch nicht verwunderlich, dass alle drei ihren Weg auch irgendwie erfolgreich meistern werden. Mit dem Verlauf hatte ich zwar schon gerechnet, aber ein wenig mehr unvorhergesehenes wäre schon schön gewesen.

Lieblingsnebencharakter: Ich muss jetzt drei Charaktere wählen, aus jedem Handlungsstrang einen, denn die drei Geschichten und deren Nebencharaktere lassen sich nur schwer miteinander vergleichen. Daher gibt es heute drei Namen.
In Annetts Geschichte gefällt mir Emily gut, denn sie hat man meisten Facetten. Madame Joyce ist die gute Seele in Susannes Geschichte. Sie hätte ich auch gern als Freundin. Etwas schwieriger ist die Wahl dann in Gottwithas Handlung. Da fällt die Wahl auf Rebecca, denn obwohl auch sie nicht aus ihrem Umfeld ausbricht, zeigt sie doch, dass man auch glücklich werden kann.

Fazit: Ich habe mir deutlich mehr versprochen von der Geschichte. Wahrscheinlich auch, da ich dachte, es würde mehr Enthüllungen und Konflikte geben. Leider wurde ich in dieser Hinsicht enttäuscht. Die Geschichte (oder Geschichten) bieten solide historische Unterhaltung. Leider jedoch ohne wirkliche Überraschungen, da wurde nicht das volle Potential der Storys ausgeschöpft. Außerdem hätte ich mir mehr Berührungspunkte zwischen den Handlungssträngen und den Frauen gewünscht. Alles in allem vergebe ich solide 3 Sterne.

Bewertung:
3 Stars

Bibliographische Angaben:
Titel: Das Glück am Ende des Ozeans
Autorin: Ines Thorn
Verlag: Wunderlich (Rowohlt)
ISBN: 9783805250566
Ausgabe: Hardcover (16,95€)

And the winner is…

Heute will ich mal den freien Tag nutzen und den Gewinner meines Gewinnspiels bekanntgeben. Ich entschuldige mich nochmal für die Verspätung, aber so ist es eben manchmal im Leben. Aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben 🙂

Über das Lesezeichen und die Papierschmetterlinge darf sich Christina freuen.

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Hier nochmal Christinas Antwort auf meine Frage, was mit dem Gewinn passieren soll:

„Ich lese zurzeit das Buch Department 19 und würde die tolle Eule gerne da verschwinden lassen ;)) Und diese süßen Schmetterlinge kommen an meine kleine Fotowand:)“

Ich wünsche dir viel Spaß mit dem Gewinn!

Allen anderen danke ich für die Teilnahme, wer jetzt traurig ist, leer ausgegangen zu sein, der kann sich einfach mal auf den Seiten von Frau Fadenschein und Handmade² umsehen. Dort könnt ihr das Lesezeichen bzw. die Schmetterlinge bestellen. (Und noch vieles mehr).  Eine Kuriosität am Rande: Es sind übrigens alle erst am letzten Tag in den Lostopf gehüpft. 🙂 Ich habe aber keine Ahnung, weshalb das so ist.

Gemeinsam lesen: „Das Glück am Ende des Ozeans“ von Ines Thorn

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese gerade „Das Glück am Ende des Ozeans“ (Wunderlich/Rowohlt) von Ines Thorn. Ich bin auf Seite 94.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„Gottwitha hörte die Hähne krähen, aber noch war es draußen dunkel.“

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

„Das Glück am Ende des Ozeans“ ist ein historischer Roman, der am Ende des 19. Jahrhunderts angesiedelt ist. Drei Frauen lernen sich auf der Überfahrt von Bremen nach New York kennen. Sie sind alle drei sehr verschieden und erwarten auch alle etwas anderes vom Leben in Amerika.

Da ich schon lange keinen historischen Roman mehr gelesen habe, war ich gespannt auf die Geschichte. Ich mag die Zeit und auch die Auswanderthematik (samt Bau der Brooklyn Bridge, Leben in einer Amishgemeinde und Abenteuer der Goldgräber) interessiert mich. Mir ist schon klar, dass hier sicher keine allzu überraschenden Wendungen vorkommen werden und ich kann mir auch jetzt schon denken, welche Steine den Frauen noch in den Weg gelegt werden, trotzdem  freue ich mich auf ein paar Stunden Unterhaltung.

4.Was hast du vor einem Jahr gelesen? Erinnerst du dich noch an Einzelheiten dieser Geschichte?

Ganz ehrlich, ich habe keine Ahnung, was ich vor einem Jahr gelesen habe. Da muss ich doch erstmal nachschauen……..

So, jetzt bin ich schlauer 🙂 Ich habe den ersten Band der „Finstermoos„-Reihe von Janek Clark und „Das Beste, das mir nie passiert ist“ von Laura Tait und Jimmy Rice. Auch wenn ich mich nicht mehr an die Titel erinnern konnte (zumindest nicht mehr daran, wann ich die Bücher gelesen habe), weiß ich doch noch so in etwa, worum es in den Büchern geht. In Finstermoos geht es um eine Clique, die versuchen hinter die Fassade des idyllischen Bergdorfs Finstermoos zu blicken. Es wird eine Babyleiche gefunden, die so einige Unruhe in die Gemeinde bringt, da die Vergangenheit wieder ans Licht kommt. Sehr genau in Erinnerung habe ich den wirklich gemeinen Cliffhanger… Obwohl mir die Story wirklich gut gefallen hat, habe ich die Reihe noch nicht weitergelesen. (Das sollte ich mal ändern 🙂 ) Hier gehts zu meiner Rezension zu „Finstermoos“.

„Das Beste, das mir nie passiert ist“, ist mir in Erinnerung geblieben, da die Erzählweise so anders ist. Es geht um einen Mann und eine Frau (Namen sind mir entfallen), die so etwas wie beste Freunde sind. Die Kapitel sind abwechselnd aus ihrer und seiner Sicht verfasst. Es war interessant zu lesen, wie verschieden die beiden die Dinge oft so sehen. Man merkt schnell, dass sie das perfekte Paar wären, nur leider merken die beiden das nicht. Das Buch ist einfach nur schön (gefühlvoll). Hier gehts zu meiner Rezension zu „Das Beste, das mir nie passiert ist.“

Grundsätzlich erinnere ich mich bei Büchern immer noch daran, welchen grundsätzlichen Eindruck ich von einer Geschichte hatte und ob ich es jemandem weiterempfehlen würde. Allerdings habe ich so meine Probleme mit Namen / Aussehen von Charakteren.

Wer mehr erfahren will: Gemeinsam Lesen ist eine Aktion von Schlunzen-Bücher.

Lasst mir gern einen Kommentar da, was ihr gerade so lest.

Ich möchte an dieser Stelle nochmal auf mein Gewinnspiel von gestern hinweisen. Es gibt buchige Accessoires zu gewinnen! Also schaut mal hier vorbei, um zu erfahren, was ihr wie gewinnen könnt. Viel Spaß!

Zeit zum Aufräumen + Gewinnspiel

20151227_164201Kennt ihr das auch, man nimmt sich unheimlich viele Dinge vor, ist voller Elan und am Ende hat man keines der Dinge erledigt? So geht es mir die letzten Monate ständig. Es gab so viel zu erzählen, aber ich habe doch immer wieder einen Grund gefunden, hier nicht zu bloggen. 😕

Die Zeit seit Weihnachten habe ich genutzt um mal bei mir zu Hause im Bücherregal, aber auch hier auf dem Blog aufzuräumen. Meine Bücher räume ich zwar ständig um, aber es wurde auch mal Zeit in die Regale zu schauen, die ich schon seit Ewigkeiten nicht mehr angerührt habe. Auf diesem Weg habe ich auch eine ganze Menge Klassiker zu Tage befördert, die wieder in mein Bücherregal einziehen durften.

20151227_164306 Aber auch mein „modernes“ Bücherregal habe ich mir nochmal vorgenommen. Ich finde ja, man kann sein Bücherregal nicht oft genug umräumen. 🙂 Jetzt wo das erledigt ist, wird es aber Zeit, auch meine Bibliothek bei Lovelybooks und hier auf der Seite auf den neusten Stand zu bringen. Das wird aber sicher noch eine Weile dauern, da bei mir auch ständig neue Bücher dazu kommen. (Ihr kennt das, oder?) Übrigens sind das natürlich nicht alle meine Bücher, die würde ich überhaupt nicht auf ein Bild bekommen, aber das habt ihr euch sicher schon gedacht 🙂20151227_164403

Hier auf dem Blog habe ich auch etwas rumprobiert und nun auch meine Instagramseite mit eingebunden. Rechts oben findet ihr jetzt immer auch die aktuellen Bilder meines Profils. Es sind natürlich alle herzlich eingeladen mir auch auf diesem Weg zu folgen. 🙂

Hier liegen auch noch eine Menge unerledigter Blogbeiträge rum. Ihr dürft euch noch auf meine Rezensionen zu Layers von Ursula Poznanski und Die Frau am See von Sara Gruen freuen. Wie ihr seht, versuche ich wirklich gerade Ordnung in das Chaos zu bringen.

Beim Aufräumen findet man natürlich auch immer vergessene Schätze wieder, von denen man überhaupt nicht mehr wusste, dass man sie noch hat. Bei mir stapeln sich massenhaft Leseproben und Lesezeichen. Das ist aber nicht alles: Bereits im Sommer war ich zu Besuch in Dresden und habe  buchige Accesoires geshoppt. Diese könnt ihr nun gewinnen, da ich es verbummelt habe meine 100 Likes bei Facebook (Danke, danke, danke !!!) zu feiern. Also werden diese beiden Dinge jetzt unter die Leute gebracht.

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Was gibt s zu gewinnen?

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Hier seht ihr zwei meiner Schmetterlinge

Ihr könnt einen Schmetterlingsschwarm (25 Stück) in Buchseitenoptik gewinnen. Diese lassen sich ganz einfach an ihren Bestimmungsort kleben und verschönern so euer Heim. Entdeckt habe ich die hübschen Falter im Handmade². Dazu gibt es noch ein Filzlesezeichen in Form einer Eule von Frau Fadenschein. Damit wisst ihr immer auf welcher Seite ihr das Buch zugeschlagen habt.

Was müsst ihr tun?

Ganz einfach, hinterlasst mir bis zum 01.02.2016 um 23:59 unter diesem Beitrag einen Kommentar, welchen Platz die Schmetterlinge bei euch bekommen und welches Buch die Eule als erstes bewohnen darf. Die Losfee entscheidet dann über den Gewinner.

Zum Schluss noch die wichtigen Formalitäten:

  • Ihr solltet mindestens 18 Jahre alt sein. Seid Ihr noch keine 18, benötige ich eine Einverständniserklärung eurer Eltern bevor ihr am Gewinnspiel teilnehmt.
  • Ansprechpartner für dieses Gewinnspiel ist ausschließlich Madame Klappentext.
  • gebt unbedingt eine gültige E-mailadresse im Kommentarformular an, damit ich euch im Gewinnfall benachrichtigen kann.
  • Die Teilnahme ist aus logistischen Gründen auf Deutschland und Österreich und die Schweiz beschränkt.
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, keine Barauszahlung des Gewinns.
  • Ich übernehme keine Haftung für auf dem Postweg verloren gegangene Gewinne.
  • Teilnahmeschluss ist Montag, der 01.02.2016 um 23:59 Uhr.

Der Gewinner wird bis zum 04.02.2016 per E-Mail benachrichtigt. Der Vorname wird zeitgleich hier auf dem Blog veröffentlicht. Der Gewinner hat dann 7 Tage Zeit auf die Gewinnbenachrichtigung zu antworten, um mir die Versandadresse mitzuteilen. Sollte ich keine Antwort auf die Mail erhalten, wird nochmals ausgelost.

Jetzt ist alles gesagt und ich wünsche euch viel Glück.

PS: Wer jetzt Lust auf noch mehr handgemachte Deko und buchige Accessoires bekommen hat, der schaut am besten auf den Seiten von Handmade² und Frau Fadenschein vorbei. Ich kann euch aus eigener Erfahrung sagen, dass dort alles mit Liebe hergestellt wird.

 

Rezension: „Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra“ von Robin Sloan

„Die Sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra“ (Bildquelle: Heyne

“ ‚Ich wusste nicht, dass Leute in deinem Alter noch Bücher kaufen‘, sagt Penumbra. Er hebt eine Augenbraue. ‚Mein Eindruck war, dass sie alles auf ihrem Handy lesen.'“ (S.85)

Inhalt: Clay sucht einen Job, der ihm Geld bringt. Anspruchsvoll ist er auch nicht, daher kommt ihm die Stelle als Verkäufer der Nachtschicht in Penumbras Buchhandlung gerade recht. Diese Buchhandlung ist wirklich sonderbar. Sie ist nicht nur rund um die Uhr geöffnet, es wird auch ein ungewöhnliches Sortiment gepflegt. Eigenartige Kunden kommen und leihen lediglich Bücher aus. Clay kommt das alles sehr komisch vor. Aus Neugier und einer Portion Langeweile entsteht bei ihm das Verlagen, dem Geheimnis der Buchhandlung auf den Grund zu kommen. Seine Freunde aus dem Silicon Valley Kat, Neel und Mat lassen sich von der Faszination der Buchhandlung anstecken und machen sich gemeinsam mit Clay auf die Suche nach Antworten.

Leseeindruck: Ja ja, mal wieder ein Buch über Bücher 🙂 Bei diesem Thema werde ich immer wieder schwach. Ich habe schon eine Menge solcher Bücher gelesen und doch ist „Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra“ in vielerlei Hinsicht neu für mich. Es steht nicht die bedingungslose Liebe zu Büchern im Mittelpunkt, sondern eine Gruppe von Leuten, die zu Penumbras Kunden zählt und die offensichtlich ein gemeinsames Geheimnis hüten. Genau wie Clay habe ich mir so meine Gedanken gemacht, worum es sich wohl handeln wird und alle paar Seiten hatte ich eine neue Idee, die ich umgehend für eine neue verworfen habe. Genau darin liegt für mich der Reiz des Buches. Sobald man glaubt, hinter das Geheimnis gekommen zu sein, wird ein neuer Fakt enthüllt und das Rätselraten geht von neuem los. Über einen fehlenden Spannungsbogen kann sich wirklich nicht beklagen. Die lockere Sprache trägt ebenso zum leichten Verständnis bei. Die Geschichte ist aus Clays Perspektive geschrieben, da er viel seinen verqueren Gedanken nachhängt, die sich auch oft um die Popkultur unserer Zeit drehen, bin ich sofort mit ihm warm geworden. Er mag Bücher und ist doch ein Kind seiner Zeit, also mit vielen technischen Dingen vertraut. Dieser Aspekt der Geschichte, bei dem neue technologische Möglichkeiten und das alte traditionelle gedruckte Buch miteinander verknüpft werden, hat mir besonders gefallen. (Vielleicht ist es ein Fingerzeig, dass beides nebeneinander existieren kann?). Ich muss aber auch zugeben, dass an der einen oder anderen Stelle sehr viel technische Details erläutert wurden, denen ich nicht immer ganz folgen konnte. Dafür fehlt mir persönlich einfach das Verständnis zu.
Leider gibt es für mich eine große Schwachstelle: Das Ende. Es tut mir wirklich leid, ich habe das Buch mit viel Freude bis zu den letzten Seiten gelesen, aber ich kann Clay nicht folgen. Weder ist mir klar, wie er zu seiner finalen Schlussfolgerung gelangt ist, noch was diese mir sagen soll. Ich bleibe ein wenig ratlos zurück. Nach all der Aufregung habe ich mir vielleicht einfach ein spektakuläres Ende vorgestellt. Ich nehme gern alle Schuld auf mich, was die Verständnisfrage angeht, aber leider hat das Ende massiv meinen Gesamteindruck gestört. (Ich nehme gern Erklärungen entgegen, vielleicht stehe ich auch nur auf dem Schlauch 🙂 )

Lieblingsnebencharakter: Die Charaktere haben mir alle gut gefallen. Sie sind witzig und sehr verschieden. Eine sehr bunte Truppe hat der Autor hier versammelt, es ist also für Abwechslung gesorgt. Ich denke, Neel macht das Rennen. Er hat so einige liebenswerte Macken und eine wirklich ungewöhnliche Geschäftsidee mit der er sein Geld verdient. Außerdem ist er stets an Clays Seite auch wenn der noch so eigenartige Vorschläge hat. (Überhaupt fällt mir auf, dass sich Clay glücklich schätzen kann so gute Freunde zu haben.)

Fazit: Bücher und moderne Technik schließen sich nicht aus. Ein wenig liest sich das Buch wie eine Detektivgeschichte mit einem Hauch von modernem Abenteuerroman. Ich habe Clay gern auf seiner Suche nach dem Geheimnis hinter Penumbras Buchhandlung begleitet, da ich leider auf den letzten Seiten den Anschluss verloren habe, muss ich Sterne abziehen. Für ein rundum gelungenes Lesevergnügen wurde ich mit dem Schluss zu sehr enttäuscht. Dafür wird man mit Clays Gedankengängen etwas entschädigt, der das Herz auf der Zunge trägt.

Bewertung:
4 Stars

Bibliographische Angaben:
Autor: Robin Sloan (Übersetzung: Ruth Keen)
Titel: Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra
Verlag: Heyne Verlag
ISBN: 9783453418455
Ausgabe: Taschenbuch (9,99€)