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Rezension: „…und eine Tasse Tee“ von Anna Marie Lievert

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„… und eine Tasse Tee“ von Anna Marie Lievert

„Aber […] ist das denn realistisch? Ist es in unserer heutigen Zeit überhaupt denkbar, sich vierzig Tage zurückzuziehen, die Stille zu suchen, nur um zu einem Entschluss zu kommen?“ (S. 132)

Inhalt: Anna hat alles, was man für ein erfülltes Leben braucht: Ihren gutaussehenden Freund Erik, ein schickes zu Hause und einen tollen und gut bezahlten Job. Doch ist das wirklich das Rezept, das man zum wahren Glück braucht? Annas Leben nimmt eine ganz andere Wendung, als ihre Lebensplanung nicht mehr mit Eriks übereinstimmt und auch im Job Veränderungen anstehen. Sonst so rational, trifft Anna einmal im Leben eine Entscheidung aus dem Bauch heraus, die alles auf den Kopf stellt.

Leseeindruck: Ich muss zugeben, dass ich nur sehr schwer in die Story reingekommen bin, denn zunächst konnte ich mit Anna nicht viel anfangen. Ich hatte das Gefühl, dass nicht sie im Mittelpunkt der Geschichte steht, sondern ihr Job (mitsamt seitenlangen Erklärungen zur Unternehmenshierachie). Auch der Schreibstil war nicht ganz einfach. An einigen Stellen noch etwas holprig, besonders da ständig mit Vor- und Nachnamen gearbeitet wurde. Auf Seite 97 taucht allein 5 mal der Name „Maren Wippert“ auf. Bei einem Debütroman muss man wohl das eine Manko hier und da hinnehmen.

Wer dem Buch aber eine Chance gibt, der wird nicht enttäuscht. Spätestens im zweiten Teil nimmt die Geschichte Fahrt auf. Anna versucht in Ostfriesland ihr Leben neu zu ordnen und endlich tauchen auch neue Charaktere auf, die der Geschichte neuen Charme verleihen. Die Figuren auf Jysum, der ostfriesischen Insel, sind alle viel weniger Stereotyp als zu Beginn. Auch Anna macht eine Entwicklung durch, die man gerne verfolgt. Das Lesen geht durch all diese Faktoren flüssiger und im Handumdrehen hat man das Buch durch und wurde gut unterhalten.
Leider fehlten mir die überraschenden Momente in der Geschichte, lediglich sie Story rund um Annas Mutter konnte etwas unerwartetes bieten.

Lieblingsnebencharakter: Eindeutig Grete, Annas Nachbarin auf Jysum. Sie strahlt viel Wärme aus und sorgt dafür, dass sich nicht nur Anna, sondern auch der Leser gleich gut aufgehoben fühlt auf der Insel. Sie ist so etwas wie die gute Seele im Buch und in Annas Leben.

Fazit: Insgesamt hat mir das Buch ganz gut gefallen. Die Thematik rund um „Ist-Karriere-alles?“ wurde gut umgesetzt. Insgesamt vergebe ich gute drei Sterne. Zwei kleine Abzüge gibt es, da mir die Story an vielen Stellen zu vorhersehbar war und ich am Anfang so meine Probleme mit dem Schreibstil hatte. Alles in allem aber ein schöne Geschichte über das wirklich wichtige im Leben, unsere Mitmenschen. Auch jeder Ostfrieslandfan sollte das Buch lesen, denn man bekommt gleich Lust auf einen richtig guten Tee 🙂

Bewertung:
3 Stars

Bibliographische Angaben:
Titel: „… und eine Tasse Tee“
Autorin: Anna Marie Lievert
ISBN: 9783000481499
Ausgabe: Paperback (12,90€)