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Rezension: „Der kleine Laden der einsamen Herzen“ von Annie Darling

„Der kleine Laden der einsamen Herzen“ von Annie Darling (Bildquelle: Penguin Verlag)

„Wir können es machen wie alle anderen Buchhandlungen, oder wir konzentrieren uns darauf etwas Besonderes zu sein. Wir könnten die Adresse für Liebesromane werden.“ (S. 71)

Inhalt: Die Buchhandlung in Bloomsbury läuft nicht gerade gut und ist auch schon ziemlich heruntergekommen, aber er ist Posys Leben. Sie ist quasi dort aufgewachsen, also stellt sie sich der Herausforderung, als sie den Laden erbt. In Posys Leben gab es bisher viele Rückschläge, aber mit Liebesromanen kennt sie sich aus, deshalb plant sie eine ganz besondere Buchhandlung, in der es nur Liebesromane geben soll. Nur leider sieht Sebastian, der Enkel der verstorbenen Besitzerin, das alles ein wenig anders. Es beginnt eine Geschichte, die auch eine Menge Stoff für Posys eigenen Liebesroman bietet.

Leseeindruck: Ok, der Titel und auch die Covergestaltung deuten schon darauf hin, dass man es hier nicht mit großer anspruchsvoller Literatur zu tun haben, aber dennoch hatte ich eine Menge Spaß mit dem Buch. Hin und wieder braucht man auch mal ein Buch fürs Herz und Gemüt. Genau so ein Buch ist „Der kleine Laden der einsamen Herzen“. Im Prinzip kann man sich zwar von Anfang an vorstellen, wie alles ausgehen wird, aber der Weg dahin ist doch das eigentlich unterhaltende. Mit viel Charme und Witz verfolgt man Posys Weg zum Glück. Es gilt einige Rückschläge einzustecken und dabei nie den Mut zu verlieren. Ich hatte durchweg ein gutes Gefühl beim Lesen und dachte: Ach, ist das schön. 🙂 Ok, einen großen Anteil daran hat natürlich der Schauplatz der Geschichte, denn die meiste Zeit bewegen wir uns in der kleinen beschaulichen Buchhandlung „Bookends“. Also war es um mich geschehen und ich habe mein Herz an die Buchhandlung verloren. Nicht nur mit Sebastian, Posy oder einem der anderen liebenswerten Figuren, habe ich mitgefiebert. Ich wollte immer wissen, wie es mit „Bookends“ weitergeht. Eine Buchhandlung die mit viel Liebe und Idealismus geführt wurde und die Posy nun mit ihrer ganz eigenen Art weiterführen will. Mir hat es gefallen, wie diese Entwicklung dargestellt wurde. Bei allem Kitsch und vielen Klischees, die hier auch zu finden sind, würde ich der Buchhandlung sofort einen Besuch abstatten, wenn es sie gäbe 🙂 Man nimmt Posy einfach ihr Faible für Liebesromane ab.

Wenn man sich einmal auf die Story einlässt und einem klar ist, dass dieses Buch einfach nur für kurze Zeit unterhalten will, ohne dem Leser eine große Botschaft mit auf den Weg zu geben, sorgt auch die Handlung der zweiten Erzählebene für eine Menge Spaß. Darin dürfen wir in Posys eigenem „Schundroman“ lesen. Einfach nur herrlich wie sie ihr eigenes Leben in einen historischen Nackenbeißerroman verwandelt. (Natürlich mit Sebastian als amourösen Held)
Ich glaube die Autorin hatte selbst eine Menge Spaß beim Schreiben, denn so ist es ihr doch tatsächlich ein amüsanter Genremix aus verschiedenen Liebesromanen gelungen.

Natürlich gibt es auch ernste Momente, die eben auch zum Leben gehören. In meinen Augen ist der Autorin die Balance zwischen Drama und Komödie hier gut gelungen. Die Emotionen kommen in keinem Fall zu kurz. Die Charaktere sind zwar recht stereotyp, aber sie haben alle ihre persönlichen Eigenheiten, die sie besonders machen. Dabei habe ich -natürlich- das Personal der Buchhandlung besonders in mein Herz geschlossen. In diesem Roman konnte ich schnell meine Sympathien verteilen und lag auch (kaum) daneben mit meinen Einschätzungen.

Lieblingsnebencharakter: Ach, ich mochte Verity, eine der Angestellten gern. Sie arbeitet zwar in der Buchhandlung, verabscheut aber Kundenkontakt und kümmert sich daher um die Finanzen. Großartig, wie ihre Abneigung gegen andere Menschen dargestellt wird. Man möchte ihr zurufen: „Augen auf bei der Berufswahl“ 😉 Trotzdem ist sie sympathisch, da sie sich ihrer Schwäche bewusst ist, und Posy mit dem Blick über die Finanzen unter die Arme greift. Es hat eben jeder andere Stärken. Wirklich im Gedächtnis geblieben ist mir aber Lavinia (die Vorbesitzerin), die so liebevoll auch nach ihrem Tod noch die Fäden in der Hand behalten hat. Dass ich mich nicht so recht entscheiden kann, zeigt nur, dass Posy ohne ihre Familie und Freunde aufgeschmissen wäre 🙂

Fazit: „Der kleine Laden der einsamen Herzen“ ist wahrlich was fürs Leserherz. Ein Buch, dass einen für ein paar Stunden wunderbar unterhält und einen dabei auch noch mit in eine bezaubernde Buchhandlung nimmt. Man sollte sich im Klaren sein, dass einen hier keine allzu anspruchsvolle Literatur erwartet, vielmehr eine romantische Liebesgeschichte mit viel Charme. Wer mit dieser Erwartungshaltung das Buch aufschlägt, wird wunderbar unterhalten werden. An der einen oder anderen Stelle ist die Story vorhersehbar, deshalb gibt es gute 4 Sterne von mir.

PS: Übrigens soll „Der kleine Laden der einsamen Herzen“ der erste Band einer Reihe sein. Dann bin ich mal gespannt, wie es mit der Buchhandlung und Posy weitergeht.

Bewertung:

4 Stars

Bibliographische Angaben:
Titel: „Der kleine Laden der einsamen Herzen“
Autorin: Annie Darling (Übersetzung: Andrea Brandl)
Verlag: Penguin
ISBN: 9783328100980
Ausgabe: Taschenbuch (Preis: 10,00 €)