Archiv der Kategorie: Sebastian Fitzek

Leipziger Buchmesse 2017

Kaum zu glauben, aber die diesjährige Buchmesse ist nun auch schon wieder Geschichte und endlich habe ich die Zeit gefunden, meine Highlights hier zusammenzufassen. Ich hatte wieder das Glück mich an allen vier Tagen auf der Messe und in der Stadt rumtreiben zu dürfen. Es war mal wieder sehr schön (anstrengend) 🙂 .

Marina Heib liest aus „Drei Meter unter Null“

Los ging es am Donnerstag mit einem gemütlichen Gang durch die ersten Hallen dort haben wir uns mehr oder weniger treiben lassen. Hier und da mal eine Lesung oder ein Gespräch (davon gibt es auf der Messe mehr als genug). Richtig spannend wurde es bei der Lesung von Marina Heib aus ihrem Buch  „Drei Meter unter Null“ (Heyne Encore). Diese Veranstaltung haben wir spontan besucht, aber sie ist mir im Gedächtnis geblieben und das Buch ist auf meine Wunschliste gewandert. Es geht um eine ganz durchschnittliche Frau (ohne Namen), die beschließt ihrer eigentlichen Bestimmung nachzugehen, Mörderin zu sein. Die Autorin hat mich schon überzeugt, noch bevor sie aus dem Buch gelesen hat. Ich will unbedingt mehr über diese Frau wissen, die keinen Namen hat, obwohl er doch eine wichtige Rolle zu spielen scheint. Der Textauszug hat mich total fasziniert. Die Eindrücke der Protagonistin werden derart sachlich beschrieben, dass es einem eiskalt den Rücken runter läuft, man kann die Kälte und Mordlust förmlich spüren.

Der Abend stand dann ganz im Zeichen der Ladies. Bei der Ladies Night im Chocolate haben Doris Knecht („Alles über Beziehungen“ aus dem Rowohlt Verlag), Verena Lugert („Die Irren mit dem Messer“ erschienen bei Droemer Knaur), Susann Pásztor („Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster“ erschienen bei Kiepenheuer & Witsch) und Steffi von Wolff („Später hat längst begonnen“ aus dem S. Fischer Verlag) gelesen. Vier Frauen, deren Bücher unterschiedlicher nicht hätten sein können. Es gab Komisches bei Steffi von Wolff, Bewegendes von Susann Pásztor und auch Sachliches zum Thema Kochen bei den „Irren mit dem Messer“ zu hören.

Doris Knecht (rechts) lauscht der Lesung von Susann Pásztor


Mein Highlight war hier allerdings Doris Knecht mit ihrem Roman „Alles über Beziehungen“ (Rowohlt). Die Hauptfigur Viktor ist ein Typ, bei dem man sich nicht entscheiden kann, ob er ein A…loch ist, ein bedauernswerter Loser oder von der Frauenwelt nur falsch verstanden ist. Viktor erzählt dem Leser von seinen verflossenen Liebschaften, Affären aber auch seiner Ehefrau, mit der er seit Jahrzehnten zusammen ist. Dabei geht so einiges schief, wofür Viktor natürlich nie etwas kann. Doris Knecht hat den Passagen auch noch mit ihrer herrlichen Wiener Schnauze den richtigen Ton verpasst. Auch wenn ich das Buch bisher nur von der Lesung kenne, würde ich es jedem empfehlen, der humorvolle und anspruchsvolle Frauenliteratur sucht. (Sorry, für Männer ist das wohl nix, denn die kommen einfach nicht gut weg 😉 )

Am Freitag hat es uns zu einer Lesung auf der Fantasy-Insel verschlagen. Markus Heitz hat aus seinem neuen Roman „Des Teufels Gebetbuch“ (Knaur) gelesen. Dabei geht es um eine Art teuflisches russisch Roulette mit Karten. Die Geschichte des Kartenspiels, gepaart mit einer Prise Horror und Thriller, spielt in dem Buch eine große Rolle. Mich hat die Lesung in jedem Fall neugierig gemacht. Was hat es mit der uralten geheimnisvollen Karte auf sich? Das alles klang spannend und mysteriös. Ich bin wohl eine der wenigen, die bisher noch keine Bücher von Markus Heitz gelesen hat. Dies wird sich aber bald ändern, denn er hat es geschafft mich mit seiner Begeisterung für das Thema Kartenspiel anzustecken. Ich bin gespannt. Das letzte Buch, das ich gelesen habe und  in dem es um teuflische Spielkarten ging, hat mir schließlich auch gefallen. (Es war Dancing Jaxx von Robin Jarvis)

Später hieß es wieder geduldig sein, denn wir wollten uns einen guten Platz bei einer Veranstaltung mit Sebastian Fitzek in der LVZ-Autorenarena sichern. Um bei diesem Vorhaben erfolgreich zu sein, sollte man viel Zeit mitbringen, also haben wir uns frühzeitig zum Stand begeben und uns auch noch die vorherigen Veranstaltungen angesehen. Eine davon war ein Gespräch mit Harald Martenstein zu seinem Buch „Im Kino“ (C. Bertelsmann). Darin erzählt der Autor, was er alles schon für Erfahrungen im Kinosaal als Filmkritiker gemacht hat. Einfach nur herrlich. Harald Martenstein hat eine wahre Gabe seine Umgebung zu beobachten und das Erlebte in Worte zu fassen. Dabei hat der Leser wahrhaftig das Gefühl mit ihm im Kinosaal zu sitzen. Ich bin unheimlich froh, dass ich an dieser unterhaltsamen Lesung teilhaben konnte. Ich werde ab sofort das Kino mit anderen Augen sehen und mir „Im Kino“ nochmal in voller Länge zu Gemüte ziehen.

Unsere Mühe hatte ich also gelohnt und wir konnten gute Plätze in der Arena ergattern, um den Worten von Sebastian Fitzek zu seinem neuen Thriller „AchtNacht“ (Droemer) zu lauschen. In seinem neuen Thriller geht es um ein gigantisches gesellschaftliches Experiment, das aus dem Ruder läuft. Denn für eine Nacht ist ein Mensch vogelfrei, dessen Name aus einer Art Todeslotterie gezogen wurde. Die Idee ist wieder einmal ganz anders und obwohl man sofort denkt: „So etwas kann es doch gar nicht geben“, hat mich die Ausgangssituation doch sofort gepackt. Mal sehen in welche psychologische Abgründe wir dieses Mal geführt werden. Ich werde mich auf jeden Fall auch auf dieses Experiment einlassen. „AchtNacht“ verspricht ein packender Thriller zu werden.

Am Abend ging es zu einer Lesung von Anne Freytag in die Südvorstadt. Sie hat aus ihrem neuen Roman „Den Mund voll ungesagter Dinge“ (Heyne fliegt) gelesen. Ich halte mich mal an den Wunsch der Autorin und werde nicht versuchen den Roman in ein Genre einzuordnen. Es geht um die 17jährige, die mit ihrem Vater ins weit entfernte München zieht und dort Fuß fassen muss. Dazu gehört für sie auch eine ganz neue Erfahrung: Sie verliebt sich in das Nachbarsmädchen. Gefühlschaos ist also vorprogrammiert. Ein guter Roman für junge (aber auch alte) Leser, der in keine Schublade passt und keine Klischees bedient. Die Sprache glänzt dabei durch Direktheit. Ich fühlte mich für die Zeit der Lesung gut unterhalten und werde mir den Namen Anne Freytag in jedem Fall merken.

Die nächste Lesung an diesem Abend war Takis Würger. Er hat aus seinem Roman „Der Club“ (Kein & Aber) gelesen. Die Atmosphäre, die im Roman vorherrscht, ist mir dabei viel mehr in Erinnerung geblieben, als die eigentliche Story. Es geht um einen Boxclub in Cambridge, in dem vor Jahren ein Verbrechen passiert ist. Hans bekommt Zugang zu dem Club, obwohl er aus einfachen Verhältnissen stammt und so überhaupt nicht in dieses elitäre Umfeld passt. Er soll auf Geheiß seiner Tante die Wahrheit herausfinden. Dennoch ist es kein klassischer Krimi, denn nicht die Auflösung des Falls steht im Vordergrund, sondern Hans‘ Entwicklung. Ich finde seinen Charakter unglaublich spannend. Gerne will ich mehr über ihn erfahren, denn er ist kein typischer Cambridgestudent. Er ist ein Held, der keiner sein will, der mehr reagiert als agiert. Ich bin wirklich gespannt, wie er sich schlägt und wie die Geschichte für ihn persönlich ausgeht.

Am Samstag haben wir uns mal vom Messetrubel ferngehalten und bei schönstem Frühlingswetter an einer Krimi-Stadtralley teilgenommen. Das war mal was anderes und hat  wirklich Spaß gemacht.

Sebastian Fitzek bildete auch den Schlusspunkt meines Messeprogramms. Am Sonntag erzählte er neben Geschichten rund um „AchtNacht“ auch noch eine nette Anekdote, wie es zu seinem Kinderbuch „Stinki und Pupsi“ kam 😉 Bei drei kleinen Kindern und vergessenem Vorlesebuch muss man sich als kreativer Autor eben schnell eine Geschichte ausdenken…

Es waren wieder einmal sehr schöne vier Tage. Ich freue mich schon aufs nächste Jahr und werde hoffentlich die auch hier die Zeit finden, das eine oder andere Buch meiner angewachsenen Wunschliste vorzustellen.

Welche Frühjahrsneuheit hat es denn auf euren Wunschzettel oder gar schon ins Regal geschafft?

 

Auf Reisen: 10 Jahre Jubiläumsshow Sebastian Fitzek

Wer schon mal bei einer Veranstaltung mit Sebastian Fitzek war, der weiß, dass seine Lesungen kein reines Vorlesen aus seinen Büchern ist. Vielmehr geht es um die Idee, die hinter einem Buch steht und die Grundstimmung, die in einem Buch vorherrscht.
Ich war also sehr gespannt auf seine Lesung zum Buch „Das Paket“ (zu meiner Rezension). Ein ganzer Abend mit nur einem Autor, dieses Erlebnis hatte ich zuvor noch nicht. Sonst waren immer mehrere Autoren anwesend, oder es handelte sich um eine kürzere Veranstaltung. Eines hat Sebastian Fitzek an diesem Abend mal wieder bewiesen: Er ist nicht nur ein toller Autor, sondern ein wahrer Entertainer.

Cover „Das Paket“ (Bildquelle: Droemer)

Zwischen gelesene Abschnitte reihten sich Anekdoten aus den letzten 10 Jahren. Schließlich trug die Veranstaltung den Namen Jubiläumsshow 10 Jahre Fitzek. 2006 kam sein erster Roman „Die Therapie“ heraus. Zwischenzeitlich hat sich viel getan. Diese Reise durfte das Publikum nun nochmal gemeinsam mit dem Autor durchleben. Mein Highlight war die Reaktion des Onlinehändlers mit dem großen „A“ auf den Erfolg der „Therapie“. Die britische Zentrale registrierte den Erfolg des Buches auf dem deutschen Markt in einer Email mit den Worten: Who the f… is Fitzek? 🙂 Ich denke jetzt dürften Sie es wissen.
Übrigens findet sich am Ende von „Das Paket“ eine kleine Sammlung von Anekdoten und Leserbriefen, die er auch in der Show zum Besten gegeben hat. Auch die sind sehr lesenswert und vermitteln einen Eindruck wie Sebastian Fitzek das Publikum auf der Lesung unterhalten hat.

Die klassisch gelesenen Abschnitte waren ebenso besonders, denn sie wurden musikalisch von der Elektroband Buffer Underrun begleitet, die extra für die Tour einen Soundtrack komponiert haben. Die Soundeffekte haben die Stimmung der gelesenen Szenen großartig verstärkt. Die Spannung wurde noch intensiver. Gemeinsam mit dem animierten Bühnenbild, welches auf ein riesiges aufgeschlagenes Buch projiziert wurde, entstand eine tolle Atmosphäre. Die Ängste der Hauptfigur Emma Stein wurden noch deutlicher, denn man konnte sich gut in ihre Gefühlslage hineinversetzen. Eines war sofort klar: Mit diesem Paket stimmt etwas nicht.

Wer nach der Lesung nicht sofort „Das Paket“ lesen wollte, der hat wohl die Veranstaltung verschlafen 😉 Ich habe das Buch mittlerweile mit viel Begeisterung gelesen. Nach der Lesung gab es die Möglichkeit sich sein Exemplar vom Autor signieren zu lassen. Es ist schon bemerkenswert welche Geduld Sebastian Fitzek immer wieder bei den Autogrammstunden aufbringt und bis zu letzten Fan (wir waren immerhin die Vorletzten 😉 ) noch Zeit für Smaltalk hat. Auf die Frage, ob man Autogramme schreiben trainieren kann, meinte er nein, aber zur Zeit übe er tatsächlich mehrere Stunden täglich.
Den Vorschlag auf die linke Hand umzusteigen schlug er übrigens aus, da man sonst überhaupt nichts mehr entziffern könne. (Wen interssiert’s? Hauptsache ich weiß, wer mein Buch unterschrieben hat 😉 )

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An dieser Stelle nochmal vielen Dank für den unterhaltsamen Abend.

PS: Einen Punkt möchte ich zum Schluss nicht unerwähnt lassen, auch wenn er unschön ist (dies hat allerdings überhaupt nichts mit Sebastian Fitzek selbst zu tun).
Warum können einige Besucher über zwei Stunden hinweg ihr Handy nicht in der Tasche lassen? Überall um uns herum leuchteten Displays auf. In einem ansonsten dunklen Theater ist das doch mehr als störend. Ich frage mich immer warum die Leute auf eine Live-Veranstaltung gehen und dann doch nur durch ihr Display schauen? (Deshalb habe ich auch keine Bilder gemacht, denn ich wollte die Lesung voll und ganz genießen)
Kaum zeichnete sich dann das Ende er Show ab, wurde gedrängelt und geschubst, um ja als erstes am Autogrammtisch zu sein.
Habt doch ein bisschen mehr Respekt vor der Leistung aller Beteiligten, hört und schaut während der Show aufmerksam zu und für den Schlussapplaus sollte man sich immer Zeit nehmen. So schwer ist das doch nicht, die Grundregeln des Anstands zu befolgen.

Links:
Infos zur Tour
Buffer Underrun
Verlagsgruppe Droemer Knaur

Rezension: „Das Paket“ von Sebastian Fitzek

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„Das Paket“ von Sebastian Fitzek (Bildquelle: Droemer)

„Das Einzige, was jetzt noch dringend genäht werden musste, war ihr Leben, das in mehrere Teile zerrissen war, […].  (S.249)

Inhalt: Der Postbote klingelt in einer gut behüteten Wohnsiedlung und bittet Emma Stein ein Paket für einen Nachbarn anzunehmen. Sie willigt ein, bevor sie merkt, dass sie keinen Nachbarn kennt, mit diesem Namen. Alles könnte so harmlos sein, wären da nicht Emmas traumatische Kindheitserinnerungen und ihre Begegnung mit einem Serienmörder vor einigen Monaten. Welchen Alptraum hat sie sich da nur ins Haus geholt und wie wird sie ihn wieder los?

Leseeindruck: Wieder einmal ein wirklich spannender Thriller von Sebastian Fitzek. Eine alltägliche Ausgangssituation, die wohl viele von uns schon mal erlebt haben, wird zur Grundlage für eine verstrickte Romanhandlung. Ein Paket für jemanden annehmen? Kein Problem. Doch dann beginnt das Kopfkino. Was ist in dem Paket, wer ist der unbekannte Nachbar? Genau das macht die Spannung dieses Buches aus. Emma hat eine so traumatische Vorgeschichte, dass man als Leser immer wieder den Atem anhält. Ihr passieren viele unerklärliche Dinge und nicht nur sie selbst denkt oft: Das kann doch jetzt nicht wahr sein, wieviel muss ich denn noch ertragen. Auch als Leser hatte ich oft genau dieses Gefühl.
Die Kapitel sind recht kurz, dadurch nimmt das Geschehen sehr schnell an Fahrt auf. Kaum hat man die Gedanken im Kopf sortiert, werden sie im nächsten Kapitel wieder durcheinander gewirbelt. Mehr als einmal habe ich geglaubt, ich sei dem Täter auf der Spur, doch jedes Mal wurde ich eines besseren belehrt. Es wird überhaupt viel mit den Erwartungen des Lesers (und auch Emmas) gespielt. Eingetreten sind meine aber nie, denn die Handlung ist alles andere als vorhersehbar. Trotzdem werden alle Fäden am Ende logisch verknüpft. Zwischendurch konnte ich mir nicht vorstellen, wie dieses ganze Geflecht aus Lügen und Intrigen noch aufgelöst werden soll, aber keine Sorge, es wird hervorragend aufgelöst. Allein schon für das Ende könnte ich 5 Sterne vergeben. Ich kann dazu wirklich nur eines sagen: Es ist nichts so wie es scheint. 🙂
Gut gefallen haben mir auch die Ausflüge in die Psychologie. Emma ist selbst Psychologin und versucht sich mehr oder weniger selbst zu therapieren und nimmt daher ihr Umfeld mit einem ganz besonderen Blick wahr. Als Leser folgt man diesen Betrachtungen natürlich, daher konnte ich ihre Ängste sehr gut nachvollziehen und habe mit ihr mitgelitten. Wäre „Das Paket“ ein Film, hätte ich mich wohl das eine oder andere Mal hinter meinen Sofakissen versteckt. Das ging natürlich nicht, denn ich wollte da so schnell wie möglich weiterblättern, um einen der vielen Kapitelcliffhanger aufzulösen.
Nachdem ich das Buch nun beendet habe, ist mir umso bewusster geworden, welchen Einfluss die eigene Vorstellungskraft und auf das Handeln der Figuren hat.

Lieblingsnebencharakter: Ok, jetzt wird’s kompliziert. Ich hatte so einige Kandidaten auf dem Zettel, die sich dann alle selbst ins Aus geschossen haben, denn schließlich passieren einige Dinge, mit denen ich beim besten Willen nicht gerechnet habe. Also hat es die- oder derjenige letztendlich nicht verdient, dass ich ihn oder sie hier erwähne. Würde ich euch jetzt einen oder mehrere Charaktere nennen, dann würdet ihr wissen, dass er oder sie zu den Guten gehört. Tja, und das will ich nicht, hier wird ja nicht gespoilert. Also behalte ich meinen Liebling für mich und nehme stattdessen einen Gegenstand: Das Paket 🙂 Wirklich erstaunlich welche Auswirkung ein einfaches Paket auf einen Menschen haben kann.

Fazit: Ein toller Psychothriller. Vom ersten Kapitel an fesselnd und nie vorhersehbar. Die Suche nach dem Täter und dessen Motiv bringt viele Überraschungen mit sich und entwickelt sich zu einem sehr komplexen Geflecht, das wirklich erst auf den letzten Seiten aufgedeckt wird. Für tolle Unterhaltung gibt’s von mir die volle Punktzahl. PS: Ein Extralob geht an die Herstellung im Verlag, die dafür gesorgt haben, dass die erste Auflage des Buches wirklich in einem Paket steckt.

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„Das Paket“ eingepackt als Paket 😉

Bewertung:
5 Stars

Bibliographische Angaben:
Autor: Sebastian Fitzek
Titel: Das Paket
Verlag: Droemer
ISBN: 9783426199206
Ausgabe: Hardcover (19,99 EUR)

Der Lovelybooks Leserpreis 2016

Auch dieses Jahr ruft Lovelybooks wieder Leser dazu auf ihre Lieblingsbücher auszuzeichnen. Ihr könnt dabei die Jury sein. In insgesamt 14 Kategorien wird der Leserpreis in diesem Jahr vergeben. Während der Nominierungsphase (31.10 – 10.11.2016) wurden pro Kategorie 35 ermittelt, unter denen ihr jetzt eure Stimmen verteilen könnt.  Noch bis zum 22. November könnt ihr pro Kategorie bis zu drei Bücher wählen, denen ihr eure Stimme gebt. So wird ermittelt, welche Bücher den Goldenen, Silbernen und Bronzenen Leserpreis 2015 erhalten.

Ich finde es toll, dass man auch als Leser die Möglichkeit bekommt, für einen Preis abzustimmen. Verkaufszahlen sind schließlich nicht alles und auch die eine oder andere Juryentscheidung lässt mich manchmal fragend zurück. Aber jetzt liegt es an uns Lesern zu entscheiden.

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An diese Bücher habe ich meine Stimmen vergeben

In diesem Jahr habe ich die Nominierungsphase irgendwie verschlafen, meine Stimme(n) gebe ich aber jetzt in jedem Fall ab, denn auf diesem Weg kann man gut seine Wertschätzung für ein Buch oder einen Autor zum Ausdruck bringen.

Vorab noch eine kurze Erklärung zu meiner Stimmvergabe. Ich habe lediglich Büchern eine Stimme gegeben, die ich auch gelesen habe, denn nur so kann ich mir auch ein Urteil erlauben und meine Stimme guten Gewissens abgeben. So kommt es aber auch, dass ich in einigen Kategorien keine Stimme abgegeben habe.

Mit einem Klick auf die Grafik kommt ihr zur Abstimmung

Roman:
„Romeo & Romy“ von Andreas Izquierdo

Krimi:
„Das Paket“ von Sebastian Fitzek

Jugendbuch:
„Elanus“ von Ursula Poznanski
„Harry Potter und das verwunschene Kind“ von Joanne K. Rowling

Kinderbuch:
„Der Blackthorn-Code – Das Vermächtnis des Alchemisten“ von Kevin Sands

Historischer Roman:
„Die Schwester des Tänzers“ von Eva Stachniak
„Der Turm der Welt“ von Benjamin Monferat

Bester Buchtitel:
„So wüst und so schön sah ich noch keinen Tag“ von Elizabeth LaBan
„Das Paket“ von Sebastian Fitzek

Bestes Buchcover:
„Das Paket“ von Sebastian Fitzek
„Harry Potter und das verwunschene Kind“ von Joanne K. Rowling

Die weiteren Kategorien sind:

Hörbuch
Humor
Liebesroman
E-book only
Fantasy Science Fiction
Sachbuch und Ratgeber
Erotik

Auch in diesem Jahr habe ich während des Stöberns wieder Bücher entdeckt, die ich unbedingt noch lesen will. Da fällt einem mal wieder auf, wie viele tolle Bücher im Jahr so auf den Markt kommen. 🙂  Wenn ihr jetzt auch eure Stimmen abgeben wollt, erfahrt ihr auf der Seite zum Leserpreis 2016 mehr dazu.

Mit einem Klick auf die Grafik kommt ihr zur Abstimmung

Welche Bücher waren in diesem Jahr eure Favoriten? Lasst mir gern einen Kommentar da, für welche Bücher ihr abgestimmt habt.

Rezension: „Passagier 23“ von Sebastian Fitzek

„Passagier 23“ von Sebastian Fitzek (Bildquelle: Droemer)

„Manche mochten im Meer ein Symbol für die Ewigkeit und Kraft der Natur erkennen. Er sah in den Wellen nur ein feuchtes Grab.“ (S.177)

Inhalt: Seit sich Martins Frau auf einem Kreuzfahrtschiff das Leben genommen hat, ist für ihn nichts mehr wie zuvor. Noch dazu hat sie den Sohn Timmy mit sich genommen. 5 Jahre lang versucht Martin über das Geschehen hinweg zu kommen, doch als die kleine Anouk mit Timmys Teddy im Arm auf dem selben Kreuzfahrtschiff auftaucht, nachdem auch sie angeblich mit ihrer Mutter in den Selbstmord gesprungen ist, nimmt Martin die Ermittlung wieder auf.

Leseeindruck: „Passagier 23“ ist mein erstes Buch von Sebastian Fitzek. Durch Freunde und verschiedene Veranstaltungen auf der Leipziger Buchmesse bin ich neugierig auf das Buch geworden. Es steht kein gruseliger Mord im Mittelpunkt, sondern die Frage, wie ein verschwundener Passagier (ein sogenannter Passagier 23) einfach wieder auftauchen kann. Mir hat es gefallen, wie der Autor diesem Problem nachgeht. Zuerst muss man sich die Frage stellen, wo Anouk in der Zeit seit ihrem Verschwinden war. Das Setting auf einem Kreuzfahrtschiff war dabei gänzlich neu für mich. Ich hatte viel Spaß in den Bauch des Schiffs abzutauchen, denn mit der bunten Glitzerwelt, die man vom Traumschiff kennt, hat diese Story so überhaupt nichts zu tun. Eine Theorie nach der anderen habe ich mir zurechtgelegt und immer lag ich falsch 😉 Während des Lesens wurde ich wirklich oft auf die falsche Fährte gelockt, denn es passieren eine Menge Dinge, mit denen ich nun absolut nicht gerechnet habe. Genau dies macht die Spannung in der Geschichte aus.
Auf dem Kreuzfahrtschiff treffen die unterschiedlichsten Personen aufeinander. Von der Crew bis hin zu anderen Passagieren lernt der Leser die verschiedensten Typen kennen, von denen man nie weiß, was wirklich in ihnen vorgeht. Noch dazu kommen Martins, sagen wir, ungewöhnlichen Ermittlungsmethoden. So reiht sich eine Überraschung an die nächste. Ich konnte das Buch nur schwer aus der Hand legen, denn die einzelnen Kapitel enden nicht selten mit gemeinen Cliffhangern. Kein Wunder also, dass sich das Buch sehr flüssig lesen lässt. Die Kapitel sind in der Hauptsache auch recht kurz, daher habe ich wirklich in jeder freien Minute gelesen, um dem Geheimnis, was Anouk und damit auch Timmy umgibt, auf die Schliche zu kommen.
Fast bin ich am Ende enttäuscht worden, da für mich noch einige Fragen offen geblieben sind. Aber nur fast 🙂 An dieser Stelle kann ich nur sagen, man muss das Buch bis zur letzten Seite lesen (und ich meine die wirklich letzte Seite), denn auch die letzte Szene bietet so einiges Unvorhergesehenes.

Lieblingsnebencharakter: Gerlinde Dobkowitz ist eine Miss Marpel der Kreuzfahrtwelt. Sie ist eine alte kauzige Dame, die ihren Lebensabend auf Kreuzfahrt verbringen will. Sie hat zu allem eine Meinung, schreckt vor nichts zurück und ist absolut ehrlich. Mit ihr kommt eine Portion Witz in diese doch ernste Geschichte.

Fazit: Ich bin rundum zufrieden. „Passagier 23“ hat alles zu bieten, was einen guten Thriller ausmacht. Bis zur letzten Seite bleibt die Spannung hoch. Die Auflösung der Story ist zwar komplex, aber schlüssig und völlig unerwartet. Dabei werden alle Handlungsstränge noch einmal zusammengeführt, ein echter Showdown also. Übrigens habe ich selten eine so unterhaltende und informative Danksagung gelesen. Von der ersten bis zu letzten Seite wirklich lesenswert. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung, daher 5 Sterne

Bewertung:
5 Stars

Bibliographische Angaben:
Titel: „Passagier 23“
Autor: Sebastian Fitzek
Verlag: Droemer
ISBN: 9783426199190
Ausgabe: Hardcover (19,99€)

Gemeinsam Lesen: „Passagier 23“

gemeinsam lesen

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese „Passagier 23“ (Droemer) von Sebastian Fitzek und bin auf Seite 64.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„Martin folgte Gerlinde Dobkowitz vom Balkon zurück in die Suite“ (S. 64)

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Dies ist das erste Buch von Sebastian Fitzek für mich. Auf der Leipziger Buchmesse hatte ich die Chance, ihn live zu erleben und bin sofort neugierig auf das Buch geworden. (Hier zu meinem Lesungsbericht) Ich muss sagen, dass ich recht wenige Krimis lesen und noch seltener Psychothriller, aber ich musste mir von diesem Buch einfach selbst ein Bild machen. (Denn die Meinungen der Leser scheinen ja auseinander zu gehen.) Auch die Thematik gefällt mir recht gut. Ein Kind, dass auf einer Kreuzfahrt verschwunden ist, taucht einfach wieder auf. Ich freue mich schon mal hinter die Kulissen der glitzernden Kreuzfahrtwelt zu blicken.

Bisher gefällt mir die Geschichte sehr gut. Die Hauptfigur Martin Schwartz ist ein sehr komplizierter Charakter mit Ecken und Kanten, was bei seiner Geschichte nicht verwunderlich ist. Im Prolog wurde der (vermeintliche) Täter vorgestellt: Ich sage nur, der ist eine ganz Kranke Type…

4. Gibt es ein buchiges Event in diesem Jahr auf das ihr euch besonders freut, oder gab es mal was in der Vergangenheit, was euch so sehr begeistert habt, dass ihr es euch ganz bald mal wieder wünschen würdet?

Ich freue mich jedes Jahr auf die Leipziger Buchmesse. Schon seit Jahren gehört sie Fest in meinen Kalender. Letztes Jahr hatte ich dann auch die Möglichkeit zur Frankfurter Buchmesse zu fahren, mal schauen, ob das dieses Jahr auch was wird. Ansonsten habe ich das Jahr über nur wenig Gelegenheit zu „buchigen“ Veranstaltungen zu gehen, da in meiner Nähe einfach nicht so viel angeboten wird, was sehr bedauerlich ist.

Wirklich begeistert war ich von der Loewe-Thrillernacht im Rahmen der Leipziger Buchmesse (Hier zum Bericht). Besonders Eoin Colfer hat großen Unterhaltungswert bewiesen. Solche Veranstaltungen sollte es häufiger geben.

Ich weiß, dass einige von euch das Buch schon kennen, welchen Eindruck hat es denn bei euch hinterlassen?

Wer mehr erfahren will: Gemeinsam Lesen ist eine Aktion von Weltenwanderer und Schlunzen-Bücher.