Archiv der Kategorie: dtv

Neue Mitbewohner im Regal

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„Der Blackthorn Code – Das Vermächtnis des Alchemisten“ von Kevin Sands (dtv):
Ein Jugendbuch in dem es um Magie, Heiltränke und geheime Codes geht. Das Cover ziert eine grüne Schlange, die mich neugierig auf die Story gemacht hat. Mal wieder ein Buch, das wegen des tollen Covers bei mir einziehen darf.

„Elanus“ von Ursula Poznanski (Loewe):
Dieses Buch habe ich mir im Urlaub zugelegt. Zu einem richtigen Urlaub gehört schließlich auch ein Mitbringsel 🙂 Ursula Poznanski gehört für mich zu den Autorinnen, deren Bücher ich blind kaufen würde. Bisher haben mir alle Bücher gefallen, die ich bisher von ihr gelesen haben. Ich denke mit Elanus wird es mir genauso gehen. Es ist wieder ein Jugendbuch, in dem die technischen Möglichkeiten von heute eine große Rolle spielen. Ich bin mal gespannt und erhoffe mir einen spannenden, temporeichen Roman.

„Als die Träume noch uns gehörten“ von Marian Izaguirre (Fischer Verlage):
Alles dreht sich um eine kleine Buchhandlung in Madrid. Allein das reicht mir schon, um auf ein Buch aufmerksam zu werden. Ich liebe einfach Bücher über Bücher. Dieses Buch ist meine aktuelle Lektüre und bisher kann ich sagen, dass es mir gefällt. Mehr dazu könnt ihr im Blogbeitrag lesen.

„Federflüstern“ von Holly-Jane Rahlens (Rowohlt):
Der zweite Band nach „Blätterrauschen“ bei dem sich alles um Zeitreisen dreht. In diesem Abenteuer landen die Kids im Berlin der 1890er Jahre. Mir hat das Kinderbuch sehr gut gefallen. Hier gehts zur Rezension. Ein Dank geht an Lovelybooks, den Verlag und die Autorin, dass ich im letzten Monat an einer sehr netten Leserunde teilnehmen durfte.

„Harry Potter und das verwunschene Kind“ von J.K. Rowling, Jack Thorne und John Tiffany (Carlsen):
Zu diesem Buch muss ich wohl nicht viel sagen. Harry Potter begleitet mich nun schon so viele Jahre, da war ich auf die Umsetzung des Theaterstücks gespannt. Für mich war es eine tolle Reise zurück nach Hogwarts mit einem Wiedersehen vieler liebenswerter Figuren. Allein schon deswegen hat sich das Lesen gelohnt (Und die viel zu kurze Nacht 🙂 ) Ein anderer aber trotzdem gelungener Band 8 der Harry-Potter-Reihe.

„Das Tesla-Beben“ von Andy Deemer (Aladin):
Der zweite Band der Stormglass-Reihe. Es geht um jugendliche Geheimagenten, die es mit ziemlich üblen Gangstern zu tun bekommen. Ein Jugendbuch im Stile James Bonds. Mal sehen, ob der dieser Band mit dem ersten mithalten kann. Dank vorablesen darf dieses Buch absofort in meinem Bücherregal wohnen.

„Dunkelsprung“ von Leonie Swann (Goldmann):
Die Story ist sehr skurril. Es geht um einen Flohzirkus in London, noch dazu kommt eine verwunschene Villa und eine geheimnisvoll Meerjungfrau vor. Nach den Schafskrimis „Glennkill“ und „Garou“ bin ich auf den Flohroman sehr gespannt. Ich erhoffe mir eine Portion Spannung und Humor.

Rezension: „Der Teufel von New York“ von Lyndsay Faye

Cover

„Der Teufel von New York“ von Lyndsay Faye (Bildquelle: dtv)

„Stellen Sie sich irgendeine schreckliche Sache vor, die unmöglich wahr sein kann, und seien Sie sicher, sie wurde auf der Bühne New Yorks schon öfter mit Applaus und Zugabe aufgeführt, als Sie glauben möchten.“ (S. 84)

Inhalt: New York 1845. Timothy Wilde führt ein einfaches, aber durchaus zufriedenes Leben als Barkeeper in New York. Bis ihn ein schreckliches Ereignis zum Polizisten des neugegründeten NYPD macht und er gleich zu Beginn seiner Karriere einen Serienmörder schnappen muss, der 19 Kinderleichen vergraben hat. Tja, und als wäre das alles nicht schon genug, spielt die ganze Tat auf einem politisch und religiösem Pulverfass. Demokraten gegen Republikaner, Protestanten gegen Katholiken, New Yorker gegen irische Einwanderer. Zwischen all dem muss sich Tim behaupten, der privat mit seinem Bruder Val (Police Captain, Feuerwehrmann und Trunkenbold) genügend Probleme hat. Seinen Anfang nimmt alles mit der kleinen Bird, die Tim mit blutbeschmiertem Nachthemd in die Arme läuft….

Leseeindruck: Mich haben der spannende Klappentext und die Thematik New York / Irische Einwanderer dazu bewogen den Debütroman von Lyndsay Faye zu lesen. Die Story konnte mich nicht ganz überzeugen, da für mich zu viele Schauplätze aufgetan wurden. Parteien, Bordelle, Priester, Pfarrer, Banden alle spielen eine Rolle in dem Fall. Würden die Fäden am Ende nicht durch Tim zusammengeführt, hätte ich völlig den Überblick verloren. Für mich ergab wirklich erst am Ende alles einen Sinn (letztendlich auch zufriedenstellend). Daher war die Story zwischenzeitlich etwas zu zäh für meinen Geschmack und ich habe mich streckenweise durch die Kapitel quälen müssen. Es tauchen eine Unmenge an Charakteren auf, die wiederum das New York ihrer Zeit gut abbilden. Dennoch kratzt vieles nur an der Oberfläche und die Figuren bleiben Stereotypen ihrer Zeit. Eine Ausnahme bildet hierbei Bird, die sich durchaus wandelt und vom störrischen, traumatisiertem Kind zu einer echten kleinen Freundin wird und auch eine Entwicklung durchmacht. Ein interessanter Aspekt ist die Sprache im Roman. Tim schildert die Ereignisse als eine Art Polizeibericht. Die Geschichte wird chronologisch aus seiner Sicht erzählt. Die Figuren bedienen sich einer Gaunersprache, deren Vokabeln am Ende des Buches erläutert werden. Ich für meinen Teil bin auch ohne die „Übersetzung“ gut zurecht gekommen. Auch wenn die Vokabeln teilweise recht gewöhnungsbedürftig sind, haben sie den Lesefluss nicht gestört. Jedes Kapitel beginnt mit einer authentischen Zeitungsmeldung und hilft dem Leser nochmal in die Zeit um 1845 zu reisen.

Lieblingsnebencharakter: Mrs. Boehm, Tims Vermieterin, die früh verwitwet ist und nun die Bäckerei ihres Mannes alleine führt. Obwohl Tim ein fremder junger Mann ist, unterstützt sie ihn bei seiner Arbeit und bietet auch Bird Schutz und Ruhe. Sie ist die gute Seele des Buches.

Fazit: Eine gute Mischung aus Historischem Roman und Krimi. Wer New York, die Zeit um 1850 oder beides mag für den ist der Roman sicher etwas. Die Stadt in ihrer Zeit wird anschaulich abgebildet und man fühlt sich wie auf einer Zeitreise. Wer allerdings einen Krimi sucht, der absolut spannend ist, der wird nicht unbedingt zufrieden sein. Obwohl eine Menge falscher Spuren gelegt werden und einiges an unerwartetem passiert, kam nie das Gefühl auf, dass ich jetzt unbedingt noch ein Kapitel lesen müsste. Den Punktabzug gibts, da mir die Story doch etwas zu verworren war und mein Lesevergnügen dadurch gelitten hat.

Bewertung:
3 Stars

Bibliographische Angaben:
Autor: Lyndsay Faye (Übersetzung: Michaela Meßner)
Titel: Der Teufel von New York
Verlag: dtv
Ausgabe: Paperback (15,90 €)

Neue Mitbewohner im Regal

Pünktlich zum Wochenende dürfen wieder neue Bücher in mein Regal einziehen.  🙂 Wie immer macht es besonders Spaß einen hübschen Platz für die neuen Schätze zu finden, das Cover und natürlich den Klappentext zu begutachten. Ich hoffe, wir können Woche für Woche einen Blick auf die Neuzuänge werfen und vielleicht kennt ihr ja auch schon das eine oder andere Buch oder ihr lasst mich wissen, über welche Rezension ihr euch am meisten freuen würdet.

Neu im Bücherregal diese Woche:

 Neuzugänge KW31

„Sie ging nie zurück“ von Emma Brockes (dtv Verlag): Es wird die wahre Familiengeschichte von Emma Brockes erzählt. Ihre Mutter stammt aus Südafrika und wanderte als junge Frau nach England aus. Sie trägt ein bedrückendes Geheimnis mit sich rum, was sie zu einer sonderbaren Frau macht. Emma versucht nach dem Tod ihrer Mutter, das Familiengeheimnis zu lüften. Mit diesem Buch habe ich schon begonnen, da es aber keine leichte Lektüre ist, habe ich es zwischenzeitlich wieder aus der Hand gelegt. Ich hoffe aber, dass ich es in den nächsten Tagen zu Ende lesen werde.

„Ein Mann namens Ove“ von Fredrik Backmann (Fischer Verlag): eine skurille, humorvolle Geschichte aus Schweden. So richtig weiß ich nicht mal, was mich bei diesem Buch erwartet, aber auf dem Cover sieht man eine getigerte Katze (was grundsätzlich schon mal ein gutes Zeichen ist 🙂 ) und einen älteren Herren. Ich hoffe also auf eine etwas kautzige Geschichte mit großem Unterhaltungswert.

Rezension: „Zwölf Leben“ von Ayana Mathis

Titelbild

Ayana Mathis: Zwölf Leben (Bildquelle: dtv)

„Das Schicksal hatte Hattie dazu ausersehen, Georgia zu verlassen, elf Kinder in die Welt zu setzen und sie im Norden anzusiedeln, aber da war sie selbst noch ein Kind gewesen und der Aufgabe, die ihr gestellt worden war, nicht im Mindesten gewachsen.“ (S. 352)

Inhalt: Hattie ist die Mutter von elf Kindern und die Großmutter einer Enkelin. Nachdem sie als junge Frau Georgia verlassen hat, lebt sie nun mit ihrem Mann August und den Kindern in Philadelphia. Nachdem Hattie einen schweren Schicksalsschlag verkraften musste, ist sie eine gebrochene Frau. Die Geschichte spielt zwischen 1925 und 1980 und erzählt in zwölf Kapiteln die Geschichte der Familie.

Leseeindruck: Der Erzählstil hat mir wirklich gut gefallen. Jedem Kind ist ein eigenes Kapitel gewidmet und spielt in einem anderen Jahr. Allerdings sollte man als Leser auch gewillt sein, sich auf diesen Stil einzulassen, denn die Story wird in einzelnen Episoden erzählt. Es ist jeweils eine Momentaufnahme aus dem Leben eines der Kinder, in die der Leser eintauchen kann. Sie befinden sich auch alle jeweils in einem anderen Stadium ihres Lebens. Es bleiben viele Leerstellen, die sich der Leser selbst erschließen muss. Dieser Aspekt hat mir einerseits sehr gut gefallen, es ist eine schöne Idee, die der Handlung Dynamik und Abwechslung beschert. Andererseits ist es ein bisschen schade, dass die zwölf Kapitel streckenweise wie zwölf eigenständige Kurzgeschichten wirken. Ich hätte mir mehr Gemeinsamkeiten zwischen den Geschwistern gewünscht. Der gemeinsame Mittelpunkt aller Geschichten ist eindeutig Hattie, die ihr Leben fast vollständig in den Dienst der Familie stellt. Sie ist die Verbindung zwischen den Geschwistern, die sonst nur wenige Berührungspunkte haben.

Der Grundton der Story ist eher düster, alle Geschichten haben bei mir einen bedrückenden Eindruck hinterlassen. Keine der Figuren scheint das Glück im Leben gefunden zu haben. Alle kämpfen mit den teilweise schwierigen gesellschaftlichen Bedingungen und auch ihren eigenen inneren Dämonen. Ich hätte mir wenigstens einen Funken der Hoffnung gewünscht, denn leider hat sich die düstere Stimmung auch auf mein Gemüt geschlagen. Das hatte dann wieder zur Folge, dass ich das Buch über Tage habe liegen lassen, weil ich trotz der tollen Charaktere nicht weiterlesen wollte.

Lieblingsnebencharakter: Bei diesem Buch war ich kurz davor diese Kategorie freizulassen, da alle Figuren wundervoll gezeichnet sind, mit all ihren Problemen und auch verschiedener Sichtweisen. So mochte ich August die meiste Zeit überhaupt nicht, aber an einigen Stellen kommt ganz konzentriert seine sympathische und väterliche Seite zum Ausdruck. Es ist der Autorin in ihrem Erstlingswerk gelungen viele großartige tiefgründige, lebendige und vor allem glaubwürdige Charaktere zu schaffen.
Mein Bauch hat entschieden und ich wähle Sala, die junge Enkelin Hatties. Einfach aus dem Grund, dass mit ihr mal ein Kind in jungen Jahren im Mittelpunkt steht und in ihrem Kapitel auch das Gedankenleben von Hattie einen Platz bekommt. Dadurch bekommt man zum Ende des Buches nochmal viele neue Einblicke.

Fazit: Eine Familiengeschichte, die vor Problemen nur so strotzt. Kaum ein Fünkchen Hoffnung keimt auf für Eltern und Kinder. Das hat bei mir einen faden Beigeschmack hinterlassen. Über viele Seiten hinweg ist es eine Art Gesellschaftsstudie des Lebens einer afroamerikanischen Familie über zwei (bzw. drei) Generationen hinweg. Der Erzählstil ist sicher ein großer Pluspunkt genauso wie die bildhafte Sprache. Zwei Punkte Abzug, da mir die einzelnen Storys zu düster waren und es schwer war den Zusammenhang zwischen den Geschichten herzustellen. Hattie war der einzige rote Faden, der auch nicht immer zu leicht zu erkennen war. Dennoch bin ich froh, dass ich dieses Buch gelesen habe. Ich kann es definitiv empfehlen, für alle die eine Geschichte lesen wollen, bei der alle Charaktere eine interessante Geschichte haben.

Bewertung:
3 Stars

Bibliographische Angaben
Titel: Zwölf Leben
Autor: Ayana Mathis
ISBN: 9783423280280
Verlag: dtv