Gemeinsam lesen: „Elanus“ von Ursula Poznanski

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese im Moment „Elanus“ von Ursula Poznanski (Loewe) und bin auf Seite 132.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

“ ‚Gab es in letzter Zeit eigentlich noch andere merkwürdige Vorfälle?‘ „

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Die Bücher von Ursula Poznanksi stehen in meinen Augen für Spannung und tolle Unterhaltung. Es stand also von Beginn an fest, dass ich mir auch ihr neustes Jugendbuch zulegen werde. In „Elanus“ erkundet Jona seine Umgebung mit Hilfe einer selbstgebauten High-Tec Drohne. Dabei macht er allerdings Entdeckungen, die kein Spaß sind, sondern ihn in eine verzwickte Lage bringen, die vielleicht sogar gefährlich für ihn werden könnte.

Ok, Jona ist bis jetzt nicht besonders sympathisch und trotzdem ist er eine tolle Hauptfigur. Sein Charakter ist facettenreich, somit bieten sich noch viele Möglichkeiten für die folgende Handlung. Schon jetzt merkt man, dass hinter der unsympathischen Schicht ein netter Kerl stecken könnte, der sich nur hinter seiner Arroganz versteckt. Ich freue mich, diese Entwicklung miterleben zu dürfen. Außerdem scheinen noch eine ganze Reihe Geheimnisse an seiner Uni im Umlauf zu sein. Ich bin gespannt wie diese komplexe Story aufgelöst wird.

4. Welches der Bücher, die du in der Schule lesen musstest, mochtest du am liebsten? Und welches hast du am meisten gehasst?

Mein absolutes Lieblingsbuch aus Schulzeiten war „Der Vorleser“ von Bernhard Schlink (erstmals erschienen 1995). Der junge Michael Berg beginnt eine Beziehung mit der deutlich älteren Hanna. Im laufe der Erzählung gibt es Rückblicke bis in die 1930/40er Jahre, wobei der Holocaust ein zentrales Thema ist. Mehr möchte ich zum Inhalt nicht sagen, denn wer das Buch noch lesen möchte, sollte möglichst unvoreingenommen an das Buch herangehen. Die Entwicklung der Figuren und die zwei verschiedenen Zeitebenen der Geschichte haben mit unheimlich fasziniert. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Noch dazu hat mich die entscheidende Enthüllung im Buch wirklich sprachlos zurückgelassen. Ich mag es bis heute und empfehle es immer noch gern. (Obwohl das kaum noch nötig ist, denn viele kennen es mittlerweile)

Ein Buch, durch das ich mich wirklich quälen musste war Effi Briest von Theodor Fontane. Ich kann es eigentlich nur mit einem Wort zusammenfassen: langweilig. Effi heiratet den fast doppelt so alten Instetten und wird in der Ehe nicht glücklich, daraufhin gibt sie sich einer Affäre hin, die noch Jahre später ihren gesellschaftlich Stand ruiniert.  Nachdem ich das Buch mehrere Jahre später (aus anderen Gründen) nochmal lesen musste, fand ich es zwar weniger schlimm und habe viele gesellschaftliche Zusammenhänge besser verstanden, es spricht allerdings nicht gerade für ein Buch, wenn man es mehrmals lesen muss, damit man den Grundgedanken der Geschichte versteht 😉 Wirklich mitreißend war es auch beim zweiten Mal nicht. Ich kann also mit ruhigem Gewissen sagen, dass ich dieses Buch nicht mag, denn ich hab ihm immerhin eine zweite Chance gegeben, die es nicht besser gemacht hat. Vielleicht war ich aber einfach auch zu jung. Eine dritte Chance bekommt Effi allerdings deswegen nicht.

Wer mehr erfahren will: Gemeinsam Lesen ist eine Aktion von Schlunzen-Bücher.

Lasst mir gern einen Kommentar da, was ihr gerade so lest.

Auf Reisen: Frankfurter Buchmesse 2016

Am letzten Wochenende war auch ich auf der Frankfurter Buchmesse unterwegs. Es gab viel zu viel zu sehen, als dass ich hier alles erwähnen könnte. Unzählige Beiträge geistern nun schon durchs Netz jetzt soll sich mein Beitrag dazu gesellen 🙂

Blick auf die Freifläche der Frankfurter Buchmesse

Am Samstag stand eine Lesung im Lesezelt an. Holly-Jane Rahlens hat aus „Federflüstern“ (Rowohlt) gelesen. (Hier zum ausführlichen Bericht)

Oliver Scherz während der Lesung

Da wir schon frühzeit da waren, haben wir auch noch einen Großteil der vorherigen Lesung von Oliver Scherz aus „Wenn der geheime Park erwacht, nehm auch vor Schabalu in Acht“ (Thienemann Verlag) mitbekommen. Es war sehr unterhaltsam, denn mit Hilfe seiner Gitarre kam richtiges Westernfeeling auf, ganz wie in der Geschichte. Dabei erleben Mo und seine Geschwister eine Reihe Abenteuer in einem verlassenen Vergnügungspark, der plötzlich gar nicht mehr so verlassen ist. Eine wirklich schöne Kindergeschichte, bei denen sich auch die Eltern nicht langweilen.

Die Veranstaltung mit Sebastian Fitzek war doch tatsächlich so überfüllt, dass es mir nicht gelungen ist auch nur ein Foto zu machen. Na Hauptsache ich war dabei 😉

Anschließend ging es zu einer Veranstaltung mit Sebastian Fitzek. In dieser Woche ist sein neues Buch „Das Paket“ (Knaur) erschienen, natürlich drehte sich dann im Gespräch vieles um sein neues Buch. Er versteht es wirklich gut, den Leser neugierig auf sein Buch zu machen, ohne daraus vorzulesen. Sehr interessant, woraus er als Autor seine Ideen nimmt. Jede noch so kleine alltägliche Situation hat das Potential in einem seiner Roamane zu enden. So auch bei der Idee zu „Das Paket“: Was könnte passieren, wenn man für einen Nachbarn ein Paket annimmt, diesen aber überhaupt nicht kennt, obwohl man doch sonst jeden in der Straße kennt? Diese Idee finde ich grandios, denn schließlich hat jeder schon mal ein Paket für einen Nachbarn angenommen. Ich bin mal gespannt, wie die Story im Buch umgesetzt ist. Noch dazu taucht eine eigenartige Botschaft auf dem Badezimmerspiegel im Hotel auf und die Vergangenheit der Hauptfigur will auch noch aufgearbeitet werden. Das klingt nach toller Unterhaltung. „Das Paket“ steht definitv ganz weit oben auf meiner Wunschliste.

Übrigens hat Sebastian Fitzek auch eine tolle Einstellung zur Frage: Was studiere oder arbeite ich nach der Schule. Er meinte, man solle viele Erfahrungen sammeln und es ist auch kein Beinbruch, wenn man sich nochmal umorientiert. Das Berufsleben müsse nicht immer geradlinig verlaufen, um zum Ziel zu führen. Sehr schöne Worte wie ich finde 🙂

Am Sonntag habe ich den Tag genutzt, um einfach mal so durch die Hallen zu. Hier kommt eine kleine Auswahl an Impressionen:

Tolle Kinderbücher beim Magellan Verlag

Auch bei Carlsen gab es viel zusehen. Unter anderem auch das süße Faultier Lucky 😚

„Das Haus der vergessenen Bücher“ ist eines meiner absoluten Lieblingsbücher. Toll, dass es die Vorgeschichte jetzt auch im Taschenbuch gibt. Gesehen bei Hoffmann und Campe

 

Beim Fabulus Verlag bin ich auf „Ormog“ von Thomas Engel gestoßen. Mir ist das Buch schon auf einigen anderen Blogs begegnet, daher war meine Neugierde geweckt. Dank der lieben Mitarbeiter am Stand und einem kurzen Plausch mit dem Autor durfte ich das Buch mitnehmen. Ich werde hier berichten, wie dieser Fantasyroman bei mir abgeschnitten hat. Da bin ich selbst mal gespannt.

Der Carlsen Verlag hat ein riesiges Harry Potter Buch mitgebracht. Wenn ich „Harry Potter und das verwunschene Kind“ nicht schon gelesen hätte, wäre ich nicht mehr von dem Stand losgekommen.

Der Suhrkamp Verlag war auch sehr einladend

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Büchereule von Ullstein

Bei Heel gab es das Kochbuch für alle Nutella-Junkies 🙂

Alle meine Buchmesse-Schätze

Es war mal wieder wunderschön (anstrengend) auf der Messe. Eine Menge Bücher haben den Weg auf meinen Wunschzettel bekommen und einige durften auch gleich mit nach Hause und warten jetzt auf ein Platz im Regal. (Mehr dazu die nächsten Tage) Jetzt erhole ich mich mit einem guten Buch auf dem Sofa und freue mich umso mehr auf Leipzig 🙂

Wer von euch war auch in Frankfurt? Und was war euer Highlight?

 

Lesung: „Federflüstern“ von Holly-Jane Rahlens

Letzte Woche stand wieder die Frankfurter Buchmesse auf dem Plan. Dieses Jahr habe ich mir nicht so viel vorgenommen, da die Hallen so groß, voll und interessant sind, wollte ich genügend Zeit zum Schlendern haben. Eine Lesung habe ich mir allerdings dick im Kalender markiert: Holly-Jane Rahlens‘ Lesung zu „Federflüstern“.

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Während der Lesung (Ein Dank für das Bild geht an Julia 😉 )

Im Oktober gab es bei lovelybooks eine Leserunde zu diesem Zeitreiseabenteuer, welche von der Autorin begleitet wurde. Es hat unheimlich viel Spaß gemacht an der Leserunde teilzunehmen, denn Holly-Jane hat sich viel Zeit für alle Leser genommen und alle Fragen geduldig beantwortet. Auch wenn ich schon vorher ein Fan der Zeitreisereihe war, hat mich die Leserunde nun endgültig gepackt. Ich freue mich schon unheimlich auf den nächsten Band, denn die Charaktere sind witzig, klug und liebenswert. (Hier gehts zu den Rezensionen zu „Blätterrauschen“ und „Federflüstern„)

In Frankfurt war die Lesung mit Holly-Jane Rahlens also ein schöner Pflichttermin 🙂 Die Lesung fand im gemütlichen Lesezelt statt. In nur 30 Minuten ist es natürlich schwer Charaktere und Grundzüge der Handlung zu erklären ohne zu viel zu verraten. Für meine Begriffe ist das der Autorin aber gut gelungen,  besonders der Humor der Kids um Oliver, Rosa und Iris kam gut rüber. Und natürlich bekam auch Mark Twain, einer der wichtigen Charaktere im Buch, seinen Auftritt. Ich kann mich nur wiederholen: Die Reihe ist toll, egal ob jung oder alt, jeder findet einen Charakter, mit dem er sich identifizieren kann.

Nach der Lesung hatte man noch die Möglichkeit, sich sein Buch signieren zu lassen. Die Chance habe ich natürlich genutzt und hatte so noch die Möglichkeit Holly-Jane Rahlens persönlich für die tolle Leserunde zu danken.

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Mein signierten Exemplare von „Blätterrauschen“ und „Federflüstern“

Infos zur Reihe:

Band 1: Blätterrauschen (ab 11)
Band 2: Federflüstern (ab 11)
außerhalb der Reihe: Everlasting (All-Age)
Verlag: Rowohlt

Gemeinsam Lesen: „Das Tesla-Beben“ von Andy Deemer

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese „Das Tesla-Beben“ von Andy Deemer (Aladin) und bin auf Seite 196.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„Jack versuchte noch einmal aufzustehen und spürte die Augen aller auf sich, als er sein Bein praktisch so gut wie gar nicht belastete und … bei dem Schmerz nach Luft schnappte und zurückfiel.“ (S. 196)

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

„Das Tesla-Beben“ ist nach „Angriff der Killerbienen“ der zweite Teil der Stormglass-Reihe. Stormglass ist eine Art Geheimdienst, bei dem Jugendliche als Agenten rekrutiert werden. Die Reihe ist für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahre konzipiert. Ein temporeicher Krimi, der mehr auf Cleverness baut, als auf Gewalt, was für ein Kinderbuch sehr wichtig und gut ist. Gerade Jungs werden gefallen an der Geschichte finden, denn in der Stormglass-Reihe spielen Naturwissenschaften und Technik eine große Rolle. Bisher gefällt mir die Story sehr gut. Jake, Lizzie und Filby müssen einen Fall lösen, der sie rund um den Globus führt. Mal wieder ist der Fall sehr komplex und die jungen Leser sollten aufmerksam lesen, damit man alles mitbekommt. Ich selbst habe so einiges über Nikola Tesla gelernt und bin mal gespannt, wie die Kids den Fall lösen werden.

4. Bist du ein Mängelexemplar-Jäger?

Früher konnte ich an keinem Mängelexemplarstapel vorbei, ohne darin zu wühlen und etwas zu kaufen. Das waren dann in der Hauptsache Spontankäufe. Seit ich allerdings selbst im Buchhandel arbeite, schaue ich genauer hin, welches Buch bei mir einziehen darf. Da  bin ich doch etwas anspruchsvoller geworden 🙂 Ich kaufe mittlerweile (fast) nur noch neue Bücher und auch die Zahl meiner Hardcover ist deutlich gestiegen. Ich mag einfach nicht mehr warten, bis die Bücher vielleicht mal verramscht werden oder im Taschenbuch erscheinen.

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Gemeinsam lesen: „Als die Träume noch uns gehörten“ von Marian Izaguirre

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese „Als die Träume noch uns gehörten“ (Fischer) von Marian Izaguirre und bin auf Seite 52.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„Madrid, Oktober 1951
Ich bin froh und beschwingt.

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Der Klappentext hat mich neugierig auf das Buch gemacht, denn es geht um eine „fast vergessene Buchhandlung in der Altstadt von Madrid“. Da musste ich die Geschichte einfach lesen, denn ich liebe Bücher, die in und um Buchhandlungen herum spielen.
Bisher gefällt mir die Geschichte sehr gut, auch wenn ich natürlich noch nicht so recht weiß worauf alles hinausläuft. Eine Engländerin streift durch die Straßen von Madrid und entdeckt dabei eine kleine Buchhandlung, in der ein eigenartiges Buch ausgestellt ist. Dieses Buch ist nun auch Teil der Geschichte, denn es gibt einen Wechsel zwischen der Geschichte der 1950er Jahre in Madrid und der Handlung des ausgestellten Buches. Darin geht es um die kleine Rosa. Sie lebt in der Normandie und kennt ihr leiblichen Eltern bisher nicht. Es ist also alles noch sehr verworren. Wahrscheinlich werden beide Ebenen innerhalb der Geschichte miteinander verwoben. Diese Idee gefällt mir sehr, denn ich mag Geschichten, die auf verschiedenen Zeitebenen spielen. Mal sehen, wie sich alles noch entwickeln wird. Es ist ein richtiger Schmöker mit vielen Geheimnissen, die aufgedeckt werden wollen und einer mit Problemen belasteten Vergangenheit.

4. Liest du lieber alleine oder in Gesellschaft?

Ich lese lieber alleine. Außer vielleicht im Urlaub, wenn alle anderen auch faulenzen, dann lese ich auch mal in Gesellschaft. Die meiste Zeit lese ich aber für mich, gemütlich auf dem Sofa.

Wer mehr erfahren will: Gemeinsam Lesen ist eine Aktion von Schlunzen-Bücher.

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Rezension: „Federflüstern“ von Holly-Jane Rahlens

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„Federflüstern“ von Holly-Jane Rahlens (Bildquelle: Rowohlt)

„Uns so taumelten sie in eine unbekannte und weit entfernte Vergangenheit, hinein in einen bitterkalten, schneeverwehten und tiefdunklen Dezembertag des Jahres 1891.“ (S. 82)

Inhalt: Oliver, Rosa und Iris bemerken einige seltsame Dinge. Warum hat Iris plötzlich eine Zahnspange und wer hat sich auf Rosas Prothese verewigt? Noch bevor die Kinder dem Spuk auf den Grund gehen können, beginnt auch schon ein neues Abenteuer. Gemeinsam mit Lucia, die plötzlich in der Buchhandlung Blätterrauschen auftaucht, geraten die Kinder in ein neues Abenteuer. Ohne Vorwarnung landen sie im Berlin der 1890er Jahre.
Jetzt müssen sie alles daran setzten wieder nach Hause zu kommen, doch wie sollen sie das anstellen, schließlich lauern eine Menge Gefahren auf Zeitreisende. Da kommt die Hilfe eines großen Literaten, der gerade in Berlin weilt, gerade recht.

Leseeindruck: „Federflüstern“ ist nach „Blätterrauschen“ der zweite Band der Zeitreisereihe von Holly-Jane Rahlens. (Übringens spielt auch „Everlasting“ im selben Universum, ist aber eine eigenständige Geschichte) Eines vorab: Man kann „Federflüstern“ auch ohne den ersten Band lesen, denn alles wichtige wird dem Leser erklärt. Ich habe die Zusammenfassung am Ende des Buches allerdings ignoriert, da ich „Blätterrauschen“ auch mit viel Freude gelesen habe. Zu Beginn der Geschichte werden viele Fragen aufgeworfen, die den Leser neugierig macht auf mehr und gleichzeitig auch auf die vergangene Geschichte (sollte man sie noch nicht kennen).
Sobald die Kinder sich dann im Jahr 1891 wiederfinden nimmt das Abenteuer so richtig Fahrt auf. Für mich war es sehr interessant zu sehen, wie die Epoche um 1890 dargestellt wird. Es sind so viele Kleinigkeiten, die sich seither verändert haben. Wie bewegt man sich in der Vergangenheit? Wohl kaum in Jeans und T-shirt. Oliver und Co. müssen also für viele kleine und große Probleme Lösungen finden und vor allem müssen sie den Kulturschock der Zeitreise verkraften. Mir hat es gefallen, wie clever die Kinder die Aufgaben lösen. Die Dynamik der Kinder untereinander ist geprägt von kleineren Neckereien, aber wenn es darauf ankommt,  steht die Freundschaft der drei an erster Stelle. Oliver, Iris und Rosa sind sehr verschieden, aber gerade das macht sie zu einem tollen Trio, denn sie ergänzen sich sehr gut. Wenn einer etwas nicht so gut kann, übernimmt es ein anderer. Schön ist auch das Wiedersehen mit einigen tollen Charakteren aus „Blätterrauschen“ und „Everlasting“. Mir hat es gut gefallen, dass die Handlung von „Blätterrauschen“ aufgegriffen wurde. Fans werden viele liebgewonnene Details wiedererkennen und neue Leser werden ganz nebenbei mit dem ersten Band vertraut gemacht.
Insgesamt liest sich die Geschichte flüssig und ist in vielen Szenen witzig. Denn egal wie bedrohlich eine Situation auch ist. Der Humor geht nie verloren. Mit ein wenig Ironie lassen sich schwierige Situationen doch viel besser meistern. Für den Leser wird es also nie langweilig, denn turbulente Szenen wechseln sich mit lustigen oder lehrreichen ab. Gerade die Zielgruppe der jungen Leser wird so bei Laune gehalten. Die einzelnen Kapitel sind nicht zu lang und enden auch meist an einer sehr spannenden Stelle, man ist also angehalten immer weiter und weiter zu lesen. (Nur das eine Kapitel noch, und noch eins und noch eins… 🙂 )
Das Thema Zeitreise ist im Buch auch sehr schön umgesetzt. Es gibt ja nicht wenige Zeitreisegeschichten, die hin und wieder mit Logiklücken zu kämpfen haben. In „Federflüstern“ wird alles plausibel erklärt und auch kompliziertere Facetten der Zeitreise, wie das Aufeinandertreffen mit dem eigenen Ich, werden anschaulich und verständlich in die Handlung eingebunden.

Lieblingsnebencharakter: Ich weiß jetzt überhaupt nicht, ob er wirklich „nur“ ein Nebencharakter ist, aber Mark Twain verdient es einfach hier nochmal erwähnt zu werden. Ich habe eine Menge über den Autor gelernt, was mir zuvor noch nicht so klar war. Er ist gut zu den Kindern und besticht durch seine offene und hilfbereite Art. Mein Highlight des ganzen Buches ist ein Gespräch zwischen Mark Twain und den Kindern über die Schwierigkeiten der deutschen Sprache. Einfach herrlich. „Die schreckliche deutsche Sprache“ gehört zu meinen Lieblingsbüchern und es war schön, dieses Thema mal in einer Szene eines Romans wiederzufinden.
„Federflüstern“ hat mich richtig neugierig auf Mark Twain gemacht, ich will jetzt unbedingt einen Roman von ihm lesen.

Fazit: Eine tolle Zeitreisegeschichte für alle Altersgruppen. Sowohl Jungs als auch Mädchen werden einen Charakter finden, mit dem sie sich identifizieren können und werden somit Spaß an der Story haben. Als erwachsener Leser sollte man sich nicht von den jungen Charakteren abschrecken lassen, denn das Zeitreisethema ist spannend umgesetzt. Für mich ist „Federflüstern“ eine tolle Mischung aus Abenteuerroman und Dedektivgeschichte. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung 🙂

Bewertung:
5 Stars

Bibliographische Angaben:
Titel: Federflüstern
Autorin: Holly-Jane Rahlens (Übersetzung: Alexandra Ernst)
Verlag: Rowohlt rotfuchs
ISBN: 9783499217456
Augabe: Hardcover (16,99€)
empfohlenes Lesealter: ab 11

Reihe:
Band 1: Blätterrauschen (zur Rezension)
Band 2: Federflüstern

außerhalb der Reihe im gleichen Universum: Everlasting

Rezension: „Schwestern bleiben wir immer“ von Barbara Kunrath

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„Schwestern bleiben wir immer“ von Barabra Kunrath (Bildquelle: Ullstein Buchverlage)

“ ‚Es ist doch irgendwie so, als würden wir mit den alten Lasten unserer Eltern weiterleben. Als würden sie uns wie Schatten begleiten und sich bis heute auf unser Leben auswirken.‘ “ (S.187)

Inhalt: Alexa und Katja sind Schwestern mit schwieriger Vergangenheit. Vom Vater verlassen und von der Mutter vernachlässigt müssen sich die beiden um sich selbst kümmern. Jetzt als erwachsene Frauen könnten sie unterschiedlicher nicht sein. Alexa lebt mit ihrem Mann und den zwei Kindern ein geordnetes Leben. Katja dagegen ist alleinerziehend und sprunghaft. Nach dem Tod ihrer Mutter entdecken die Schwestern einen Teil ihrer Familiengeschichte, der bis jetzt verborgen war. Sie müssen sich zusammenraufen, während sich um sie herum so ziemlich alles ändert.

Leseeindruck: Innerhalb des Romans wechselt immer wieder die Erzählperspektive zwischen der Ich-Perspektive Alexas und Katjas Erlebnissen in der dritten Person. Zwischendurch gibt es auch Passagen, die in die Kindheit der beiden zurückblenden und die Ereignisse von damals schildern.
Grundsätzlich ist die Erzählweise durch die verschiedenen Perspektiven abwechslungsreich und angenehm zu lesen. Allerdings fiel es mir so schwer einen Draht zu Katja zu bekommen, aber immerhin passt das ganz gut zu ihrem verschlossenen Charakter. Mit der Aufarbeitung der Vergangenheit erklärt sich auch so manche Macke von Katja und Alexa.
Leider wiederholen sich viele der Vergangenheitsszenen. Für mich war das unnötig, denn ich habe das Buch recht zügig gelesen und so hatte ich die Zusammenhänge noch im Kopf.
Trotzdem ist die Verknüpfung von Gegenwart und Vergangenheit eine gute Wahl. Ich finde es schon erstaunlich welchen Einfluss noch so kleine Kindheitserinnerungen auf die erwachsenen Figuren haben. Der Roman thematisiert auf anschauliche Weise wie Tief Wunden der Kindheit mitunter sitzen und welche Auswirkungen sie auf das ganze weitere Leben haben können.

Lieblingsnebencharakter: Esther, die Freundin von Alexas und Katjas Mutter. Sie macht es erst möglich, dass die Wahrheit ans Licht kommt. Nur dadurch können die Frauen auch ihr jetziges Leben in den Griff bekommen.
Esther ist die Einzige, die von der ganzen Wahrheit weiß, damit wird sie eine wichtige Stütze für die ganze Familie. Sie ist im Prinzip die Einzige, die mir durch und durch sympathisch ist.

Fazit: Eine Familiengeschichte voller Geheimnisse, Tragödien und Schuldzuweisungen. Die negative Grundstimmung kann auf Dauer aber auch anstrengend sein. Der Roman ist allemal lesenswert, auch wenn er recht kurzweilig ist. Die Geschichte hat mich gut unterhalten, trotzdem kann ich keine volle Punktzahl vergeben. Viele Kleinigkeiten, wie Wiederholungen oder der eine oder andere Konflikt zu viel, stehen dem im Weg, daher gibts gute 3/5 Sternen. Wer Familiengeheimnisse, schwierige Familienverhältnisse und psychologische Aspekte mag, der ist mit dem Roman gut beraten und findet vielleicht auch leichter Zugang zu den Figuren.

Bewertung:
3 Stars

Titel: Schwestern bleiben wir immer
Autorin: Barbara Kunrath
Verlag: Ullstein
ISBN: 9783548288420
Ausgabe: Taschenbuch (9,99 €)

Vielen Dank an vorablesen und die Ullstein Buchverlage für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars.

 

Gemeinsam lesen: „Meine geniale Freundin“ von Elena Ferrante

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese „Meine geniale Freundin“ von Elena Ferrante und bin auf Seite 135.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„Die Schule ging los, und ich war von Anfang an in allen Fächern gut.“ 

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Ich gebe es zu, der Hype um das Buch hat mich neugierig gemacht. Ich wollte einfach auch wissen, was es mit der ominösen italienischen Autorin, die keiner kennt auf sich hat. Und auch die Geschichte ist von einer gewissen Aura umgeben. Jetzt habe ich mich also dran gemacht und versuche hinter das große Mysterium zu kommen.
Die Geschichte beginnt in den 1940ern in Neapel in einem Arbeiterviertel. Elena und Lila sind beste Freundinnen, wobei ihre Freundschaft viel mehr von einem Konkurrenzkampf geprägt ist, als ehrlicher kindlicher Freundschaft. Vieles in der Beziehung der beiden ist anders als man es sich von kleinen Mädchen denkt. Sie müssen sich in einer rauen Umgebung zurechtfinden und schon sehr zeitig selbstständig und erwachsen werden. Bisher ist es ehrlich gesagt eine recht eigenartige Geschichte. Ich kann weder sagen, dass sie mir besonders gefällt, noch dass sie mir nicht gefällt. Sie macht neugierig. Seite für Seite will ich hinter die Fassade dieser speziellen Freundschaft kommen. Also werde ich auf jeden Fall diesen ersten Band der Reihe um Lila und Elena sehr neugierig weiterlesen. Und eines kann ich schon sagen: Ich habe noch nie etwas vergleichbares gelesen.

4. Hast du schon Blogs gelesen, bevor du selbst Blogger wurdest?

Eher nein. Ich habe viel gesurft und mich in Buchcommunities rumgetrieben. Auch den einen oder anderen Blogbeitrag habe ich hin und wieder gelesen, aber nie regelmäßig. Bloggen wollte ich hauptsächlich, um eine Art Lesetagebuch für mich zu haben. Früher habe ich meine gelesenen Bücher in einem Buch notiert, um nicht den Überblick zu verlieren. Jetzt mache ich das hier auf dem Blog. Noch dazu kann ich mich jetzt auch mit anderen über Bücher austauschen.

Wer mehr erfahren will: Gemeinsam Lesen ist eine Aktion von Schlunzen-Bücher.

Lasst mir gern einen Kommentar da, was ihr gerade so lest.

Was #buchpassion für mich bedeutet !

Während eines Streifzuges durch verschiedene Blogs bin ich auf die tolle Aktion #buchpassion von Kapri-ziös gestoßen. Blogger, Verlage und Autoren haben es sich zur Aufgabe gemacht, ihr Bekenntnis zum Buch abzugeben. Auch ich will mich an dieser Aktion beteiligen, denn es kommt doch immer wieder vor, dass ich verwundert angesehen werde, wenn zur Sprache kommt, dass ich den Großteil meiner Freizeit damit verbringe zu lesen, Bücher zu sortieren, Rezensionen zu lesen und zu schreiben und noch dazu dreht sich auch beruflich bei mir alles um Bücher. Kurzum ich bin durch und durch ein Bücherwurm. (So wie man auch in meinem Profil lesen kann)

Mit einem Klick auf das Logo kommt ihr zur Aktion von Kapri-ziös

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Was macht den Reiz von Büchern für mich überhaupt aus?
Seit Kindertagen mag ich Bücher. Ich liebe es darin zu blättern, sie im Regal stehen zu haben und die Geschichten im Inneren zu entdecken. Während meiner Schulzeit habe ich das Lesen dann leider etwas vernachlässigt, aber spätestens seit Harry Potter bin ich wieder vom Buchvirus infiziert. Seit jener Zeit habe ich immer ein Buch in meiner Nähe und einen extrem schnell wachsenden Stapel ungelesener Bücher. (Es kommen einfach viel mehr dazu als ich lesen kann, ein Dilemma)

Die Geschichten in Büchern sind vielfältig. Man lernt, so ganz nebenbei mit Spaß und ohne trockenes Fakten pauken, eine Menge über fremde Menschen, Kulturen und Lebensmodelle, mit denen man im wahren Leben vielleicht gar nicht in Berührung kommt. Mit Hilfe von Büchern war ich schon in den entferntesten Winkeln unserer und auch anderer Welten. Ich habe Abenteuer erlebt, für die sonst keinen Mut gehabt hätte.

Eine Welt ohne Bücher?
Ich beschäftige mich so viel mit Büchern, weil eine Welt ohne Bücher doch ganz schrecklich wäre. Nicht nur die Geschichten würden mir fehlen, auch die Bücher an sich als ganz reales Objekt in meiner Wohnung. Was ist schon eine Wohnung ohne Bücher? Ich kann mir das nicht vorstellen. Nicht ohne Grund nenne ich meine Bücher meine Mitbewohner 🙂 Was gibt es schöneres, als ein (großes) Bücherregal. In fremden Wohnungen ist es das erste Möbel, das ich betrachte. Bücher sagen eine Menge über ihren Besitzer aus. Ein Technikfreak hat schließlich andere Bücher als eine Romantikerin.

Ohne Bücher würde auch unserer Kultur etwas fehlen. Lesungen, Theater-, Serien- und Filmadaptionen gehören doch zu unserem Alltag und machen auch Menschen neugierig auf Bücher, die vielleicht nicht so oft lesen. Bücher haben einen großen Einfluss auf unser aller Leben, egal ob jung oder alt, arm oder reich. Literarische Figuren, wie Pippi Langstrumpf oder Gollum  sind allgemeines Kulturgut, Zitate und Redewendungen gehen in den Sprachgebrauch über, egal ob man selbst liest oder nicht. Ich denke, wir würden geistig verkümmern ohne Bücher. Die Vielseitigkeit von Büchern beeinflusst unsere Gesellschaft und unser Zusammenleben. Deshalb kann ich nur an alle da draußen appellieren: Lest Leute lest!

Mir ist klar, dass die meisten, die diese Worte lesen, selbst ein Faible für Bücher haben. Euch muss ich nicht begeistern. Mir ist es aber ein Anliegen, dass wir alle unsere Begeisterung für Bücher mit anderen teilen. Man liest zwar meist alleine, aber trotzdem sorgen Bücher für Gesprächsstoff und Gemeinsamkeiten. Es ist schön, die eigene Begeisterung für Bücher mit anderen zu teilen und noch besser, wenn man Lesemuffel so den Zugang zu Büchern ermöglicht. Es ist ganz wichtig, dass jeder, der will, die Möglichkeit bekommt Bücher zu lesen.

Schaut doch auch bei den anderen Teilnehmern vorbei, ich bin mir sicher, dass jeder etwas anderes zum Thema zu erzählen hat. Und was kommt euch so in den Sinn, wenn ihr an #buchpassion denkt?

Neue Mitbewohner im Regal

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Es ist mal wieder an der Zeit meine neuen Mitbewohner vorzustellen. Seid alle herzlich willkommen und macht es euch im Regal gemütlich 🙂

„Schwestern bleiben wir immer“ von Barbara Kunrath (Ullstein):
In diesem Roman geht es um die schwierigen Familienverhältnisse zweier Schwestern. Alexa und Katja hatten keine einfache Kindheit, sie waren mehr oder weniger auf sich allein gestellt und versuchen nun dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, weshalb das so ist. Gerade bin ich dabei, das Geheimnis zu lüften. Ein spannender Familienroman.

„Der Turm der Welt“ von Benjamin Monferat (Wunderlich):
Paris 1889. In der Stadt dreht sich alles um die Weltausstellung und natürlich spielt auch der Eiffelturm eine zentrale Rolle. In mitten der festlichen Stimmung muss ein Verbrechen aufgeklärt werden. Ein historischer Roman mit wunderschönem Cover. Ein wahrer Hingucker.

„Worte für die Ewigkeit“ von Lucy Inglis (Chicken House):
Ein Jugendroman, der auf zwei Zeitebenen spielt. 1867 und heute. Beide Geschichten sind miteinander verbunden und wechseln sich im Buch ab. Eine bzw. zwei tolle Liebesgeschichten fürs Herz.

„Meine geniale Freundin“ von Elena Ferrante (Suhrkamp):
Ok, ich gebe es ja zu, ich habe mich von dem Hype rund um das Buch anstecken lassen. An jeder Ecke wird über dieses Buch geredet, besonders über die anonyme Autorin. Ich bin mal gespannt, ob meine Erwartungen an eine aufwühlende und besondere Geschichte erfüllt werden. Dieser erste Band über eine Frauenfreundschaft in Neapel ist schon mal eine tolle Ausgangssituation.

„Beeil dich, kleines Faultier“ von Tomoko Ohmura (Moritz Verlag):
Ein wahres Herzensbuch. Ich liebe Faultiere, daher habe ich mich unheimlich gefreut, als dieses Schmuckstück den Weg zu mir gefunden hat. In dem Kinderbuch geht es um Freundschaft, Mut und Zusammenhalt. Es ist in der Hauptsache ein Bilderbuch, das durch niedliche Figuren besticht. Hier nochmal ein Bild vom Buch, gemeinsam mit meinem ganz eigenen Faultier 🙂