Archiv der Kategorie: 5 Sterne

Rezension: „Kim Jiyoung, geboren 1982“ von Cho Nam-Joo

Cover „Kim Jiyoung, geboren 1982“ (Bildrechte: Kiepenheuer & Witsch)

„Hatte eine Frau Schwächen, kam sie deshalb nicht infrage. War sie brilliant, galt sie als Unruhestifterin. Und was sagte man ihr, wenn sie mittelmäßig war? Tut uns leid, sie sind zu durchschnittlich ?“

(S.111)

Inhalt: Es ist die Geschichte einer durchschnittlichen jungen Koreanerin, die hier erzählt wird. Kim Jiyoung wächst in behüteten Verhältnissen auf, studiert, findet einen Job und Ehemann und bekommt ein Kind. Dabei ist die junge Frau einer Menge von gesellschaftlichen Pflichten ausgesetzt, denn nicht sie selbst allein kann über ihr Leben bestimmen, sondern die Männer in ihrem Umfeld beeinflussen ihre Entscheidungen zu einem großen Maß, denn sie ist nur eine Frau, wie eben so viele andere durchschnittliche Frauen.

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Rezension: „Wo wir Kinder waren“ von Kati Naumann

Cover „Wo wir Kinder waren“ (Bildrechte: Harper Collins)

„Es wird alles gut“, versprach sie. „Ich weiß es. Wir fangen einfach wieder von vorn an.“ „Also so wie immer“, […].

(S.157)

Inhalt: Das thüringische Sonneberg ist seit mehreren Jahrhunderten die Spielzeugstadt schlechthin. In jeder Familie werden Spielzeuge oder Spielzeugteile hergestellt und/oder verkauft. So auch in der Familie Langbein, die eine Puppenfabrik besitzt. Albert Langbein hat mit viel Herzblut die Fabrik aufgebaut, die im Laufe der Jahrzehnte so einige private wie politische Unruhen überstehen musste. Dabei war es immer der familiäre Zusammenhalt, der die Puppenfabrik am Leben gehalten hat. Die Urenkel Alberts Eva, Iris und Jan blicken auf eine bewegte Familiengeschichte zurück, um damit den Blick nun auch in die Zukunft richten zu können.

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Rezension: „Zwischen Ruhm und Ehre liegt die Nacht“ von Andrea Petković

Cover „Zwischen Ruhm und Ehre liegt die Nacht“ (Bildrechte: Kiepenheuer & Witsch)

„Im Ozean des Lebens, im Viereck des Tennisplatzes, ist alles erlaubt – solange ich verdammt nochmal durchhalte, egal, was kommt“

(S.52)

Inhalt: In diesem Buch versammeln sich die verschiedensten Erzählungen, deren Verbindungen das Tennis und die Lebensgeschichte von Andrea Petković sind. Dabei gewährt sie nicht nur Einblicke in ihr privates und sportliches Leben, sondern zeichnet auch ein feines Bild ihres gesellschaftlichen Umfelds.

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Rezension: „Männer in Kamelhaarmänteln“ von Elke Heidenreich

Cover „Männer in Kamelhaarmänteln“ (Bildrechte: Hanser)

„Jeder Mensch muss sich kleiden, aber nicht jeder muss sich darum kümmern, was Mode ist“

(S.13)

Inhalt: In Elke Heidenreichs neuem Buch geht es um Kleidung und gleichzeitig um noch so viel mehr. In den kurzen unterhaltsamen Erzählungen, die sich im Buch aneinanderreihen, dreht es sich ums erwachsen werden, den eigenen Stil, Freundschaften, Liebe und tatsächlich auch einfach mal „nur“ um Kleidung. Die Andekdoten sind wieder einmal sehr abwechslungsreich und bringen einen dazu über den eigenen Umgang mit Kleidung nachzudenken.

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Rezension: „Zugvögel“ von Charlotte McConaghy

Cover „Zugvögel“ (Bildrechte: S.Fischer)

„Weil wir uns selbst so wichtig nähmen und ständig verzweifelt nach Sinn suchten, hätten wir unser Gespür für diesen Planeten, dem wir unser Leben verdanken, verloren.“

(S.306)

Inhalt: Eine Welt ohne wilde Tiere, weder an Land in der Luft oder im Wasser. Das ist die Realität, mit der sich Franny konfrontiert sieht. Einzig und allein ein Schwarm Küstenseeschwalben lebt noch in Grönland und steht kurz davor zu seiner letzten Reise Richtung Süden aufzubrechen. Kann Franny diesen Vögeln folgen und mit deren Hilfe vielleicht auch noch die letzten Fische in Ozean ausfindig machen?
Es beginnt das große Abenteuer, bei dem es um viel mehr geht, als nur wilde Vögel. Verlässlichkeit und Freundschaften sind Pfeiler auf die Franny nun bauen muss, auch wenn ihr Leben bisher alles andere als geradlinig und stabil war. Franny folgt den Vögeln und begibt sich damit auf die Suche nach der Sinnhaftigkeit des eigenen Lebens.

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Rezension:“Endling – Weggefährten und Freunde“ von Katherine Applegate

Cover „Endling – Band 2“ (Bildrechte: dtv)

„Ich verstehe nicht, warum jemand einen Krieg anzetteln will […]. Oder warum es jemand für nötig hält, andere zu kontrollieren … oder gar zu vernichten … gleich ganze Arten.“

(S.107)

Inhalt: Nachdem Byx, die junge Dalkin im ersten Band miterleben musste, wie ihre Art gejagd wurde und zur ausgestorbenen Art erklärt wurde, versucht sie nun mit ihrer Menschenfreundin Khara, dem cleveren Renzo, dem Wobbyk Tobble und dem Felijaga Gambler die letzte verschollene Dalkin-Kolonie zu finden, um damit einen grausamen Krieg zu verhindern. Auch dieses Mal steckt der Weg voller Gefahren und die Freunde müssen zusammenhalten, um ihr Ziel zu erreichen.

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Rezension: „Einstein“ von Torben Kuhlmann

Cover „Einstein“ (Bildrechte: NordSüd)

„‚So funktioniert das offensichtlich nicht‘ , sah die kleine Maus widerwillig ein. Sie hatte nur die Uhr zurückgedreht, aber nicht Die Zeit.“

(S.21)

Inhalt: Die kleine Maus will unbedingt zum Käsefest. Das Schicksal meint es allerdings nicht gut mit ihr und so kommt sie einen Tag zu spät am Ort des Gesehens an. Wenn es doch nur möglich wäre die Zeit zurückzudrehen. Dafür müsste man aber erstmal wissen, was es mit der Zeit überhaupt auf sich hat. All diesen Fragen versucht die kleine Maus auf den Grund zu gehen. Gut, dass sie sich in Bern aufhält und dort auf die Theorien eines gewissen Albert Einsteins stößt. So lässt sich doch bestimmt eine Zeitmaschine bauen. 

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Rezension: „Das Beste kommt noch“ von Richard Roper

Cover „Das Beste kommt noch“ (Bildrechte: Rowohlt)

„Hast du… hast du jemals eine so große Lüge erzählt, dass du das Gefühl hattest, ihr nicht mehr entkommen zu können … dass du … dass du immer weiterlügen musstest?“

(Andrew, S.316)

Inhalt: Wenn Menschen alleine sterben und es auch keine Verwandten gibt, die sich um den Nachlass oder die Beerdigung kümmern können, braucht man einen Nachlassverwalter. So wie Andrew einer ist.
Er muss sich beruflich mit der Einsamkeit der Menschen auseinandersetzen, dabei ist er doch selbst von Einsamkeit geplagt. Seine Frau und Kinder hat er sich nur ausgedacht, um den gesellschaftlichen Konventionen zu entsprechen. Eine Taktik, die gut funktioniert, bis Peggy seine neue Kollegin in sein Leben tritt und Andrews Lügengerüst zum Problem wird.

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Rezension: „Herzklappen von Johnson & Johnson“ von Valerie Fritsch

Herzklappen von Johnson & Johnson (Bildrechte: Suhrkamp)

„Der Großvater und Emil standen sich gegenüber als Spiegelfigur der Zeit, mit einem jungen und einem alten Gesicht, voller Ersatzteile innen drin, Schrauben, die sie zusammenhielten, und einem falschen Herzen.“

(Seite 126)

Inhalt: Alma und Friedrich sind die Eltern des kleinen Emils, der ganz besonderen Schutz braucht, da er keinen Schmerz empfinden kann. Aber nicht nur Emil bestimmt das Leben seiner Eltern, sondern auch die Geschichte der Großeltern hat einen maßgeblichen Einfluss auf Alma. Es dreht sich letztendlich alles um die Frage, welchen Auswirkungen die Schicksale der vorangegangenen Generationen auf das gegenwärtige Leben haben. Weiterlesen

Rezension: „Hawaii“ von Cihan Acar

Cover „Hawaii“ von Cihan Acar ( Bildrechte: Hanser Literturverlage)

„Wieder ein Tag, an dem ich nichts gefunden hab. Ich schau nur nach hinten, nie nach vorne. Ich bin einundzwanzig und denke wie einer, der schon alles hinter sich hat. So was ist nicht gesund. Ich müsste gerade die beste Zeit meines Lebens haben.“

(Kemal, Seite 159)

Inhalt: Kemal war einmal Profifussballer in der türkischen Liga und lebt jetzt wieder in der alten Heimat Heilbronn – im Stadtteil Hawaii, wo er versucht wieder Anschluss und einen Platz in der Gesellschaft zu finden. Aber wer ist er überhaupt? Ein Fußballer, ein Türke, ein Arbeitsloser oder doch einfach nur Kemal, der glücklich sein will? Weiterlesen