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Gemeinsam lesen: „Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra“ von Robin Sloan

Schlunzenbuch

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese gerade „Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra“ (Blessing Verlag  bzw. Heyne Verlag) von Robin Sloan. Ich bin auf Seite 106.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„Die Regenbogenfarben auf dem Schild neben dem Bahnhof, das den Weg zum Google-Campus weist, sind unter der Sonne des Silicon Valley etwas verblasst.“ (S. 106)

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Ich habe ein Faible für Bücher über Bücher oder Buchhandlungen. Es ist einfach toll in diese Welt der fiktiven Buchhandlungen abzutauchen, daher stand das Buch schon eine Weile auf meinem Wunschzettel. Es geht um eine skurrile kleine Buchhandlung in San Francisco, die rund um die Uhr offen hat. Noch dazu gibt es dort neben den üblichen Büchern auch „Ladenhüter“, die nicht verkauft werden, sondern an bestimmte Menschen ausgeliehen werden. Der neue und etwas verpeilte Mitarbeiter Clay versucht herauszufinden, was es mit den Ladenhütern auf sich hat.

Bisher gefällt mir dir Geschichte ganz gut, so richtig weiß ich aber noch nicht, auf was alles hinauslaufen soll, denn die Story hat auch einen großen technischen Aspekt, auch Google spielt eine Rolle. Ich bin mal gespannt wie die alten verstaubten Bücher und die moderne Googlewelt noch zusammen finden.

4. Lagen buchige Geschenke unter eurem Tannenbaum oder habt ihr euch vielleicht sogar selbst beschenkt?

Leider lag unter meinem Weihnachtsbaum kein Buch. Daran bin ich aber schon gewöhnt. Seit ich selbst in einer Buchhandlung arbeite, traut sich einfach keiner mir Bücher zu schenken, da ich so gut ausgestattet bin. Es ist also eher ein Luxusproblem :-)

Ich selbst verschenke natürlich sehr gern Bücher, auch dieses Weihnachten. Eine liebe Freundin hat das Joshua-Profil von Sebastian Fitzek bekommen. Und auch Dark Canopy von Jennifer Benkau wurde verschenkt. Ich hoffe doch, dass beide gut angekommen sind.

Wer mehr erfahren will: Gemeinsam Lesen ist eine Aktion von Schlunzen-Bücher.

Ich bin natürlich auch neugierig, welche Bücher ihr gerade lest, also lasst gern einen Kommentar da!

Gemeinsam Lesen #84

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

„Gone Girl – Das perfekte Opfer“ aus dem Fischer Verlag auf S.178

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„Um fünf Uhr früh saßen Rand und ich alleine in der leeren Zentrale der „Findet-Amy-Dunne“-Aktion, tranken Kaffee und warteten auf die Cops, die sich Lonnie vorknöpfen sollten.“ (S. 178)

3. Was willst du unbedingt zu deinem aktuellen Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)

Bei diesem Buch habe ich mal etwas gemacht, was ich sonst eher ungern tue. Ich habe die Verfilmung geschaut, bevor ich das Buch gelesen habe. Obwohl ich ja nun weiß, wie die Story ausgeht, bin ich trotzdem unheimlich neugierig, wie die Dinge so zu einem Ende kommen. Der Film hat mich sehr beeindruckt und sehr oft überrascht. Ich hoffe, das Buch bietet mir noch die eine oder andere Erklärung, denn im Gegensatz zu Verfilmungen bieten Bücher meist mehr Raum für die Entwicklung der Handlung. In jedem Fall lese ich Amys Tagebucheinträge mit einem anderen Verständnis als jemand, der die Handlung noch nicht kennt.

4. Diesen Freitag ist Halloween! Lest ihr zur Einstimmung gruselige Bücher? Wie steht ihr überhaupt zu dem Genre Horror? Habt ihr einen guten Tipp oder lasst ihr lieber die Finger davon?

So richtig kann ich weder mit Horrorbüchern noch mit Gruselfilmen etwas anfangen. Das gruseligste Buch, das ich bisher gelesen habe sind die Dancing Jax-Bücher. Halloween wäre aber tatsächlich eine gute Gelegenheit endlich mal den 3. Band zu lesen.

Wer mehr erfahren will: Gemeinsam Lesen ist eine Aktion von Weltenwanderer und Schlunzen-Bücher, ins Leben gerufen von Asaviels Bücher-Allerlei

Ursula Poznanski und Jennifer Benkau lesen auf der Frankfurter Buchmesse 2014

Auf der Frankfurter Buchmesse 2014 habe ich die Möglichkeit genutzt auf Lesungen zu gehen, da es leider abseits der Buchmessen nur sehr wenige Lesungen bei uns gibt. Beide Veranstaltungen, die ich mir ausgeguckt habe, fanden am Loewe-Stand statt. Ein sehr ungewöhnlicher Ort, da die Lesungen über dem eigentlichen Stand in der zweiten Etage stattgefunden haben. Wie sich herausstellte, war es gut rechtzeitig vor Ort zu sein, da „nur“ etwa 70 Personen nach oben gelassen werden konnten. Das Anstellen hat sich jedoch gelohnt, denn es bot sich ein toller Blick über die Messe.  Hier ein paar Impressionen vom „Dach“ des Loewe-Stands:

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Am Samstag fand die Lesung von Ursula Poznanski zum dritten Band (Die Vernichteten) der Eleria-Reihe aus dem Loewe Verlag statt . Von vielen Seiten habe ich jetzt schon gehört, wie toll die Reihe sein soll. (Ich selbst kenne bis jetzt nur Erebos von der Autorin). Da ich Band 1 (Die Verratenen) und 2 (Die Verschworenen) noch nicht gelesen habe, bin ich sehr froh, dass wir nicht gespoilert wurden. :-) Trotz meiner Wissenslücke konnte ich dank der kurzen Einführung gut folgen und verstehe nun auch die Begeisterung für die Reihe. Die Trilogie steht jetzt sehr weit oben auf meinem Wunschzettel, denn ich finde die dystopische Welt, in der Eleria und ihre Freunde leben sehr interessant. Besonders die Entwicklung von der Vorzeigestudentin mit allerlei Privilegien hin zur Verfolgten finde ich sehr spannend. Nach der Lesung verteilte Ursula Poznanski noch fleißig Autogramme.

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 Nachdem ich gesehen habe, dass Jennifer Benkau aus ihrem neuen Buch Marmorkuss liest, war mir sofort klar, dass ich da gern dabei wäre. Nur gut, dass wir wieder frühzeitig am Stand waren und uns einen Platz sichern konnten. Auch diese Geschichte hat mich überzeugt, es geht um eine moderne Dornröschenvariante. Sehr lustig auch der Grund, warum Jennifer Benkau das Märchen als Thema gewählt hat, denn schließlich endet ein klassisches Märchen immer mit einem Happy End, wie der Prinz und die schlafende Schöne wirklich miteinander auskommen erfährt der Leser nicht. In Marmorkuss wird das anders sein. Und alles sieht danach aus, dass es eine Menge Konflikte zwischen Jarno, dem Underdog und „Dornröschen“ aus der verwunschenen Villa geben wird. Ich werde das Buch mit Sicherheit lesen, denn auch die anderen Bücher von Jennifer Benkau aus dem script5 Verlag haben mir gut gefallen. Allen voran Dark Canopy / Dark Destiny. Die Lesung hat wieder mal Lust auf mehr gemacht. Im Anschluss an die Lesung hat sich die Autorin, äußerst charmant den Fragen der Zuhörer gestellt. So haben wir zum Beispiel erfahren, weshalb sie nicht ihr angekündigtes Sonntagskleidchen getragen hat (Es eignet sich nur bedingt zum Babystillen), Wer ihre Lieblingsautorin ist (Antonia Michaelis) oder was sie vor ihrer Schriftstellerkarriere gemacht hat (Einzelhandelskauffrau). Wie immer bei Jennifer Benkau war es eine sehr unterhaltsame Lesung. Danke dafür. Im Anschluss wurden noch  auch noch fleißig Autogramme geschrieben. Für Madame Klappentext gabs auch eins :-)

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Die Fotos der Buchmesse hat übrigens allesamt eine gute Freundin für mich gemacht. Vielen Dank dafür liebe Julia!

 

Rezension: „Das Haus der vergessenen Bücher“ von Christopher Morley

„Das Haus der vergessenen Bücher“ von Christopher Morley (Bildrechte: Atlantik)

„Wir haben, was sie wollen.
Auch wenn Sie nicht wissen, was Sie wollen.
Geistige Unterernährung ist ein ernstes Leiden.
Wir haben die richtige Medizin für Sie“ (S.9)

Inhalt: Wir haben das Jahr 1918 und befinden uns in einem kleinen beschaulichen Antiquariat „Parnassus“ in New York. Roger Mifflin, der Antiquar, bekommt eines Abends Besuch von dem Werbeprofi Aubrey. Nur kann Roger so überhaupt nichts mit Werbung anfangen, denn schließlich lebt sein Geschäft von Mundzumund-Propaganda. Aubrey kann sich dem Zauber des Antiquariats jedoch nicht entziehen. Vielleicht auch, weil dort die junge Titania arbeitet und so lässt er den Laden nicht aus den Augen, da er sich sicher ist, dass etwas merkwürdiges vor sich geht. Schließlich ist Parnassus „die Buchhandlung in der es spukt.“ (S. 7)

Leseeindruck: Ich habe es schon mehrfach erwähnt, aber ich liebe dieses Buch! Roger ist mit jeder Faser seines Körpers Buchhändler. Er liebt seinen Beruf und seine Bücher. Er ist so ein liebenswerter Typ, der es wirklich versteht seine Liebe zu Büchern seinen Mitmenschen zu vermitteln. Das Buch strotzt nur so vor tollen Zitaten, die etwas mit der Buchbranche zu tun haben. Jeder, der auch nur im entferntesten etwas mit Büchern am Hut hat, wird sich in den Ausführungen Rogers wiederfinden. Noch nie habe ich während des Lesens so viele Klebezettel in ein Buch gepackt, um mir all die tollen Zitate merken zu können. Hier habe ich meine Top 5 zusammengestellt, die ich auch einfach mal für sich sprechen lassen will:

1. „Es bestärkt mich in meiner Überzeugung, dass der Buchhandel eine große Zukunft vor sich hat. […] Es geht darum, den Buchhandel als Berufsstand zu würdigen. […] Man lehre den Buchhändler, gute Bücher zu erkennen und zu ehren und er wird sein Wissen an den Kunden weitergeben.“ (S.13) Vielen Dank Christopher Morley für diese treffende Beschreibung des Buchhändlerberufs.

2. „Er [Der Buchhändler] ist umgeben von unzähligen Büchern, die er unmöglich alle Lesen kann.“ (S. 26)

3. „Jemand, der sich für Bücher begeistert, hat weder die Zeit noch die Geduld, Reichtümer zu erwerben und ständig darüber nachzusinnen, wie er seine Mitmenschen übers Ohr hauen kann.“ (S. 15)

4. „Streiten Sie nie mit dem Kunden. Geben Sie ihm einfach das Buch, das er haben will, selbst wenn er nicht weiß, dass er es haben will.“ (S. 104)

5. „Mein Laden ist voll von den Geistern der Bücher, die ich nicht gelesen habe. Armen ruhelosen Geistern, die immer um mich herum sind. Es gibt nur eine Möglichkeit, den Geist eines Buches zu bannen – man muss es lesen.“ (S. 121)

Das kleine Büchlein liest sich wirklich flüssig. Man hat immer wieder etwas zum Schmunzeln, da wird einem nie langweilig. Die Figuren sind auch alle so schön gezeichnet. Wir haben den liebenswerten Buchhändler, die liebende charmante Ehefrau Helene, die hübsche Angestellte Titania, der paranoide Werbeprofi Aubrey und den treuen Familienhund Bock. Sie passen alle sehr gut zusammen und sorgen für eine Menge Unterhaltung. Besonders Aubrey, der eine Verschwörung wittert und damit einem außergwöhnlichen Kriminalfall auf die Spur kommt. Welch ein Spaß es war, seinen Ermittlungen zu folgen, die er auf eigene Faust unternimmt. Es fühlte sich ein wenig an wie die Mischung aus Sherlock Holmes und Flavia de Luce. Mir hat die Mischung aus Krimi und Hommage an den Buchhandel sehr gut gefallen.

Lieblingsnebencharakter: Der kleine treue Bock hat diesen Titel mehr als verdient. Wenn ihr das Buch lest, dann werdet ihr mir bestimmt zustimmen. Bock bleibt einem ganz besonders in Erinnerung.

Fazit: Ich habe es geliebt, dieses Buch zu lesen. So viele tolle Zitate, die die Liebe zum Buch ausdrücken. Und obwohl das Buch fast 100 Jahre alt ist (1919 ist es erstmal erschienen), kann man es heute immer noch mit viel Vergnügen lesen. Jeder, der Bücher mag, sollte das Buch einmal lesen. Ich werde das Buch mit Sicherheit nicht das letzte Mal gelesen haben. Dazu ist die Ausgabe des Atlantik Verlags auch noch wunderschön. Ich habe nichts zu meckern und jede Seite genossen, vielleicht auch weil ich selbst so viel mit Büchern zu tun habe, bin ich dankbar, dass es dieses Buch gibt. Für mich ein neues Herzensbuch, daher gibt es 5 Herzen!

Bewertung:
5 out of 5 stars

Bibliographische Angaben
Titel: „Das Haus der vergessenen Bücher“
Autor: Christopher Morley (Übersetzung: Renate Orth-Guttmann)
Verlag: Atlantik
ISBN: 9783455600124
Ausgabe: Hardcover (18,-€)

Wer noch mehr über den Atlantik Verlag erfahren will, der findet hier meine Verlagsvorstellung.

Verlagsvorstellung: Atlantik Verlag

Es war einmal zur Buchmesse 2014 in Leipzig. Ich schlenderte mit einer Freundin durch die vollen Hallen. Wir haben allerlei schönes und lesenswertes gesehen und brauchten auch mal eine Erholung für die Füße. Da kam uns der Stand von Hoffmann und Campe genau recht. Es gab eine ruhige Ecke zum sitzen und eine Menge toller Bücher zum Stöbern.

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Atlantik – Ein Verlag sticht in See

Aber Moment, es waren nicht irgendwelche Bücher. Es waren die tollen bibliophilen Ausgaben vom Atlantik Verlag, der zur Verlagsgruppe von Hoffmann und Campe gehört. Seither kann ich mich nicht mehr sattsehen an den Büchern.

„84, Charing Cross Road“ (Bildrechte: Atlantik)

Die Bücher bestechen durch ihre hochwertige Aufmachung und tollen Inhalte. Schaut euch am besten mal das Verlagsprogramm an, dann wisst ihr wovon ich rede.

Mein Favorit war von Beginn an „84, Charing Cross Road“ von Helene Hanff.  Es handelt von der Brieffreundschaft der amerikanischen Autorin zu ihrem englischen Buchhändler. Der Verlag hat eine traumhaft schöne Neuausgabe auf den Markt gebracht. Ein Muss für jeden, der Bücher liebt.

„Alle meine Wünsche“ (Bildrechte: Atlantik)

„Alle meine Wünsche“ von Grégoire Delacourt kann ich auch nur empfehlen. Darin geht es um eine Frau, die im Lotto gewinnt und damit ihr Glück finden sollte. Aber was ist Glück und macht Geld wirklich glücklich? Mit viel französischem Charme. Sobald ich beide Titel komplett gelesen habe, werdet ihr hier auf meinem Blog auch die Rezension finden.

Atlantik trifft bei mir voll ins Schwarze mit seinem Verlagsprogramm aus Neuerscheinungen und dem Wiederentdecken von alten Schätzen. Seit Frühjahr 2014 bereichert Atlantik die Verlagslandschaft und ich bin gespannt, was da in Zukunft noch kommt. Viel Gutes nehme ich an.

Vor kurzem ist dann „Skipper“ das Maskottchen mit an Bord gegangen. Ein Hund mit Bücherschnauze. Eine tolle Idee wie ich finde. Bei der Namensvergabe durften die Leser Vorschläge einreichen, um im Gegenzug ein Wunschbuch, Buchtagebuch und Büchertasche zu ergattern.

DSCI0664Mit diesem Paket hat Atlantik mein Wochenende versüßt. :-) Vielen Dank dafür.

Für alle, die noch mehr über diesen tollen jungen Verlag erfahren wollen, hier gehts zum Atlantik Verlag.

Was haltet ihr denn von Atlantik? Kennt ihr schon das eine oder andere Buch, oder habt einen Favoriten?

Verlagsvorstellung: Michael Müller Verlag

Momentan sind ja in vielen Bundesländern Sommerferien und das bedeutet für die meisten von uns: Es ist Urlaubszeit! Und wer wissen will, was ihn in seinem Urlaubsort erwartet, der steht früher oder später vor der Frage: Welcher Reiseführer passt zu mir?

Vor einiger Zeit habe ich den Michael Müller Verlag für mich entdeckt. Jeder der mehr will, als nur in der Sonne brutzeln, wird sich freuen, wenn er einen Reiseführer von Michael Müller im Gepäck hat.

Länderführer

Städteführer

Regionalführer

 

 

 

 

 

 

 

 

Verlagsgeschichte: Angefangen hat alles 1979 mit einem Portugalreiseführer. Seither hat sich vieles getan. Der Verlag aus Erlangen hat mittlerweile ein Sortiment von rund 180 Titeln.

Sortiment: Man findet Länder-, Städte-, Regional-, und auch Wanderfüher. Der Schwerpunkt des Sortiments liegt auf Europa, aber auch Nordamerika, Mittelamerika, Ozeanien und Asien findet sich. Seit kurzem gibt es auch Wanderführer. Da ich diese aber noch nicht genutzt habe, kann ich dazu leider keine Aussage treffen.

Ich selbst habe bis jetzt „Irland“ und „Hamburg“ verwendet. Einige andere Titel habe ich verschenkt oder empfohlen und nur positive Rückmeldung bekommen. Sowohl bei der Reisevorbereitung als auch bei der Reise selbst haben sich die Reiseführer als treue Begleiter erwiesen. Auch das Preis-Leistungs-Verhältnis finde ich sehr gut. Je nach Umfang kosten die Reiseführer zwischen ca. 13 € und 28 € aber man bekommt für sein Geld auch etwas geboten. (z.B. die kostenlose App, die zum Download bereit steht.) Die klassischen Touistenziele sind natürlich aufgeführt, aber was noch viel wichtiger ist: Auch abseits der Touristenrouten ist man gut beraten. Ein gemütliches Cafe findet man ebenso schnell wie ein passendes Hotel oder den nächsten Buchladen :-) Eine herausnehmbare Karte ist neben den Kartenausschnitten im Buch, wie bei vielen anderen Reiseführern auch, enthalten. Der inhaltliche Aufbau folgt den einzelnen Stadtteilen oder Regionen. So hat man alles aus der direkten Umgebung schnell parat.

Für den Kurzurlauber bietet es sich an, die Touren zu nutzten, die man vorgeschlagen bekommt, so sieht man in kürzester Zeit das wichtigste und kann trotzdem ganz individuell planen und leicht abwandeln, wenn gewünscht.

Der Schreibstil hat mich auch angesprochen, obwohl man in einem Reiseführer ja eine Menge Fakten unterbringen muss, sind diese hier unterhaltsam geschrieben. Auf diese Weise erfährt man auch etwas über Land und Leute.

Fazit: Ich mag die Reiseführer von Michael Müller sehr gern und würde sie jedem mit gutem Gewissen empfehlen. Egal welcher Band, bis jetzt habe ich noch keine schlechten Erfahrungen gemacht, alle sind gut recherchiert und übersichtlich aufgebaut. Alles in allem ist die Handhabung sehr intuitiv. Solltet ihr die Reiseführer von Michael Müller bis jetzt noch nicht kennen, müsst ihr das ganz schnell ändern. Und wenn ihr schon mal mit Michael Müller Reiseführern im Gepäck im Urlaub gewesen seid, würde ich mich über euer Feedback freuen.

Ab zum Verlag für alle, die Lust aufs Stöbern bekommen haben.

Die Bildrechte für die Coverabbildungen liegen beim Verlag.

Rezension: „Das Jahr, nachdem die Welt stehen blieb“ von Clare Furniss

„Das Jahr, nachdem die Welt stehen blieb“ von Clare Furniss (Bildquelle: Carl Hanser Verlag)

„Aber ich kann an nichts anderes denken, als dass die Ratte sich immer mehr zu einer kleinen Person entwickelt, immer präsenter und realer wird, während ich immer weiter verschwinde.“ (S.172)

Inhalt: Die 16jährige Pearl lebt zusammen mit ihrer Mutter, die wieder schwanger ist, und ihrem Stiefvater in einem kleinen Haus in London. Sie hat nichts weiter zu beklagen in ihrem Leben, bis die Mutter stirbt und damit eine große Lücke in Pearls Leben hinterlässt. Für Pearl fühlt es sich so an, als wäre die Welt stehen geblieben, aber jetzt hat sie eine kleine Schwester und muss ihren Platz in der Familie erst wieder finden. Die Geschichte beschreibt das erste Jahr nach dem Tod der geliebten Mutter und wie Pearl damit umgeht.

Leseeindruck: Wie so oft bei einem Jugendbuch (ab 14 Jahre) ist die Sprache recht einfach und das Buch lässt sich sehr flüssig lesen. Im Mittelpunkt steht Pearl, die mit dem Verlust der Mutter umgehen muss. Sie ist zwar die Hauptfigur und ich möchte nicht in ihrer Haut stecken, denn das ist schon ein gewaltiger Schicksalsschlag, aber richtig warm bin ich mit ihr nicht geworden. Sie handelt über weiter Strecken sehr egoistisch und mehr wie ein zickiger Teenager als eine trauernde Tochter. Ok, es reagiert bestimmt jeder anders, aber Pearl geht jedes bisschen Empathie verloren. Sie ist ihren Mitmenschen gegenüber sehr ungerecht. Ihr (Stief)vater, ihre beste Freundin Molly, ihre Granny alle bemühen sich wirklich um sie und stellen ihre eigenen Probleme hinten an, aber Pearl schafft es einfach nicht über ihren Schatten zu springen. Dadurch war die Geschichte für mich an vielen Stellen vorhersehbar. Die Figuren haben nie Dinge gemacht, mit denen ich nicht gerechnet hätte, dafür gibt es einen Stern Abzug. Den zweiten Stern ziehe ich für das vorhersehbare Ende ab.
Gut gefallen hat mir die emotionale Seite der Geschichte, der Zwiespalt in dem Pearl steckt und ihre Hilflosigkeit könnten besser nicht beschrieben werden. Plötzlich hinterfragt sie die Beziehung zu ihrem Stiefvater, obwohl sie immer ‚Dad‘ genannt hat, kann ihre kleine Schwester nicht beim Namen nennen und sieht nur die positiven Dinge in ihrer Mutter, obwohl die auch eine schwierige Person war. Die Idee, wie Pearls Mutter auch nach ihrem Tod noch teilhaben kann am Leben der Tochter hat mir gut gefallen, auf diese Weise durfte man auch ein paar lustige Szenen erleben und hatte die Möglichkeit die Mutter auch noch kennenzulernen.
Ich frage mich noch, warum sich auf dem Cover eine zerbrochene Eierschale zu sehen ist? Soll das zeigen, dass Pearls zu Hause zerbrochen ist? Ist die kleine Schwester das Kücken, das geschlüpft ist? Man schaut bei dem Cover auf jeden Fall hin. Hunderprozentig passend finde ich es aber nicht.

Lieblingsnebencharakter: Dulcie, die ältere Nachbarin von Pearl und ihrer Familie. Sie steht mit ihrer Lebenserfahrung der jungen Pearl gegenüber. Sie ist die einzige, bei der Pearl ihre Gedanken offen äußert und wir die echte Pearl kennenlernen dürfen, die sich nicht verschließt und mauert.

Fazit: Eine Geschichte, bei der die emotionale Ebene im Mittelpunkt steht. Inhaltlich und sprachlich wird es dem empfohlenen Lesealter absolut gerecht. Leider handeln die Figuren für mein Empfinden allzu vorhersehbar. Und das Buch endete so, wie ich es mir nach dem ersten Kapitel dachte. Dennoch ist es gute Unterhaltung für alle, die sich mit der Thematik (Patchwork)Familie, Tod und Freundschaft beschäftigen wollen.

Bewertung:
3 out of 5 stars

Bibliographische Angaben:
Titel: Das Jahr, nachdem die Welt stehen blieb
Autor: Clare Furniss (Übersetzung: Andrea O’Brien)
Verlag: Carl Hanser Verlag
Alter: ab 14 Jahre
ISBN: 9783446246263
Ausgabe: Hardcover (16,90€)