Archiv des Autors: Madame Klappentext

Rezension: „Die Chroniken von Alice – Finsternis im Wunderland“ von Christina Henry

„Die Chroniken von Alice – Finsternis im Wunderland“ (Bildrechte: Random House)

„Sie starrte auf das Mauseloch, als erwarte sie, dass jeden Augenblick etwas Furchtbares daraus hervorkröche, als könnte jederzeit das Kaninchen aus diesem kleinen Loch herauskommen und sich zu voller Größe aufrichten und zu Ende bringen, was es begonnen hatte.“

(Seite 11)

Inhalt: Alice ist mittlerweile eine junge Frau, die in einer Irrenanstalt in der alten Stadt sitzt, da sie als Jugendliche von einem Kaninchen entführt wurde, wie sie sagt. Im Laufe der Zeit wird ihr Zellennachbar der Axtmörder Hatcher zu Ihrem Verbündeten. Mit ihm gelingt ihr die Flucht, allerdings wird dabei auch das sagenumwobene Ungeheuer Jabberwock befreit vor dem wirklich jeder unsagbare Angst hat und nur Alice kann ihn in die Schranken weisen, um gleichzeitig zu erfahren, was es mit ihrer Vergangenheit auf sich hat. Weiterlesen

Rezension: „Rendezvous in zehn Jahren“ von Judith Pinnow

Buchcover
„Rendezvous in zehn Jahren“ von Judith Pinnow (Bildrechte: Ullstein Buchverlage)

„Sie hatte oft das Gefühl, anders zu sein als andere, die ihr Leben in einer ‚richtigen‘ Reihenfolge lebten.“

(Seite 7)

Inhalt: Valerie lernt den Niederländer Ted in Amsterdam kennen. Es ist die typische Zufallsbegegnung und beide sind sich sofort sympatisch. Warum also nicht einen verrückten Plan schmieden und sich auf ein Treffen verabreden – in 10 Jahren – um zu sehen, was aus den eigenen Träumen geworden ist. Dumm nur, wenn man feststellt, dass 10 Jahre eine viel zu lange Zeit ist, wenn man den anderen nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Weiterlesen

Rezension: „Ich erwarte die Ankunft des Teufels“ von Mary MacLane

Cover "Ich erwarte die Ankunft des Teufels"

Cover „Ich erwarte die Ankunft des Teufels“ von Mary MacLane (Reclam)

 „Der Teufel ist in Wirklichkeit der Einzige, an den wir uns wenden können, und er verlangt für jeden Dienst seinen vollen Lohn “ (S.33)

Inhalt: Man glaubt zunächst, man hielt ein Tagebuch einer jungen Frau um 1900 in Händen. Wie Mary MacLane selbst schreibt, handelt es sich vielmehr um eine Schilderung ihrer Gedankenwelt und Wahrnehmung der Welt. Und diese sind alles andere als gewöhnlich. Weiterlesen

Rezension: „Die Schule am Meer“ von Sandra Lüpkes

Cover "Schule am Meer"

Cover „Die Schule am Meer“ von Sandra Lüpkes

„Doch im Leben geht es nicht um Angst. Auf den Mut kommt es an.“ (S.559)

Inhalt: Auf Juist entsteht in den 1920er Jahren eine reformpädagogische Schule, in der sich die verschiedensten Schüler aber auch Lehrer zusammenfinden, um ein Leben in der Natur und mit freiheitlichen Gedanken zu führen. Die Schule steht vielen l gegenüber und muss sich im Laufe der Jahre mit vielen persönlichen und politischen Problemen auseinandersetzen  – bis es in den 1930er Jahren um viel mehr als nur eine Schule geht. Schließlich leben Juden, Kommunisten und Freigeister gemeinschaftlich zusammen.

Leseeindruck: Dieser Roman liest sich wirklich locker leicht weg. Seite um Seite lernt man, angefangen von der Lehrerin Anni Reiner, immer mehr Schüler und Lehrer der neuen Schule kennen. Und in den meisten Fällen auch schätzen. Die Charaktere sind so bunt und verschieden wie auch die Schule selbst. Man merkt richtig, wie alle vor Ideen nur so strotzen und am liebsten Bäume ausreisen wollen. Genauso lebendig kommt der rauhe Charme der Nordsee rüber. Ich als eingefleischter Flachländer habe mir hin und wieder gedacht, dass mir das Leben auf so einer abgelegenen Nordseeinsel vor fast 100 Jahren bestimmt zu beschwerlich wäre. Aber genau das habe ich an diesem Roman so gemocht. Kaum liest man einen Satz, fühlt man sich wieder durch Raum und Zeit katapultiert und darf stiller Beobachter dieser besonderen Gemeinschaft sein. Wer die politischen Vorgänge der 1920er und 30er in Deutschland kennt, wird nicht überrascht sein, welche Entwicklung die Schule zwangsläufig nimmt. Mir gefällt jedoch wie die Auswirkungen der gesamtpolitischen Ereignisse auf die Insel und die Schule im ganz speziellen dargestellt werden. Im Zeitraum eines Jahrzehnts kann man mitverfolgen wie Prinzipen verteidigt, aber auch mit Füßen getreten werden. Beides wird eindrücklich und nachvollziehbar für jeden aufgezeigt. Unausweichlich kam mir der Gedanke, dass auch wir uns heute immer wieder die Frage stellen müssen, zu welcher Gruppe man selbst gehören will. Auch wenn die Geschichte an der einen oder anderen Stelle mit ein paar Längen zu kämpfen hatte, lässt mich doch die Thematik nicht los. Und das schaffen bei mir nicht viele Geschichten. Gerade auch die zahlreichen nicht gesagten Dinge regen zum Nach- und Weiterdenken an. Auch wenn ich an der einen oder anderen Stelle etwas traurig war, dass ich mir nun selbst einen Reim auf alles machen muss. Genau wie das wahre Leben, da gibt es auch nicht immer auf alles eine Antwort.

Lieblingsnebencharakter: Puh, jetzt wird es schwierig, denn es tauchen so viele tolle Haupt- und Nebencharaktere auf. Allen voran Anni Reiner, die stolz auf sich sein, deren reales Ich aber viel zu wenig Würdigung erfährt, wie es leider bei vielen tollen Frauen der Fall ist. Auch Marje, die glaube ich kein reales Vorbild hat, hat mich wirklich beeindruckt mit ihrem Willen. Beide tragen die Geschichte aber zu sehr, um in dieser Kategorie Beachtung zu finden. Daher soll an dieser Stelle Herr Saathoff, der alte Dorfbewohner genannt werden. Er hielt sich stets im Hintergrund und viel hat man ihm bestimmt nicht zugetraut, aber wie er die Dorf- und Schulgemeinschaft analysiert hat und damit Annii zur Seite gestanden hat, hat mich sehr beeindruckt. Damit sieht man mal wieder, dass man sich über niemanden ein Urteil erlauben darf, den man nicht kennt. Saathoff ist ein toller aufrichtiger Kerl, von denen es immer zu wenige gibt.

Fazit: „Die Schule am Meer“ ist ein super recherchiertes Buch, das vor einer sehr beeindruckenden landschaftlicher und politischer Kulisse spielt. Auch wer, wie ich, reformpädagogischen Konzepten eher kritisch gegenüber steht, wird seinen Spaß haben. Nie hört man einen belehrenden Ton und man lernt eine Menge dazu. Das ist das wirkliche Plus des Buches. Leider gibt es an der einen oder anderen Stelle ein paar erzählerische Längen, trotzdem gibts eine klare Leseempfehlung von mir, da Historie hier super mit Fiktion gepaart wurde, ohne künstlich zu sein. Noch dazu regt das Buch trotz des leichten Tons zum Nachdenken an. Ich bin mir sicher, dass ich „Die Schule am Meer“ so schnell nicht vergessen werde.

Bewertung

4 out of 5 stars

Bibliographische Angaben

Titel: Die Schule am Meer 
Autorin: Sandra Lüpkes
Verlag: Kindler (Rowohlt)
Ausgabe: Hardcover (22,- Euro)
ISBN: 9783463407227

Vielen Dank an Vorablesen und Rowohlt für die Bereitstellung des Leseexemplars.

Rezension: „Endling“ von Katherine Applegate

Cover Endling

„Endling“ von Katherine Applegate

Zitat:
„Ich wollte nur nicht die Letzte sein, die überlebte. Ich wollt nicht der Endling sein.“ (S. 15)

Inhalt:
Dalkins sind hundeähnliche Wesen, die allerdings, wie so viele andere Wesen auch in dieser Geschichte reden können. Aber viel wichtiger ist, dass sie erkennen wenn jemand lügt. Eine Gabe, die so besonders ist, dass Dalkins bedroht sind.
Byx ist eine junge Dalkin und gilt als letzte ihrer Art, der Endling. Sie versucht nun allen Feinden aus dem Weg zu gehen und sich dabei an die Hoffnung zu klammern, doch noch weitere Dalkins zu finden. In Begleitung des Menschenmädchens Khara, dem Wobbyk Tobble und noch so einigen anderen Figuren macht sie sich auf den Weg.

Leseeindruck:
Mich hat zu allererst dieses Cover gepackt. Dabei dachte ich: ‚Was für ein toughes Mädchen mit einem treuen Hund‘. Sorry, aber jetzt weiß ich ja, dass Byx eben kein Hund ist. Und nicht zu vergessen dieses kleine drollige Wesen mit den riesen Ohren. Auch da habe ich, wie so viele andere Figuren im Buch einen Fehler begangen und den kleinen Wobbyk total unterschätzt. Gleichzeitig kam bei mir sofort die Frage auf ‚Wer oder was ist ein Endling?‘ Da kann man dem Verlag für die Covergestaltung schon mal ein riesen Kompliment machen, denn bevor ich überhaupt gelesen habe, worum es geht, wusste ich schon: ‚Dieses Buch will ich unbedingt lesen.‘ Und ich wurde nicht enttäuscht.
Den Leser erwartet eine tolle Abenteuergeschichte mit Spannung, Kämpfen, Intrigen aber auch einer Menge Emotionen. Die Geschichte ist wahrlich nix für zart besaitete Kinder (oder Erwachsene). Byx‘ Schicksal ist herzzerreißend und wirklich tragisch und auch die anderen Charaktere sind vom Schicksal gebeutelt. Diese Mitgefühl hat mich wahrlich durch die Seiten getrieben, Kapitel für Kapitel wollte ich weiterlesen, um zu wissen wie es mit der bunten Truppe weitergeht.
Ich denke, dass erwachsene Leser auch sehr viel Spaß an der Geschichte haben werden, denn uns Menschen wird mit dieser Fantasywelt der Spiegel vorgehalten. Menschen die alles beherrschen wollen, weil es nur um den eigenen Machtanspruch geht und Arten, die deshalb vom Aussterben bedroht sind. Leider kam mir das beim Lesen gar nicht so weit weg vor….
Die Geschichte behandelt also durchaus kein leichtes Thema, denn es wift eine Menge Fragen auf, mit denen man ein Kind nicht alleine zurück lassen sollte. Genauso wird selten etwas beschönigt. Kämpfe, Verwundungen und Tod sind ein Teil dieser Welt und begleiten Byx durch ihr ganzes Leben. Für meinen Geschmack wurde da manchmal sehr genau beschrieben, wie das Blut fließt. Für ein Kinderbuch ab 11 ist das an der einen oder anderen Stelle schon etwas heftig.
Trotz allem ist es eine mitreißende Geschichte, die von den vielen Wendungen und nicht vorherzusehenden Abenteuern lebt. Langweilig wird es beim Lesen auf keinen Fall und es gibt bestimmt für jeden einen Charakter mit dem man sich identifizieren mag. Ob es nun die clevere Khara ist, der treue Tobble, der ehrliche Dieb Renzo oder eben einer der vielen anderen ausgefallenen Wesen. Katherine Applegate hat eine einzigartige Welt mit eigenen Gesetzen und Wesen geschafften, die neugierig auf mehr macht, die aber auch viele Fragen offen lässt. Man kann also auf eine Fortsetzung gespannt sein, genug zu erzählen gibts in jedem Fall.

Lieblingsnebencharakter:
Ich glaube zwar, dass Gambler, der Felijaga, ein riesiger schwarzer Kater kein Nebencharakter ist, aber er muss hier einfach Erwähung finden. Erstens er ist ein Kater. Zweitens er ist gewieft, kampfeslustig und einfach nur ein toller Freund. Byx kann sich glücklich schätzen ihn in ihrer Truppe zu haben.
Toll, wie hier mit den Eigenschaften einer Katze gespielt werden. Ich habe unsere Stubentiger nur allzu oft in Gambler wiedererkannt. Wie gerne würde ich ihn kraulen. :-)

Fazit:
Diese Fantasyabeneteuergeschichte hat mir schon sehr gefallen. Die Charaktere sind toll und glaubwürdig, genau wie die Botschaft, die innerhalb der Story vermittelt wird. Freundschaft und Ehrlichkeit werden großgeschrieben. Nochdazu regt die Geschichte zum mitdenken an und lässt einen nicht so schnell wieder los. Eines hat mich dann aber doch etwas gestört: Gewalt spielt eine sehr große Rolle in der Geschichte. Man sollte sich also genau überlegen, ob das entsprechende Kind schon weit genung ist, um die Szenen gut zu verarbeiten. Außerdem bleiben für mich zu viele Dinge offen. Ja, man kann nicht immer alles aufklären, aber so bleibt man als Leser doch etwas ratlos zurück und weiß im Grunde schon, dass man erst mit weiteren Bänden mehr erfahren wird.


Bewertung:
4 out of 5 stars

Bibliographische Angaben:
Autorin: Katherine Applegate (Übersetzer: Ulli und Heribert Günther)
Titel: Endling – Die Suche beginnt
Verlag: DTV
ISBN: 9783423640626 (Harcover: 15,95)
empfohlenes Lesealter: ab 11 Jahre

Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Rezension: „Das Labyrinth des Fauns“ von Cornelia Funke und Guillermo del Toro

Buchcover

„Das Labyrinth des Fauns“ von Cornelia Funke und Guillermo del Toro

„Das Böse nimmt selten sofort eine feste Form an. Oft ist es zuerst nicht mehr als ein Flüstern. Ein Blick. Ein Verrat. Doch dann wächst es und schlägt Wurzeln, noch immer unsichtbar, unbemerkt. Nur Märchen geben dem Bösen eine konkrete Gestalt.“ S. 15

Inhalt:
Eine Mühle, einsam und verlassen von einem düsteren Wald umgeben wird das Quartier eines skrupellosen Generals im Dienste Francos. Die kleine Ofelia muss an diesem Ort leben, da ihre Mutter den General geheiratet hat.
Während ihres Aufenthalts entdeckt sie das Labyrinth des Faun und lernt ihre wahre Bestimmung kennen, die tief im Labyrinth verborgen ist. Eine düstere Reise ins Reich des Fauns beginnt, wähend um die Mühle der Kampf zwischen Franco und den Rebellen im Wald tobt.

Leseeindruck:
Ich bin immer noch beeindruckt von dem Buch. Und alles was ich jetzt schreibe bezieht sich ausschließlich auf das Buch, denn ich habe den Film „Pans Labyrinth“ nie gesehen, da er mir immer zu guselig war.
Das Buch steht dem in nichts nach. Ich habe oft mit offenem Mund dagesessen und dacht: „Nein, nein, das kann doch nicht war sein“ oder „Hilfe, was geht hier denn grausames vor, ich traue mich gar nicht weiterzulesen“. Die Szenen sind so bildhaft, detailiert und voller Emotionen verfasst, dass ich mir jede Verfilmung sparen kann, denn der Film läuft buchstäblich vorm inneren Auge des Lesers ab. In einem Vorwort erklärt Cornelia Funke, dass sie den Film ganz langsam Szene für Szene geschaut hat, um dann Schritt für Schritt den Roman entstehen zu lassen. Genau diese Arbeitsweise kann man beim Lesen sehr gut nachempfinden, denn die Kapitel sind alle eher kurz, jede filmische Szene bekommt quasi ein eigenes Kapitel im Buch. Dadurch liest sich der Roman sehr zügig und es baut sich schnell Neugierde beim Leser auf wie es wohl weiter geht.
Ein weiterer riesiger Pluspunkt des Buches ist die Sprache. Sie ist so treffend und bringt komplexe Situationen mit wenig Worten auf den Punkt. „Machmal müssen wir erst sehen was wir fühlen, bevor wir es verstehen.“ (S. 183) Man könnte ein ganzes Notizbuch mit derartigen Sätzen füllen, die es alle Wert sind, dass man sie als Leser in Ernnerung behält.

Die beiden Haupterzählstränge (General Vidals brutaler Kampf gegen die Rebellen und Ofelias wahre Bestimmng) werden wunderbar miteinander verwoben und wechseln sich ab. Ich muss ja sagen, dass ich mit gruseligen fantastischen Momenten gut umgehen kann, eben weil sie nicht in unserer Welt stattfinden, die herzlose Brutalität mit der Vidal durchs Leben geht hat mich allerdings erschaudern lassen, auch noch Tage, nachdem ich das Buch bereits beendet hatte. Ich dachte mir immer wieder: „Oh Mann, solche Typen hat es wirklich gegeben – und gibt es sicher leider immer noch in unserer Welt“. Sobald Vidal ins Spiel kam, habe ich immer etwas angespannter weitergelesen und war um jede Pause froh, die ich von ihm kriegen konnte.
Ein Highlight sind deshalb die zehn eingeschobenen Kapitel, die zunächst nichts mit der Haupthandlung zu tun haben. In diesen kleinen separaten Kapiteln geht es um Hintergrundgeschichten der eigentlichen Story. Man erfährt etwas zu Ofelias Vater, der Entstehung des Labyrinths oder auch Vidals Familie. Diese Kapitel stehen für sich und sind doch alle miteinander verknüpft, ein großsartiges stilistisches Mittel. Quasi Geschichten in der Geschichte, die den Leser nach und nach tiefer in die Story eintauchen lassen. So ewtas macht einen Roman besonders.

Lieblingsnebencharakter:
Man muss schon sagen, allzu viele sympathische Charaktere gibt es nicht. Mercedes ist da eine der wenigen Figuren, die diesen Titel verdient haben. Die ist selbstlos, mutig und hat das Herz an der richtigen Stelle. Ohne sie wäre die Mühle ein noch düsterer Ort, als so schon. In nichts steht ihr Dr. Ferreiro nach. Ich möchte mich einfach nicht zwischen beiden entscheiden, denn sie geben der Geschichte beide so viel Menschlichkeit. Da den beiden sollte sich jeder ein Beispiel nehmen. Man kann nichts schlechtes über sie sagen.

Fazit:
Egal, ob man nun Fantasy mag oder nicht. Dieses Buch macht Spaß, obwohl es einer der düstersten Romane ist, den ich je gelesen habe. Die Erzählstruktur ist wirklich besonders und sorgt für eine Menge Spannung. Egal, ob man den Film nun kennt oder nicht, es ist ein großartiges Buch.
Den Leser erwartet eine spannende Story voller fantatischer Elemente und sehr verschiendenen Charakteren.
Fürs Auge gibt es auch was, denn jedes der Extrakapitel ist mit ganz viel Liebe zum Detail schwarz-weiß bebildert.
Insgesamt ist es ein sehr gutes Buch, mir fehlte aug Seiten der Fantasystory allerdings noch ein wenig Erläuterug zur Mythologie. Aber das ist Jammern auf sehr hohem Niveau.

Berwertung:
4 out of 5 stars
Bibliographische Angaben:
Titel: „Das Labyrinth des Fauns“
Autor: Cornelia Funke, Guillermo del Toro (Übersetzung: Tobias Schnettler)
Verlag: S. Fischer Verlage
Ausgabe:Hardcover (20,00 EUR)
ISBN: 978-3-7373-5666-4

Rezension: „Das Haus der Granatäpfel“ von Lydia Conradi

„Das Haus der Granatäpfel“ von Lydia Conradi (Bildquelle: Pendo)

„Mit der Heirat in die orientalische Märchenstadt hatte sie sich selbst ihren Weg ins Paradies erobern wollen, und kampflos würde sie sich nicht vertreiben lassen.“ (S. 155)

Inhalt: Smyrna 1912: Klara, eine junge Berlinerin, genießt das Leben in der bunten und vielschichtigen Stadt, in der unzählige Völker zusammenleben. Sie ist neugierig auf das Leben und die Menschen, nur glücklich ist sie in ihrer Ehe mit dem Kaufmannsohn Peter nicht. Sie hat ihr Herz an den jungen Arzt Sevan verloren, der aber auch vergeben ist. Kann sie dennoch ihr Glück finden, obwohl auch der Erste Weltkrieg seine Schatten voraus wirft?

Leseeindruck: Smyrna, das heutige Izmir, bietet eine tolle Kulisse für die Geschichte von Klara und Sevan. In meinen Augen sind der Schauplatz und die Zeit, in der die Handlung spielt, überhaupt das spannendste an der Geschichte. Smyrna wird sehr unterschiedlichen Facetten beschrieben und ich konnte mir zu jeder Zeit gut vorstellen, wie es wäre selbst durch die bunten und lauten Straßen zu schlendern. Inmitten von einer Vielzahl unterschiedlichster Menschen: Armenier, Türken, Griechen und damit eben auch Christen und Muslimen. Alle leben auf engstem Raum nebeneinander und prägen so den einzigartigen Charakter der Stadt.
Die Atmosphäre und das Lebensgefühl, welches im Roman zum Ausdruck kommt, hat mir wirklich gut gefallen.

Die Handlung selbst ist an einigen Stellen vorhersehbar, was bei dem Genre allerdings nicht weiter ungewöhnlich ist und mich daher auch nicht besonders gestört hat. Es hat Spaß gemacht, die Entwicklung der einzelnen Charaktere zu verfolgen. Gerade in Peters  Familie gibt es eine Menge Konfliktpotential, denn in gewisser Weise ist die Familie Delacloche ein Abbild der Gesellschaft im Kleinen. Die Familienmitglieder kommen aus den verschiedensten kulturellen Kreisen und vertreten auch unterschiedliche politische und moralische Ansichten.

Allerdings liegt hier auch mein größter Kritikpunkt: Mir sind das einfach zu viele verschiedene Charaktere. Wer kommt mit wem klar und mit wem nicht? Diese Fragen habe ich mir immer wieder gestellt und musste auch zu oft darüber nachdenken, über wen ich gerade lese. Klar im Laufe der Zeit, habe ich mich besser zu Recht gefunden, aber gerade in der ersten Hälfte des Romans hatte ich so meine Probleme damit. Das hat meinen Lesefluss schon erheblich gestört – leider. Nur gut, dass es auf der Vorsatzseite einen Stammbaum gibt, dass hat die Verwirrung zumindest etwas in Grenzen gehalten.

Lieblingsnebencharakter: Eindeutig Kiki, Peters jüngste Schwester, sie begegnet Klara gerade zu Beginn ohne Vorurteile. Sie ist eine ehrliche Haut, die mit ihrer offenen zu zugänglichen Art bei mir gepunktet hat. Sie hätte, denke ich, jeder gerne als Freundin, der in die Familie einheiratet.

Fazit: Ein Roman, der von seinen bunten Schauplätzen und den großen weltpolitischen Themen lebt. Dabei erfährt man als Leser eine Menge über das Wesen der Stadt Smyrna und deren Bewohner. Noch dazu gibt es eine turbulente Familiengeschichte, mit vielen Charakteren, die trotz aller Unterschiede in Herkunft, Religion und Bildung alle nur das eine wollen: Ihr Glück finden.
4/5 Sternen, da ich manchmal in der Menge der Charaktere und deren Ansichten die Orientierung verloren habe.

Bewertung:
4 out of 5 stars

Bibliographische Angaben:
Autorin: Lydia Conradi
Titel: Das Haus der Granatäpfel
Verlag: Pendo
ISBN: 9783866124257
Ausgabe: Hardcover (22,00 EUR)

Rezension: „Der Pfau“ von Isabel Bogdan

„Der Pfau“ von Isabel Bogdan (Bildquelle: Kiepenheuer & Witsch)

„Und so verging der Abend in eigenartiger Stimmung. Alle hatten aus unterschiedlichen Gründen ein schlechtes Gewissen, alle hätten es gern wiedergutgemacht, alle bemühten sich und waren freundlich.“ (S.215)

Inhalt: Ein, sagen wir, verrückt gewordener Pfau bringt das Teamseminar einer englischen Bankergruppe gehörig durcheinander. Und das alles nur, weil er auf blaue Dinge etwas seltsam reagiert. Man könnte aber auch sagen: Ein Missverständnis jagt das nächste :-)

Leseeindruck: Was für ein Spaß! Das Buch ist komisch, originell, witzig ohne sich dabei in Blödeleien zu verlieren. Ich liebe es! Ich gebe zu, dass ich bei diesem Cover von etwas schwerer Kost ausgegangen bin. (Warum, weiß ich jetzt auch nicht mehr.) Daher lag das Buch – viel zu lange – auf meinem Stapel ungelesener Bücher. Ich brauchte ein schmales Büchlein für einen Ausflug und wurde von diesem kleinen Buch wahrlich überrascht. Da ich überhaupt keine Erwartungen an die Story oder das Genre hatte, hat mich schon der Einstieg überrascht: Der Erzähler ist so … tja, britisch, eine andere Beschreibung fällt mir im Moment nicht ein. Mit bissiger Beobachtungsgabe erzählt er dem Leser, was auf dem schottischen Anwesen der McIntoshs so vor sich geht. Ihm entgeht dabei nicht die kleinste Gefühlsregung und der Leser darf an allen Geheimnissen teilhaben, während die Figuren natürlich weiter im dunklen tappen und von einem Missverständnis nächste stolpern. Einfach herrlich.
Die Geschichte wird durchgehend in der 3. Person erzählt und kein einziges Mal wird die wörtliche Rede verwendet. Man könnte jetzt meinen, dass diese Erzählweise Distanz zum Leser herstellt, durch die lockere Art des Erzählers geschieht aber genau das Gegenteil. Man schließt die Figuren ins Herz, da man ja so einiges über sie erfährt, was ihre Mitmenschen noch nicht wissen. Man darf also von Anfang an Mitwisser sein.
Obwohl eine kuriose Szene die nächste jagt, wird es nie albern. Vielmehr zeigen sich nach und nach die wahren Charakterzüge der Bänker und man bekommt einen Einblick in die Dynamik der Gruppe. Hin und wieder hätte ich den Figuren gern zugerufen: Meine Güte, jetzt redet doch miteinander! Aber dann wäre der Spaß doch viel zu schnell vorüber gewesen. Die Story lebt wirklich von den falschen Annahmen und Spekulationen der Figuren. Ich will hier auch nicht zu viel vorweg nehmen, denn es passieren wahrlich abenteuerliche Dinge. Kaum glaubt man, den Höhepunkt erreicht zu haben, passiert noch etwas Verrücktes, Komisches und in jedem Fall Überraschendes. Eines kann ich vielleicht schon verraten: Die größte Überraschung erlebt man am Ende. Ich habe selten über einen letzten Satz so laut gelacht. Die Geschichte hat im wahrsten Sinne des Wortes vom ersten bis zum letzten Satz Spaß gemacht.

Lieblingsnebencharakter: Generell haben mir die Tiere der McIntoshs und auch der Hund der Bänkerin sehr gut gefallen. Die kleinen Kerle haben es wirklich nicht einfach, die Macken ihrer Herrschen zu verstehen und aus ihnen schlau zu werden. Besonders die Szenen aus Mervyns Sicht, dem Hund der Bänkerin Liz, haben mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Der kleine Kerl hat, als Einziger, den Durchblick und weiß genau, wer was gemacht hat, nur wer hört schon auf einen Hund? In jedem Fall muss der kleine so einiges einstecken an dem Wochenende. „Mervyn schlich mit eingezogenem Schwanz hinterdrein und verstand immer noch nicht, was er falsch gemacht hatte.“ (S. 76) Mit solchen Szenen hat er es sich wirklich verdient Lieblingsnebencharakter zu sein.

Fazit: Dieses Buch empfehle ich wirklich gern. Es macht Spaß. Es ist originell. Es lohnt sich einfach. Voller Lobes gibt es großartige 5 Sterne.

Bewertung:
5 out of 5 stars

Bibliographische Angaben:
Titel: Der Pfau
Autorin: Isabel Bogdan
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
ISBN: 9783462048001
Ausgabe: Hardcover (18,99 EUR)

Rezension: „Smoke“ von Dan Vyleta

„Smoke“ von Dan Vyleta (Bildquelle: carl’s books)

„Rauch ist, in jedem Fall, sehr leicht zu lesen. Er ist die lebendige Manifestation des Verfalls. Der Sünde.“ (S. 40)

Inhalt: Rauch beherrscht das Leben im England des 19. Jahrhunderts. Es ist ein ganz besonderer Rauch, einer der jede Bosheit und Verfehlung sichtbar macht. Rauch ist schlecht und soll unter allen Umständen vermieden werden. Am besten natürlich durch tugendhaftes Verhalten.
Die jungen Schüler Charlie und Thomas gehen auf ein Eliteinternat und beginnen die Gesetze des Rauchs zu hinterfragen. Wo kommt er her und was macht er mit den Menschen? Dabei stoßen sie auf eine Menge Geheimnisse innerhalb der Gesellschaft, die sie in Gefahr bringen.

Leseeindruck: Die Ausgangssituation hat mir sehr gut gefallen. Rauch, der Verfehlungen anzeigt und somit auch die Innenwelt der Menschen äußerlich sichtbar macht. In dieser Welt kann kaum eine Figur ihre Gedanken für sich behalten.
Schnell wird klar, dass es rund um den Rauch Geheimnisse gibt, die nur eine kleine elitäre Gruppe kennt. Leider liegt für mich genau hier das größte Manko der Geschichte. Mir war nicht immer klar, wer welche Ziele verfolgt, oder was genau die einzelnen Charaktere über den Rauch wissen oder auch, was sie bewirken wollen.

Für meinen Geschmack ist die Geschichte zu sehr verstrickt, wenn nicht sogar verworren. Es gibt einfach zu viele Charaktere, die unterschiedliche Dinge wollen, ohne dass mir die Motive immer ganz klar waren. Daher bin ich leider auch mit keinem der Charaktere so richtig warm geworden. Gerade von Thomas hätte ich mir mehr erwartet. Er hat durch seine familiäre Vorgeschichte mehr zu bieten, als die Geschichte zeigt.

All die kleinen Defizite haben leider dazu geführt, dass ich sehr lange für den Roman gebraucht habe. Immer wieder habe ich Lesepausen eingelegt, da die Handlung nicht recht in Fahrt gekommen ist. Natürlich fällt es dadurch auch wieder schwer, den Überblick über die Figuren zu behalten. Ein wahrer Teufelskreis.

Ich will aber auch nicht den Eindruck erwecken, als würde die Story überhaupt keinen Spaß machen. Das Milieu, rund um die adeligen Kinder, die sich nun auch mit dem einfachen Volk auseinandersetzen müssen, bietet eine Menge Konfliktpotential. Auch die Dreiecksbeziehung zwischen Thomas, Charlie und Livia sorgt genauso für Spannung wie die zahlreichen Verschwörungen und Intrigen.
Die Erzählstruktur hat auch einen Pluspunkt verdient. Die Mehrzahl der Kapitel ist zwar ganz klassisch in der 3. Person verfasst, es gibt aber auch eine Menge Kapitel, die in der 1. Person verfasst sind. Dabei lernt der Leser eine ganze Reihe verschiedenster Nebencharaktere kennen, deren Perspektive hier eingenommen wird.

Lieblingsnebencharakter: Wirklich beeindruckt hat mich die kleine Eleanor.  Sie musste so viel Leid ertragen, dass es kaum auszuhalten war. Die Szenen mit ihr gehören für mich eindeutig zu den emotionalsten der ganzen Geschichte.

Fazit: Eine phantastische Geschichte, die mit unserer Vorstellung von Moral spielt. Der Leser begibt sich auf eine abenteuerliche Reise ins England des 19. Jahrhunderts.
Leider ist die Story an der einen oder anderen Stelle etwas überladen, womit die Gefahr besteht, den Überblick über die Figuren und deren Absichten zu verlieren.
Wer an der Story dran bleibt und seine Sympathien an einen der Charaktere vergeben kann, wird sicher seinen Spaß haben.

Bewertung
3 out of 5 stars

Bibliographische Angaben:
Titel: Smoke
Autor: Dan Vyleta (Übersetzung Katrin Segerer)
Verlag: carl’s books
ISBN: 9784570585689
Ausgabe: Paperback (16,99 EUR)

Vielen Dank an das bloggerportal für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Gemeinsam lesen: „Das Labyrinth der Lichter“ von Carlos Ruiz Zafón

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese im Moment „Das Labyrinth der Lichter“ von Carlos Ruiz Zafón (S.Fischer) und bin auf Seite 126 von 939.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„Er ging jeden Tag zum Nordbahnhof, wo er Stunden damit verbrachte, die Schließfächer der Gepäckaufbewahrung in der Halle zu betrachten beziehungsweise zu überwachen.“

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

„Das Labyrinth der Lichter“ ist der letzte Band der Barcelona-Saga von Carlos Ruiz Zafón. Ich habe bisher noch nicht alle Teile der Reihe gelesen, sondern nur Band 3 („Der Gefangene des Himmels“) und es ist genau wie der Autor auch selbst sagt: Man kann die Bände in einer beliebigen Reihenfolge lesen und trotzdem funktionieren sie. Der Zauber der Geschichte kommt wieder wunderbar zum tragen. Dieser Teil der Geschichte führt die letzten Fäden der Geschichte zusammen. Oder wie in meinem Fall: Ich lerne nach und nach mehr über die Figuren der Geschichte.
Der Hauptteil der Geschichte spielt bisher 1959 in Barcelona. Fermín, Mauricio Valls und auch die Buchhandlung Sempere & Söhne spielen wieder eine Rolle. Es geht um Intrigen, Geheimnisse und natürlich auch politische Verwicklungen vom zweiten Weltkrieg bis zur Franco-Ära. Bisher gefällt mir „Das Labyrinth der Lichter wirklich gut. Auch, wenn es schon einige Jahre her ist, dass ich eines der „Barcelonabücher“ gelesen habe, war ich doch sofort wieder drin in der Story. Carlos Ruiz Zafón ist ein Meister darin Geschichten zu erzählen. Die Figuren sind vielschichtig und bieten eine Menge Stoff für die weiteren Seiten. Ich denke es wartet wieder eine komplexe Handlung auf mich, auf die ich mich gern einlasse. Hoffentlich komme ich so gut voran, wie bisher.

4. Ist es dir wichtig auch andere Menschen (z.B. deine eigenen Kinder, Freunde, Kollegen, Familie, etc.) fürs Lesen zu begeistern?

Es freut mich immer, wenn auch die Menschen in meiner Umgebung zum Buch greifen und im Idealfall kann man dann auch über die gelesenen Bücher plaudern, oder Tipps austauschen. Also ja, ich tue mein bestes, damit auch andere ihre Freizeit zum Lesen nutzen. Zum Glück bin ich in meinem Freundeskreis nicht die einzige Leseratte :-) Ich bin auch der Meinung, dass es für jeden (auch Lesemuffel) ein passendes Buch gibt, man muss es eben nur finden. Beim Lesen geht es schließlich in erster Linie um gute Geschichten und darunter versteht ja jeder etwas anderes. Es ist mir auch zunächst egal, was die Leute lesen, Hauptsache, es gibt überhaupt Bücher im Haushalt.

Wer mehr erfahren will: Gemeinsam Lesen ist eine Aktion von Schlunzen-Bücher.

Lasst mir gern einen Kommentar da, was ihr gerade so lest.