Rezension: „Tagebuch eines Buchhändlers“ von Shaun Bythell

Cover „Tagebuch eines Buchhändlers“ (Bildrechte: btb)

„Die letzten Kunden des Tages – ein junges Paar, das ein paar Science-Fiction-Bücher kaufte – erzählte mir, dass sie ihren Urlaub damit verbrachten, antiquarische Buchhandlungen in ganz Großbritannien aufzusuchen. Es gibt doch noch einen Funken Hoffnung für uns.“

(S.372)

Inhalt: Shaun Bythell ist der Besitzer der größten Secondhand-Buchhandlung Schottlands. Eines Tages im Februar beschließt er, jeden Tag zu notieren, was er in der Buchhandlung so erlebt hat und mit seinem ganz eigenen Humor zu würzen.

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Rezension: „Marianengraben“ von Jasmin Schreiber

Cover „Marianengraben“ (Bildrechte: Eichborn)

„Und jetzt liebe ich dich nur noch gefangen in einer Zwischenwelt aus Präteritum und Konjunktiv und in einer Realität, die vor deinem Tod ein Leben und danach nur noch ein Zustand war.“

(S.9)

Inhalt: Paula ist nach dem Tod ihres kleinen Bruders Tim in eine tiefe Depression gestürzt. Die Lebensfreude ist mit ihm verschwunden und in ihrem Leben läuft so gar nichts mehr nach Plan. Der ewige Schmerz hat nun die Kontrolle über Paulas Leben, bis sie mitten in der Nacht den Rentner Helmut auf dem Friedhof trifft und sich mit ihm auf einen Roadtrip begibt, der alles verändern wird.

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Rezension: „Das Beste kommt noch“ von Richard Roper

Cover „Das Beste kommt noch“ (Bildrechte: Rowohlt)

„Hast du… hast du jemals eine so große Lüge erzählt, dass du das Gefühl hattest, ihr nicht mehr entkommen zu können … dass du … dass du immer weiterlügen musstest?“

(Andrew, S.316)

Inhalt: Wenn Menschen alleine sterben und es auch keine Verwandten gibt, die sich um den Nachlass oder die Beerdigung kümmern können, braucht man einen Nachlassverwalter. So wie Andrew einer ist.
Er muss sich beruflich mit der Einsamkeit der Menschen auseinandersetzen, dabei ist er doch selbst von Einsamkeit geplagt. Seine Frau und Kinder hat er sich nur ausgedacht, um den gesellschaftlichen Konventionen zu entsprechen. Eine Taktik, die gut funktioniert, bis Peggy seine neue Kollegin in sein Leben tritt und Andrews Lügengerüst zum Problem wird.

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Rezension: „Unsere glücklichen Tage

Cover „Unsere gluecklichen Tage “ (Bildrechte: Penguin)

„Und da waren wir nun. Wir waren vier Freundinnen. Die nichts trennen konnte und die sich doch verloren haben.“

(S.11)

Inhalt: Elsa, Marie, Fanny und Lenica verbringen in ihrer Jugend jeden Sommer gemeinsam unbeschwerte Tage an der französischen Atlantikküste. Bis zu jenem Sommer, der für die vier Freundinnen alles verändern sollte.
Heute, 30 Jahre später, versuchen die Freundinnen zu verstehen, was damals passiert ist. Nicht so einfach, wenn zwischenzeitlich alle ihr eigenes Leben geführt haben, die Gedanken aber in der Vergangenheit verharren.

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Rezension: „Das Tor“ von Basma Abdel Aziz

Cover „Das Tor“ (Bildrechte: Heyne)

„In einer geschlagenen Stunde hatte er sich nur zwei Schritte vorwärts bewegt, aber nicht etwa, weil einer der Wartenden sein Anliegen erfolgreich zu einem Abschluss gebracht hatte, sondern weil eine Person, die zum ersten Mal zum Tor gekommen zu sein schien und noch keine Erfahrung hatte, von Überdruss und Verzweiflung gepackt, ihren Platz verlassen hatte.“

(S.17)

Inhalt: In einem Land im Nahen Osten wird das Leben der Bevölkerung seit geraumer Zeit vom Tor bestimmt. Für fast alle Dinge des täglichen Lebens braucht man eine Genehmigung vom Tor, nur niemand weiß wie lange es dauert, bis man sein gewünschtes Dokument in Händen hält. Die Warteschlange vorm Tor wird länger und länger und niemand weiß, wann das Tor wieder seine Pforte öffnet. Wie verändert sich eine Gesellschaft, deren Leben von Genehmigungen und Dekreten abhängt?

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Rezension: „Wie uns die Liebe fand“ von Claire Stihlé

Cover „Wie uns die Liebe fand“ (Bildrechte: Droemer)

„Da zerplatzt einem das Glück im Hirn, wenn man die nimmt. […] Dabei wiederholte sie die Worte, von Gast zu Gast besser werdend, bis sie bei Madame Rohrbach, der letzten in der Runde, verstummte und die Liebesbomben in ihrer Faust einschloss. Ihre Augen funkelten, als träten Blitze aus. Es war um sie alle geschehen.

(S.164)

Inhalt: Madame Nan hat vier Töchter und ist mittlerweile 92 Jahre alt. Sie blickt zurück auf ihr Leben in einem beschaulichen Dorf im Elsass. Im Zentrum stehen die 70er Jahre, da die älteste Tochter Marie in dieser Zeit die Liebesbome ins Dorf brachte und damit allen den Kopf verdrehte.

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Rezension „American Dirt“ von Jeanine Cummins

Cover „American Dirt“ (Bildrechte: Rowohlt)

Lydia denkt daran, wie flexibel Migranten sein müssen. Sie müssen ihre Pläne täglich, stündlich ändern. Sie müssen nur in einer Sache hartnäckig bleiben: beim Überleben.

(S.511)

Inhalt: Lydia verliert bei einem Kartellangriff auf ihre Familie fast alle wichtigen Menschen in ihrem Leben. Einzig ihr Sohn Luca bleibt unverletzt. Jetzt müssen beide ihr gewohntes Leben hinter sich lassen und die Reise aus Mexiko gen Norden antreten, um in den USA Sicherheit zu finden. Dafür müssen sie eine gefährliche Reise voller Gefahren und Entbehrungen auf sich nehmen.

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Monatsrückblick: April 2020

Im April hatte ich wegen Corona fast mehr Lesezeit als mir lieb war, aber man soll ja immer das Gute hervorheben. Bei mir ist das eindeutig der wiedergefundene Leseflow und auch hier auf dem Blog habe ich mal wieder etwas Ordnung gemacht, auch wenn ich damit noch lange nicht fertig bin. Das habe ich also alles im April gelesen:

Eine kleine Auswahl vom Anfang des Monats

Joey und Luke Kelly: „Bulli-Challenge“ – Was für Spaß als alter Kellyfan. Wie immer paart Joey seine neuen Eindrücke mit alten Kelly-Anekdoten. Ich bin bei diesem Thema einfach nicht neutral, denn die Kellys haben mir in meiner frühesten Jugend einfach zu viel bedeutet und tun dies immer noch. Ein tolles Buch.

Felicitas von Lovenberg (Hg.): „Lob der guten Buchhandlung“ – Es ist ja keine Überraschung, dass ich Bücher über Bücher und Buchhandlungen mag und so trifft dieses Büchlein auch wieder voll ins Schwarze. Es versammelt die verschiedensten Beiträge zu Buchhandlungen und ist eine Hommage an diese ganz speziellen Orte in jeder Stadt. Auch wenn mich mein Buchhändlerherz hier parteiisch werden lässt ist es eine klare Leseempfehlung für alle, die nicht ohne Bücher leben wollen.

Judith Pinnow: „Rendezvous in zehn Jahren“ – Eine tolle Geschichte fürs Herz, die ich verschlungen habe. Hier geht’s zur Rezension.

Cihan Acar: „Hawaii“ – Ein Buch das mich in vielerlei Hinsicht überrascht hat. Es geht um den eigenen Platz im Leben, aber auch die Frage danach, was das eigentlich genau ist. Hier geht’s zur Rezension

Christina Henry: „Chroniken von Alice“ – Eine gelungene, wenn auch blutige Adaption des Alice-im-Wunderland-Stoffs. Mir hat’s gefallen, obwohl ich das Original noch nicht komplett gelesen habe. Hier geht’s zur Rezension

Gottfried Keller: „Spiegel, das Kätzchen“ – Ein Klassiker, der sich wirklich zu lesen lohnt. Es geht um Gier, List und Cleverness. Noch dazu in einer so schönen Ausgabe, da macht das Lesen nochmehr Spaß 

Shaun Bythell: „Tagebuch eines Buchhändlers“ – Was soll ich sagen, auch wenn Shaun Antiquar ist, konnte ich an so vielen Stellen mitfühlen und hatte unglaublich viel Spaß. Das war genau das richtige Buch für meinen Buchhandlzngsentzug.

Julia Holbe: „Unsere glücklichen Tage“ – Ein Buch mit wahrem Sommerfeeling und einer Menge Drama. Wer Herzschmerz und Freundschaften gern zum Thema hat, ist mit diesem Buch bestens beraten. 

Holly-Jane Rahlens: „Das Rätsel von Ainsley Castle“ – Sicher eine Geschichte, die nicht nur für Kinder geeignet ist. Wie immer steckt eine originelle Idee hinter allem. Hier geht’s zur Rezension.

Valerie Fritsch: „Herzklappen von Johnson & Johnson“ – Ich habe selten ein Buch gelesen, das so voller Poesie steckt. Trotz schwerem Thema kann ich das Buch nur jedem ans Herz legen. Hier geht’s zur Rezension.

Gerorge Saunders: „Fuchs 8“ – Da habe ich für mich mal wieder einen Schatz entdeckt. Eine tolle Geschichte über die Menschen und deren Umgang mit der Natur. Hier geht’s zur Rezension.

Jeanine Cummins: „American Dirt“ – Ein Buch, das mich mit gemischten Gefühlen zurückgelassen hat. Die Thematik rund um den Flüchtingsstrom Richtung USA ist wichtig, aber die Umsetzung war mir an einigen Stellen zu zäh, auch wenn ich es gern gelesen habe.

Puh, 12 Bücher habe ich im April gelesen. Wer weiß, wann es das letzte mal so viel waren? Ich hatte eine Menge Spaß und es war kein Buch dabei, dass mir nicht gefallen hat, oder das ich abbrechen musste. In diesem Sinne bin ich mit meinem Lesemonat mehr als zufrieden.

Welche Bücher habt ihr zuletzt gelesen, oder kennt ihr vielleicht auch das eine oder andere meiner April-Bücher?

Rezension: „Fuchs 8“ von George Saunders

Cover „Fuchs 8“ (Bildrechte: Luchterhand)

„Das machte mir ein gutes Gefül, so als könnten Mänschen Libe fülen und zeigen. Mit anderen Worten, Hoffnung für di Zukunft von der gansen Erde!“

(Fuchs 8 über die Menschen)

Inhalt: Ein Fuchs schreibt den Menschen einen Brief  und erzählt darin seine Geschichte. Er fragt sich vorallem, weshalb die Menschen so sind wie sie sind. Weiterlesen

Rezension: „Herzklappen von Johnson & Johnson“ von Valerie Fritsch

Herzklappen von Johnson & Johnson (Bildrechte: Suhrkamp)

„Der Großvater und Emil standen sich gegenüber als Spiegelfigur der Zeit, mit einem jungen und einem alten Gesicht, voller Ersatzteile innen drin, Schrauben, die sie zusammenhielten, und einem falschen Herzen.“

(Seite 126)

Inhalt: Alma und Friedrich sind die Eltern des kleinen Emils, der ganz besonderen Schutz braucht, da er keinen Schmerz empfinden kann. Aber nicht nur Emil bestimmt das Leben seiner Eltern, sondern auch die Geschichte der Großeltern hat einen maßgeblichen Einfluss auf Alma. Es dreht sich letztendlich alles um die Frage, welchen Auswirkungen die Schicksale der vorangegangenen Generationen auf das gegenwärtige Leben haben. Weiterlesen