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Rezension: „Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra“ von Robin Sloan

„Die Sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra“ (Bildquelle: Heyne

“ ‚Ich wusste nicht, dass Leute in deinem Alter noch Bücher kaufen‘, sagt Penumbra. Er hebt eine Augenbraue. ‚Mein Eindruck war, dass sie alles auf ihrem Handy lesen.'“ (S.85)

Inhalt: Clay sucht einen Job, der ihm Geld bringt. Anspruchsvoll ist er auch nicht, daher kommt ihm die Stelle als Verkäufer der Nachtschicht in Penumbras Buchhandlung gerade recht. Diese Buchhandlung ist wirklich sonderbar. Sie ist nicht nur rund um die Uhr geöffnet, es wird auch ein ungewöhnliches Sortiment gepflegt. Eigenartige Kunden kommen und leihen lediglich Bücher aus. Clay kommt das alles sehr komisch vor. Aus Neugier und einer Portion Langeweile entsteht bei ihm das Verlagen, dem Geheimnis der Buchhandlung auf den Grund zu kommen. Seine Freunde aus dem Silicon Valley Kat, Neel und Mat lassen sich von der Faszination der Buchhandlung anstecken und machen sich gemeinsam mit Clay auf die Suche nach Antworten.

Leseeindruck: Ja ja, mal wieder ein Buch über Bücher :-) Bei diesem Thema werde ich immer wieder schwach. Ich habe schon eine Menge solcher Bücher gelesen und doch ist „Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra“ in vielerlei Hinsicht neu für mich. Es steht nicht die bedingungslose Liebe zu Büchern im Mittelpunkt, sondern eine Gruppe von Leuten, die zu Penumbras Kunden zählt und die offensichtlich ein gemeinsames Geheimnis hüten. Genau wie Clay habe ich mir so meine Gedanken gemacht, worum es sich wohl handeln wird und alle paar Seiten hatte ich eine neue Idee, die ich umgehend für eine neue verworfen habe. Genau darin liegt für mich der Reiz des Buches. Sobald man glaubt, hinter das Geheimnis gekommen zu sein, wird ein neuer Fakt enthüllt und das Rätselraten geht von neuem los. Über einen fehlenden Spannungsbogen kann sich wirklich nicht beklagen. Die lockere Sprache trägt ebenso zum leichten Verständnis bei. Die Geschichte ist aus Clays Perspektive geschrieben, da er viel seinen verqueren Gedanken nachhängt, die sich auch oft um die Popkultur unserer Zeit drehen, bin ich sofort mit ihm warm geworden. Er mag Bücher und ist doch ein Kind seiner Zeit, also mit vielen technischen Dingen vertraut. Dieser Aspekt der Geschichte, bei dem neue technologische Möglichkeiten und das alte traditionelle gedruckte Buch miteinander verknüpft werden, hat mir besonders gefallen. (Vielleicht ist es ein Fingerzeig, dass beides nebeneinander existieren kann?). Ich muss aber auch zugeben, dass an der einen oder anderen Stelle sehr viel technische Details erläutert wurden, denen ich nicht immer ganz folgen konnte. Dafür fehlt mir persönlich einfach das Verständnis zu.
Leider gibt es für mich eine große Schwachstelle: Das Ende. Es tut mir wirklich leid, ich habe das Buch mit viel Freude bis zu den letzten Seiten gelesen, aber ich kann Clay nicht folgen. Weder ist mir klar, wie er zu seiner finalen Schlussfolgerung gelangt ist, noch was diese mir sagen soll. Ich bleibe ein wenig ratlos zurück. Nach all der Aufregung habe ich mir vielleicht einfach ein spektakuläres Ende vorgestellt. Ich nehme gern alle Schuld auf mich, was die Verständnisfrage angeht, aber leider hat das Ende massiv meinen Gesamteindruck gestört. (Ich nehme gern Erklärungen entgegen, vielleicht stehe ich auch nur auf dem Schlauch :-) )

Lieblingsnebencharakter: Die Charaktere haben mir alle gut gefallen. Sie sind witzig und sehr verschieden. Eine sehr bunte Truppe hat der Autor hier versammelt, es ist also für Abwechslung gesorgt. Ich denke, Neel macht das Rennen. Er hat so einige liebenswerte Macken und eine wirklich ungewöhnliche Geschäftsidee mit der er sein Geld verdient. Außerdem ist er stets an Clays Seite auch wenn der noch so eigenartige Vorschläge hat. (Überhaupt fällt mir auf, dass sich Clay glücklich schätzen kann so gute Freunde zu haben.)

Fazit: Bücher und moderne Technik schließen sich nicht aus. Ein wenig liest sich das Buch wie eine Detektivgeschichte mit einem Hauch von modernem Abenteuerroman. Ich habe Clay gern auf seiner Suche nach dem Geheimnis hinter Penumbras Buchhandlung begleitet, da ich leider auf den letzten Seiten den Anschluss verloren habe, muss ich Sterne abziehen. Für ein rundum gelungenes Lesevergnügen wurde ich mit dem Schluss zu sehr enttäuscht. Dafür wird man mit Clays Gedankengängen etwas entschädigt, der das Herz auf der Zunge trägt.

Bewertung:
4 out of 5 stars

Bibliographische Angaben:
Autor: Robin Sloan (Übersetzung: Ruth Keen)
Titel: Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra
Verlag: Heyne Verlag
ISBN: 9783453418455
Ausgabe: Taschenbuch (9,99€)

Gemeinsam Lesen: „Die Gestirne“ von Eleanor Catton

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese gerade „Die Gestirne“ (btb) von Eleanor Catton. Ganz ehrlich, ich weiß nicht genau auf welcher Seite ich bin, da ich gerade erst die Maxileseprobe aus dem Magazin zum Buch (hier findet ihr sie auf der Verlagshomepage) gelesen habe. Darin wird eine andere Seiteneinteilung verwendet, als im Buch. So in etwa dürfte ich auf Seite 40 von über 1000 sein. Jetzt warte ich voller Vorfreude auf Post von Lovelybooks, um das Buch endlich weiter lesen zu können :-) .

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„‚Selbstverständlich – selbstverständlich‘, sagte Balfour, der den diskreten Wink verstanden hatte.“

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Auf der Frankfurter Buchmesse bin ich durch das Magazin zum Buch auf den Titel aufmerksam geworden. Es wurde unheimlich viel Werbung gemacht. Da bin ich einfach neugierig geworden. Eleanor Catton hat für diesen Titel den renommierten Booker Prize erhalten. Noch so ein Punkt, der mich angesprochen hat, aber worum geht es?

Die Geschichte beginnt 1866 in Neuseeland. Das Land befindet sich im Goldrausch. Auch der junge Schotte Moody will sein Glück in der Ferne suchen, nachdem er sich mit seinem Vater und Bruder überworfen hat. Gleich zu Beginn seiner Reise gerät er in eine eigenartige Versammlung von ganz verschiedenen Männern. (Dabei spielen wahrscheinlich auch das Tierkreiszeichen der Figuren und die Mondphasen eine entscheidende Rolle) Noch habe ich keinen wirklichen Durchblick, denn es tauchen unheimlich viele Figuren auf und die Handlung ist sehr komplex. Aber die Leseprobe hat mich doch überzeugt. Die Sprache ist sehr besonders. Sie ist an manchen Stellen ein wenig gestelzt, aber nur, da dies genau in die Zeit und Gesellschaft passt. Das gesamte Setting ist sehr authentisch und ich konnte mir die besondere Situation, in der sich Moody befindet gut vorstellen.

Ich bin neugierig wie sich die Geschichte weiterentwickeln wird, da die Charaktere komplex und wahrlich nicht leicht zu durchschauen sind. Noch dazu scheint Moody eine interessante Vorgeschichte zu haben. Ich bin wirklich gespannt, wie es weiter geht.

4. Warst du schon jemals oder bist du aktuell in einen Buchcharakter verliebt?

Ganz klar Nein! Ich verteile zwar meine Sympathien und fiebere dann mit den Charakteren mit, aber verliebt? Nein. Wenn ich es aber umformuliere und frage, ob ich gerne mit einem Buchcharakter befreundet wäre, dann Ja! Ich würde gern Ron Weasley zu meinen Freunden zählen :-)

Wer mehr erfahren will: Gemeinsam Lesen ist eine Aktion von Schlunzen-Bücher.

Gemeinsam lesen: „Die Frau am See“ von Sara Gruen

gemeinsam lesen

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese „Die Frau am See“ von Sara Gruen und bin auf Seite 101.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„Ich hab ein kleines Schlückchen in den Tee gegeben, weil ich dachte, Sie könnten es brauchen, denn mir ist aufgefallen, dass Sie noch immer ein bisschen wackelig auf den Beinen sind.“

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Ich habe das Buch ganz spontan im Bücherregal ausgewählt. Und bis jetzt bin ich zufrieden mit meiner Wahl :-) Die Geschichte spielt 1945 in den schottischen Highlands. Die Amerikanerin Maddie ist zusammen mit ihrem Ehemann Ellis und dessen Kumpel Hank unterwegs, um Nessie zu sichten. Und als wäre das alles nicht schon Abenteuer genug, herrscht in Europa auch noch Krieg.

Maddie und ihre Begleiter sind reiche (verwöhnte) junge Amerikaner, die so überhaupt nicht in die bodenständige und einfache schottische Welt passen wollen. Die Figuren bieten schon mal eine Menge Raum für Konflikte. Ich bin mal gespannt, wie die ganze Geschichte um Nessie noch aufgelöst wird und ob die drei noch direkt in die Kriegswirren gezogen werden.

Der erste Eindruck des Romans ist sehr positiv, da der Stil der Autorin sehr angenehm zu lesen ist. Maddie steht im Mittelpunkt und ich wage schon vorherzusehen, dass sie eine gewaltige Entwicklung vollziehen wird. Dabei schaue ich ihr doch gern zu. Auf Hank allerdings könnte ich verzichten (auch wenn mir klar ist, dass er der Lebemann der drei ist, und somit maßgeblich dafür verantwortlich, dass die drei sich überhaupt auf die Reise begeben haben.)

4. Hast du schon Weihnachts-Bücher in den Startlöchern stehen? :) Gibt es ein Lieblings-Buch was du jedes Jahr an Weihnachten nochmal liest?

Ich habe die letzten Jahre immer „Der Tannenbaum“ von Susanna Tamaro gelesen. Die Geschichte ist so niedlich und doch so geistreich. (Hier findet ihr meine Rezension) Für dieses Jahr habe ich lediglich ein Buch im Regal stehen, dass ich unbedingt lesen möchte. „Drei Wünsche“ von Petra Oelker. Das Buch gehört zu einer tollen Weihnachtsreihe bei Rowohlt und liegt schon seit letztem Jahr in meinem Regal (als freundliche Leihgabe – Danke Julia das Buch ist immer noch gut verwahrt :-) ) Im letzten Jahr habe ich „Eisweihnacht“ aus der Reihe gelesen, was ich schon ganz bezaubernd fand.

Weihnachten darf es ruhig ein wenig Kitsch sein, allerdings reichen mir ein bis zwei kleine Weihnachtsbücher für meine jährliche Ration. Ansonsten lese ich um die Weihnachtszeit auch ganz normal querbeet.

Wer mehr erfahren will: Gemeinsam Lesen ist eine Aktion von Schlunzen-Bücher.

Rezension: „Der Junge, der mit dem Herzen sah“ von Virginia Macgregor

„Der Junge, der mit dem Herzen sah“ von Virgina Macgregor (Bildquelle: Manhattan)

„Oder vielleicht würden sich seine Augen ganz rapide verschlechtern, schneller als man gedacht hatte, und er würde nicht mehr in der Lage sein, noch irgendetwas zu sehen, nicht mal durchs kleinste Nadelöhr, und dann würde die Welt ganz schwarz sein und er konnte so tun, als wäre er gar nicht da.“ (S. 360)

Inhalt: Retinitis pigmentosa. So heißt die Augenkrankheit, des 9-jährigen Milo. Er sieht die Welt wie durch ein Nadelöhr. Alles abseits dieses kleinen Blickfelds ist nicht sichtbar für ihn. Er konzentriert sich immer stärker auf die Details in seinem Umfeld. So kümmert er sich auch rührend um seine 92-jährige Urgroßmutter Lou. Die beiden sind ein eingespieltes Team im Alltag. Nichts bringt sie so schnell auseinander, daher tut Milo alles, um Lou aus dem Pflegeheim zurück nach Hause zu holen. Dabei muss er sich mit der Pflegeheimleiterin auseinandersetzten und auch die Probleme seiner Mutter Sandy stehen ihm im Weg. Nur gut, dass er mit dem Koch Tripi und seinem Hausschwein Hamlet zwei verlässliche Freunde hat.

Leseeindruck: So recht weiß ich nicht, wie ich beginnen soll, denn spontan fällt mir nichts bemerkenswertes an der Story ein. Am außergewöhnlichsten ist wohl noch Milos Krankheit und der damit verbundenen Fähigkeit den Fokus auf die Details in seinem Umfeld zu legen. Er entwickelt ein regelrechtes Gespür für die Dinge, die sich um ihn herum abspielen. Gepaart mit seiner empathischen Art für die Familie ist er der Einzige, der den Umständen im „Vergissmein-Nicht-Heim“ auf den Grund geht. Dort geht nicht alles mit rechten Dingen zu, aber keiner der Erwachsenen will das wahr haben, weil alle mit ihren eigenen Problemen beschäftigt sind.
Der Ausgang der Geschichte ist recht vorhersehbar, was wohl auch daran liegt, dass die Charaktere oft Stereotypen bedienen. Schnell merkt man, wer „Gut“ und wer „Böse“ ist. Leider bleiben dadurch auch die überraschenden Wendungen aus. Noch dazu gibt es eine Menge Wiederholungen. So wird die Geschichte um Milos Vater und die „Schlampe“ an mehreren Stellen erzählt, ohne dass sich für den Leser neue Erkenntnisse ergeben. Diese Doppelungen sind streckenweise ermüdend ist und einer der Gründe, weshalb ich das Buch zwischenzeitlich immer wieder bei Seite gelegt habe. Die Geschichte hätte an der eine oder anderen Stelle mehr Tempo vertragen, an anderen wiederum hätte ich mir eine umfassendere Charakterentwicklung gewünscht. Schwester Thornhill, die Heimleiterin ist so ein Fall, denn man erfährt nicht umfassend, weshalb sie bestimmte Dinge tut, dabei würde mich ihre Vorgeschichte wirklich interessieren.

Gefallen hat mir dagegen der Aufbau des Romans. Die Perspektive wechselt mit den Kapiteln immer wieder zwischen den Charakteren Milo, Lou, Tripi und Sandy. Der Leser kann sich so wunderbar in die einzelnen Figuren hineinversetzen und ihre Beweggründe besser verstehen. Positiv erwähnen möchte ich auch die heitere Erzählweise. Trotz aller Traurigkeit und bedrückender Momente, hat mich die Geschichte auch öfter zum Schmunzeln gebracht. Der syrische Koch Tripi sorgt mit seiner fast schon naiven Art für viel Heiterkeit, wenn er versucht mit den Tücken der fremden Sprache zu Recht zu kommen. Auch die Heimbewohner warten mit einer Menge skurriler Macken auf, die einen ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Außerdem ist die Geschichte kurzweilig, man kommt sehr schnell wieder rein, wenn man eine Lesepause eingelegt hat.

Lieblingsnebencharakter: Auch wenn die Heimbewohner mit liebenswerten Macken aufwarten können, ist mein Liebling doch ein anderer: Al, der neue Untermieter von Sandy, hat mir am meisten Spaß bereitet. Er bringt ein wenig Schwung in den Haushalt und hat ein Ohr für Milo. Er ist ein besonderer Typ, der so seine Geheimnisse hat. Die Szenen mit ihm haben mir am meisten Spaß gemacht.

Fazit: Die liebenswerten Charaktere können leider nichts daran ändern, dass die Story recht vorhersehbar ist. Auch die Charakterentwicklung bietet keine Überraschungen, daher ziehe ich insgesamt zwei Sterne ab. Alles in allem ist es eine nette Geschichte, um einen kleinen Jungen, der einfach alles wieder in Ordnung bringen will und dabei alle Sympathien auf seiner Seite hat, weil er von Ehrlichkeit, Freundschaft und Liebe geleitet wird. Ich vergebe solide 3 Sterne.

Bewertung:
3 out of 5 stars

Bibliographische Angaben:

Titel: Der Junge, der mit dem Herzen sah
Autorin: Virginia Macgregor (Übersetzung: Wibke Kuhn)
Verlag: Manhattan
ISBN: 9783442547494
Ausgabe: Paperback (14,99)

Das Rezensionsexemplar wurde vom Bloggerportal der Verlagsgruppe Random House zur Verfügung gestellt. Vielen Dank.

Rezension: „Die Tage in Paris“ von Jojo Moyes

„Die Tage in Paris“ von Jojo Moyes (Bildquelle: Rowohlt)

„Aber wenn ich die beiden anschaue, wenn ich das hier anschaue, Liv, dann sehe ich einfach ein Bild voller Liebe“ (S. 84)

Inhalt: Paris in den Jahren 1912 und 1998. Zwei verliebte Paare verbringen ihre Hochzeitsreise in der Stadt der Liebe. Nur leider verlaufen die Flitterwochen nicht so romantisch, wie es sich die Bräute wünschen. Die jungen Paare müssen um ihre Liebe kämpfen, damit ihre Ehe Bestand hat. Verknüpft werden beide Ebenen durch die Geschichte eines ganz besonderen Bildes.

Leseeindruck: Ich mag die Bücher von Jojo Moyes sehr gern, daher hat mir auch die Idee gefallen, dass es zu ihrem aktuellen Roman „Ein Bild von dir“ eine eigene Vorgeschichte gibt. Bisher kenne ich diese Vorgehensweise nur von eshorts.
Die Idee ist aber mit diesem kurzen Büchlein gut umgesetzt. Die Geschichte ist in sich abgeschlossen und macht durchaus Lust auf mehr. Ich könnte mir auch gut vorstellen, dass man der Geschichte auch noch etwas neues abgewinnen kann, wenn man „Ein Bild von dir“ bereits kennt.
Die beiden Paare sich sehr verschieden und doch merkt man schnell, dass die etwas verbindet. Sophie und Édouard leben in der Künstlerszene von Paris im Jahr 1912, währen David 1998 eher zur Sorte Geschäftsmann gehört, aber er handelt mit Kunst.
Die beiden Liebesgeschichten haben mir gut gefallen, denn sie sind romantisch ohne übertrieben kitschig zu sein. So richtig was fürs Herz eben.
Auch die Ausstattung konnte bei mir punkten. Dieses kleine Hardcoverbüchlein ist farbenfroh illustriert, auch die Kapitelüberschriften sind in einem zarten lila gehalten. So ein Buch hält man gern in Händen, noch dazu sieht es im Bücherregal toll aus ;-)

Lieblingsnebencharakter: Die Auswahl in dieser Kategorie ist eher begrenzt, da neben den beiden Paaren nur sehr wenige weitere Figuren auftauchen. Letztendlich entscheide ich mich für Laure, eine Bekannte von Édouard, die Sophie mit ihrem ehrlichen Rat eine große Hilfe ist.

Fazit: Eine wunderschöne Geschichte in einem hübschen Gewand. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung für alle, die romantische Geschichten mögen und auch Parisfans kommen auf ihre Kosten, da das besondere Flair der Stadt spürbar ist.

Bewertung:
5 out of 5 stars

Bibliographische Angaben:
Titel: Die Tage in Paris
Autorin: Jojo Moyes (Übersetzung: Karolina Fell)
Verlag: Rowohlt
ISBN: 9783499267901
Ausgabe: Hardcover (8,00 €), 108 Seiten

Rezension: „Die große weite Welt der Mimi Balu“ von Kati Naumann

„Die große weite Welt der Mimi Balu“ von Kati Naumann (Bildquelle: Knaur)

„Im Leben eines jeden Menschen gibt es einen unwiderbringlichen Moment, in dem er seine Bedeutung ändern kann, wenn er nur das Richtige tut.“ (S. 19)

Inhalt: Mimi Balu, Ende 30 liebt ihr Londoner Künstlerleben. Alles könnte wunderbar sein, wenn sie nur endlich den Durchbruch schaffen würde und damit ihrer wahren Berufung nachgehen könnte. Nichts wünscht sie sich mehr, daher ordnet sie diesem Traum alles unter. Sie blickt unerschütterlich nach vorn und nur selten zurück, auf ihre Vergangenheit in der sächsischen Kleinstadt Limbach-Oberfrohna. Ein familiärer Notfall bringt Mimi dazu, wieder mehr Zeit in ihrer Heimatstadt zu verbringen. Aber was wird dann aus ihrem Traum?

Leseeindruck: Ein Roman, der in London und der sächsischen Provinz spielt. Wann bekommt man das schon mal geboten? Der Kontrast zwischen der Weltstadt London und der Kleinstadt bietet eine tolle Kulisse für die Handlung. Ich hatte unheimlich viel Spaß Mimis Londoner Leben mitzuverfolgen. Sie streift viel durch die Stadt, so hat man fast den Eindruck, man mache gerade selbst einen Stadtrundgang :-) Mimi blüht förmlich auf in der großen weiten Welt. Sie ist ein liebenswert chaotischer Mensch, der auf sein Herz hört. Sie ist ein Freigeist, der wunderbar nach London passt, aber nicht nach Limbach-Oberfrohna. Dort fühlt sie sich nicht mehr zu Hause und auch ihre Familie kann nur wenig mit ihrem künstlerischen Talent anfangen. In vielen Fällen hätte ich gern den Vermittler zwischen Mimi und ihrer Familie gespielt, denn ihnen fehlte so oft das Verständnis füreinander. Aber genau von diesen Gegensätzen lebt der Roman. Dabei wird die Welt nicht immer nur schwarz/weiß betrachtet. Auch London hat seine Schattenseiten und in der Kleinstadt ist nicht alles schlecht. Mir hat diese differenzierte Sicht auf die Dinge sehr gut gefallen. Allerdings ziehe ich an dieser Stelle auch einen klitzekleinen Punkt ab, denn für mich war zu schnell klar, in welche Richtung sich Mimis Leben wenden wird.

Ein stilistisches Mittel ist bei mir sehr gut angekommen: Vor jedem Kapitel steht ein kurzer Vergleich beider Städte und ihrer Einwohner. An dieser Stelle habe ich mich immer auf einen amüsanten Moment gefreut. Überhaupt ist das Buch an vielen Stellen mit einem Augenzwinkern geschrieben. Es ist lustig, aber niemals albern. Es wird auch niemand lächerlich gemacht. Egal, ob man nun die Großstadt oder die Provinz lieber mag, niemand sollte sich auf den Schlips getreten fühlen.

Lieblingsnebencharakter: Vom ersten Moment an mochte ich Oma Trude. Sie steht bedingungslos hinter ihrer Enkelin, auch wenn sie nicht immer versteht, was die eigentlich genau macht. Die Szenen mit ihr, egal ob in London oder in Limbach-Oberfrohna waren immer ein Highlight. Sie ist eine kauzige alte Dame, die genau weiß, was sie will. Und außerdem schlummert in ihr auch eine Künstlerseele :-)

Fazit: Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Ich mag London sehr gern, und komme selbst aus der sächsischen Provinz. Die Mischung war also genau meins. Man merkt, dass die Autorin gut recherchiert hat. (Oder eben eine gute Beobachtungsgabe hat, denn sie hat ja lange selbst in London gelebt). Die einzelnen Orte sind detailiert beschrieben und man kann sich gut vorstellen, was Mimi gerade selbst erlebt oder sieht. (In der Szene am Altenburger Flughafen hatte ich förmlich das Gefühl, ich befinde mich selbst wieder am Check-In :-) )
Eine Geschichte mit liebenswerten Charakteren und einer tollen Botschaft: Bleibe dir treu, denn nichts was du einmal gemacht hast, wird umsonst sein. Ein Buch für jeden Londonfan oder solche, die es noch werden wollen :-) Ich vergebe tolle 4 Punktzahl, da ich das Buch in einem Rutsch gelesen habe und großartig unterhalten wurde.

Bewertung:
4 out of 5 stars

Bibliographische Angaben:
Titel: Die große weite Welt der Mimi Balu
Autorin: Kati Naumann
Verlag: Knaur
ISBN: 9783426516812
Ausgabe: Taschenbuch (8,99€)

Gemeinsam lesen: „Die große weite Welt der Mimi Balu“

Gemeinsam Lesen 2

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

„Die große weite Welt der Mimi Balu“ von Kati Naumann aus dem Knaur Verlag. Ich bin auf Seite 46.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„Der auffällige Unterschied zwischen den Einwohnern von Limbach-Oberfrohna und London ist ihre Reaktion auf ungewöhnliche Aufmachungen.“

3. Was willst du unbedingt zu deinem aktuellen Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)

Ich bin durch Zufall auf dieses Buch aufmerksam geworden. Mich hat es neugierig gemacht, dass der Roman in London und Limbach-Oberfrohna (!) spielt. Eine Weltstadt und eine Kleinstadt in Sachsen stehen sich gegenüber und werden durch Mimi Balu verbunden. Mimi (eigentlich) Michaela kommt aus der Kleinstadt, träumt aber von der großen weiten Welt. Nach der Schule hat sie sich ihren Traum erfüllt und lebt nun schon viele Jahre als Künstlerin in Englands Hauptstadt. Ihre Wurzeln aber liegen in der Provinz, dorthin kehrt sie, nicht ganz freiwillig anlässlich einer Familienfeier wieder zurück.

Mir gefällt der Erzählstil der Autorin sehr gut. Die Geschichte wird aus Mimis Sicht erzählt, dabei kommt auch Witz und Humor nicht zu kurz, aber ohne lächerlich zu sein. Ich selbst komme auch aus der sächsischen Provinz, daher bin ich dankbar, dass das kleinstädtische nicht ins lächerliche gezogen wird, oder gar gänzlich negativ dargestellt wird. Ganz im Gegenteil, die Geschichte lebt von den positiven wie negativen Gegensätzen zwischen London und Limbach-Oberfrohna. Noch dazu kenne ich einige der deutschen Orte, die Mimi Balu besucht, das macht das ganze für mich auch sehr lesenswert, wenn man seine eigenen Erlebnisse und Beobachtungen im Buch wiederfindet. So bin auch ich schon von Altenburg nach London-Stansted geflogen :-)

Tja, und als Londonfan brauche ich wohl nicht zu sagen, dass mir auch die Szenen in der Großstadt wieder Lust auf diese tolle Stadt machen. Eine tolle Mischung also für mich. Auch wenn noch eine Menge Seiten vor mir liegen, kann ich das Buch schon jetzt wärmstens empfehlen und freue mich auf viele unterhaltsame Stunden.

4. Könntest du dir dein aktuelles Buch gut als Film vorstellen? Welche Rolle würdest du gerne darin spielen?

Oh ja, ich könnte mir einen Film gut vorstellen. Der Film könnte im Stil von Bridget Jones erzählt werden, denn auch Mimi Balu ist eine Frau mit Ecken und Kanten, mit der sich viele Frauen identifizieren können. Noch weiß ich nicht, ob es auch eine Liebesgeschichte im Buch geben wird, wenn dem aber so ist, wäre „Mimi Balu“ eine tolle romantische Komödie. Ansonsten wäre es eine unterhaltsame Familiengeschichte.

Wen würde ich spielen? Die Rolle der Mimi Balu könnte ich mir für mich nicht vorstellen, denn ich habe nicht so eine ausgeprägte künstlerische Ader wie sie. Die Hauptrolle würde ich also jemand anderem überlassen :-) Sehr gern würde ich natürlich eine Figur verkörpern, die zu Mimis Londoner Leben gehört, nur leider habe ich bisher im Buch noch keinen Londoner kennengelernt. Vielleicht kommt meine Traumrolle ja noch :-)

Wer mehr erfahren will: Gemeinsam Lesen ist eine Aktion von Weltenwanderer und Schlunzen-Bücher.

Welches Buch lest ihr denn gerade? Wäre „Die große weite Welt der Mimi Balu“ auch etwas für euch?

Rezension: „Die letzten Tage von Rabbit Hayes“ von Anna McPartlin

„Die letzten Tage von Rabbit Hayes“ von Anna McPartlin (Bildquelle: Rowohlt)

„Die Zeiten für Hoffnung, Kampf und Heuchelei waren vorbei. Sie waren gegen die Wand geknallt. Und jetzt? Das ergab alles keinen Sinn.“ (S. 226)

Inhalt: Rabbit Hayes wird ihre letzten Tage im Hospiz verbringen. Dabei steht ihr ihre gesamte Familie zur Seite. Es heißt dem Schicksal ins Auge zu blicken und dabei den Lebensmut trotz aller Hoffnungslosigkeit nicht zu verlieren.

Leseeindruck: Ich weiß gar nicht so recht wo ich beginnen soll. Die Geschichte hat mich in vielerlei Hinsicht sehr beeindruckt und bewegt. Ich bin froh, Rabbit auf ihrem Weg ein Stück begleitet zu haben. Die eigenen Probleme kommen einem da gleich viel kleiner und lösbarer vor, wenn man sieht wie Rabbit mit ihren umgeht. Ihre Art ist einmalig, ehrlich und entwaffnend, genauso die ihrer Mutter. Immer einen flotten Spruch auf den Lippen, trotz der hoffnungslosen Situation. Überhaupt ist die ganze Familie Hayes einfach liebenswert. Alle stehen füreinander ein, ohne dem anderen nach dem Mund zu reden. Konflikte gibt es, wie in jeder anderen Familie, zu Hauf und trotzdem merkt man schnell, dass der Respekt und die Liebe zueinander im Vordergrund stehen.

Der Erzählstil hat mir sehr gefallen und erinnert mich ein wenig an den von Jodi Picoult. Jedes Kapitel rückt einen anderen Charakter in den Mittelpunkt. So ergibt sich für den Leser nach und nach ein vollständiges Bild der Familie Hayes und deren Umfeld. Rabbit, ihre Eltern und Geschwister, ihre Neffen, ihre beste Freundin und natürlich ihre Tochter Juliet bekommen im Roman Raum für ihre Erlebnisse. Auch in die Vergangenheit darf der Leser blicken. Denn auch Johnny, Rabbits Schwarm aus Jugendtagen nimmt einen wichtigen Platz in der Geschichte ein. Diese Rückblenden machen deutlich, wie die Familie zu dem geworden ist, was sie heute ist. Rabbits Blick zurück zu ihrer ersten Liebe macht diesen Teil der Geschichte auch zu einem wunderschön romantischen Liebesroman.

Die Autorin schlägt immer wieder einen direkten Ton an, mit dem sie den Figuren Leben einhaucht. Anna McPartlin hat selbst in jungen Jahren ihre Mutter durch eine schwere Krankheit verloren, vielleicht ist auch das ein Grund, weshalb die Geschichte so authentisch rüber kommt. Noch dazu steckt unheimlich viel Humor in der Geschichte, obwohl Rabbits Schicksal so traurig ist. Rabbit will sich einfach nicht unterkriegen lassen und ihre letzten Tage in betrübter Stimmung verbringen. Meine Lieblingsszenen in diesem Zusammenhang sind die mit dem Gemeindepriester, einfach herrlich. Der Wechsel von humorvollen und traurigen Szenen sorgt zwar dafür, dass die Geschichte nicht zu schwermütig wird, hat es mir aber nicht leichter gemacht mit Rabbits Schicksal besser klarzukommen. Ich habe Rabbit, Davey, Grace, Juliet, Jack, Molly und wie sie alle heißen doch so in mein Herz geschlossen, dass ich im wahrsten Sinne des Wortes mit der ganzen Familie gelitten habe.

Lieblingsnebencharakter: In diesem Buch habe ich alle unheimlich schnell in mein Herz geschlossen. Daher fällt es mir schwer hier eine Entscheidung zu treffen, denn irgendwie ist jeder auf seine Art wichtig für die Geschichte. Vielleicht begrenze ich es daher nicht auf eine Person, sondern eine Gruppe: Rabbits Neffen, die vier Söhne ihrer Schwester Grace, sind alle toll. Das Schicksal ihrer Tante beeinflusst auch das Leben ihrer eigen Familie sehr stark und trotzdem meistern sie es gemeinsam. Alle vier sind sehr verschieden und gehen daher auch ganz anders mit der Situation um. Eines haben sie aber alle gemeinsam: Sie rücken enger zusammen, um ihrer Cousine Juliet Halt zu geben.

Fazit: Ein unheimlich emotionaler Roman, bei dem ich mehr als einmal einen Klos im Hals hatte und auch ein paar Tränchen verdrückt habe. Trotzdem habe ich das Buch zufrieden zugeschlagen. Wer eine besondere Familie kennenlernen will oder Lust auf viel Gefühl hat  der sollte dieses Buch unbedingt lesen. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung, daher vergebe ich 5 strahlende Sterne.

Bewertung:
5 out of 5 stars

Bibliographische Angaben:
Titel: „Die letzten Tage der Rabbit Hayes“
Autorin: Anna McPartlin (Übersetzung: Sabine Längsfeld)
Verlag: Rowohlt
ISBN: 9783499269226
Ausgabe: Paperback (12,00 €)

Rezension: „…und eine Tasse Tee“ von Anna Marie Lievert

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„… und eine Tasse Tee“ von Anna Marie Lievert

„Aber […] ist das denn realistisch? Ist es in unserer heutigen Zeit überhaupt denkbar, sich vierzig Tage zurückzuziehen, die Stille zu suchen, nur um zu einem Entschluss zu kommen?“ (S. 132)

Inhalt: Anna hat alles, was man für ein erfülltes Leben braucht: Ihren gutaussehenden Freund Erik, ein schickes zu Hause und einen tollen und gut bezahlten Job. Doch ist das wirklich das Rezept, das man zum wahren Glück braucht? Annas Leben nimmt eine ganz andere Wendung, als ihre Lebensplanung nicht mehr mit Eriks übereinstimmt und auch im Job Veränderungen anstehen. Sonst so rational, trifft Anna einmal im Leben eine Entscheidung aus dem Bauch heraus, die alles auf den Kopf stellt.

Leseeindruck: Ich muss zugeben, dass ich nur sehr schwer in die Story reingekommen bin, denn zunächst konnte ich mit Anna nicht viel anfangen. Ich hatte das Gefühl, dass nicht sie im Mittelpunkt der Geschichte steht, sondern ihr Job (mitsamt seitenlangen Erklärungen zur Unternehmenshierachie). Auch der Schreibstil war nicht ganz einfach. An einigen Stellen noch etwas holprig, besonders da ständig mit Vor- und Nachnamen gearbeitet wurde. Auf Seite 97 taucht allein 5 mal der Name „Maren Wippert“ auf. Bei einem Debütroman muss man wohl das eine Manko hier und da hinnehmen.

Wer dem Buch aber eine Chance gibt, der wird nicht enttäuscht. Spätestens im zweiten Teil nimmt die Geschichte Fahrt auf. Anna versucht in Ostfriesland ihr Leben neu zu ordnen und endlich tauchen auch neue Charaktere auf, die der Geschichte neuen Charme verleihen. Die Figuren auf Jysum, der ostfriesischen Insel, sind alle viel weniger Stereotyp als zu Beginn. Auch Anna macht eine Entwicklung durch, die man gerne verfolgt. Das Lesen geht durch all diese Faktoren flüssiger und im Handumdrehen hat man das Buch durch und wurde gut unterhalten.
Leider fehlten mir die überraschenden Momente in der Geschichte, lediglich sie Story rund um Annas Mutter konnte etwas unerwartetes bieten.

Lieblingsnebencharakter: Eindeutig Grete, Annas Nachbarin auf Jysum. Sie strahlt viel Wärme aus und sorgt dafür, dass sich nicht nur Anna, sondern auch der Leser gleich gut aufgehoben fühlt auf der Insel. Sie ist so etwas wie die gute Seele im Buch und in Annas Leben.

Fazit: Insgesamt hat mir das Buch ganz gut gefallen. Die Thematik rund um „Ist-Karriere-alles?“ wurde gut umgesetzt. Insgesamt vergebe ich gute drei Sterne. Zwei kleine Abzüge gibt es, da mir die Story an vielen Stellen zu vorhersehbar war und ich am Anfang so meine Probleme mit dem Schreibstil hatte. Alles in allem aber ein schöne Geschichte über das wirklich wichtige im Leben, unsere Mitmenschen. Auch jeder Ostfrieslandfan sollte das Buch lesen, denn man bekommt gleich Lust auf einen richtig guten Tee :-)

Bewertung:
3 out of 5 stars

Bibliographische Angaben:
Titel: „… und eine Tasse Tee“
Autorin: Anna Marie Lievert
ISBN: 9783000481499
Ausgabe: Paperback (12,90€)

Rezension: „Das Beste, das mir nie passiert ist“ von Laura Tait und Jimmy Rice

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„Das Beste, das mir nie passiert ist“ von Laura Tait & Jimmy Rice (Bildquelle: DuMont)

„Ja, damals wäre ich nackt durch die Innenstadt von Mothston gerannt, um mit ihr zusammen zu sein, und das war wohl jedem klar. Aber Holly sah uns nie als Paar […] und mir wurde seither oft das Herz gebrochen, auch wenn es nie so weh tat wie einzusehen, dass aus Holly und mir nichts wird.“ (S. 53/54)

Inhalt: Alex und Holly kennen sich seit ihrer gemeinsamen Schulzeit in der englischen Kleinstadt Mothston. Sie sind beste Freunde, immer für einander da, bis sich ihre Wege trennen, als Holly nach London geht. Elf Jahre später sehen sie sich wieder, alles ist wie immer, auch die Tatsache, dass sie nicht über ihre Gefühle füreinander reden. Noch dazu ist Holly vergeben.

Leseeindruck: Diese wunderschön leichte Liebesgeschichte hat mir viele humorvolle Stunden beschert. Die Sprache ist locker und leicht, so kommt man gut voran. Die Sichtweise wechselt immer zwischen Alex und Holly. Teilweise werden also die selben Ereignisse aus den verschiedenen Blickwinkeln von Alex und Holly erzählt. Dabei war es fast schon tragisch zu sehen, wie knapp die beiden so oft aneinander vorbei geliebt haben. Beide sind mir von Beginn an sehr sympathisch, daher habe ich sofort auf ein Happy End gehofft. Potentielle neue Partner der beiden hatten es daher denkbar schwer bei mir :-) Sehr viel Spaß hatte ich an den unzähligen Anmerkungen zur Zeitgeschichte und Popkultur. Wer selbst mit Take That, den Spice Girls oder Kylie Minogue aufgewachsen ist, wird sich ein Schmunzeln an der einen oder anderen Stelle nicht verkneifen können. Ich finde es außergewöhnlich, dass zwei Autoren gemeinsam ein Buch schreiben können, ohne, dass es in Sprache und Stil zu Brüchen kommt. Jimmy Rice schrieb die Alexstory und Laura Tait, die von Holly. Hollys Kapitel sind zwar ein wenig emotionaler und impulsiver, aber das liegt auch daran, dass Holly eher ein Gefühlsmensch ist und Alex der rationale Denker. Und dennoch stimmt die Chemie zwischen Alex und Holly, egal wie verschieden sie doch sind.

Lieblingsnebencharakter: Zu Beginn wollte ich Jemma, Hollys chaotischer Arbeitskollegin, den Titel geben, da sie ein so erfrischender Charakter ist. Im Laufe der Geschichte zeichnete sich immer mehr ab, dass Kev, Alex Jugendkumpel, die Auszeichnung mehr verdient hat. Kev ist zunächst ein liebenswerter Trottel, der sich immer mehr zu einem wahren Freund mausert und vor allem das Herz am richtigen Fleck hat. (Außerdem musste ich bei Kev immer an den trotteligen Mitbewohner der Hugh-Grant-Figur in Notting Hill denken ;-) )

Fazit: „Das Beste, das mir nie passiert ist“ ist ein wunderschönes Buch fürs Herz. (Bei dem Cover übrigens auch fürs Auge) Klar, es ist eine seichte Geschichte, bei der schnell klar ist, wer für wen bestimmt ist, aber das Buch versprüht einen ganz eigenen Charme und Witz. Es ist rundum gelungen und verschafft einem viele vergnügliche Lesestunden. Für jeden Bridget-Jones-Fan und alle anderen, die eine humorvolle Liebesgeschichte lesen wollen. Es gibt die volle Punktzahl, da ich das Buch rundum zufrieden zugeschlagen habe.

Bewertung:
5 out of 5 stars

Bibliographische Angaben
Titel: „Das Beste, das mit nie passiert ist“
Autor: Laura Tait / Jimmy Rice (Übersetzung von Marion Herbert)
Verlag: DuMont
ISBN: 9783832162801
Ausgabe: Taschenbuch (9,99€)