Rezension: „Abgründig“ von Arno Strobel

„Abgründig“ von Arno Strobel (Bildquelle: Loewe)

„Sollte der sich doch auf ihn stürzen oder ihn schlagen. Es war Tim egal, er hatte keine Angst. Da war nur diese riesige Wut.“ (S.209)

Inhalt: Es sollte doch nur eine harmlose Bergtour werden für die Jugendlichen des Bergcamps. Doch nicht nur ein aufziehendes Unwetter bedeutet nichts Gutes, auch Konflikte untereinander und mysteriöse Blutflecken vor dem Nachtlager sorgen für eine Menge Spannung.

Leseeindruck: „Abgründig“ ist das erste Jugendbuch von Arno Strobel und auch überhaupt mein erstes Buch des Autors. Besonders durch den spannenden Prolog kommt man sofort in die Geschichte rein. Die Gruppe um Tim, Sebastian, Ralf und die Mädels bietet in ihrer Konstellation sehr viel Abwechslung. Alle Kids sind sehr unterschiedlich und gehen auch mit der Situation im Camp und am Berg anders um. Allerdings bleiben sie auch recht stereotyp. Schnell erkennt man, wer der Nette, der Clevere, die Tussi oder Angeber ist. Die Art die Charaktere zu zeichnen ist sicher auch dem Alter der Leser geschultet, schließlich ist „Abgründig“ ein Jugendbuch für Leser ab 14 Jahren. Daher finde ich es auch in Ordnung, denn so findet man sich als Leser schnell in der Gruppe zurecht und kann seinen persönlichen Liebling aussuchen.

Die Story an sich ist auch recht spannend, ich hatte lange keine richtige Ahnung in welche Richtung sich die Handlung entwickeln wird und was wirklich passiert ist. Trotzdem ging mir die Handlung an einigen Stellen zu schleppend voran. Eine Disskussion hier, eine Versöhnung dort und doch wurde weiter debattiert. Da hätte ich mir mehr Abwechslung gewünscht. Besonders da die Auflösung dann sehr schnell ging. Für meine Begriffe hätte ich mir auch ein andere Erklärung für die Blutflecken gewünscht. Aber immerhin war die Auflösung überraschend für mich und das ist ja die Hauptsache 🙂

Lieblingsnebencharakter: Es ist nicht so leicht zu beantworten, wer mein Liebling war. Nach reiflicher Überlegung würde ich mich für Denis. Er bringt immer wieder frischen Wind in die Runde mit seinen Kommentaren. Außerdem gefällt mir, dass man erst nach einer ganzen Zeit, den wahren Charakter erkennt. Auch ich habe mich zu Beginn sehr getäuscht, denn Denis legt eine beachtliche Entwicklung hin.

Fazit: Das Jugenbuchdebüt von Arno Strobel hat mir insgesamt gut gefallen. Da es ein Jungendbuch ist, finde ich es gut, dass es keine Gewaltszenen gibt und doch ist es eine spannende Geschichte. Ich kann das Buch jedem (Jugendlichen) empfehlen, der eine Abenteuergeschichte lesen will, bei der die Charaktere mit ihren Problemen im Mittelpunkt stehen und keine Gewalttat. Ich hätte mir aber doch an der einen oder anderen Stelle mehr Tempo gewünscht, da die Story im Mittelteil ein wenig zu sehr vor sich hin plätschert. Dafür ziehe ich einen Stern ab. Insgesamt gibt es gute 4 Sterne!

Bewertung:
4 Stars

Bibliographische Angaben:
Titel: „Abgründig“
Autor: Arno Strobel
Verlag: Loewe
ISBN: 9783785578643
Ausgabe: Paperback (9,95€)
Lesealter: 14 Jahre

Ein Gedanke zu „Rezension: „Abgründig“ von Arno Strobel

  1. Tine

    Hey,
    das Buch steht noch auf meiner Wunschliste. Schade, dass Arno Strobel die Geschichte zunächst zu langsam und dann zu schnell erzählt. Bin gespannt, wie es mir gefallen wird. Ich glaube, ich hab sogar mal die Leseprobe gelesen, die sehr spannend war.
    lg. Tine =)

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