Archiv der Kategorie: Fischer

Gemeinsam lesen: „Das Labyrinth der Lichter“ von Carlos Ruiz Zafón

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese im Moment „Das Labyrinth der Lichter“ von Carlos Ruiz Zafón (S.Fischer) und bin auf Seite 126 von 939.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„Er ging jeden Tag zum Nordbahnhof, wo er Stunden damit verbrachte, die Schließfächer der Gepäckaufbewahrung in der Halle zu betrachten beziehungsweise zu überwachen.“

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

„Das Labyrinth der Lichter“ ist der letzte Band der Barcelona-Saga von Carlos Ruiz Zafón. Ich habe bisher noch nicht alle Teile der Reihe gelesen, sondern nur Band 3 („Der Gefangene des Himmels“) und es ist genau wie der Autor auch selbst sagt: Man kann die Bände in einer beliebigen Reihenfolge lesen und trotzdem funktionieren sie. Der Zauber der Geschichte kommt wieder wunderbar zum tragen. Dieser Teil der Geschichte führt die letzten Fäden der Geschichte zusammen. Oder wie in meinem Fall: Ich lerne nach und nach mehr über die Figuren der Geschichte.
Der Hauptteil der Geschichte spielt bisher 1959 in Barcelona. Fermín, Mauricio Valls und auch die Buchhandlung Sempere & Söhne spielen wieder eine Rolle. Es geht um Intrigen, Geheimnisse und natürlich auch politische Verwicklungen vom zweiten Weltkrieg bis zur Franco-Ära. Bisher gefällt mir „Das Labyrinth der Lichter wirklich gut. Auch, wenn es schon einige Jahre her ist, dass ich eines der „Barcelonabücher“ gelesen habe, war ich doch sofort wieder drin in der Story. Carlos Ruiz Zafón ist ein Meister darin Geschichten zu erzählen. Die Figuren sind vielschichtig und bieten eine Menge Stoff für die weiteren Seiten. Ich denke es wartet wieder eine komplexe Handlung auf mich, auf die ich mich gern einlasse. Hoffentlich komme ich so gut voran, wie bisher.

4. Ist es dir wichtig auch andere Menschen (z.B. deine eigenen Kinder, Freunde, Kollegen, Familie, etc.) fürs Lesen zu begeistern?

Es freut mich immer, wenn auch die Menschen in meiner Umgebung zum Buch greifen und im Idealfall kann man dann auch über die gelesenen Bücher plaudern, oder Tipps austauschen. Also ja, ich tue mein bestes, damit auch andere ihre Freizeit zum Lesen nutzen. Zum Glück bin ich in meinem Freundeskreis nicht die einzige Leseratte 🙂 Ich bin auch der Meinung, dass es für jeden (auch Lesemuffel) ein passendes Buch gibt, man muss es eben nur finden. Beim Lesen geht es schließlich in erster Linie um gute Geschichten und darunter versteht ja jeder etwas anderes. Es ist mir auch zunächst egal, was die Leute lesen, Hauptsache, es gibt überhaupt Bücher im Haushalt.

Wer mehr erfahren will: Gemeinsam Lesen ist eine Aktion von Schlunzen-Bücher.

Lasst mir gern einen Kommentar da, was ihr gerade so lest.

Leipziger Buchmesse 2017

Kaum zu glauben, aber die diesjährige Buchmesse ist nun auch schon wieder Geschichte und endlich habe ich die Zeit gefunden, meine Highlights hier zusammenzufassen. Ich hatte wieder das Glück mich an allen vier Tagen auf der Messe und in der Stadt rumtreiben zu dürfen. Es war mal wieder sehr schön (anstrengend) 🙂 .

Marina Heib liest aus „Drei Meter unter Null“

Los ging es am Donnerstag mit einem gemütlichen Gang durch die ersten Hallen dort haben wir uns mehr oder weniger treiben lassen. Hier und da mal eine Lesung oder ein Gespräch (davon gibt es auf der Messe mehr als genug). Richtig spannend wurde es bei der Lesung von Marina Heib aus ihrem Buch  „Drei Meter unter Null“ (Heyne Encore). Diese Veranstaltung haben wir spontan besucht, aber sie ist mir im Gedächtnis geblieben und das Buch ist auf meine Wunschliste gewandert. Es geht um eine ganz durchschnittliche Frau (ohne Namen), die beschließt ihrer eigentlichen Bestimmung nachzugehen, Mörderin zu sein. Die Autorin hat mich schon überzeugt, noch bevor sie aus dem Buch gelesen hat. Ich will unbedingt mehr über diese Frau wissen, die keinen Namen hat, obwohl er doch eine wichtige Rolle zu spielen scheint. Der Textauszug hat mich total fasziniert. Die Eindrücke der Protagonistin werden derart sachlich beschrieben, dass es einem eiskalt den Rücken runter läuft, man kann die Kälte und Mordlust förmlich spüren.

Der Abend stand dann ganz im Zeichen der Ladies. Bei der Ladies Night im Chocolate haben Doris Knecht („Alles über Beziehungen“ aus dem Rowohlt Verlag), Verena Lugert („Die Irren mit dem Messer“ erschienen bei Droemer Knaur), Susann Pásztor („Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster“ erschienen bei Kiepenheuer & Witsch) und Steffi von Wolff („Später hat längst begonnen“ aus dem S. Fischer Verlag) gelesen. Vier Frauen, deren Bücher unterschiedlicher nicht hätten sein können. Es gab Komisches bei Steffi von Wolff, Bewegendes von Susann Pásztor und auch Sachliches zum Thema Kochen bei den „Irren mit dem Messer“ zu hören.

Doris Knecht (rechts) lauscht der Lesung von Susann Pásztor


Mein Highlight war hier allerdings Doris Knecht mit ihrem Roman „Alles über Beziehungen“ (Rowohlt). Die Hauptfigur Viktor ist ein Typ, bei dem man sich nicht entscheiden kann, ob er ein A…loch ist, ein bedauernswerter Loser oder von der Frauenwelt nur falsch verstanden ist. Viktor erzählt dem Leser von seinen verflossenen Liebschaften, Affären aber auch seiner Ehefrau, mit der er seit Jahrzehnten zusammen ist. Dabei geht so einiges schief, wofür Viktor natürlich nie etwas kann. Doris Knecht hat den Passagen auch noch mit ihrer herrlichen Wiener Schnauze den richtigen Ton verpasst. Auch wenn ich das Buch bisher nur von der Lesung kenne, würde ich es jedem empfehlen, der humorvolle und anspruchsvolle Frauenliteratur sucht. (Sorry, für Männer ist das wohl nix, denn die kommen einfach nicht gut weg 😉 )

Am Freitag hat es uns zu einer Lesung auf der Fantasy-Insel verschlagen. Markus Heitz hat aus seinem neuen Roman „Des Teufels Gebetbuch“ (Knaur) gelesen. Dabei geht es um eine Art teuflisches russisch Roulette mit Karten. Die Geschichte des Kartenspiels, gepaart mit einer Prise Horror und Thriller, spielt in dem Buch eine große Rolle. Mich hat die Lesung in jedem Fall neugierig gemacht. Was hat es mit der uralten geheimnisvollen Karte auf sich? Das alles klang spannend und mysteriös. Ich bin wohl eine der wenigen, die bisher noch keine Bücher von Markus Heitz gelesen hat. Dies wird sich aber bald ändern, denn er hat es geschafft mich mit seiner Begeisterung für das Thema Kartenspiel anzustecken. Ich bin gespannt. Das letzte Buch, das ich gelesen habe und  in dem es um teuflische Spielkarten ging, hat mir schließlich auch gefallen. (Es war Dancing Jaxx von Robin Jarvis)

Später hieß es wieder geduldig sein, denn wir wollten uns einen guten Platz bei einer Veranstaltung mit Sebastian Fitzek in der LVZ-Autorenarena sichern. Um bei diesem Vorhaben erfolgreich zu sein, sollte man viel Zeit mitbringen, also haben wir uns frühzeitig zum Stand begeben und uns auch noch die vorherigen Veranstaltungen angesehen. Eine davon war ein Gespräch mit Harald Martenstein zu seinem Buch „Im Kino“ (C. Bertelsmann). Darin erzählt der Autor, was er alles schon für Erfahrungen im Kinosaal als Filmkritiker gemacht hat. Einfach nur herrlich. Harald Martenstein hat eine wahre Gabe seine Umgebung zu beobachten und das Erlebte in Worte zu fassen. Dabei hat der Leser wahrhaftig das Gefühl mit ihm im Kinosaal zu sitzen. Ich bin unheimlich froh, dass ich an dieser unterhaltsamen Lesung teilhaben konnte. Ich werde ab sofort das Kino mit anderen Augen sehen und mir „Im Kino“ nochmal in voller Länge zu Gemüte ziehen.

Unsere Mühe hatte ich also gelohnt und wir konnten gute Plätze in der Arena ergattern, um den Worten von Sebastian Fitzek zu seinem neuen Thriller „AchtNacht“ (Droemer) zu lauschen. In seinem neuen Thriller geht es um ein gigantisches gesellschaftliches Experiment, das aus dem Ruder läuft. Denn für eine Nacht ist ein Mensch vogelfrei, dessen Name aus einer Art Todeslotterie gezogen wurde. Die Idee ist wieder einmal ganz anders und obwohl man sofort denkt: „So etwas kann es doch gar nicht geben“, hat mich die Ausgangssituation doch sofort gepackt. Mal sehen in welche psychologische Abgründe wir dieses Mal geführt werden. Ich werde mich auf jeden Fall auch auf dieses Experiment einlassen. „AchtNacht“ verspricht ein packender Thriller zu werden.

Am Abend ging es zu einer Lesung von Anne Freytag in die Südvorstadt. Sie hat aus ihrem neuen Roman „Den Mund voll ungesagter Dinge“ (Heyne fliegt) gelesen. Ich halte mich mal an den Wunsch der Autorin und werde nicht versuchen den Roman in ein Genre einzuordnen. Es geht um die 17jährige, die mit ihrem Vater ins weit entfernte München zieht und dort Fuß fassen muss. Dazu gehört für sie auch eine ganz neue Erfahrung: Sie verliebt sich in das Nachbarsmädchen. Gefühlschaos ist also vorprogrammiert. Ein guter Roman für junge (aber auch alte) Leser, der in keine Schublade passt und keine Klischees bedient. Die Sprache glänzt dabei durch Direktheit. Ich fühlte mich für die Zeit der Lesung gut unterhalten und werde mir den Namen Anne Freytag in jedem Fall merken.

Die nächste Lesung an diesem Abend war Takis Würger. Er hat aus seinem Roman „Der Club“ (Kein & Aber) gelesen. Die Atmosphäre, die im Roman vorherrscht, ist mir dabei viel mehr in Erinnerung geblieben, als die eigentliche Story. Es geht um einen Boxclub in Cambridge, in dem vor Jahren ein Verbrechen passiert ist. Hans bekommt Zugang zu dem Club, obwohl er aus einfachen Verhältnissen stammt und so überhaupt nicht in dieses elitäre Umfeld passt. Er soll auf Geheiß seiner Tante die Wahrheit herausfinden. Dennoch ist es kein klassischer Krimi, denn nicht die Auflösung des Falls steht im Vordergrund, sondern Hans‘ Entwicklung. Ich finde seinen Charakter unglaublich spannend. Gerne will ich mehr über ihn erfahren, denn er ist kein typischer Cambridgestudent. Er ist ein Held, der keiner sein will, der mehr reagiert als agiert. Ich bin wirklich gespannt, wie er sich schlägt und wie die Geschichte für ihn persönlich ausgeht.

Am Samstag haben wir uns mal vom Messetrubel ferngehalten und bei schönstem Frühlingswetter an einer Krimi-Stadtralley teilgenommen. Das war mal was anderes und hat  wirklich Spaß gemacht.

Sebastian Fitzek bildete auch den Schlusspunkt meines Messeprogramms. Am Sonntag erzählte er neben Geschichten rund um „AchtNacht“ auch noch eine nette Anekdote, wie es zu seinem Kinderbuch „Stinki und Pupsi“ kam 😉 Bei drei kleinen Kindern und vergessenem Vorlesebuch muss man sich als kreativer Autor eben schnell eine Geschichte ausdenken…

Es waren wieder einmal sehr schöne vier Tage. Ich freue mich schon aufs nächste Jahr und werde hoffentlich die auch hier die Zeit finden, das eine oder andere Buch meiner angewachsenen Wunschliste vorzustellen.

Welche Frühjahrsneuheit hat es denn auf euren Wunschzettel oder gar schon ins Regal geschafft?

 

Neue Mitbewohner im Regal

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„Der Blackthorn Code – Das Vermächtnis des Alchemisten“ von Kevin Sands (dtv):
Ein Jugendbuch in dem es um Magie, Heiltränke und geheime Codes geht. Das Cover ziert eine grüne Schlange, die mich neugierig auf die Story gemacht hat. Mal wieder ein Buch, das wegen des tollen Covers bei mir einziehen darf.

„Elanus“ von Ursula Poznanski (Loewe):
Dieses Buch habe ich mir im Urlaub zugelegt. Zu einem richtigen Urlaub gehört schließlich auch ein Mitbringsel 🙂 Ursula Poznanski gehört für mich zu den Autorinnen, deren Bücher ich blind kaufen würde. Bisher haben mir alle Bücher gefallen, die ich bisher von ihr gelesen haben. Ich denke mit Elanus wird es mir genauso gehen. Es ist wieder ein Jugendbuch, in dem die technischen Möglichkeiten von heute eine große Rolle spielen. Ich bin mal gespannt und erhoffe mir einen spannenden, temporeichen Roman.

„Als die Träume noch uns gehörten“ von Marian Izaguirre (Fischer Verlage):
Alles dreht sich um eine kleine Buchhandlung in Madrid. Allein das reicht mir schon, um auf ein Buch aufmerksam zu werden. Ich liebe einfach Bücher über Bücher. Dieses Buch ist meine aktuelle Lektüre und bisher kann ich sagen, dass es mir gefällt. Mehr dazu könnt ihr im Blogbeitrag lesen.

„Federflüstern“ von Holly-Jane Rahlens (Rowohlt):
Der zweite Band nach „Blätterrauschen“ bei dem sich alles um Zeitreisen dreht. In diesem Abenteuer landen die Kids im Berlin der 1890er Jahre. Mir hat das Kinderbuch sehr gut gefallen. Hier gehts zur Rezension. Ein Dank geht an Lovelybooks, den Verlag und die Autorin, dass ich im letzten Monat an einer sehr netten Leserunde teilnehmen durfte.

„Harry Potter und das verwunschene Kind“ von J.K. Rowling, Jack Thorne und John Tiffany (Carlsen):
Zu diesem Buch muss ich wohl nicht viel sagen. Harry Potter begleitet mich nun schon so viele Jahre, da war ich auf die Umsetzung des Theaterstücks gespannt. Für mich war es eine tolle Reise zurück nach Hogwarts mit einem Wiedersehen vieler liebenswerter Figuren. Allein schon deswegen hat sich das Lesen gelohnt (Und die viel zu kurze Nacht 🙂 ) Ein anderer aber trotzdem gelungener Band 8 der Harry-Potter-Reihe.

„Das Tesla-Beben“ von Andy Deemer (Aladin):
Der zweite Band der Stormglass-Reihe. Es geht um jugendliche Geheimagenten, die es mit ziemlich üblen Gangstern zu tun bekommen. Ein Jugendbuch im Stile James Bonds. Mal sehen, ob der dieser Band mit dem ersten mithalten kann. Dank vorablesen darf dieses Buch absofort in meinem Bücherregal wohnen.

„Dunkelsprung“ von Leonie Swann (Goldmann):
Die Story ist sehr skurril. Es geht um einen Flohzirkus in London, noch dazu kommt eine verwunschene Villa und eine geheimnisvoll Meerjungfrau vor. Nach den Schafskrimis „Glennkill“ und „Garou“ bin ich auf den Flohroman sehr gespannt. Ich erhoffe mir eine Portion Spannung und Humor.

Gemeinsam lesen: „Als die Träume noch uns gehörten“ von Marian Izaguirre

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese „Als die Träume noch uns gehörten“ (Fischer) von Marian Izaguirre und bin auf Seite 52.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„Madrid, Oktober 1951
Ich bin froh und beschwingt.

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Der Klappentext hat mich neugierig auf das Buch gemacht, denn es geht um eine „fast vergessene Buchhandlung in der Altstadt von Madrid“. Da musste ich die Geschichte einfach lesen, denn ich liebe Bücher, die in und um Buchhandlungen herum spielen.
Bisher gefällt mir die Geschichte sehr gut, auch wenn ich natürlich noch nicht so recht weiß worauf alles hinausläuft. Eine Engländerin streift durch die Straßen von Madrid und entdeckt dabei eine kleine Buchhandlung, in der ein eigenartiges Buch ausgestellt ist. Dieses Buch ist nun auch Teil der Geschichte, denn es gibt einen Wechsel zwischen der Geschichte der 1950er Jahre in Madrid und der Handlung des ausgestellten Buches. Darin geht es um die kleine Rosa. Sie lebt in der Normandie und kennt ihr leiblichen Eltern bisher nicht. Es ist also alles noch sehr verworren. Wahrscheinlich werden beide Ebenen innerhalb der Geschichte miteinander verwoben. Diese Idee gefällt mir sehr, denn ich mag Geschichten, die auf verschiedenen Zeitebenen spielen. Mal sehen, wie sich alles noch entwickeln wird. Es ist ein richtiger Schmöker mit vielen Geheimnissen, die aufgedeckt werden wollen und einer mit Problemen belasteten Vergangenheit.

4. Liest du lieber alleine oder in Gesellschaft?

Ich lese lieber alleine. Außer vielleicht im Urlaub, wenn alle anderen auch faulenzen, dann lese ich auch mal in Gesellschaft. Die meiste Zeit lese ich aber für mich, gemütlich auf dem Sofa.

Wer mehr erfahren will: Gemeinsam Lesen ist eine Aktion von Schlunzen-Bücher.

Lasst mir gern einen Kommentar da, was ihr gerade so lest.

Neue Mitbewohner im Regal

Bei mir sind in letzter Zeit so einige Bücher eingezogen, ein paar davon möchte ich heute vorstellen.

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Meine neuen Mitbewohner

„Albert und der Baum“ von Jenni Desmond (Magellan):
Ein niedliches Kinderbuch um einen Bären, der sich um seinen Lieblingsbaum im Wald kümmert. Bezaubernde Illustrationen bringen auch „großen“ Lesern Spaß.

„Als die Träume noch uns gehörten“ von Marian Izaguirre (Fischer):
Tja, was soll ich sagen: Es geht um eine Buchhandlung in Madrid und ein rätselhaftes Buch. Eine Ausgangssituation, die ganz nach meinem Geschmack ist. Ich bin schon gespannt, was auf mich zu kommt.

„Bühlerhöhe“ von Brigitte Glaser (List):
Dank Vorablesen durfte auch dieses Buch schon bei mir einziehen, das im August 2016 erscheinen wird. Ein Roman, der im Jahr 1952 spielt. Rosa Silbermann und Sophie Reisacher sind zwei völlig verschiedene Frauen. Beide kämpfen mit ihrer Vergangenheit und stehen sich nun in einem Hotel im Schwarzwald gegenüber, in dem Konrad Adenauer zu Besuch ist.

„Nicolas Calva – Das magische Amulett“ von Jenifer A. Nielsen (Beltz & Gelberg):
Ein fantastisches historisches Kinderbuch. Nic ist Sklave in einem römischen Bergwerk. Dort stößt er auf den Schatz Caesars mitsamt einem magischen Amulett. Er ist ein cleverer frecher Kerl und so warten nun eine Menge Probleme auf ihn, denn auch andere mächtige Personen im römischen Reich haben es auf das Amulett abgesehen. Ein tolles Buch, gerade für Jungs und Mädels, die Abenteuer mögen. Noch dazu lernen die kleinen Leser auch etwas über die antike römische Gesellschaft.

„Die Birken wissen’s noch“ von Lars Mytting (Insel):
Eine Familiengeschichte, die von Norwegen bis nach Frankreich und von der Gegenwart zurück zum Ersten Weltkrieg reicht. Eine Menge Geheimnisse rund um die Brüder Hirifjell warten darauf entschlüsselt zu werden. Das alles geschieht umgeben von einer tollen Natur und Landschaft. Im Moment sitze ich an der Rezension, denn ich habe das Buch bereits gelesen.

Rezension: „Seiten der Welt – Nachtland“ von Kai Meyer

„Seiten der Welt – Nachtland“ von Kai Meyer (Bildquelle: Fischer FJB)

„‚Das meine ich nicht, und das weißt du auch. […] Wir haben gewusst, gegen wen wir kämpfen und welche Ziele die Akademie verfolgt. Heute wisse wir überhaupt nichts mehr. Alles ist nur noch ein schreckliches … ich weiß nicht, Durcheinander.'“ (S. 373)

Inhalt: Der Widerstand gegen die Adamistische Akademie formiert sich neu, nachdem eine ganze Reihe Exlibri Zuflucht in der Residenz von Furias Familie gefunden haben. Furia und ihre Freunde Finnian und Cat versuchen die Akademie zu schwächen, um allen Bewohnern der bibliomantischen Refugien ein friedliches Leben zu ermöglichen. Neben vielen alten Bekannten bekommt es Furia nun aber auch noch mit den Mitgliedern der Drei Häuser zu tun. Und in den Nachtrefugien steigt eine Macht empor, die alles zu verschlingen bedroht. Eine Menge Spannung ist also garantiert.

Leseeindruck: Die Story legt ein ziemliches Tempo vor. Kaum hat die Geschichte angefangen, ist man auch schon wieder mitten drin und hat kaum Zeit, sich an den ersten Band zu erinnern. Trotzdem kommt man gut rein in die Story, da an der einen oder anderen Stelle die vergangen Ereignisse nochmal mit dem Hier und Jetzt in Verbindung gebracht werden. Trotzdem muss man gerade im ersten Drittel sehr aufmerksam lesen, um den Faden nicht zu verlieren, da die Beweggründe der einzelnen Figuren recht komplex sind. Noch dazu kommen eine Menge neuer Figuren hinzu, die man zunächst einordnen muss. Wer sich von der vielschichtigen Story nicht abschrecken lässt, der wird spätestens nach der Hälfte auf seine Kosten kommen.
Viele alte Bekannte tauchen auf, mit denen man mitfiebert und eine Menge abenteuerliche Dinge erlebt. Noch dazu spielt nun auch die Vergangenheit der einzelnen Figuren eine größere Rolle. Dennoch hätte ich mir eine größere Charakterentwicklung gewünscht. Im Vergleich zum ersten Band sind hier kaum Unterschiede zu erkennen. Vielleicht liegt das auch am hohen Tempo, mit dem die Geschichte vorangetrieben wird. An der einen oder anderen Stelle hätte ich als Leser auch mal eine Verschnaufpause gebraucht, um mit den neuen Gegebenheiten klarzukommen. Gerade Isis Gemütszustand könnte mehr Raum einnehmen, da sie eine Menge aufs Spiel setzt, um sich für den Widerstand einzusetzen.
Die Vielzahl der Charaktere findet sich auch an den unterschiedlichsten Orten wieder. Durch die Sprünge, die Bibliomanten wie Furia mit Hilfe von Büchern machen können, reisen die Figuren um die ganze Welt. Das macht die Geschichte sehr abwechslungsreich und doch hatte ich am meisten Freude, sobald die Handlung in der Residenz gespielt hat.
Die Residenz strahlt eine gewisse Sicherheit aus, ich konnte also auch als Leser den Familiensitz der Rosenkreuz als Zuflucht nutzen 🙂 Das Zusammenleben der Exlibri bietet eine Menge Abwechslung und ich hätte gern noch mehr darüber erfahren. Immerhin Pip, der kleinere Bruder Furias, bleibt uns erhalten. Er ist ein liebenswürdiger kleiner Kerl, der einen ziemlich guten Draht zu den Exlibri hat. Schade nur, dass die Leselampe und der Lesesessel so selten in Erscheinung treten. Ich könnte ihnen bei ihren Streiterein ewig zuhören. Dafür sorgt Furias Seelenbuch, ein Schnabelbuch, für viele bissige Kommentare.
Es gibt so viele tolle bibliomantische Erscheinungen, da finde ich die Lösung des Hauptkonflikts doch unpassend, aber lest selbst. Zumindest ist sie schlüssig und mach definitiv Lust auf den dritten Teil. Denn man merkte diesem Band schon an, dass er einen Übergang zum Finale herstellen soll. Es bleiben eine Menge offener Fragen, auf deren Antwort wir wohl noch eine Weile warten müssen.

Lieblingsnebencharakter: Patience, der Exlibri aus dem „Nackenbeißer“-Roman, ist so ein durch und durch guter Kerl, man kann ihn einfach nur gern haben. Er ist eine Art Aufpasser besonders für Pip und nimmt seine Rolle sehr ernst. Sein Schicksal hat mich wirklich berührt, denn an ihm merkt man erstmal, was es heißt aus seiner Geschichte zu fallen. Er meistert die neue Rolle mit Hilfe seiner neuen Freunde sehr gut. Kurz und gut, er hat das Herz einfach am richtigen Fleck. Ich hoffe, wir begegnen ihm im nächsten Buch wieder.

Fazit: Mir gefällt die Idee der Geschichte. Das gedruckte Buch mit all seiner Ausstrahlung steht im Mittelpunkt. Mit Hilfe von Büchern können Bibliomanten fantastische Dinge erreichen und haben eine tolle Welt erschaffen, die nun bedroht ist. Die Geschichte ist wirklich einfallsreich und spannend mit vielen skurrilen, liebenswerten aber auch hinterhältigen Charakteren. Ich hätte mir mehr Charakterentwicklung gewünscht und dafür vielleicht den einen oder anderen neuen Charakter weniger, denn an einigen Stellen war es wirklich schwierig den Überblick zu behalten. Gerade im ersten Drittel der Geschichte gibt es einige schleppende Passagen, da der Leser auf dem Laufenden gehalten werden muss, um dann wieder durch die Story zu rasen. Dieser Wechsel hat mich ein wenig gestört. Manchmal hatte ich das Gefühl es soll zu viel Information in eine Szene gepackt werden.
Insgesamt vergebe ich gute 3 von 5 Sternen, da man der Story anmerkt, einen Bogen zum Finale zu schlagen, bleiben viele Fragen offen. Wer den ersten Band mochte, der wird einiges Neues über die bibliomantische Welt und die Adamistische Akademie lernen und viele alte Bekannte wieder treffen. Man sollte sich aber auch darauf einstellen, neue Charaktere ins Herz zu schließen.

Bewertung:
3 Stars

Bibliographische Angaben:
Titel: Seiten der Welt – Nachtland (Seiten der Welt – Band 2)
Autor: Kai Meyer
Verlag: Fischer Verlage (Fischer FJB)
ISBN: 9783841421661
Ausgabe: Hardcover (19,99€)

Reihenabfolge:
Band 1: Seiten der Welt (Rezension)
Band 2: Seiten der Welt – Nachtland

 

 

 

Gemeinsam Lesen: „Seiten der Welt – Nachtland“

gemeinsam lesen

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

„Seiten der Welt – Nachtland“ von Kai Meyer aus dem Fischer Verlag. Ich bin auf Seite 135.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„Sie täuschen sich in Isis.“

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Nachtland ist der zweite Teil der „Seiten der Welt“-Trilogie. Band 1 hat mir schon unwahrscheinlich gut gefallen (hier findet ihr meine Rezension dazu), denn es ist eine tolle Mischung aus Abenteuer, Fantasy und noch dazu ein Buch über Bücher.
Zwischen beiden Büchern liegen nur ein paar Monate und die Handlung geht auch schon wieder rasant los. Bisher gab es auch schon ein Wiedersehen mit vielen alten Bekannten. (Allerdings warte ich auch noch auf einige). Die Welt voller Bibliomantik, Exlibris und allen anderen fantastischen Dingen gefällt mir wirklich gut. Ich freue mich, jetzt mehr über die Drei Häuser und die Adamistische Akademie zu erfahren.

4. Wie macht ihr es wenn ihr 10 Bücher habt, und euch einfach nicht entscheiden könnt, was euer nächstes Buch wird?

Oh, leider kann ich mich sehr oft nicht entscheiden, was ich als nächstes lesen will, daher lese ich häufig mehrere Dinge parallel. (Ein Buch für die Pause, eines auf dem Nachttisch, usw.) Grundsätzlich ist es aber eine Bauchentscheidung, denn manchmal will ich sofort wieder etwas ähnliches Lesen und ein anderes Mal, suche ich Abwechslung. Es ist also wirklich schwierig diese Frage zu beantworten.

Wer mehr erfahren will: Gemeinsam Lesen ist eine Aktion von Weltenwanderer und Schlunzen-Bücher.

Rezension: „Was fehlt, wenn ich verschwunden bin“ von Lilly Lindner

„Was fehlt, wenn ich verschwunden bin“ von Lilly Lindner (Bildquelle: Fischer Verlage)

„[…] Hauptsache, ich kann bei dir sein. Weil wir doch Schwestern sind […]. Nicht auf Schritt und Tritt und auch nicht in jedem Moment im Leben. Aber wenn es darauf ankommt. Und wenn es hügelig wird. Oder kalt und dunkel.“ (S.84/85)

Inhalt: Phoebe und April sind nicht nur Schwestern, sie sind fast schon beste Freundinnen oder Seelenverwandte. April ist krank, sie hat Magersucht. Ihre kleine Schwester Phoebe versteht die Welt nicht mehr und macht sich auf die Dinge so ihren eigenen Reim. Alles hält sie in Briefen an April fest, denn ihre besondere Sprache ist für sie der einzige Weg ihre Gefühle und Gedanken jemandem mitzuteilen. Phoebe ist eine kleine Kämpferin, die nicht nur ihre Schwester unglaublich vermisst, sondern auch noch alleine mit ihren Eltern klarkommen muss, die nichts mit ihren vielen Worten anfangen können.

Leseeindruck: Die Worte, die April und Phoebe füreinander finden sind schon besonders. Gerade die kleine Phoebe kann unheimlich gut mit Worten umgehen und lässt so ihre Eltern auch recht oft sprachlos zurück. Aber ich muss schon sagen, dass ich mich erst auf diesen Erzählstil einlassen musste. Die Briefe von April sind einseitig, da Phoebe (aus verschiedenen Gründen) nicht antworten kann. Wir erleben das Schicksal der großen Schwester also auf Phoebes Sicht. Das hat schon manchmal eigenwillige Züge, denn die kleine ist aufgeweckt und wahnsinnig clever für ihre 10 Jahre. Mir fiel es an der einen oder anderen Stelle selbst schwer zu glauben, dass so ein kleines Ding so vernünftige Schlussfolgerungen ziehen kann. Und trotzdem ist der Stil durchaus glaubwürdig, denn Phoebe sieht alles mit ihren ehrlichen Kinderaugen, hinterfragt alles und jeden und nimmt dabei jeden (besonders ihre Schwester) so wie er ist. Außerdem ist ihr Stil geprägt durch eine Menge einfacher Hauptsätze, die meist auch eher kurz sind. Und doch packt sie so viel Bedeutung in ihre Sätze. Wirklich toll. Sprachlich muss man vor der Autorin den Hut ziehen. Trotzdem muss ich zugeben, dass ich die Geschichte lange Zeit habe ruhen lassen (so ca. nach 100 Seiten), da mir zu wenig passiert ist. Ich hatte mir wahrscheinlich etwas anderes vom Buch erwartet. Vielleicht eine vom Schicksal gebeutetelte Familie wie in „Beim Leben meiner Schwester“ oder so etwas. Diese Familie ist aber zumindest bis zu einem gewissen Punkt selbst für alles verantwortlich. Diese oft auch unschöne Wahrheit hatte mir wohl nicht gefallen, weshalb ich das Buch bei Seite gelegt habe. Der zweite Anlauf hat mich allerdings eines besseren belehrt: Die Geschichte macht wirklich Spaß, denn in Phoebes Briefen gibt es so viel zu entdecken: Wortneuschöpfungen wie zum Beispiel der „Wörterverrater“ (S. 175) – aber findet ruhig selbst heraus, was das ist – kluge Erklärungen und so viel Liebe für die Schwester. Das restliche Buch habe ich in einem Rutsch durchgelesen.  Gemeinsam mit April und Phoebe habe ich eine Menge Höhen und Tiefen erlebt, außerdem erfährt man nach und nach mehr über die gemeinsame Vergangenheit und das Familienleben. Ich muss schon sagen, da bleibt ein Kopfschütteln nicht aus, so hilflos (aber auch verständnislos) wie Aprils Eltern der Krankheit ihrer Tochter gegenüber stehen. Eines hat mich aber doch gestört, auch wenn es nur eine Kleinigkeit sein mag. Die Geschichte spielt in Berlin und es tauchen so viele englische Vornamen auf. Ok, April und Phoebe, diese Namen werden für mich ganz plausibel erklärt, aber dann gibt es noch Jerry, Devon, Hazel, Betsy, River. Ich weiß, so etwas ist künstlerische Freiheit
aber aus irgendeinem Grund habe ich mich wirklich daran gestört, weil es für mich nicht ins Gesamtbild passen wollte.

Lieblingsnebencharakter: Jerry, der Vater von Phoebes Freundin Hazel. Er kann mit der Wortgewalt der beiden Schwestern umgehen und versucht beide aufzufangen und ihnen das Schicksal erträglicher zu machen. Er hat etwas sehr wertvolles getan, ohne viel Worte darüber zu verlieren.

Fazit: Ein sehr berührender Briefroman. Es hat mich zwar zwei Anläufe gebraucht ihn zu lesen, aber ich bin ja so froh, dass ich ihn nochmal zur Hand genommen habe. Sonst wäre mir wirklich etwas entgangen. Ich habe nach einiger Zeit auch aufgehört mir schöne Textstellen zu markieren, denn man kann das Buch auf einer beliebigen Seite aufschlagen und wird ein wunderschönes Zitat finden. Dieses Buch sollte man nicht nur einmal lesen, denn darin kann man jedes Mal etwas lehrreiches entdecken. Für mich ist es kein klassisches Jugendbuch. Wer mit der Verwendung von Sprache etwas anfangen kann, der wird die Briefe mit viel Vergnügen lesen. Ich vergebe 4/5 Punkten, da sich mir das Buch erst beim zweiten Mal offenbart hat. Würde ich nur meinen zweiten Anlauf bewerten, würde ich ohne zu zögern die volle Punktzahl vergeben. Also lest selbst 🙂

Bewertung:
4 Stars

Bibliographische Angaben
Titel: Was fehlt, wenn ich verschwunden bin
Autorin: Lilly Lindner
Verlag: Fischer Verlage
ISBN: 9783733500931
Ausgabe: Taschenbuch (9,99 €)

Rezension: „Mein Herz und andere schwarze Löcher“ von Jasmine Warga

„Mein Herz und andere schwarze Löcher“ von Jasmine Warga (Bildquelle: Fischer Verlage)

„Ich nehme meinen ganzen Mut zusammen und sehe ihn an. Er lächelt mir vorsichtig zu, und in dem Moment bin ich mir ziemlich sicher, dass ich meinen Selbstmordpartner gefunden habe.“ (S. 72)

Inhalt: Aysel ist ein unglücklicher Teenager, der von Depressionen geplagt wird. Sie will nicht mehr leben und sucht im Internet nach einem Selbstmordpartner. In Roman wird sie fündig, denn auch er sieht nach einem tragischen Vorfall in seiner Familie keinen anderen Ausweg mehr. Also beginnt der Weg der beiden 26 Tage vor ihrem geplanten Ende. Wohin wird der Weg führen, in den Tod oder zurück ins Leben?

Leseeindruck: Die Geschichte wird aus Aysels Sicht erzählt. Schnell merkt man, dass sie eine gebrochene Seele hat. Nur das „Warum?“ bleibt lange unklar. Man kann nur erahnen, woher ihre Depressionen kommen. Allerdings bekommt man einen intensiven Einblick in ihre Gefühlswelt. Es hat mich zum Teil schon sehr stark mitgenommen, wie schlecht es Aysel geht. Sie ist ein so cleveres Mädel, die es verdient hat zu lachen und ihr Leben zu genießen. In Roman findet sie einen wahren Gefährten. Die Szenen in denen die beiden etwas gemeinsam unternehmen haben mir am besten gefallen, denn die Chemie stimmt einfach und das merkt man als Leser sofort.
Für die Sprache und den Erzählstil gibt es einen Pluspunkt von mir, denn es ist schon sehr besonders wie Aysel alles (ob Tod oder Liebe) mit physikalischen Vorgängen vergleicht. Ich selbst kann nicht so viel mit Physik anfangen, habe Aysels Ausführungen aber immer gern gelauscht und auf diese Weise sehr schnell einen Zugang zu Aysel gefunden.

Eine Sache gibt es aber doch, die mich etwas gestört hat beim Lesen: Die Gespräche zwischen Aysel und Roman sind zwar sehr intensiv und schön zu verfolgen, jedoch kamen bei mir immer wieder Zweifel, ob zwei Teenager wirklich solche Gespräche führen würden. Ich fühlte mich ein wenig an die Dialoge in Dawson’s Creek erinnert, die ich auch schon immer etwas befremdlich fand. Deshalb ein Punkt Abzug. Ich bin mir sicher die Story würde auch mit ein wenig älteren Charakteren funktionieren, zu denen die Gespräche dann besser passen würden.

Lieblingsnebencharakter: Romans Mutter hat mir gut gefallen. Sie versucht immer das Richtige zu tun, um Roman zu beschützen ohne ihn zu erdrücken. Sie wird einzig und allein von ihrer Liebe zu ihm getrieben.

Fazit: Eine tiefgründige Geschichte über den Sinn des Lebens, Schuld und Liebe. Das Buch regt definitiv zum Nachdenken an und ist nicht nur mal für zwischendurch. Das Thema Depression wird in eine aufwühlende Story verpackt und wartet mit einem überraschenden Ende auf. Das gelungene Romandeüt bekommt von mir 4/5 Sterne.

Bewertung:
4 Stars

Bibliographische Angaben:
Titel: „Mein Herz und andere schwarze Löcher“
Autorin: Jasmine Warga (Übersetzung: Adelheid Zöfel)
Verlag: Fischer Verlage (Sauerländer)
ISBN: 9783737351416
Ausgabe: Hardcover (16,99 €)

Gemeinsam Lesen: Mein Herz und andere schwarze Löcher

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1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese im Moment „Mein Herz und andere schwarze Löcher“ von Jasmine Warga (Fischer Verlage), auf Seite 98.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„Unter FrozenRobot.“ (Toller Satz oder? 🙂 )

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Mir gefällt das Buch bisher sehr gut. Es geht um zwei Jugendliche, die sich durch ein Selbstmordforum kennenlernen und nun gemeinsam planen, wie sie aus dem Leben gehen wollen. Es düsteres Thema, wie ich finde und doch habe ich Spaß beim Lesen. Aysel und Roman sind zwei intelligente Jugendliche, die eine schwere Zeit hinter sich haben, oder auch noch mittendrin stecken. Bisher bin ich noch nicht ganz dahinter gestiegen, weshalb beide einen so endgültigen Ausweg für sich wollen. Genau diese Wissenslücke treibt mich aber beim Lesen an. Ich will unbedingt wissen, was die beiden schon durchgemacht haben. Ausserdem hoffe ich, dass sie sich doch noch für einen anderen Lebensweg entscheiden werden. Nach meinem Geschmack ist es auch, dass es nicht nach kitschiger Liebesgeschichte aussieht.

4. Wie steht ihr zu Seiten in denen Blogger Rezensionsexemplare anfragen können? Seid ihr selber auf solchen Seiten angemeldet? (bloggdeinbuch, das bloggerportal von Randomhouse, etc.)

Ich finde jeder muss selbst entscheiden, ob er sich bei solchen Portalen anmeldet. Ich selbst bin bei Randomhouse angemeldet, habe dort aber noch nix bestellt. Ansonsten nutze ich regelmäßig vorablesen und Lovelybooks, um das eine oder andere Rezensionsexemplar zu bekommen. („Mein Herz und andere schwarze Löcher“ habe ich im Rahmen der Fischer-Lesechallenge bei Lovelybooks bekommen.) Diese beiden sind ja aber nicht nur für Blogger. Für mich gehört es aber zum Guten Ton, dass ich ein Buch auch rezensiere, wenn ich es als Rezensionsexemplar bekomme. Daher versuche ich schon meine Bewerbungen bei den beiden Seiten im Rahmen zu halten, damit ich mit dem Lesen auch nach komme. Ich finde es völlig in Ordnung, wenn man auch das eine oder andere Buch kostenlos bekommt, weil der Verlag von den Bloggern ja auch eine Leistung (in Form von Rezension und Werbung) erhält. Allerdings sollte ein Blog nicht nur aus kostenlosen Exemplaren bestehen. Sonst wäre ein Blog ein Selbstzweck.

Ich selbst gebe noch genügend Geld für Bücher im Monat aus, so dass ich mir kein schlechtes Gewissen machen muss 🙂 Der Bücherkaufrausch bricht bei mir regelmäßig aus.

Wer mehr erfahren will: Gemeinsam Lesen ist eine Aktion von Weltenwanderer und Schlunzen-Bücher.