Rezension: „Schwestern bleiben wir immer“ von Barbara Kunrath

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„Schwestern bleiben wir immer“ von Barabra Kunrath (Bildquelle: Ullstein Buchverlage)

“ ‚Es ist doch irgendwie so, als würden wir mit den alten Lasten unserer Eltern weiterleben. Als würden sie uns wie Schatten begleiten und sich bis heute auf unser Leben auswirken.‘ “ (S.187)

Inhalt: Alexa und Katja sind Schwestern mit schwieriger Vergangenheit. Vom Vater verlassen und von der Mutter vernachlässigt müssen sich die beiden um sich selbst kümmern. Jetzt als erwachsene Frauen könnten sie unterschiedlicher nicht sein. Alexa lebt mit ihrem Mann und den zwei Kindern ein geordnetes Leben. Katja dagegen ist alleinerziehend und sprunghaft. Nach dem Tod ihrer Mutter entdecken die Schwestern einen Teil ihrer Familiengeschichte, der bis jetzt verborgen war. Sie müssen sich zusammenraufen, während sich um sie herum so ziemlich alles ändert.

Leseeindruck: Innerhalb des Romans wechselt immer wieder die Erzählperspektive zwischen der Ich-Perspektive Alexas und Katjas Erlebnissen in der dritten Person. Zwischendurch gibt es auch Passagen, die in die Kindheit der beiden zurückblenden und die Ereignisse von damals schildern.
Grundsätzlich ist die Erzählweise durch die verschiedenen Perspektiven abwechslungsreich und angenehm zu lesen. Allerdings fiel es mir so schwer einen Draht zu Katja zu bekommen, aber immerhin passt das ganz gut zu ihrem verschlossenen Charakter. Mit der Aufarbeitung der Vergangenheit erklärt sich auch so manche Macke von Katja und Alexa.
Leider wiederholen sich viele der Vergangenheitsszenen. Für mich war das unnötig, denn ich habe das Buch recht zügig gelesen und so hatte ich die Zusammenhänge noch im Kopf.
Trotzdem ist die Verknüpfung von Gegenwart und Vergangenheit eine gute Wahl. Ich finde es schon erstaunlich welchen Einfluss noch so kleine Kindheitserinnerungen auf die erwachsenen Figuren haben. Der Roman thematisiert auf anschauliche Weise wie Tief Wunden der Kindheit mitunter sitzen und welche Auswirkungen sie auf das ganze weitere Leben haben können.

Lieblingsnebencharakter: Esther, die Freundin von Alexas und Katjas Mutter. Sie macht es erst möglich, dass die Wahrheit ans Licht kommt. Nur dadurch können die Frauen auch ihr jetziges Leben in den Griff bekommen.
Esther ist die Einzige, die von der ganzen Wahrheit weiß, damit wird sie eine wichtige Stütze für die ganze Familie. Sie ist im Prinzip die Einzige, die mir durch und durch sympathisch ist.

Fazit: Eine Familiengeschichte voller Geheimnisse, Tragödien und Schuldzuweisungen. Die negative Grundstimmung kann auf Dauer aber auch anstrengend sein. Der Roman ist allemal lesenswert, auch wenn er recht kurzweilig ist. Die Geschichte hat mich gut unterhalten, trotzdem kann ich keine volle Punktzahl vergeben. Viele Kleinigkeiten, wie Wiederholungen oder der eine oder andere Konflikt zu viel, stehen dem im Weg, daher gibts gute 3/5 Sternen. Wer Familiengeheimnisse, schwierige Familienverhältnisse und psychologische Aspekte mag, der ist mit dem Roman gut beraten und findet vielleicht auch leichter Zugang zu den Figuren.

Bewertung:
3 Stars

Titel: Schwestern bleiben wir immer
Autorin: Barbara Kunrath
Verlag: Ullstein
ISBN: 9783548288420
Ausgabe: Taschenbuch (9,99 €)

Vielen Dank an vorablesen und die Ullstein Buchverlage für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars.

 

Gemeinsam lesen: „Meine geniale Freundin“ von Elena Ferrante

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese „Meine geniale Freundin“ von Elena Ferrante und bin auf Seite 135.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„Die Schule ging los, und ich war von Anfang an in allen Fächern gut.“ 

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Ich gebe es zu, der Hype um das Buch hat mich neugierig gemacht. Ich wollte einfach auch wissen, was es mit der ominösen italienischen Autorin, die keiner kennt auf sich hat. Und auch die Geschichte ist von einer gewissen Aura umgeben. Jetzt habe ich mich also dran gemacht und versuche hinter das große Mysterium zu kommen.
Die Geschichte beginnt in den 1940ern in Neapel in einem Arbeiterviertel. Elena und Lila sind beste Freundinnen, wobei ihre Freundschaft viel mehr von einem Konkurrenzkampf geprägt ist, als ehrlicher kindlicher Freundschaft. Vieles in der Beziehung der beiden ist anders als man es sich von kleinen Mädchen denkt. Sie müssen sich in einer rauen Umgebung zurechtfinden und schon sehr zeitig selbstständig und erwachsen werden. Bisher ist es ehrlich gesagt eine recht eigenartige Geschichte. Ich kann weder sagen, dass sie mir besonders gefällt, noch dass sie mir nicht gefällt. Sie macht neugierig. Seite für Seite will ich hinter die Fassade dieser speziellen Freundschaft kommen. Also werde ich auf jeden Fall diesen ersten Band der Reihe um Lila und Elena sehr neugierig weiterlesen. Und eines kann ich schon sagen: Ich habe noch nie etwas vergleichbares gelesen.

4. Hast du schon Blogs gelesen, bevor du selbst Blogger wurdest?

Eher nein. Ich habe viel gesurft und mich in Buchcommunities rumgetrieben. Auch den einen oder anderen Blogbeitrag habe ich hin und wieder gelesen, aber nie regelmäßig. Bloggen wollte ich hauptsächlich, um eine Art Lesetagebuch für mich zu haben. Früher habe ich meine gelesenen Bücher in einem Buch notiert, um nicht den Überblick zu verlieren. Jetzt mache ich das hier auf dem Blog. Noch dazu kann ich mich jetzt auch mit anderen über Bücher austauschen.

Wer mehr erfahren will: Gemeinsam Lesen ist eine Aktion von Schlunzen-Bücher.

Lasst mir gern einen Kommentar da, was ihr gerade so lest.

Was #buchpassion für mich bedeutet !

Während eines Streifzuges durch verschiedene Blogs bin ich auf die tolle Aktion #buchpassion von Kapri-ziös gestoßen. Blogger, Verlage und Autoren haben es sich zur Aufgabe gemacht, ihr Bekenntnis zum Buch abzugeben. Auch ich will mich an dieser Aktion beteiligen, denn es kommt doch immer wieder vor, dass ich verwundert angesehen werde, wenn zur Sprache kommt, dass ich den Großteil meiner Freizeit damit verbringe zu lesen, Bücher zu sortieren, Rezensionen zu lesen und zu schreiben und noch dazu dreht sich auch beruflich bei mir alles um Bücher. Kurzum ich bin durch und durch ein Bücherwurm. (So wie man auch in meinem Profil lesen kann)

Mit einem Klick auf das Logo kommt ihr zur Aktion von Kapri-ziös

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Was macht den Reiz von Büchern für mich überhaupt aus?
Seit Kindertagen mag ich Bücher. Ich liebe es darin zu blättern, sie im Regal stehen zu haben und die Geschichten im Inneren zu entdecken. Während meiner Schulzeit habe ich das Lesen dann leider etwas vernachlässigt, aber spätestens seit Harry Potter bin ich wieder vom Buchvirus infiziert. Seit jener Zeit habe ich immer ein Buch in meiner Nähe und einen extrem schnell wachsenden Stapel ungelesener Bücher. (Es kommen einfach viel mehr dazu als ich lesen kann, ein Dilemma)

Die Geschichten in Büchern sind vielfältig. Man lernt, so ganz nebenbei mit Spaß und ohne trockenes Fakten pauken, eine Menge über fremde Menschen, Kulturen und Lebensmodelle, mit denen man im wahren Leben vielleicht gar nicht in Berührung kommt. Mit Hilfe von Büchern war ich schon in den entferntesten Winkeln unserer und auch anderer Welten. Ich habe Abenteuer erlebt, für die sonst keinen Mut gehabt hätte.

Eine Welt ohne Bücher?
Ich beschäftige mich so viel mit Büchern, weil eine Welt ohne Bücher doch ganz schrecklich wäre. Nicht nur die Geschichten würden mir fehlen, auch die Bücher an sich als ganz reales Objekt in meiner Wohnung. Was ist schon eine Wohnung ohne Bücher? Ich kann mir das nicht vorstellen. Nicht ohne Grund nenne ich meine Bücher meine Mitbewohner 🙂 Was gibt es schöneres, als ein (großes) Bücherregal. In fremden Wohnungen ist es das erste Möbel, das ich betrachte. Bücher sagen eine Menge über ihren Besitzer aus. Ein Technikfreak hat schließlich andere Bücher als eine Romantikerin.

Ohne Bücher würde auch unserer Kultur etwas fehlen. Lesungen, Theater-, Serien- und Filmadaptionen gehören doch zu unserem Alltag und machen auch Menschen neugierig auf Bücher, die vielleicht nicht so oft lesen. Bücher haben einen großen Einfluss auf unser aller Leben, egal ob jung oder alt, arm oder reich. Literarische Figuren, wie Pippi Langstrumpf oder Gollum  sind allgemeines Kulturgut, Zitate und Redewendungen gehen in den Sprachgebrauch über, egal ob man selbst liest oder nicht. Ich denke, wir würden geistig verkümmern ohne Bücher. Die Vielseitigkeit von Büchern beeinflusst unsere Gesellschaft und unser Zusammenleben. Deshalb kann ich nur an alle da draußen appellieren: Lest Leute lest!

Mir ist klar, dass die meisten, die diese Worte lesen, selbst ein Faible für Bücher haben. Euch muss ich nicht begeistern. Mir ist es aber ein Anliegen, dass wir alle unsere Begeisterung für Bücher mit anderen teilen. Man liest zwar meist alleine, aber trotzdem sorgen Bücher für Gesprächsstoff und Gemeinsamkeiten. Es ist schön, die eigene Begeisterung für Bücher mit anderen zu teilen und noch besser, wenn man Lesemuffel so den Zugang zu Büchern ermöglicht. Es ist ganz wichtig, dass jeder, der will, die Möglichkeit bekommt Bücher zu lesen.

Schaut doch auch bei den anderen Teilnehmern vorbei, ich bin mir sicher, dass jeder etwas anderes zum Thema zu erzählen hat. Und was kommt euch so in den Sinn, wenn ihr an #buchpassion denkt?

Neue Mitbewohner im Regal

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Es ist mal wieder an der Zeit meine neuen Mitbewohner vorzustellen. Seid alle herzlich willkommen und macht es euch im Regal gemütlich 🙂

„Schwestern bleiben wir immer“ von Barbara Kunrath (Ullstein):
In diesem Roman geht es um die schwierigen Familienverhältnisse zweier Schwestern. Alexa und Katja hatten keine einfache Kindheit, sie waren mehr oder weniger auf sich allein gestellt und versuchen nun dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, weshalb das so ist. Gerade bin ich dabei, das Geheimnis zu lüften. Ein spannender Familienroman.

„Der Turm der Welt“ von Benjamin Monferat (Wunderlich):
Paris 1889. In der Stadt dreht sich alles um die Weltausstellung und natürlich spielt auch der Eiffelturm eine zentrale Rolle. In mitten der festlichen Stimmung muss ein Verbrechen aufgeklärt werden. Ein historischer Roman mit wunderschönem Cover. Ein wahrer Hingucker.

„Worte für die Ewigkeit“ von Lucy Inglis (Chicken House):
Ein Jugendroman, der auf zwei Zeitebenen spielt. 1867 und heute. Beide Geschichten sind miteinander verbunden und wechseln sich im Buch ab. Eine bzw. zwei tolle Liebesgeschichten fürs Herz.

„Meine geniale Freundin“ von Elena Ferrante (Suhrkamp):
Ok, ich gebe es ja zu, ich habe mich von dem Hype rund um das Buch anstecken lassen. An jeder Ecke wird über dieses Buch geredet, besonders über die anonyme Autorin. Ich bin mal gespannt, ob meine Erwartungen an eine aufwühlende und besondere Geschichte erfüllt werden. Dieser erste Band über eine Frauenfreundschaft in Neapel ist schon mal eine tolle Ausgangssituation.

„Beeil dich, kleines Faultier“ von Tomoko Ohmura (Moritz Verlag):
Ein wahres Herzensbuch. Ich liebe Faultiere, daher habe ich mich unheimlich gefreut, als dieses Schmuckstück den Weg zu mir gefunden hat. In dem Kinderbuch geht es um Freundschaft, Mut und Zusammenhalt. Es ist in der Hauptsache ein Bilderbuch, das durch niedliche Figuren besticht. Hier nochmal ein Bild vom Buch, gemeinsam mit meinem ganz eigenen Faultier 🙂

Gemeinsam lesen: „Worte für die Ewigkeit“ von Lucy Inglis

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese im Moment „Worte für die Ewigkeit“ von Lucy Inglis (Carlsen – Chicken House) und bin auf Seite 232.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„Du hast den Kiefer zusammengepresst. „Also gut, Emily Forsythe, dann lass uns aufbrechen.“

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Dieses Jugendbuch ist eine Mischung aus Abenteuer- und Liebesgeschichte. Die Story spielt auf zwei Zeitebenen. In der Gegenwart und 1867 jeweils in Montana. In beiden Storys geht es für die weibliche Hauptfigur darum, sich in ungewohnter Umgebung zurechtzufinden und zu behaupten. Es ist interessant zu sehen, wie ähnlich sich Emily und Hope doch sind, obwohl sie sich in  ganz unterschiedlichen Zeiten bewegen. Sie halten sich an ähnlichen Orten auf und haben auch sonst so einiges gemeinsam. Man merkt schnell, dass es eine besondere Verbindung gibt. Ganz bin ich noch nicht hinter das Geheimnis gekommen.
In jedem Fall macht es Spaß ein Buch zu lesen und dabei gleich zwei Geschichten verfolgen zu können. Ein unterhaltsames Jugendbuch bisher.

4. Wenn du dich entscheiden müsstest, würdest du lieber nur deine 10 Lieblingsbücher besitzen, oder so viele wie du wolltest, aber nicht deine Lieblingsbücher?

Was für eine grausame Auswahl. Darauf habe ich keine Antwort, denn ich könnte mich nicht entscheiden, egal wie lange ich darüber nachdenke. Zum einen sind 10 Lieblingsbücher einfach zu wenig und zum anderen wäre es schon blöd nur Bücher zu besitzen, die ich schon gelesen habe. Auch wenn mein Stapel ungelesener Bücher unsagbar hoch (breit oder was auch immer) ist, möchte ich ihn doch nicht missen genauso wenig wie meine Herzensbücher. Ich bin nur froh, dass ich diese Entscheidung im wahren Leben nicht treffen muss. 🙂

Wer mehr erfahren will: Gemeinsam Lesen ist eine Aktion von Schlunzen-Bücher.

Lasst mir gern einen Kommentar da, was ihr gerade so lest.

Rezension: „Bühlerhöhe“ von Brigitte Glaser

Buehlerhoehe „Wie schon so oft verfluchte sie diesen Auftrag und diese Reise. Kein Gespenst der Vergangenheit, das sie dabei nicht heimsuchte.“ (S. 358)

Inhalt: Die Bühlerhöhe ist ein erstklassiges Hotel im Schwarzwald. In den 1950er Jahren verbringt Konrad Adenauer dort regelmäßig seinen Sommerurlaub. So auch im Jahr 1952.
Auf dem politische Parkett dreht sich alles um das Wiedergutmachungsgesetz zwischen der Bundesrepublik und Israel. In diesem Spannungsfeld droht der Kanzler Ziel eines Attentäters zu werden.
Rosa Silbermann setzt alles daran den Kanzler zu schützen und muss sich damit auch mit ihrer Kindheit in Deutschland auseinandersetzten. Von ihrer Vergangenheit wird auch die Hausdame Sophie Reisacher wiederholt heimgesucht, wobei sie ihre ganz eigenen Ziele während des Kanzlerbesuchs verfolgt.

Leseeindruck: Mich hat das Buch wirklich überzeugt. Die Elsässerin Sophie und die jüdische Agentin Rosa, aus dem israelische Kibbuz Omarim bieten einen aufschlussreichen Blick auf die deutsche Gesellschaft der 1950er Jahre. Die beiden Frauen könnten nicht unterschiedlicher sein und haben doch eine große Gemeinsamkeit: Sie müssen, wie alle anderen Charaktere auch, mit den Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs zurechtkommen und ihren Platz in der neuen Gesellschaftsordnung finden.
Ich habe mich ehrlich gesagt bisher wenig damit beschäftigt wie sehr die Geschehnisse der 30er und 40er Jahre das Denken und Handeln der Bevölkerung in der jungen Republik noch beeinflusste. Nach außen sieht alles so aus, als wäre man zur Tagesordnung zurück gekehrt doch verarbeitet haben die wenigsten Menschen das Erlebte. „Bühlerhöhe“ führt dem Leser die Probleme und weiterhin bestehenden Konflikte der Menschen vor Augen.
Die Kapitel sind mit den jeweiligen Handlungsorten überschrieben. So verliert man trotz zahlreicher Handlungsstränge nie den Überblick. Der Handlungsverlauf bietet so einige Überraschungen mit denen ich nicht gerechnet habe. Langweilig wird einem als Leser nicht, schließlich muss man sich mit Geheimdiensten, Affären und Leichen auseinandersetzen. Das alles auch noch im beschaulichen Schwarzwald, in dem die bodenständigen Menschen ihren sympathischen Dialekt sprechen. Auch wenn die Geschichte Fiktion ist, kommt alles sehr authentisch daher.

Das einzige was mich ein wenig gestört hat, sind die vielen zufälligen Begegnungen und (früheren) Verbindungen der Figuren. Dieses Zugeständnis muss man wohl für eine spannende und temporeiche Story im beengten Raum eines Hotels bzw. eines Ferienorts machen.

Lieblingsnebencharakter: Agnes. Sie steht leider etwas im Schatten von Rosa und Sophie. Dabei hat sie selbst ein ergreifendes Schicksal. Sie ist ein guter Mensch, der einfach schon zu oft im Leben zur falschen Zeit am falschen Ort war.

Fazit: Eine spannende Geschichte mit vielen Überraschungen, noch dazu lehrreich. Das historische Gerüst der Handlung wurde gut recherchiert und bietet genug Raum für die Charakterentfaltung der einzelnen Figuren. Unterhaltung auf einem sehr guten Niveau.

Bewertung:
5 Stars

Bibliographische Angaben:
Titel: Bühlerhöhe
Autorin: Brigitte Glaser
Verlag: List
ISBN: 9783471351260
Ausgabe: Hardcover (20,00 €)

Vielen Dank an vorablesen und die Ullstein Buchverlage für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars.

Gemeinsam lesen: Nicolas Calva – Das magische Amulett

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese gerade „Nicolas Calva – Das magische Amulett“ (Beltz & Gelberg) von Jennifer A. Nielsen. Ich bin auf Seite 331.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

Ich bin gerade mit dem Buch fertig geworden, da ich mit dem vorgegebenen Satz spoilern würde, nehme ich mal einen anderen der letzten Seite.

„Der Kampf hatte gerade erst begonnen“

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Ich bin auf dieses Buch durch die Verlagsvorschau aufmerksam geworden. Hin und wieder lese ich gern ein Kinderbuch, für die Unterhaltung zwischendurch. Auch ein Kinderbuch kann „große“ Leser gut unterhalten, man muss sich nur drauf einlassen. Ich hatte meinen Spaß an der tollen Abenteuergeschichte um den schlagfertigen Nic. Er ist Sklave in einer römischen Mine und gerät in ziemlich großen Schlamassel, als er Caesars magisches Amulett findet. Damit hat er sich einige Feinde gemacht.

Jungs (und Mädchen) ab 11 Jahre werden sicher auch Gefallen an diesem ersten Band der Reihe finden.

4.  Fahrt ihr dieses Jahr noch in den Urlaub und was steht auf eurer Leseliste hierfür ganz oben?

Bei mir geht es in diesem Jahr nach Balkonien. So muss ich mir wenigstens keine Gedanken machen, welche Bücher mit in den Koffer müssen 🙂 Ich plane selten im Voraus, was ich lesen möchte. Meist entscheide ich erst, was ich lese, wenn ich mein aktuelles Buch zugeschlagen habe. Allerdings ist gerade der neue Harry Potter erschienen und ich weiß wirklich nicht, ob ich noch bis September auf die deutsche Ausgabe warten will 😉 Also stehen die Chancen ganz gut, dass mir Harry in meinem Urlaub Gesellschaft leistet.

Wer mehr erfahren will: Gemeinsam Lesen ist eine Aktion von Schlunzen-Bücher.

Lasst mir gern einen Kommentar da, was ihr gerade so lest.

Neue Mitbewohner im Regal

Bei mir sind in letzter Zeit so einige Bücher eingezogen, ein paar davon möchte ich heute vorstellen.

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Meine neuen Mitbewohner

„Albert und der Baum“ von Jenni Desmond (Magellan):
Ein niedliches Kinderbuch um einen Bären, der sich um seinen Lieblingsbaum im Wald kümmert. Bezaubernde Illustrationen bringen auch „großen“ Lesern Spaß.

„Als die Träume noch uns gehörten“ von Marian Izaguirre (Fischer):
Tja, was soll ich sagen: Es geht um eine Buchhandlung in Madrid und ein rätselhaftes Buch. Eine Ausgangssituation, die ganz nach meinem Geschmack ist. Ich bin schon gespannt, was auf mich zu kommt.

„Bühlerhöhe“ von Brigitte Glaser (List):
Dank Vorablesen durfte auch dieses Buch schon bei mir einziehen, das im August 2016 erscheinen wird. Ein Roman, der im Jahr 1952 spielt. Rosa Silbermann und Sophie Reisacher sind zwei völlig verschiedene Frauen. Beide kämpfen mit ihrer Vergangenheit und stehen sich nun in einem Hotel im Schwarzwald gegenüber, in dem Konrad Adenauer zu Besuch ist.

„Nicolas Calva – Das magische Amulett“ von Jenifer A. Nielsen (Beltz & Gelberg):
Ein fantastisches historisches Kinderbuch. Nic ist Sklave in einem römischen Bergwerk. Dort stößt er auf den Schatz Caesars mitsamt einem magischen Amulett. Er ist ein cleverer frecher Kerl und so warten nun eine Menge Probleme auf ihn, denn auch andere mächtige Personen im römischen Reich haben es auf das Amulett abgesehen. Ein tolles Buch, gerade für Jungs und Mädels, die Abenteuer mögen. Noch dazu lernen die kleinen Leser auch etwas über die antike römische Gesellschaft.

„Die Birken wissen’s noch“ von Lars Mytting (Insel):
Eine Familiengeschichte, die von Norwegen bis nach Frankreich und von der Gegenwart zurück zum Ersten Weltkrieg reicht. Eine Menge Geheimnisse rund um die Brüder Hirifjell warten darauf entschlüsselt zu werden. Das alles geschieht umgeben von einer tollen Natur und Landschaft. Im Moment sitze ich an der Rezension, denn ich habe das Buch bereits gelesen.

Rezension: „Mörder-Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind“ von Jonas Jonasson

Moerder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind von Jonas Jonasson

„Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind“ von Jonas Jonasson (Bildquelle: carl’s books)

„Man musste sich über die kleinen Dinge freuen. Zum Beispiel darüber, dass die Monate vergingen, ohne dass Mörder-Anders den Rezeptionisten oder sonst wen in unmittelbarer Nähe des Hotels ermordet hatte.“ (S. 18)

Inhalt: Was macht ein Mörder, der keiner mehr sein will? Er wird recht schaffen und ehrlich? Nicht, wenn er nach der Freilassung auf einen Rezeptionisten eines heruntergekommenen Hotels und eine Pfarrerin mit atheistischer Überzeugung trifft. Die drei ziehen gemeinsam ein Körperverletzungsgewerbe auf. Nur leider legen sie sich dabei mit einer Menge fragwürdiger Gestalten an. Ärger ist also vorprogrammiert.

Leseeindruck: Für mich war „Mörder-Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind“ mein erster Jonasson. So viele Leute sind von seinen Büchern begeistert, daher habe ich mir nun auch mal eines seiner Bücher vorgenommen.
Der Sprachwitz fällt sofort auf. Der lockere Stil macht den Einstieg in die Geschichte sehr leicht. Der Erzähler selbst streut immer wieder einen komischen Kommentar ein. So zum Beispiel: „[…] nicht, dass es unmöglich wäre Per Persson zu heißen oder von mir aus Jonas Jonasson, aber es kann ein bisschen eintönig wirken.“ (S.11) Überhaupt lebt die Story von skurrilen Begebenheiten und komischen Elementen. Egal ob es nun die Charaktere oder der Handlungsverlauf selbst ist. Alles ist skurril und überzeichnet. Ein Roadtrip der wirklich alles bietet, was das Slapsick- und Comedyherz höher schlagen lässt.
Nur leider liegt auch genau hier die Schwäche der Geschichte. Nach etwa der Hälfte hatte ich genug davon. Der Humor schlägt immer wieder in die selbe Kerbe. Irgendwann fand ich das nicht mehr lustig, sondern unnötig albern. Einfältige Gangster und bekehrte Mörder verlieren halt doch irgendwann ihren Reiz.

Lieblingsnebencharakter: Gar nicht so einfach sich zwischen all den verrückten Gestalten zu entscheiden. Aber unter all den Figuren ist der Kirchendiener Björn besonders; besonders pflichtbewusst, besonders eigensinnig und besonders hartnäckig.

Fazit: Eine humorvolle Story, bei der wirklich jede Situation einzigartig ist. Eine komische Begebenheit folgt auf die nächste. Man muss diese Art Humor allerdings mögen, um der Geschichte etwas abzugewinnen. Nachdem man das Buch zuschlägt, verschwindet die Story auch schnell wieder aus den Gedanken. Für kurzweilige Unterhaltung sind Mörder-Anders und seine Freunde allemal gut.

Bewertung:
3 Stars

Bibliographische Angaben:
Titel: Mörder-Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind
Autor: Jonas Jonasson (Übersetzung: Wibke Kuhn)
Verlag: carl’s books
ISBN: 9783570585627
Ausgabe: Hardcover (Preis: 19,99€)

Rezension: „Sturmland – Die Reiter“ von Mats Wahl

Mats Wahls Reiterin Cover

„Sturmland – Die Reiter“ von Mats Wahl (Bildquelle: Hanser)

„Elin kehrt zurück in die Küche, auf der Bildwand läuft der Wetterbericht. Orkanstärke landabwärts. Kommunikationsausrüstung zerstört und Server zusammengebrochen. […] Es wird Blutregen erwartet.“ (S. 59)

Inhalt: Die Natur spielt verrückt. Es gibt Stürme, Unwetter und weite Teile des Landes sind radioaktiv verseucht. In dieser unwirklichen Welt lebt die 16jährige Elin mit ihrer Familie. Die Ressourcen sind knapp, daher muss mit allem rücksichtsvoll umgegangen werden. Als wären die Lebensumstände nicht schon schwierig genug, müssen die Menschen auch noch in einer Art Polizeistaat leben, in dem man nur sich selbst vertrauen kann. Was tun also, wenn jetzt auch noch der eigene Bruder entführt wird?

Leseeindruck: Die Ausgangssituation ist so ganz nach meinem Geschmack, ein wenig Abenteuer, eine Liebesgeschichte in einer dystopischen Welt. Noch dazu eine Reihe, die der Charakter- und Handlungsentwicklung Raum bieten. Leider hat mir die Umsetzung nicht gefallen. Ich hatte die ganze Story über Probleme mich in den Stil einzufinden. Dieser ist sehr emotionslos und nüchtern. Es reihen sich fast nur Hauptsätze aneinander. Der Erzähler nutzt nur selten die Namen der Figuren, sondern Bezeichnungen wie „die Mutter“ oder „die Tochter“. Auch  umschreibende Adjektive oder Adverbien muss man lange suchen. Für meinen Geschmack ist der Stil etwas zu nüchtern, passt aber sehr gut zur düsteren Stimmung, die im Land herrscht.
Grundsätzlich fehlte mir aber die Spannung, da ich mich nicht in die Figuren einfühlen konnte, fiel es mir auch zunehmend schwer ihren Beweggründen zu folgen. Alles blieb für mich unnahbar. Sehr schade, denn ich hätte mich gern auf die Story eingelassen. Gerade Elin und Harald hatten für mich viel Potential, was leider (noch) nicht genutzt wurde.
Allerdings sollte man diesen Band auch als Auftakt für die ganze Reihe sehen. Schließlich muss erstmal in eine neue Gesellschaftsordnung und Figurenkonstellation eingeführt werden. Dadurch ging mir leider der Überblick verloren. Wer will was und warum? Diese Fragen haben sich für mich bis zum Schluss nicht beantwortet.
Ich muss leider sagen, dass mich dieser Band nicht neugierig auf die gesamte Reihe gemacht hat. Zumindest Band 2 werde ich noch eine Chance geben, um vielleicht noch mehr über die Absichten der Regierung und der Opposition zu erfahren und auch wie Elin mit ihrem Schicksal umgehen wird.

Lieblingsnebencharakter: Ich mag Harald sehr. Er scheint das „schwarze Schaf“ innerhalb seiner Familie zu sein. Aber sobald er fair behandelt wird, ist er loyal und steht hinter seinen Freunden. Mir gefällt, dass er ein ehrlicher Typ ist. Von seiner Sorte sollte es mehr in der Gesellschaft geben.

Fazit: Mir fiel es schwer den Beweggründen der Figuren zu folgen, auch da der Stil so anstrengend ist. Eine interessante Ausgangssituation bietet die Geschichte in jedem Fall. Wer mehr Geduld hat als ich, der wird der Story vielleicht mehr abgewinnen können.

Bewertung:
3 Stars

Bibliographische Angaben:
Titel: Sturmland – Die Kämpferin
Autor: Mats Wahl (Übersetzung: Gesa Kunter)
Verlag: Hanser
ISBN: 9783446249363
Ausgabe: Hardcover (14,90 €)
empfohlenes Lesealter: ab 13

Reihe: Sturmland
Band 1: Die Reiter
Band 2: Die Kämpferin
Band 3: Die Gesetzgeber
Band 4: Die Lebendigen
Band 5: Die Liebenden

Hier gehts zur Homepage der Reihe Sturmland.

Vielen Dank an den Hanser Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.