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Rezension „American Dirt“ von Jeanine Cummins

Cover „American Dirt“ (Bildrechte: Rowohlt)

Lydia denkt daran, wie flexibel Migranten sein müssen. Sie müssen ihre Pläne täglich, stündlich ändern. Sie müssen nur in einer Sache hartnäckig bleiben: beim Überleben.

(S.511)

Inhalt: Lydia verliert bei einem Kartellangriff auf ihre Familie fast alle wichtigen Menschen in ihrem Leben. Einzig ihr Sohn Luca bleibt unverletzt. Jetzt müssen beide ihr gewohntes Leben hinter sich lassen und die Reise aus Mexiko gen Norden antreten, um in den USA Sicherheit zu finden. Dafür müssen sie eine gefährliche Reise voller Gefahren und Entbehrungen auf sich nehmen.

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Monatsrückblick: April 2020

Im April hatte ich wegen Corona fast mehr Lesezeit als mir lieb war, aber man soll ja immer das Gute hervorheben. Bei mir ist das eindeutig der wiedergefundene Leseflow und auch hier auf dem Blog habe ich mal wieder etwas Ordnung gemacht, auch wenn ich damit noch lange nicht fertig bin. Das habe ich also alles im April gelesen:

Eine kleine Auswahl vom Anfang des Monats

Joey und Luke Kelly: „Bulli-Challenge“ – Was für Spaß als alter Kellyfan. Wie immer paart Joey seine neuen Eindrücke mit alten Kelly-Anekdoten. Ich bin bei diesem Thema einfach nicht neutral, denn die Kellys haben mir in meiner frühesten Jugend einfach zu viel bedeutet und tun dies immer noch. Ein tolles Buch.

Felicitas von Lovenberg (Hg.): „Lob der guten Buchhandlung“ – Es ist ja keine Überraschung, dass ich Bücher über Bücher und Buchhandlungen mag und so trifft dieses Büchlein auch wieder voll ins Schwarze. Es versammelt die verschiedensten Beiträge zu Buchhandlungen und ist eine Hommage an diese ganz speziellen Orte in jeder Stadt. Auch wenn mich mein Buchhändlerherz hier parteiisch werden lässt ist es eine klare Leseempfehlung für alle, die nicht ohne Bücher leben wollen.

Judith Pinnow: „Rendezvous in zehn Jahren“ – Eine tolle Geschichte fürs Herz, die ich verschlungen habe. Hier geht’s zur Rezension.

Cihan Acar: „Hawaii“ – Ein Buch das mich in vielerlei Hinsicht überrascht hat. Es geht um den eigenen Platz im Leben, aber auch die Frage danach, was das eigentlich genau ist. Hier geht’s zur Rezension

Christina Henry: „Chroniken von Alice“ – Eine gelungene, wenn auch blutige Adaption des Alice-im-Wunderland-Stoffs. Mir hat’s gefallen, obwohl ich das Original noch nicht komplett gelesen habe. Hier geht’s zur Rezension

Gottfried Keller: „Spiegel, das Kätzchen“ – Ein Klassiker, der sich wirklich zu lesen lohnt. Es geht um Gier, List und Cleverness. Noch dazu in einer so schönen Ausgabe, da macht das Lesen nochmehr Spaß 

Shaun Bythell: „Tagebuch eines Buchhändlers“ – Was soll ich sagen, auch wenn Shaun Antiquar ist, konnte ich an so vielen Stellen mitfühlen und hatte unglaublich viel Spaß. Das war genau das richtige Buch für meinen Buchhandlzngsentzug.

Julia Holbe: „Unsere glücklichen Tage“ – Ein Buch mit wahrem Sommerfeeling und einer Menge Drama. Wer Herzschmerz und Freundschaften gern zum Thema hat, ist mit diesem Buch bestens beraten. 

Holly-Jane Rahlens: „Das Rätsel von Ainsley Castle“ – Sicher eine Geschichte, die nicht nur für Kinder geeignet ist. Wie immer steckt eine originelle Idee hinter allem. Hier geht’s zur Rezension.

Valerie Fritsch: „Herzklappen von Johnson & Johnson“ – Ich habe selten ein Buch gelesen, das so voller Poesie steckt. Trotz schwerem Thema kann ich das Buch nur jedem ans Herz legen. Hier geht’s zur Rezension.

Gerorge Saunders: „Fuchs 8“ – Da habe ich für mich mal wieder einen Schatz entdeckt. Eine tolle Geschichte über die Menschen und deren Umgang mit der Natur. Hier geht’s zur Rezension.

Jeanine Cummins: „American Dirt“ – Ein Buch, das mich mit gemischten Gefühlen zurückgelassen hat. Die Thematik rund um den Flüchtingsstrom Richtung USA ist wichtig, aber die Umsetzung war mir an einigen Stellen zu zäh, auch wenn ich es gern gelesen habe.

Puh, 12 Bücher habe ich im April gelesen. Wer weiß, wann es das letzte mal so viel waren? Ich hatte eine Menge Spaß und es war kein Buch dabei, dass mir nicht gefallen hat, oder das ich abbrechen musste. In diesem Sinne bin ich mit meinem Lesemonat mehr als zufrieden.

Welche Bücher habt ihr zuletzt gelesen, oder kennt ihr vielleicht auch das eine oder andere meiner April-Bücher?

Rezension: „Fuchs 8“ von George Saunders

Cover „Fuchs 8“ (Bildrechte: Luchterhand)

„Das machte mir ein gutes Gefül, so als könnten Mänschen Libe fülen und zeigen. Mit anderen Worten, Hoffnung für di Zukunft von der gansen Erde!“

(Fuchs 8 über die Menschen)

Inhalt: Ein Fuchs schreibt den Menschen einen Brief  und erzählt darin seine Geschichte. Er fragt sich vorallem, weshalb die Menschen so sind wie sie sind. Weiterlesen

Rezension: „Herzklappen von Johnson & Johnson“ von Valerie Fritsch

Herzklappen von Johnson & Johnson (Bildrechte: Suhrkamp)

„Der Großvater und Emil standen sich gegenüber als Spiegelfigur der Zeit, mit einem jungen und einem alten Gesicht, voller Ersatzteile innen drin, Schrauben, die sie zusammenhielten, und einem falschen Herzen.“

(Seite 126)

Inhalt: Alma und Friedrich sind die Eltern des kleinen Emils, der ganz besonderen Schutz braucht, da er keinen Schmerz empfinden kann. Aber nicht nur Emil bestimmt das Leben seiner Eltern, sondern auch die Geschichte der Großeltern hat einen maßgeblichen Einfluss auf Alma. Es dreht sich letztendlich alles um die Frage, welchen Auswirkungen die Schicksale der vorangegangenen Generationen auf das gegenwärtige Leben haben. Weiterlesen

Rezension: „Hawaii“ von Cihan Acar

Cover „Hawaii“ von Cihan Acar ( Bildrechte: Hanser Literturverlage)

„Wieder ein Tag, an dem ich nichts gefunden hab. Ich schau nur nach hinten, nie nach vorne. Ich bin einundzwanzig und denke wie einer, der schon alles hinter sich hat. So was ist nicht gesund. Ich müsste gerade die beste Zeit meines Lebens haben.“

(Kemal, Seite 159)

Inhalt: Kemal war einmal Profifussballer in der türkischen Liga und lebt jetzt wieder in der alten Heimat Heilbronn – im Stadtteil Hawaii, wo er versucht wieder Anschluss und einen Platz in der Gesellschaft zu finden. Aber wer ist er überhaupt? Ein Fußballer, ein Türke, ein Arbeitsloser oder doch einfach nur Kemal, der glücklich sein will? Weiterlesen

Rezension: „Das Rätsel von Ainsley Castle“ von Holly-Jane Rahlens

„Das Rätsel von Ainsley Castle“ (Bildrechte: Rowohlt)

„Da. Das könnte eine Laterne sein. Oder eine Taschenlampe. Darf man sich dort oben im Turm denn aufhalten? Ich stelle das Fernglas scharf. Aber das Licht ist verschwunden.“

(Seite 86)

Inhalt: Lizzy muss mit ihrem Vater an die Küste in das Hotel Ainsley Castle ziehen. Dort wartet dann nicht nur die verhasste Stiefmutter auf sie, sondern auch unheimliche E-mails, in denen mehr über Lizzys Leben steht, als ihr lieb ist. Zu allem Überfluss taucht dann auch noch ein Mädchen auf, das Lizzy zum Verwechseln ähnlich sieht. Jetzt gilt es die Ruhe zu bewahren, um rauszufinden, was hinter all den Rätseln steckt.  Weiterlesen

Rezension: „Die Chroniken von Alice – Finsternis im Wunderland“ von Christina Henry

„Die Chroniken von Alice – Finsternis im Wunderland“ (Bildrechte: Random House)

„Sie starrte auf das Mauseloch, als erwarte sie, dass jeden Augenblick etwas Furchtbares daraus hervorkröche, als könnte jederzeit das Kaninchen aus diesem kleinen Loch herauskommen und sich zu voller Größe aufrichten und zu Ende bringen, was es begonnen hatte.“

(Seite 11)

Inhalt: Alice ist mittlerweile eine junge Frau, die in einer Irrenanstalt in der alten Stadt sitzt, da sie als Jugendliche von einem Kaninchen entführt wurde, wie sie sagt. Im Laufe der Zeit wird ihr Zellennachbar der Axtmörder Hatcher zu Ihrem Verbündeten. Mit ihm gelingt ihr die Flucht, allerdings wird dabei auch das sagenumwobene Ungeheuer Jabberwock befreit vor dem wirklich jeder unsagbare Angst hat und nur Alice kann ihn in die Schranken weisen, um gleichzeitig zu erfahren, was es mit ihrer Vergangenheit auf sich hat. Weiterlesen

Rezension: „Rendezvous in zehn Jahren“ von Judith Pinnow

Buchcover
„Rendezvous in zehn Jahren“ von Judith Pinnow (Bildrechte: Ullstein Buchverlage)

„Sie hatte oft das Gefühl, anders zu sein als andere, die ihr Leben in einer ‚richtigen‘ Reihenfolge lebten.“

(Seite 7)

Inhalt: Valerie lernt den Niederländer Ted in Amsterdam kennen. Es ist die typische Zufallsbegegnung und beide sind sich sofort sympatisch. Warum also nicht einen verrückten Plan schmieden und sich auf ein Treffen verabreden – in 10 Jahren – um zu sehen, was aus den eigenen Träumen geworden ist. Dumm nur, wenn man feststellt, dass 10 Jahre eine viel zu lange Zeit ist, wenn man den anderen nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Weiterlesen

Rezension: „Ich erwarte die Ankunft des Teufels“ von Mary MacLane

Cover "Ich erwarte die Ankunft des Teufels"

Cover „Ich erwarte die Ankunft des Teufels“ von Mary MacLane (Reclam)

 „Der Teufel ist in Wirklichkeit der Einzige, an den wir uns wenden können, und er verlangt für jeden Dienst seinen vollen Lohn “ (S.33)

Inhalt: Man glaubt zunächst, man hielt ein Tagebuch einer jungen Frau um 1900 in Händen. Wie Mary MacLane selbst schreibt, handelt es sich vielmehr um eine Schilderung ihrer Gedankenwelt und Wahrnehmung der Welt. Und diese sind alles andere als gewöhnlich. Weiterlesen

Rezension: „Endling“ von Katherine Applegate

Cover Endling

„Endling“ von Katherine Applegate

Zitat:
„Ich wollte nur nicht die Letzte sein, die überlebte. Ich wollt nicht der Endling sein.“ (S. 15)

Inhalt:
Dalkins sind hundeähnliche Wesen, die allerdings, wie so viele andere Wesen auch in dieser Geschichte reden können. Aber viel wichtiger ist, dass sie erkennen wenn jemand lügt. Eine Gabe, die so besonders ist, dass Dalkins bedroht sind.
Byx ist eine junge Dalkin und gilt als letzte ihrer Art, der Endling. Sie versucht nun allen Feinden aus dem Weg zu gehen und sich dabei an die Hoffnung zu klammern, doch noch weitere Dalkins zu finden. In Begleitung des Menschenmädchens Khara, dem Wobbyk Tobble und noch so einigen anderen Figuren macht sie sich auf den Weg.

Leseeindruck:
Mich hat zu allererst dieses Cover gepackt. Dabei dachte ich: ‚Was für ein toughes Mädchen mit einem treuen Hund‘. Sorry, aber jetzt weiß ich ja, dass Byx eben kein Hund ist. Und nicht zu vergessen dieses kleine drollige Wesen mit den riesen Ohren. Auch da habe ich, wie so viele andere Figuren im Buch einen Fehler begangen und den kleinen Wobbyk total unterschätzt. Gleichzeitig kam bei mir sofort die Frage auf ‚Wer oder was ist ein Endling?‘ Da kann man dem Verlag für die Covergestaltung schon mal ein riesen Kompliment machen, denn bevor ich überhaupt gelesen habe, worum es geht, wusste ich schon: ‚Dieses Buch will ich unbedingt lesen.‘ Und ich wurde nicht enttäuscht.
Den Leser erwartet eine tolle Abenteuergeschichte mit Spannung, Kämpfen, Intrigen aber auch einer Menge Emotionen. Die Geschichte ist wahrlich nix für zart besaitete Kinder (oder Erwachsene). Byx‘ Schicksal ist herzzerreißend und wirklich tragisch und auch die anderen Charaktere sind vom Schicksal gebeutelt. Diese Mitgefühl hat mich wahrlich durch die Seiten getrieben, Kapitel für Kapitel wollte ich weiterlesen, um zu wissen wie es mit der bunten Truppe weitergeht.
Ich denke, dass erwachsene Leser auch sehr viel Spaß an der Geschichte haben werden, denn uns Menschen wird mit dieser Fantasywelt der Spiegel vorgehalten. Menschen die alles beherrschen wollen, weil es nur um den eigenen Machtanspruch geht und Arten, die deshalb vom Aussterben bedroht sind. Leider kam mir das beim Lesen gar nicht so weit weg vor….
Die Geschichte behandelt also durchaus kein leichtes Thema, denn es wift eine Menge Fragen auf, mit denen man ein Kind nicht alleine zurück lassen sollte. Genauso wird selten etwas beschönigt. Kämpfe, Verwundungen und Tod sind ein Teil dieser Welt und begleiten Byx durch ihr ganzes Leben. Für meinen Geschmack wurde da manchmal sehr genau beschrieben, wie das Blut fließt. Für ein Kinderbuch ab 11 ist das an der einen oder anderen Stelle schon etwas heftig.
Trotz allem ist es eine mitreißende Geschichte, die von den vielen Wendungen und nicht vorherzusehenden Abenteuern lebt. Langweilig wird es beim Lesen auf keinen Fall und es gibt bestimmt für jeden einen Charakter mit dem man sich identifizieren mag. Ob es nun die clevere Khara ist, der treue Tobble, der ehrliche Dieb Renzo oder eben einer der vielen anderen ausgefallenen Wesen. Katherine Applegate hat eine einzigartige Welt mit eigenen Gesetzen und Wesen geschafften, die neugierig auf mehr macht, die aber auch viele Fragen offen lässt. Man kann also auf eine Fortsetzung gespannt sein, genug zu erzählen gibts in jedem Fall.

Lieblingsnebencharakter:
Ich glaube zwar, dass Gambler, der Felijaga, ein riesiger schwarzer Kater kein Nebencharakter ist, aber er muss hier einfach Erwähung finden. Erstens er ist ein Kater. Zweitens er ist gewieft, kampfeslustig und einfach nur ein toller Freund. Byx kann sich glücklich schätzen ihn in ihrer Truppe zu haben.
Toll, wie hier mit den Eigenschaften einer Katze gespielt werden. Ich habe unsere Stubentiger nur allzu oft in Gambler wiedererkannt. Wie gerne würde ich ihn kraulen. :-)

Fazit:
Diese Fantasyabeneteuergeschichte hat mir schon sehr gefallen. Die Charaktere sind toll und glaubwürdig, genau wie die Botschaft, die innerhalb der Story vermittelt wird. Freundschaft und Ehrlichkeit werden großgeschrieben. Nochdazu regt die Geschichte zum mitdenken an und lässt einen nicht so schnell wieder los. Eines hat mich dann aber doch etwas gestört: Gewalt spielt eine sehr große Rolle in der Geschichte. Man sollte sich also genau überlegen, ob das entsprechende Kind schon weit genung ist, um die Szenen gut zu verarbeiten. Außerdem bleiben für mich zu viele Dinge offen. Ja, man kann nicht immer alles aufklären, aber so bleibt man als Leser doch etwas ratlos zurück und weiß im Grunde schon, dass man erst mit weiteren Bänden mehr erfahren wird.


Bewertung:
4 out of 5 stars

Bibliographische Angaben:
Autorin: Katherine Applegate (Übersetzer: Ulli und Heribert Günther)
Titel: Endling – Die Suche beginnt
Verlag: DTV
ISBN: 9783423640626 (Harcover: 15,95)
empfohlenes Lesealter: ab 11 Jahre

Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.