Rezension: „Dein Herz in tausend Worten“ von Judith Pinnow

Cover „Dein Herz in tausend Worten“ (Bildrechte: Ullstein)

„Ich weiß es nicht. Das ist das Risiko bei der Liebe, Millipanilli. Man ist sich nie sicher. Nie. Liebe bedeutet, dass man das Risiko eingeht, verletzt zu werden.“

(S.194)

Inhalt: Millie ist schüchtern, ein wenig verträumt und vergräbt sich am liebsten in Buchseiten. Seit einiger Zeit rettet sie, während ihrer Arbeit in einem Verlag, abgelehnte Manuskripte. Die romantische Geschichte namens „Dein Herz in tausend Worten“ hat es ihr dabei besonders angetan. Sie will, dass die Worte zu den Menschen gelangen und verteilt besondere Textstellen daraus in Notting Hill. So stolpert auch der Autor William Winter selbst über die Zitate aus seinem Roman – und die romantische Geschichte nimmt ihren Lauf.

Leseeindruck: Dies ist nach „Rendezvous in zehn Jahren“ mein zweiter Roman von Judith Pinnow und vielleicht bin ich deshalb auch nicht ganz fair mit meiner Bewertung, denn ich habe ständig beide Romane im Kopf miteinander verglichen. Ein Paar, dass sich einfach nicht findet, eine europäische Großstadt als Kulisse und unwahrscheinlich viele Zufälle, die die Handlung vorantreiben. Irgendwie haben mich all die Gedanken davon abgehalten mich voll und ganz auf die Story einzulassen. „Rendezvous in zehn Jahren“ hat einfach sofort so ein vertrautes Gefühl in mir ausgelöst und ich hatte gleich auf den ersten Seiten eine Verbindunh zu den Figuren. Bei diesem Roman hier, wollte sich das Gefühl einfach nicht einstellen. 

Wenn ich aber nun versuche den Roman vollkommen allein zu betrachten, kann ich immerhin sagen, dass ich wirklich gut unterhalten wurde. Wäre es ein Film, würde ich sagen, gute Unterhaltung für zwischendurch, bei der man sich gemütlich zurücklehnen kann und sich unterhalten lassen kann. Es ist schnell klar, in welche Richtung sich die Handlung entwickeln wird. Dabei entstehen Überraschungen hauptsächlich durch die vielen Zufälle, die den Plot vorantreiben. Aber gelungen sind die Überraschungen (besonders Mrs. Crane) in jedem Fall.  Wirkliche inhaltliche Tiefen entstehen nicht, aber das muss auch nicht sein, um gut unterhalten zu werden, man muss einfach wissen, wie man unterhalten werden will. Die Charaktere, die auftauchen sind allesamt besonders und nicht einer ist gewöhnlich. Das hat mir am meisten gefallen, denn dadurch ist Abwechslung garantiert. Ohne die vielen Verrücktheiten der Figuren, wäre der Roman nur halb so gut. Sie versprühen so viel Charme, dass die eigentliche Handlung für mich zur Nebensache wurde.

Lieblingsnebencharakter: Bei so vielen Charakteren mit liebenswerten Macken fällt die Wahl nicht leicht. Überhaupt haben mich die Figuren um Millie und Will fast mehr interessiert, als die beiden selbst, weil ich irgendwie schon ahnte worauf es hinausläuft. 
Felix, Millies Bruder, ist für mich die gute Seele in ihrem Leben. Ohne ihn würde nicht nur Millie etwas fehlen, sondern auch allen anderen. Außerdem konnte er schon allein wegen der Katzenstory extra Punkte bei mir sammeln.

Fazit: Ich habe das Buch wirklich gern gelesen, auch wenn ich nicht in Begeisterungsstürme ausfalle. Es ist witzig und romantisch, aber leider auch in vielen Belangen vorhersehbar. Wer kurzweilige Unterhaltung fürs Herz vor der Kulisse Notting Hills sucht, ist mit dem Roman gut beraten. 

Bewertung
3 out of 5 stars

Bibliographisch Angaben:
Titel: Dein Herz in tausend
Autorin: Judith Pinnow
Verlag: Ullstein
ISBN: 9783548062976
Ausgabe: Taschentuch (9,99 Euro)

Ich danke dem Verlag und vorablesen für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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