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„Vom Eise befreit…“ – Mein Osterspaziergang

wpid-20150406_121603.jpgAn diesem Ostermontag konnte auch ich endlich den Feiertag nutzen und die Seele baumeln lassen. Da ich nun schon mein zweites Osterfest in Weimar verbringe, dachte ich mir, es wäre mal an der Zeit auf Goethes Spuren zu wandeln. Denn wer kennt sie nicht, die berühmten ersten Zeilen aus dem „Osterspaziergang“ von Goethe. Für alle, die sie vergessen haben, den sei hiermit auf die Sprünge geholfen 🙂

Osterspaziergang 

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick,
Im Tale grünet Hoffnungsglück;
Der alte Winter, in seiner Schwäche,
Zog sich in rauhe Berge zurück.
Von dort her sendet er, fliehend, nur
Ohnmächtige Schauer körnigen Eises
In Streifen über die grünende Flur.
Aber die Sonne duldet kein Weißes,
Überall regt sich Bildung und Streben,
Alles will sie mit Farben beleben;
Doch an Blumen fehlts im Revier,
Sie nimmt geputzte Menschen dafür.
Kehre dich um, von diesen Höhen
Nach der Stadt zurück zu sehen!
Aus dem hohlen finstern Tor
Dringt ein buntes Gewimmel hervor.
Jeder sonnt sich heute so gern.
Sie feiern die Auferstehung des Herrn,
Denn sie sind selber auferstanden:
Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,
Aus Handwerks- und Gewerbesbanden,
Aus dem Druck von Giebeln und Dächern,
Aus der Straßen quetschender Enge,
Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht
Sind sie alle ans Licht gebracht.
Sieh nur, sieh! wie behend sich die Menge
Durch die Gärten und Felder zerschlägt,
Wie der Fluß in Breit und Länge
So manchen lustigen Nachen bewegt,
Und, bis zum Sinken überladen,
Entfernt sich dieser letzte Kahn.
Selbst von des Berges fernen Pfaden
Blinken uns farbige Kleider an.
Ich höre schon des Dorfs Getümmel,
Hier ist des Volkes wahrer Himmel,
Zufrieden jauchzet groß und klein:
Hier bin ich Mensch, hier darf ichs sein!

(Johann Wolfgang von Goethe, Faust I)

In Goethes Garten gab es eine Menge Frühlingsblumen zu bestaunen:

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Wer den Park an der Ilm in Weimar kennt, der kann sich gut vorstellen, dass Goethe das bunte Treiben im Park und die Natur vor Augen gehabt haben wird, als er den „Osterspaziergang“ geschrieben hat. Also habe ich mich heute auch in den Park und zu Goethes Gartenhaus aufgemacht und die Sonnenstrahlen genossen. Jetzt genug der langen Worte, hier meine Impressionen:

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Goethes Gartenhaus

Überall konnte man die ersten Knospen und Blüten an den Bäumen entdecken.

Wie man sieht ist die Ilm, ganz nach Goethes Worten vom Eise befreit 🙂

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Auch die Enten im Park haben die Sonne genossen und es sich gut gehen lassen. In diesem Sinne wünsche ich euch allen einen ruhigen Ausklang der Feiertage. Ich werde es mir auf meinem Sofa mit einem guten Buch gemütlich machen 🙂

Wie und wo habt ihr denn die Ostertage verbracht?