Archiv der Kategorie: Jugendbuch / All Age

Gemeinsam lesen: „Elanus“ von Ursula Poznanski

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese im Moment „Elanus“ von Ursula Poznanski (Loewe) und bin auf Seite 132.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

“ ‚Gab es in letzter Zeit eigentlich noch andere merkwürdige Vorfälle?‘ „

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Die Bücher von Ursula Poznanksi stehen in meinen Augen für Spannung und tolle Unterhaltung. Es stand also von Beginn an fest, dass ich mir auch ihr neustes Jugendbuch zulegen werde. In „Elanus“ erkundet Jona seine Umgebung mit Hilfe einer selbstgebauten High-Tec Drohne. Dabei macht er allerdings Entdeckungen, die kein Spaß sind, sondern ihn in eine verzwickte Lage bringen, die vielleicht sogar gefährlich für ihn werden könnte.

Ok, Jona ist bis jetzt nicht besonders sympathisch und trotzdem ist er eine tolle Hauptfigur. Sein Charakter ist facettenreich, somit bieten sich noch viele Möglichkeiten für die folgende Handlung. Schon jetzt merkt man, dass hinter der unsympathischen Schicht ein netter Kerl stecken könnte, der sich nur hinter seiner Arroganz versteckt. Ich freue mich, diese Entwicklung miterleben zu dürfen. Außerdem scheinen noch eine ganze Reihe Geheimnisse an seiner Uni im Umlauf zu sein. Ich bin gespannt wie diese komplexe Story aufgelöst wird.

4. Welches der Bücher, die du in der Schule lesen musstest, mochtest du am liebsten? Und welches hast du am meisten gehasst?

Mein absolutes Lieblingsbuch aus Schulzeiten war „Der Vorleser“ von Bernhard Schlink (erstmals erschienen 1995). Der junge Michael Berg beginnt eine Beziehung mit der deutlich älteren Hanna. Im laufe der Erzählung gibt es Rückblicke bis in die 1930/40er Jahre, wobei der Holocaust ein zentrales Thema ist. Mehr möchte ich zum Inhalt nicht sagen, denn wer das Buch noch lesen möchte, sollte möglichst unvoreingenommen an das Buch herangehen. Die Entwicklung der Figuren und die zwei verschiedenen Zeitebenen der Geschichte haben mit unheimlich fasziniert. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Noch dazu hat mich die entscheidende Enthüllung im Buch wirklich sprachlos zurückgelassen. Ich mag es bis heute und empfehle es immer noch gern. (Obwohl das kaum noch nötig ist, denn viele kennen es mittlerweile)

Ein Buch, durch das ich mich wirklich quälen musste war Effi Briest von Theodor Fontane. Ich kann es eigentlich nur mit einem Wort zusammenfassen: langweilig. Effi heiratet den fast doppelt so alten Instetten und wird in der Ehe nicht glücklich, daraufhin gibt sie sich einer Affäre hin, die noch Jahre später ihren gesellschaftlich Stand ruiniert.  Nachdem ich das Buch mehrere Jahre später (aus anderen Gründen) nochmal lesen musste, fand ich es zwar weniger schlimm und habe viele gesellschaftliche Zusammenhänge besser verstanden, es spricht allerdings nicht gerade für ein Buch, wenn man es mehrmals lesen muss, damit man den Grundgedanken der Geschichte versteht 😉 Wirklich mitreißend war es auch beim zweiten Mal nicht. Ich kann also mit ruhigem Gewissen sagen, dass ich dieses Buch nicht mag, denn ich hab ihm immerhin eine zweite Chance gegeben, die es nicht besser gemacht hat. Vielleicht war ich aber einfach auch zu jung. Eine dritte Chance bekommt Effi allerdings deswegen nicht.

Wer mehr erfahren will: Gemeinsam Lesen ist eine Aktion von Schlunzen-Bücher.

Lasst mir gern einen Kommentar da, was ihr gerade so lest.

Lesung: „Federflüstern“ von Holly-Jane Rahlens

Letzte Woche stand wieder die Frankfurter Buchmesse auf dem Plan. Dieses Jahr habe ich mir nicht so viel vorgenommen, da die Hallen so groß, voll und interessant sind, wollte ich genügend Zeit zum Schlendern haben. Eine Lesung habe ich mir allerdings dick im Kalender markiert: Holly-Jane Rahlens‘ Lesung zu „Federflüstern“.

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Während der Lesung (Ein Dank für das Bild geht an Julia 😉 )

Im Oktober gab es bei lovelybooks eine Leserunde zu diesem Zeitreiseabenteuer, welche von der Autorin begleitet wurde. Es hat unheimlich viel Spaß gemacht an der Leserunde teilzunehmen, denn Holly-Jane hat sich viel Zeit für alle Leser genommen und alle Fragen geduldig beantwortet. Auch wenn ich schon vorher ein Fan der Zeitreisereihe war, hat mich die Leserunde nun endgültig gepackt. Ich freue mich schon unheimlich auf den nächsten Band, denn die Charaktere sind witzig, klug und liebenswert. (Hier gehts zu den Rezensionen zu „Blätterrauschen“ und „Federflüstern„)

In Frankfurt war die Lesung mit Holly-Jane Rahlens also ein schöner Pflichttermin 🙂 Die Lesung fand im gemütlichen Lesezelt statt. In nur 30 Minuten ist es natürlich schwer Charaktere und Grundzüge der Handlung zu erklären ohne zu viel zu verraten. Für meine Begriffe ist das der Autorin aber gut gelungen,  besonders der Humor der Kids um Oliver, Rosa und Iris kam gut rüber. Und natürlich bekam auch Mark Twain, einer der wichtigen Charaktere im Buch, seinen Auftritt. Ich kann mich nur wiederholen: Die Reihe ist toll, egal ob jung oder alt, jeder findet einen Charakter, mit dem er sich identifizieren kann.

Nach der Lesung hatte man noch die Möglichkeit, sich sein Buch signieren zu lassen. Die Chance habe ich natürlich genutzt und hatte so noch die Möglichkeit Holly-Jane Rahlens persönlich für die tolle Leserunde zu danken.

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Mein signierten Exemplare von „Blätterrauschen“ und „Federflüstern“

Infos zur Reihe:

Band 1: Blätterrauschen (ab 11)
Band 2: Federflüstern (ab 11)
außerhalb der Reihe: Everlasting (All-Age)
Verlag: Rowohlt

Rezension: „Federflüstern“ von Holly-Jane Rahlens

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„Federflüstern“ von Holly-Jane Rahlens (Bildquelle: Rowohlt)

„Uns so taumelten sie in eine unbekannte und weit entfernte Vergangenheit, hinein in einen bitterkalten, schneeverwehten und tiefdunklen Dezembertag des Jahres 1891.“ (S. 82)

Inhalt: Oliver, Rosa und Iris bemerken einige seltsame Dinge. Warum hat Iris plötzlich eine Zahnspange und wer hat sich auf Rosas Prothese verewigt? Noch bevor die Kinder dem Spuk auf den Grund gehen können, beginnt auch schon ein neues Abenteuer. Gemeinsam mit Lucia, die plötzlich in der Buchhandlung Blätterrauschen auftaucht, geraten die Kinder in ein neues Abenteuer. Ohne Vorwarnung landen sie im Berlin der 1890er Jahre.
Jetzt müssen sie alles daran setzten wieder nach Hause zu kommen, doch wie sollen sie das anstellen, schließlich lauern eine Menge Gefahren auf Zeitreisende. Da kommt die Hilfe eines großen Literaten, der gerade in Berlin weilt, gerade recht.

Leseeindruck: „Federflüstern“ ist nach „Blätterrauschen“ der zweite Band der Zeitreisereihe von Holly-Jane Rahlens. (Übringens spielt auch „Everlasting“ im selben Universum, ist aber eine eigenständige Geschichte) Eines vorab: Man kann „Federflüstern“ auch ohne den ersten Band lesen, denn alles wichtige wird dem Leser erklärt. Ich habe die Zusammenfassung am Ende des Buches allerdings ignoriert, da ich „Blätterrauschen“ auch mit viel Freude gelesen habe. Zu Beginn der Geschichte werden viele Fragen aufgeworfen, die den Leser neugierig macht auf mehr und gleichzeitig auch auf die vergangene Geschichte (sollte man sie noch nicht kennen).
Sobald die Kinder sich dann im Jahr 1891 wiederfinden nimmt das Abenteuer so richtig Fahrt auf. Für mich war es sehr interessant zu sehen, wie die Epoche um 1890 dargestellt wird. Es sind so viele Kleinigkeiten, die sich seither verändert haben. Wie bewegt man sich in der Vergangenheit? Wohl kaum in Jeans und T-shirt. Oliver und Co. müssen also für viele kleine und große Probleme Lösungen finden und vor allem müssen sie den Kulturschock der Zeitreise verkraften. Mir hat es gefallen, wie clever die Kinder die Aufgaben lösen. Die Dynamik der Kinder untereinander ist geprägt von kleineren Neckereien, aber wenn es darauf ankommt,  steht die Freundschaft der drei an erster Stelle. Oliver, Iris und Rosa sind sehr verschieden, aber gerade das macht sie zu einem tollen Trio, denn sie ergänzen sich sehr gut. Wenn einer etwas nicht so gut kann, übernimmt es ein anderer. Schön ist auch das Wiedersehen mit einigen tollen Charakteren aus „Blätterrauschen“ und „Everlasting“. Mir hat es gut gefallen, dass die Handlung von „Blätterrauschen“ aufgegriffen wurde. Fans werden viele liebgewonnene Details wiedererkennen und neue Leser werden ganz nebenbei mit dem ersten Band vertraut gemacht.
Insgesamt liest sich die Geschichte flüssig und ist in vielen Szenen witzig. Denn egal wie bedrohlich eine Situation auch ist. Der Humor geht nie verloren. Mit ein wenig Ironie lassen sich schwierige Situationen doch viel besser meistern. Für den Leser wird es also nie langweilig, denn turbulente Szenen wechseln sich mit lustigen oder lehrreichen ab. Gerade die Zielgruppe der jungen Leser wird so bei Laune gehalten. Die einzelnen Kapitel sind nicht zu lang und enden auch meist an einer sehr spannenden Stelle, man ist also angehalten immer weiter und weiter zu lesen. (Nur das eine Kapitel noch, und noch eins und noch eins… 🙂 )
Das Thema Zeitreise ist im Buch auch sehr schön umgesetzt. Es gibt ja nicht wenige Zeitreisegeschichten, die hin und wieder mit Logiklücken zu kämpfen haben. In „Federflüstern“ wird alles plausibel erklärt und auch kompliziertere Facetten der Zeitreise, wie das Aufeinandertreffen mit dem eigenen Ich, werden anschaulich und verständlich in die Handlung eingebunden.

Lieblingsnebencharakter: Ich weiß jetzt überhaupt nicht, ob er wirklich „nur“ ein Nebencharakter ist, aber Mark Twain verdient es einfach hier nochmal erwähnt zu werden. Ich habe eine Menge über den Autor gelernt, was mir zuvor noch nicht so klar war. Er ist gut zu den Kindern und besticht durch seine offene und hilfbereite Art. Mein Highlight des ganzen Buches ist ein Gespräch zwischen Mark Twain und den Kindern über die Schwierigkeiten der deutschen Sprache. Einfach herrlich. „Die schreckliche deutsche Sprache“ gehört zu meinen Lieblingsbüchern und es war schön, dieses Thema mal in einer Szene eines Romans wiederzufinden.
„Federflüstern“ hat mich richtig neugierig auf Mark Twain gemacht, ich will jetzt unbedingt einen Roman von ihm lesen.

Fazit: Eine tolle Zeitreisegeschichte für alle Altersgruppen. Sowohl Jungs als auch Mädchen werden einen Charakter finden, mit dem sie sich identifizieren können und werden somit Spaß an der Story haben. Als erwachsener Leser sollte man sich nicht von den jungen Charakteren abschrecken lassen, denn das Zeitreisethema ist spannend umgesetzt. Für mich ist „Federflüstern“ eine tolle Mischung aus Abenteuerroman und Dedektivgeschichte. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung 🙂

Bewertung:
5 Stars

Bibliographische Angaben:
Titel: Federflüstern
Autorin: Holly-Jane Rahlens (Übersetzung: Alexandra Ernst)
Verlag: Rowohlt rotfuchs
ISBN: 9783499217456
Augabe: Hardcover (16,99€)
empfohlenes Lesealter: ab 11

Reihe:
Band 1: Blätterrauschen (zur Rezension)
Band 2: Federflüstern

außerhalb der Reihe im gleichen Universum: Everlasting

Neue Mitbewohner im Regal

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Es ist mal wieder an der Zeit meine neuen Mitbewohner vorzustellen. Seid alle herzlich willkommen und macht es euch im Regal gemütlich 🙂

„Schwestern bleiben wir immer“ von Barbara Kunrath (Ullstein):
In diesem Roman geht es um die schwierigen Familienverhältnisse zweier Schwestern. Alexa und Katja hatten keine einfache Kindheit, sie waren mehr oder weniger auf sich allein gestellt und versuchen nun dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, weshalb das so ist. Gerade bin ich dabei, das Geheimnis zu lüften. Ein spannender Familienroman.

„Der Turm der Welt“ von Benjamin Monferat (Wunderlich):
Paris 1889. In der Stadt dreht sich alles um die Weltausstellung und natürlich spielt auch der Eiffelturm eine zentrale Rolle. In mitten der festlichen Stimmung muss ein Verbrechen aufgeklärt werden. Ein historischer Roman mit wunderschönem Cover. Ein wahrer Hingucker.

„Worte für die Ewigkeit“ von Lucy Inglis (Chicken House):
Ein Jugendroman, der auf zwei Zeitebenen spielt. 1867 und heute. Beide Geschichten sind miteinander verbunden und wechseln sich im Buch ab. Eine bzw. zwei tolle Liebesgeschichten fürs Herz.

„Meine geniale Freundin“ von Elena Ferrante (Suhrkamp):
Ok, ich gebe es ja zu, ich habe mich von dem Hype rund um das Buch anstecken lassen. An jeder Ecke wird über dieses Buch geredet, besonders über die anonyme Autorin. Ich bin mal gespannt, ob meine Erwartungen an eine aufwühlende und besondere Geschichte erfüllt werden. Dieser erste Band über eine Frauenfreundschaft in Neapel ist schon mal eine tolle Ausgangssituation.

„Beeil dich, kleines Faultier“ von Tomoko Ohmura (Moritz Verlag):
Ein wahres Herzensbuch. Ich liebe Faultiere, daher habe ich mich unheimlich gefreut, als dieses Schmuckstück den Weg zu mir gefunden hat. In dem Kinderbuch geht es um Freundschaft, Mut und Zusammenhalt. Es ist in der Hauptsache ein Bilderbuch, das durch niedliche Figuren besticht. Hier nochmal ein Bild vom Buch, gemeinsam mit meinem ganz eigenen Faultier 🙂

Gemeinsam lesen: „Worte für die Ewigkeit“ von Lucy Inglis

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese im Moment „Worte für die Ewigkeit“ von Lucy Inglis (Carlsen – Chicken House) und bin auf Seite 232.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„Du hast den Kiefer zusammengepresst. „Also gut, Emily Forsythe, dann lass uns aufbrechen.“

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Dieses Jugendbuch ist eine Mischung aus Abenteuer- und Liebesgeschichte. Die Story spielt auf zwei Zeitebenen. In der Gegenwart und 1867 jeweils in Montana. In beiden Storys geht es für die weibliche Hauptfigur darum, sich in ungewohnter Umgebung zurechtzufinden und zu behaupten. Es ist interessant zu sehen, wie ähnlich sich Emily und Hope doch sind, obwohl sie sich in  ganz unterschiedlichen Zeiten bewegen. Sie halten sich an ähnlichen Orten auf und haben auch sonst so einiges gemeinsam. Man merkt schnell, dass es eine besondere Verbindung gibt. Ganz bin ich noch nicht hinter das Geheimnis gekommen.
In jedem Fall macht es Spaß ein Buch zu lesen und dabei gleich zwei Geschichten verfolgen zu können. Ein unterhaltsames Jugendbuch bisher.

4. Wenn du dich entscheiden müsstest, würdest du lieber nur deine 10 Lieblingsbücher besitzen, oder so viele wie du wolltest, aber nicht deine Lieblingsbücher?

Was für eine grausame Auswahl. Darauf habe ich keine Antwort, denn ich könnte mich nicht entscheiden, egal wie lange ich darüber nachdenke. Zum einen sind 10 Lieblingsbücher einfach zu wenig und zum anderen wäre es schon blöd nur Bücher zu besitzen, die ich schon gelesen habe. Auch wenn mein Stapel ungelesener Bücher unsagbar hoch (breit oder was auch immer) ist, möchte ich ihn doch nicht missen genauso wenig wie meine Herzensbücher. Ich bin nur froh, dass ich diese Entscheidung im wahren Leben nicht treffen muss. 🙂

Wer mehr erfahren will: Gemeinsam Lesen ist eine Aktion von Schlunzen-Bücher.

Lasst mir gern einen Kommentar da, was ihr gerade so lest.

Neue Mitbewohner im Regal

Bei mir sind in letzter Zeit so einige Bücher eingezogen, ein paar davon möchte ich heute vorstellen.

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Meine neuen Mitbewohner

„Albert und der Baum“ von Jenni Desmond (Magellan):
Ein niedliches Kinderbuch um einen Bären, der sich um seinen Lieblingsbaum im Wald kümmert. Bezaubernde Illustrationen bringen auch „großen“ Lesern Spaß.

„Als die Träume noch uns gehörten“ von Marian Izaguirre (Fischer):
Tja, was soll ich sagen: Es geht um eine Buchhandlung in Madrid und ein rätselhaftes Buch. Eine Ausgangssituation, die ganz nach meinem Geschmack ist. Ich bin schon gespannt, was auf mich zu kommt.

„Bühlerhöhe“ von Brigitte Glaser (List):
Dank Vorablesen durfte auch dieses Buch schon bei mir einziehen, das im August 2016 erscheinen wird. Ein Roman, der im Jahr 1952 spielt. Rosa Silbermann und Sophie Reisacher sind zwei völlig verschiedene Frauen. Beide kämpfen mit ihrer Vergangenheit und stehen sich nun in einem Hotel im Schwarzwald gegenüber, in dem Konrad Adenauer zu Besuch ist.

„Nicolas Calva – Das magische Amulett“ von Jenifer A. Nielsen (Beltz & Gelberg):
Ein fantastisches historisches Kinderbuch. Nic ist Sklave in einem römischen Bergwerk. Dort stößt er auf den Schatz Caesars mitsamt einem magischen Amulett. Er ist ein cleverer frecher Kerl und so warten nun eine Menge Probleme auf ihn, denn auch andere mächtige Personen im römischen Reich haben es auf das Amulett abgesehen. Ein tolles Buch, gerade für Jungs und Mädels, die Abenteuer mögen. Noch dazu lernen die kleinen Leser auch etwas über die antike römische Gesellschaft.

„Die Birken wissen’s noch“ von Lars Mytting (Insel):
Eine Familiengeschichte, die von Norwegen bis nach Frankreich und von der Gegenwart zurück zum Ersten Weltkrieg reicht. Eine Menge Geheimnisse rund um die Brüder Hirifjell warten darauf entschlüsselt zu werden. Das alles geschieht umgeben von einer tollen Natur und Landschaft. Im Moment sitze ich an der Rezension, denn ich habe das Buch bereits gelesen.

Rezension: „Sturmland – Die Reiter“ von Mats Wahl

Mats Wahls Reiterin Cover

„Sturmland – Die Reiter“ von Mats Wahl (Bildquelle: Hanser)

„Elin kehrt zurück in die Küche, auf der Bildwand läuft der Wetterbericht. Orkanstärke landabwärts. Kommunikationsausrüstung zerstört und Server zusammengebrochen. […] Es wird Blutregen erwartet.“ (S. 59)

Inhalt: Die Natur spielt verrückt. Es gibt Stürme, Unwetter und weite Teile des Landes sind radioaktiv verseucht. In dieser unwirklichen Welt lebt die 16jährige Elin mit ihrer Familie. Die Ressourcen sind knapp, daher muss mit allem rücksichtsvoll umgegangen werden. Als wären die Lebensumstände nicht schon schwierig genug, müssen die Menschen auch noch in einer Art Polizeistaat leben, in dem man nur sich selbst vertrauen kann. Was tun also, wenn jetzt auch noch der eigene Bruder entführt wird?

Leseeindruck: Die Ausgangssituation ist so ganz nach meinem Geschmack, ein wenig Abenteuer, eine Liebesgeschichte in einer dystopischen Welt. Noch dazu eine Reihe, die der Charakter- und Handlungsentwicklung Raum bieten. Leider hat mir die Umsetzung nicht gefallen. Ich hatte die ganze Story über Probleme mich in den Stil einzufinden. Dieser ist sehr emotionslos und nüchtern. Es reihen sich fast nur Hauptsätze aneinander. Der Erzähler nutzt nur selten die Namen der Figuren, sondern Bezeichnungen wie „die Mutter“ oder „die Tochter“. Auch  umschreibende Adjektive oder Adverbien muss man lange suchen. Für meinen Geschmack ist der Stil etwas zu nüchtern, passt aber sehr gut zur düsteren Stimmung, die im Land herrscht.
Grundsätzlich fehlte mir aber die Spannung, da ich mich nicht in die Figuren einfühlen konnte, fiel es mir auch zunehmend schwer ihren Beweggründen zu folgen. Alles blieb für mich unnahbar. Sehr schade, denn ich hätte mich gern auf die Story eingelassen. Gerade Elin und Harald hatten für mich viel Potential, was leider (noch) nicht genutzt wurde.
Allerdings sollte man diesen Band auch als Auftakt für die ganze Reihe sehen. Schließlich muss erstmal in eine neue Gesellschaftsordnung und Figurenkonstellation eingeführt werden. Dadurch ging mir leider der Überblick verloren. Wer will was und warum? Diese Fragen haben sich für mich bis zum Schluss nicht beantwortet.
Ich muss leider sagen, dass mich dieser Band nicht neugierig auf die gesamte Reihe gemacht hat. Zumindest Band 2 werde ich noch eine Chance geben, um vielleicht noch mehr über die Absichten der Regierung und der Opposition zu erfahren und auch wie Elin mit ihrem Schicksal umgehen wird.

Lieblingsnebencharakter: Ich mag Harald sehr. Er scheint das „schwarze Schaf“ innerhalb seiner Familie zu sein. Aber sobald er fair behandelt wird, ist er loyal und steht hinter seinen Freunden. Mir gefällt, dass er ein ehrlicher Typ ist. Von seiner Sorte sollte es mehr in der Gesellschaft geben.

Fazit: Mir fiel es schwer den Beweggründen der Figuren zu folgen, auch da der Stil so anstrengend ist. Eine interessante Ausgangssituation bietet die Geschichte in jedem Fall. Wer mehr Geduld hat als ich, der wird der Story vielleicht mehr abgewinnen können.

Bewertung:
3 Stars

Bibliographische Angaben:
Titel: Sturmland – Die Kämpferin
Autor: Mats Wahl (Übersetzung: Gesa Kunter)
Verlag: Hanser
ISBN: 9783446249363
Ausgabe: Hardcover (14,90 €)
empfohlenes Lesealter: ab 13

Reihe: Sturmland
Band 1: Die Reiter
Band 2: Die Kämpferin
Band 3: Die Gesetzgeber
Band 4: Die Lebendigen
Band 5: Die Liebenden

Hier gehts zur Homepage der Reihe Sturmland.

Vielen Dank an den Hanser Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Rezension: „So wüst und so schön sah ich noch keinen Tag“ von Elizabeth LaBan

„So wüst und schön sah ich noch keinen Tag“ von Elizabeth LaBan (Bildquelle: Hanser)

 „Er hatte den Moment miterlebt, als die Dinge kippten, als aus etwas Schönem etwas Schreckliches wurde. Er hatte das Blut im Schnee gesehen.“ (S. 54)

Inhalt: Duncan geht in die Abschlussklasse des Irving-Internats. Dort ist es Brauch seinem Nachfolger ein Geschenk im Zimmer zu hinterlassen. Duncan bekommt etwas ganz besonderes von Tim: Eine handvoll CD’s auf denen Tim die Ereignisse des letzten Jahres Revue passieren lässt. Eine Zeit die Duncan zu gern vergessen würde.

Leseeindruck: Mir haben Tims Kapitel etwas besser gefallen als die mit Duncans Geschichte. Tim spricht auf den CD’s aus der Ich-Perspektive und so erfährt man seine ganz persönliche Sicht auf die Dinge. Schnell wird klar, dass Tim besonders ist. Er ist Albino und noch dazu ein Neuling, denn er ist erst im letzten Jahr nach Irving gekommen. Die Geschichte ist recht spannend, denn es wird vieles nicht ausgesprochen. Schließlich weiß Duncan ja welche Vorfälle Tim anspricht. Nur eben der Leser bleibt unwissend zurück. Seite für Seite habe ich gewartet, wann ich endlich erfahre, was nun im letzten Jahr an der Schule passiert ist. Ganz speziell kommt die Frage auf: Was ist mit Vanessa passiert und was hat Tim damit zu tun.
Der Weg zur Aufklärung ist gespickt mit vielen Überraschungen. Unterbrochen wird Tims Erzählung von Duncans Erlebnissen der Gegenwart. Dieser Wechsel bringt viel Spannung, auch wenn ich Duncans Schuljahr im Vergleich nicht ganz so interessant fand. Trotz vieler Unterschiede in den Erlebnissen haben sie eines gemeinsam. Beide Jungs entdecken die Liebe für sich. Die Gefühle kommen also nicht zu kurz. Nur gut, dass es an keiner Stelle zu kitschitg wird. So ist die Story wirklich unterhaltsam und abwechslungsreich.

Leider bleiben für mich am Ende noch einige Fragen offen. Ich kann zwar durchaus nachvollziehen weshalb sich die Autorin für diesen Weg entschieden hat, trotzdem wurde mein Leseeindruck etwas getrübt.

Lieblingsnebencharakter: Einen Englischlehrer wir Mr. Simon wird sich wohl der eine oder andere Leser wünschen. Er ist für seine Schüler auch abseits des Unterrichts da. Außerdem sorgt er mit seinem Tragödieaufsatz für den roten Faden der Geschichte.

Fazit: Etwas Romantik gepaart mit Spannung ergeben tolle Unterhaltung und das mit Sicherheit nicht nur für Jugendliche. Für die volle Punktzahl fehlen mir am Ende aber doch ein paar Antworten, daher gibts 4/5 Sterne.

Bewertung:
4 Stars

Bibliographische Angaben:
Titel: So wüst und schön sah ich noch keinen Tag.
Autorin: Elizabeth LaBan (Übersetzung: Birgitt Kollmann)
Verlag: Hanser
ISBN: 9783446250826
Ausgabe: Hardcover (16,90 €)
empfohlenes Lesealter: ab 13 Jahre

Rezension: „Seiten der Welt – Nachtland“ von Kai Meyer

„Seiten der Welt – Nachtland“ von Kai Meyer (Bildquelle: Fischer FJB)

„‚Das meine ich nicht, und das weißt du auch. […] Wir haben gewusst, gegen wen wir kämpfen und welche Ziele die Akademie verfolgt. Heute wisse wir überhaupt nichts mehr. Alles ist nur noch ein schreckliches … ich weiß nicht, Durcheinander.'“ (S. 373)

Inhalt: Der Widerstand gegen die Adamistische Akademie formiert sich neu, nachdem eine ganze Reihe Exlibri Zuflucht in der Residenz von Furias Familie gefunden haben. Furia und ihre Freunde Finnian und Cat versuchen die Akademie zu schwächen, um allen Bewohnern der bibliomantischen Refugien ein friedliches Leben zu ermöglichen. Neben vielen alten Bekannten bekommt es Furia nun aber auch noch mit den Mitgliedern der Drei Häuser zu tun. Und in den Nachtrefugien steigt eine Macht empor, die alles zu verschlingen bedroht. Eine Menge Spannung ist also garantiert.

Leseeindruck: Die Story legt ein ziemliches Tempo vor. Kaum hat die Geschichte angefangen, ist man auch schon wieder mitten drin und hat kaum Zeit, sich an den ersten Band zu erinnern. Trotzdem kommt man gut rein in die Story, da an der einen oder anderen Stelle die vergangen Ereignisse nochmal mit dem Hier und Jetzt in Verbindung gebracht werden. Trotzdem muss man gerade im ersten Drittel sehr aufmerksam lesen, um den Faden nicht zu verlieren, da die Beweggründe der einzelnen Figuren recht komplex sind. Noch dazu kommen eine Menge neuer Figuren hinzu, die man zunächst einordnen muss. Wer sich von der vielschichtigen Story nicht abschrecken lässt, der wird spätestens nach der Hälfte auf seine Kosten kommen.
Viele alte Bekannte tauchen auf, mit denen man mitfiebert und eine Menge abenteuerliche Dinge erlebt. Noch dazu spielt nun auch die Vergangenheit der einzelnen Figuren eine größere Rolle. Dennoch hätte ich mir eine größere Charakterentwicklung gewünscht. Im Vergleich zum ersten Band sind hier kaum Unterschiede zu erkennen. Vielleicht liegt das auch am hohen Tempo, mit dem die Geschichte vorangetrieben wird. An der einen oder anderen Stelle hätte ich als Leser auch mal eine Verschnaufpause gebraucht, um mit den neuen Gegebenheiten klarzukommen. Gerade Isis Gemütszustand könnte mehr Raum einnehmen, da sie eine Menge aufs Spiel setzt, um sich für den Widerstand einzusetzen.
Die Vielzahl der Charaktere findet sich auch an den unterschiedlichsten Orten wieder. Durch die Sprünge, die Bibliomanten wie Furia mit Hilfe von Büchern machen können, reisen die Figuren um die ganze Welt. Das macht die Geschichte sehr abwechslungsreich und doch hatte ich am meisten Freude, sobald die Handlung in der Residenz gespielt hat.
Die Residenz strahlt eine gewisse Sicherheit aus, ich konnte also auch als Leser den Familiensitz der Rosenkreuz als Zuflucht nutzen 🙂 Das Zusammenleben der Exlibri bietet eine Menge Abwechslung und ich hätte gern noch mehr darüber erfahren. Immerhin Pip, der kleinere Bruder Furias, bleibt uns erhalten. Er ist ein liebenswürdiger kleiner Kerl, der einen ziemlich guten Draht zu den Exlibri hat. Schade nur, dass die Leselampe und der Lesesessel so selten in Erscheinung treten. Ich könnte ihnen bei ihren Streiterein ewig zuhören. Dafür sorgt Furias Seelenbuch, ein Schnabelbuch, für viele bissige Kommentare.
Es gibt so viele tolle bibliomantische Erscheinungen, da finde ich die Lösung des Hauptkonflikts doch unpassend, aber lest selbst. Zumindest ist sie schlüssig und mach definitiv Lust auf den dritten Teil. Denn man merkte diesem Band schon an, dass er einen Übergang zum Finale herstellen soll. Es bleiben eine Menge offener Fragen, auf deren Antwort wir wohl noch eine Weile warten müssen.

Lieblingsnebencharakter: Patience, der Exlibri aus dem „Nackenbeißer“-Roman, ist so ein durch und durch guter Kerl, man kann ihn einfach nur gern haben. Er ist eine Art Aufpasser besonders für Pip und nimmt seine Rolle sehr ernst. Sein Schicksal hat mich wirklich berührt, denn an ihm merkt man erstmal, was es heißt aus seiner Geschichte zu fallen. Er meistert die neue Rolle mit Hilfe seiner neuen Freunde sehr gut. Kurz und gut, er hat das Herz einfach am richtigen Fleck. Ich hoffe, wir begegnen ihm im nächsten Buch wieder.

Fazit: Mir gefällt die Idee der Geschichte. Das gedruckte Buch mit all seiner Ausstrahlung steht im Mittelpunkt. Mit Hilfe von Büchern können Bibliomanten fantastische Dinge erreichen und haben eine tolle Welt erschaffen, die nun bedroht ist. Die Geschichte ist wirklich einfallsreich und spannend mit vielen skurrilen, liebenswerten aber auch hinterhältigen Charakteren. Ich hätte mir mehr Charakterentwicklung gewünscht und dafür vielleicht den einen oder anderen neuen Charakter weniger, denn an einigen Stellen war es wirklich schwierig den Überblick zu behalten. Gerade im ersten Drittel der Geschichte gibt es einige schleppende Passagen, da der Leser auf dem Laufenden gehalten werden muss, um dann wieder durch die Story zu rasen. Dieser Wechsel hat mich ein wenig gestört. Manchmal hatte ich das Gefühl es soll zu viel Information in eine Szene gepackt werden.
Insgesamt vergebe ich gute 3 von 5 Sternen, da man der Story anmerkt, einen Bogen zum Finale zu schlagen, bleiben viele Fragen offen. Wer den ersten Band mochte, der wird einiges Neues über die bibliomantische Welt und die Adamistische Akademie lernen und viele alte Bekannte wieder treffen. Man sollte sich aber auch darauf einstellen, neue Charaktere ins Herz zu schließen.

Bewertung:
3 Stars

Bibliographische Angaben:
Titel: Seiten der Welt – Nachtland (Seiten der Welt – Band 2)
Autor: Kai Meyer
Verlag: Fischer Verlage (Fischer FJB)
ISBN: 9783841421661
Ausgabe: Hardcover (19,99€)

Reihenabfolge:
Band 1: Seiten der Welt (Rezension)
Band 2: Seiten der Welt – Nachtland

 

 

 

Gemeinsam Lesen: „Seiten der Welt – Nachtland“

gemeinsam lesen

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

„Seiten der Welt – Nachtland“ von Kai Meyer aus dem Fischer Verlag. Ich bin auf Seite 135.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„Sie täuschen sich in Isis.“

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Nachtland ist der zweite Teil der „Seiten der Welt“-Trilogie. Band 1 hat mir schon unwahrscheinlich gut gefallen (hier findet ihr meine Rezension dazu), denn es ist eine tolle Mischung aus Abenteuer, Fantasy und noch dazu ein Buch über Bücher.
Zwischen beiden Büchern liegen nur ein paar Monate und die Handlung geht auch schon wieder rasant los. Bisher gab es auch schon ein Wiedersehen mit vielen alten Bekannten. (Allerdings warte ich auch noch auf einige). Die Welt voller Bibliomantik, Exlibris und allen anderen fantastischen Dingen gefällt mir wirklich gut. Ich freue mich, jetzt mehr über die Drei Häuser und die Adamistische Akademie zu erfahren.

4. Wie macht ihr es wenn ihr 10 Bücher habt, und euch einfach nicht entscheiden könnt, was euer nächstes Buch wird?

Oh, leider kann ich mich sehr oft nicht entscheiden, was ich als nächstes lesen will, daher lese ich häufig mehrere Dinge parallel. (Ein Buch für die Pause, eines auf dem Nachttisch, usw.) Grundsätzlich ist es aber eine Bauchentscheidung, denn manchmal will ich sofort wieder etwas ähnliches Lesen und ein anderes Mal, suche ich Abwechslung. Es ist also wirklich schwierig diese Frage zu beantworten.

Wer mehr erfahren will: Gemeinsam Lesen ist eine Aktion von Weltenwanderer und Schlunzen-Bücher.