Rezension: „Rendezvous in zehn Jahren“ von Judith Pinnow

Buchcover
„Rendezvous in zehn Jahren“ von Judith Pinnow (Bildrechte: Ullstein Buchverlage)

„Sie hatte oft das Gefühl, anders zu sein als andere, die ihr Leben in einer ‚richtigen‘ Reihenfolge lebten.“

(Seite 7)

Inhalt: Valerie lernt den Niederländer Ted in Amsterdam kennen. Es ist die typische Zufallsbegegnung und beide sind sich sofort sympatisch. Warum also nicht einen verrückten Plan schmieden und sich auf ein Treffen verabreden – in 10 Jahren – um zu sehen, was aus den eigenen Träumen geworden ist. Dumm nur, wenn man feststellt, dass 10 Jahre eine viel zu lange Zeit ist, wenn man den anderen nicht mehr aus dem Kopf bekommt.

Leseeindruck: Dieses Buch liest sich einfach toll. Valerie und Ted sind sympathische Figuren, die ich beide sofort in mein Herz geschlossen habe. Valerie fast noch ein wenig mehr, weil sie so herrlich verrückt und trotzdem normal ist. Sie tut immer das, woran sie glaubt und lässt sich auch von anderen nicht davon abbringen. Noch dazu glaubt sie an ihre Träume, mögen die auch noch so fern sein. Es war großartig zu sehen, welche Entwicklung sie nimmt. Es gibt eben nicht dieses eine perfekte Leben, nach dem wir alle streben sollten. Nein, jeder definiert das für sich anders. Diese Botschaft hat mir wirklich gut gefallen.
In den Kapiteln stehen abwechselnd Ted oder Valerie im Mittelpunkt und so bekommt man quasi nach und nach beide Seiten der Geschichte zu lesen. Hin und wieder gibt es einen größeren zeitlichen Sprung und man findet wieder eine gänzlich neue Ausgangssituation vor. Es wird also nie langweilig, die Leben der beiden zu verfolgen.
Mir hat es super gefallen, dass sie Charaktere Ecken und Kanten haben. Klar, es ist trotzdem eine klassisch leichte Liebesgeschichte, aber eben mit Stil und einer Menge Charme. Und noch wichtiger: Alle könnten dem echten Leben entsprungen sein. Und dafür gibt es ein dickes Plus. Immer wieder habe ich während des Lesens darüber nachgedacht, wie oft der Zufall in meinem eigenen Leben Regie geführt hat. Wenn mich eine Geschichte zum Nachdenken bringt, dann ist es eine gute Geschichte, weil sie mich anspricht und genau das schafft „Rendezvous in zehn Jahren“ mehr als einmal. Außerdem gefallen mir die Schauplätze sehr gut. Neben Amsterdam, darf man mit an die Nordsee, aber auch in die Alpen reisen. Die Autorin hat für ihren Roman einen gelungenen Rahmen gefunden, der Abwechslung bietet und doch schnell vertraut wirkt. 

Lieblingsnebencharakter: Valerie hat eine so tolle Mitbewohnerin. Elli. Die beiden sind immer füreinander da und haben eine Menge miteinander erlebt, daher hätte Elli diesen Platz hier mehr als verdient. Trotzdem habe ich mich für Roman, Teds besten Freund entschieden. Es ist ein wenig verrückt, chaotisch, aber er hat das Herz am richtigen Fleck und unterstützt Ted bei allen Ideen, die er so hat, Valerie wiederzusehen, egal wie aussichtslos sie auch seien mögen.

Fazit: Ich mag dieses Buch wirklich sehr. Es ist locker und leicht geschrieben. Man fliegt quasi nur so durch die Seiten. Außerdem hat es einen so positiven und optimistischen Grundton ohne dabei kitschig zu sein. Es fällt ausserdem sehr leicht, sich mit den Charakteren zu identifizieren, weshalb man einfach mitfiebern muss, wie die Suche nach der verpassten Chance wohl ausgehen wird. 

Bewertung
5 out of 5 stars

Bibliographische Angaben:
Titel: Rendezvous in zehn Jahren
Autorin:
Judith Pinnow 
Verlag: Ullstein
ISBN: 9783548062594
Ausgabe:  Taschenbuch (9,99 Euro)

Vielen Dank an vorablesen und die Ullstein Buchverlage für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

ACHTUNG: Die Printausgabe im Taschenbuch erscheint erst am 15.06.2020. 

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